Stadtansicht von Erlangen – Medizinstudium in Erlangen
Erlangen, Deutschland

Bayreuth (Niederlassung FAU)

Auf einen Blick

EinrichtungStaatlich
SemesterbeginnWinter- & Sommersemester
StudiengebührenSemesterbeitrag 72€ (stand Sommersemester 2025)
Studienplätze55 (WS & SS)

So vergibt die Uni ihre Studienplätze

Neben der Abiturbestenquote (ABQAbiturbestenquote – 30 % der Plätze gehen an die besten Abiturient:innen je Bundesland, 30 %) vergibt die Universität ihre Plätze über die Zusätzliche Eignungsquote (ZEQZusätzliche Eignungsquote – 10 % der Plätze, vergeben nach Kriterien wie TMS, Ausbildung oder Dienst (ohne Abiturnote), 10 %) und das Auswahlverfahren der Hochschulen (AdHAuswahlverfahren der Hochschulen – 60 % der Plätze, jede Uni gewichtet Abitur, TMS & Co. selbst, 60 %). Diese Kriterien zählen dabei:

Zusätzliche Eignungsquote (ZEQZusätzliche Eignungsquote – 10 % der Plätze, vergeben nach Kriterien wie TMS, Ausbildung oder Dienst (ohne Abiturnote))

  • Studierfähigkeitstest60 Punkte
  • Anerkannte Berufsausbildung40 Punkte
Summe100 Punkte

Auswahlverfahren der Hochschulen (AdHAuswahlverfahren der Hochschulen – 60 % der Plätze, jede Uni gewichtet Abitur, TMS & Co. selbst)

  • Hochschulzugangsberechtigung60 Punkte
  • Studierfähigkeitstest / Interview35 Punkte
  • Anerkannte Berufsausbildung5 Punkte
Summe100 Punkte

Quelle: Stiftung für Hochschulzulassung · Stand: WiSe 2026/27. Kriterien können sich semesterweise ändern.

Auswahlgrenzen der letzten Jahre

So viele Punkte brauchte der letzte zugelassene Bewerber – je höher der Wert, desto härter der Wettbewerb: In ZEQ und AdH sind maximal 100 Punkte erreichbar, die ABQ folgt einer eigenen Punkteskala je Bundesland.

ABQAbiturbestenquote – 30 % der Plätze gehen an die besten Abiturient:innen je Bundesland▼ 21,0
753–862 Punkte
ZEQZusätzliche Eignungsquote – 10 % der Plätze, vergeben nach Kriterien wie TMS, Ausbildung oder Dienst (ohne Abiturnote)▲ 2,0
75,0 Punkte
AdHAuswahlverfahren der Hochschulen – 60 % der Plätze, jede Uni gewichtet Abitur, TMS & Co. selbst▲ 0,9
58,4 Punkte
SemesterABQAbiturbestenquote – 30 % der Plätze gehen an die besten Abiturient:innen je BundeslandZEQZusätzliche Eignungsquote – 10 % der Plätze, vergeben nach Kriterien wie TMS, Ausbildung oder Dienst (ohne Abiturnote)AdHAuswahlverfahren der Hochschulen – 60 % der Plätze, jede Uni gewichtet Abitur, TMS & Co. selbst
SoSe 26753–862 Punkte75,0 Punkte58,4 Punkte
WiSe 25/26779–883 Punkte73,0 Punkte57,5 Punkte
SoSe 25774–860 Punkte77,0 Punkte60,4 Punkte
WiSe 24/25786–885 Punkte72,0 Punkte56,6 Punkte
SoSe 24790–852 Punkte78,0 Punkte61,7 Punkte
WiSe 23/24791–885 Punkte73,0 Punkte57,5 Punkte
Frühere Semester anzeigen
SoSe 23788–862 Punkte77,0 Punkte62,3 Punkte
WiSe 22/23794–883 Punkte74,7 Punkte57,4 Punkte
SoSe 22781–862 Punkte74,0 Punkte56,3 Punkte
WiSe 21/22794–881 Punkte73,3 Punkte57,6 Punkte
SoSe 21741–862 Punkte74,7 Punkte56,7 Punkte
WiSe 20/21761–876 Punkte82,9 Punkte57,8 Punkte
SoSe 20775–839 Punkte87,5 Punkte59,7 Punkte

Quelle: Stiftung für Hochschulzulassung (hochschulstart.de) · Grenzwerte = Punktzahl des letzten zugelassenen Bewerbers.

