
Medizinstudium in Maastricht
Auf einen Blick
Maastricht ist eine beschauliche Stadt im Dreiländereck zwischen Deutschland, Belgien und den Niederlanden. Die Hauptstadt der Region Limburg besticht mit dem schönen Umland, kultureller Vielfalt und einem Medizinstudium mit innovativem Charakter.
Die Maastricht University bietet die perfekte Lernumgebung für angehende Mediziner, die neue akademische, soziale und kulturelle Welten entdecken wollen. Hier zu studieren, heißt, Teil einer internationalen Studierendengemeinschaft zu sein. Das niederländische Studiensystem verspricht dabei eine starke Praxisintegration und interdisziplinäres Lernen auf höchstem Niveau.
Über die Universität
1976 als Rijksuniversiteit Limburg gegründet, ist die Maastricht University eine der jüngsten Universitäten der Niederlande. Den englischen Namen erhielt sie 2008. Damit sollte der internationale Charakter hervorgehoben werden – tatsächlich kamen im Jahr 2020 mehr als die Hälfte der 21.000 Studierenden aus dem Ausland. Die Universität ist fächerübergreifend für ihre starke Praxisorientierung bekannt.
Die Maastricht University verfügt entsprechend der internationalen Ausrichtung über ein breites Netzwerk, über welches Studierende vereinfacht Erfahrungen in anderen Ländern sammeln und damit sowohl ihre persönlichen wie auch professionellen Kenntnisse in anderen Gesundheitssystemen stärken können. Zu den bekanntesten Partneruniversitäten gehören die National University of Singapore, Berkeley und NYU.
Über die medizinische Fakultät
Die Medizin zählte zu den ersten Schwerpunkten der Universität. 2007 entstand aus der Fusion von Gesundheitswissenschaften und Medizin die Faculty of Health, Medicine und Life Science. Hier werden vier Bachelor- und 15 Masterstudiengänge angeboten: Neben dem klassischen Humanmedizinstudium finden sich hier auch Biomedizinische Wissenschaften und der neue Bachelor-Studiengang European Public Health, bei dem der Anteil internationaler Studierender 75 Prozent beträgt. Entsprechend ist der internationale Charakter spürbar.
Die Faculty of Life Scienes hat fünf Forschungsschwerpunkte: Kardiovaskuläre Medizin, Chronisch metabolische Erkrankungen und ihre Ursachen, Tumormedizin mit Schwerpunkt Entwicklungsmedizin, Neurowissenschaften mit psychiatrischem Schwerpunkt sowie Public Health und Allgemeinmedizin.
Die weltoffene Atmosphäre der gesamten Universität zieht auch viele internationale Medizinbewerber an.

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Über das Studium
Bislang ist es an der Maaastricht University noch möglich, den Medicine-Bachelor auf Englisch zu absolvieren. Diese Option wird zum Wintersemester 2026/27 eingestellt. Für internationale Studierende ist es dann möglich, sich für das niederländische Bachelor-Programm zu bewerben, sofern sie die sprachlichen Voraussetzungen erfüllen.
Das Medizinstudium ist in Holland, anders als in Deutschland, in einen Bachelor- und einen Masterstudiengang gegliedert.
Bereits im Bachelorstudiengang, der die medizinischen Grundlagen vermittelt, führt die starke Praxisorientierung zu einer besonderen Studienerfahrung. Das Problembasierte Lernen (PBL) bildet eine