Universität

Der Studiengang „Medizin Erlangen/Bayreuth“ ist an der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg angesiedelt. Diese wurde 1743 von Markgrafen Friedrich von Brandenburg-Bayreuth als Academia Fridericiana in Bayreuth gegründet und bereits ein Jahr später nach Erlangen verlegt. Anfangs hatte die Universität noch unter 200 Studierende, heute sind rund 40.000 Studierende, davon 9.200 aus dem Ausland, in einen der über 260 Studiengänge eingeschrieben. Damit zählt sie deutschlandweit zu den 15 größten Universitäten, in Bayern ist sie die drittgrößte Universität. Seit 1961 hat sie zudem einen weiteren Standort in Nürnberg, das Medizinstudium findet jedoch am Standort Erlangen (und später Bayreuth) statt. Die 82 Bachelorstudiengänge, 98 Masterstudiengänge und 92 Studiengänge mit Staatsexamensprüfung sind auf die folgenden 5 Fakultäten aufgeteilt: Die Medizinische Fakultät, die Naturwissenschaftliche Fakultät, die Philosophische Fakultät und den Fachbereich Theologie, die Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät und die Technische Fakultät. Dieses breite Fächerspektrum wird ermöglicht durch die über 6.500 Mitarbeiter der Universität. In Erlangen verteilt sich die Universität auf zwei räumliche Schwerpunkte im Bereich der Innenstadt und dem Stadtsüden.

Die Forschung nimmt an der FAU einen hohen Stellenwert ein. Ein besonderer Fokus liegt auf den Bereichen Energie und Klima, Immunologie, Künstliche Intelligenz, Materialforschung, Medizintechnik, Menschenrechne, Quantenforschung und Solarenergie. Kooperationen mit verschiedenen internationalen Forschungseinrichtungen wie Max Planck oder Fraunhofer machen diese Vielfalt möglich.

Medizinische Fakultät

Die Medizinische Fakultät ist eine der Gründungsfakultäten der FAU. Sie beschreibt ihr Handeln selbst als „translational, interdisziplinär und vernetzt“. Im Wintersemester 2021/22 waren rund 10% aller FAU-Studierenden in einen der vielen Studiengänge der Medizinischen Fakultät eingeschrieben, nämlich 4.245 Studierende. Neben den Staatsexamensstudiengängen Medizin, Medizin Erlangen/Bayreuth und Zahnmedizin kann man hier die Bachelorstudiengänge Molekulare Medizin, Logopädie und Hebammenwissenschaft, die Masterstudiengänge Molecular Medicine, Medical Process Management, Advanced Healthcare und Zahnerhaltung sowie den Ph.D. Advanced ImmunoMedicine studieren. Fakultätsinterne Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Infektiologie und Immunologie, Nieren- und Kreislaufforschung, Neurowissenschaften, Tumorforschung und Medizin- und Gesundheitstechnologie. Orientiert an interdisziplinärem Handeln beteiligt sie sich ebenso an den universitären Wissenschaftsschwerpunkten Molekulare Lebenswissenschaften und Medizin, Medizintechnik sowie Optik und Optische Technologien. Ein Großteil der Studierenden der Medizinischen Fakultät, nämlich 45%, verbringen einen Teil ihres Studiums im Ausland, beispielsweise im Rahmen eines Auslandssemesters, für Teile des Praktischen Jahrs oder als Forschungspraktikum. Das wird ermöglicht durch die zahlreichen ERASMUS-Partnerschaften und weitere Kooperationen mit Universitäten weltweit.

Der klinische Abschnitt des „traditionellen“ Medizinstudiums findet am Universitätsklinikum Erlangen statt, Studierende des Studiengangs „Medizin Erlangen/Bayreuth“ wechseln in diesem Abschnitt jedoch nach Bayreuth. Der klinische Abschnitt findet daher am Klinikum Bayreuth statt, einem Krankenhaus der Maximalversorgung, welches jährlich etwa 110.000 Patienten behandelt, davon 36.000 stationär und 71.000 ambulant. In ihren 27 Kliniken und 13 Zentren gibt es etwa 1000 Betten und rund 3000 Mitarbeiter sind dort angestellt. Das ermöglicht Studierenden eine praktische Ausbildung auf hohem Niveau.

Studium

Im Studiengang „Medizin Erlangen/Bayreuth“, welcher zum Wintersemester 2019/20 startete, verbringen Studierende die Vorklinik in Erlangen und wechseln im klinischen Abschnitt nach Bayreuth. Er folgt dem Regelstudiengang gemäß der Approbationsordnung für Ärzte (ÄApproO) und hat damit eine Regelstudienzeit von sechs Jahren und drei Monaten. In Erlangen gibt es parallel auch den „normalen“ Medizinstudiengang, welcher komplett in Erlangen absolviert wird. Die Kooperation mit dem Medizincampus Oberfranken und damit dem Klinikum Bayreuth wurde mit dem Ziel, die ärztliche Versorgung in der Region Oberfranken zu stärken und dem Ärztemangel entgegenzuwirken, zusätzlich eingeführt.

Die Vorklinik (1.-4. Semester) wird fast ausschließlich in Erlangen absolviert, nur Praktika zur Berufsfelderkundung im 2. Semester und die Einführung in die klinische Medizin im 4. Semester finden bereits als Blockunterricht in Bayreuth statt. Ansonsten ist die Vorklinik identisch mit dem klassischen Medizinstudium an der FAU. Der Fokus liegt also auf den naturwissenschaftlichen und theoretischen Grundlagen, beispielsweise in den Fächern Physiologie, Anatomie oder Biochemie. Gleichzeitig können im Skillslab PERLE (Praxis ERfahren und LErnen) bereits vom ersten Semester an praktische Kompetenzen trainiert werden, beispielsweise an Modellen oder Simulationspersonen. Vor Beendigung des Ersten Abschnitts der Ärztlichen Prüfung (M1), dem sogenannten Physikum, müssen Studierende außerdem ein dreimonatiges Pflegepraktikum und eine Ausbildung in Erster Hilfe nachweisen können. Beides kann auch schon vor Studienbeginn absolviert werden.

Für den klinischen Abschnitt, welcher von 5. bis zum 10. Semester geht, ziehen Studierende in das etwa einstündig entfernte Bayreuth. Der Abschnitt wird am Medizincampus Oberfranken in Kooperation mit dem Klinikum Bayreuth verbracht, welches bereits seit 1984 ein Lehrkrankenhaus der FAU ist. Nur sehr spezielle Veranstaltungen finden solange weiterhin in Erlangen statt, bis der Studiengang komplett ausgebaut ist. Im Fokus des klinischen Abschnitts stehen klinisches Fachwissen und Praxis. Besonders für die Ausbildung an der FAU ist, dass Studierende bereits ab dem Beginn des 5. Semesters direkt an Patienten arbeiten. Neben der viermonatigen Famulatur, welche vor Beendigung des klinischen Abschnitts absolviert werden muss, finden ab dem 9. Semester fast ausschließlich Blockpraktika statt. Somit sind Studierende gut für das darauffolgende Praktische Jahr gerüstet. Der klinische Abschnitt endet mit dem Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (M2). Das Praktische Jahr (PJ) ist in die drei Tertiale Innere Medizin, Chirurgie und Wahlfach aufgeteilt, wobei ein Tertial jeweils 16 Wochen geht. Das PJ kann entweder am Klinikum Bayreuth oder an weiteren Lehrkrankenhäusern der FAU absolviert werden. Anschließend folgt mit dem Dritten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung das finale Staatsexamen des Studiums.

Stadt

Das Studium verteilt sich auf die zwei bayerischen Städte Erlangen und Bayreuth. Erlangen hat etwa 112.000 Einwohner und wurde im Mittelalter gegründet. Ihren größten Wandel erlebte sie jedoch im 17. Jahrhundert, als sie die zweite Heimat für die französischen Hugenotten wurde. Das dort entstandene barocke Stadtbild, und auch die internationale Atmosphäre, sind bis heute ein fester Bestandteil der Stadt. Die Hugenottenkirche, das Markgrafentheater oder der Schlossgarten sind nur einige Beispiele hierfür. Heute gilt Erlangen als eine der attraktivsten und lebenswertesten Städte Deutschlands, unter anderem auf Grund der direkten Nähe zur Natur und ihrem wirtschaftsstarken Profil.

Bayreuth liegt noch einmal 60 Kilometer Luftlinie nordöstlich von Erlangen und ist mit dem Auto innerhalb von einer Stunde zu erreichen. Zudem liegt Bayreuth nur etwa 50-60 Kilometer von der tschechischen Grenze entfernt. Mit 75.000 Einwohnern ist Bayreuth etwas kleiner als Erlangen, ist aber dennoch die zweitgrößte Stadt Oberfrankens und die sechstgrößte Stadt Frankens. Sie liegt zwischen dem Fichtelgebirge und der fränkischen Schweiz und ist wohl am besten bekannt für ihre jährlich stattfindenden Richard-Wagner-Festspiele. Im 18. Jahrhundert war die Stadt außerdem die Residenzstadt des Markgrafenpaares Friedrich und Wilhelmine. Der Hofgarten oder das Markgräfliche Opernhaus, welches seit 2012 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, zeigen auch heute noch die deutliche Prägung dieser Zeit.

Studentenleben

Von den 40.000 Studierenden der FAU studieren rund 30.000 in Erlangen, wodurch das Stadtbild stark durch das studentische Leben geprägt ist. Durch die überschaubare Größe ist eigentlich alles in Erlangen gut und schnell zu erreichen, oft auch einfach per Fuß oder mit dem Fahrrad, was den Alltag für Studierende besonders praktisch macht. Von der Universität ist man beispielsweise schnell im Schlossgarten, einem beliebten Treffpunkt der Stadt, oder auch in der Altstadt. Dort befinden sich viele Cafés und Bars, beispielsweise die Bars/Clubs Transfer, New Force oder Zirkel Studentenclub & Discothek. Erlangen hat ein vielseitiges Nachtleben zu bieten, besonders durch ihre lebendige Kneipenszene. Wenn man auf der Suche nach Großraumclubs ist, wird man vielleicht nicht unbedingt in Erlangen fündig, dafür aber im etwa 20 Minuten entfernten Nürnberg. Im Sommer verlagert sich das Leben oft nach draußen, es findet beispielsweise die „Bergkirchweih“, ein berühmtes Volksfest und gleichzeitig eine der größten Studentenpartys Süddeutschlands, oder auch das Schlossgartenfest mit rund 6000 Teilnehmern, statt. Auch kulturell hat Erlangen einiges zu bieten. Die Stadt hat mehrere Theater, Veranstaltungsbühnen für Konzerte & Co sowie Museen. Einige dieser Angebote können Studierende sogar zu besonders günstigen Konditionen nutzen. An der Universität gibt es zudem zahlreiche musikalische Ensembles, studentische Initiativen und Möglichkeiten, um im kulturellen Bereich mitzuwirken. Auch der Hochschulsport bietet ein breites Sportangebot. Alleine bei der Wohnungssuche könnte es ein wenig schwieriger werden. Besonders zu Semesterbeginn ist die Lage recht angespannt, es wird daher empfohlen, sich frühzeitig um eine Unterkunft zu kümmern. Ein kostengünstigeres Beispiel wäre auch ein Platz im Wohnheim, welche vom Studierendenwerk Erlangen-Nürnberg verwaltet werden.

Da Bayreuth eine eigene Universität hat, an der rund 12.000 Studierende eingeschrieben sind, kommt auch hier trotz der kleineren Größe das Studentenleben nicht zu kurz. Bayreuth mag zwar keine Partyhochburg sein, es gibt jedoch eine lebendige Szene aus Bars, Kneipen und regelmäßigen Events. Beispiele hierfür sind die Latibo Cocktail-Bar, das Bottles oder der Irish Pub Dubliner Bayreuth. Im Sommer gibt es zudem einige Open-Air-Veranstaltungen, zum Beispiel auf dem Campus oder im Hofgarten. Die Richard-Wagner-Festspiele sind das wohl bekannteste Beispiel für Musikevents in Bayreuth, aber auch darüber hinaus hat die Stadt regelmäßige Festivals und Konzerte zu bieten. Der Wohnungsmarkt kann zwar zu Semesterbeginn etwas knapp werden, ist aber insgesamt deutlich entspannter als in Großstädten.

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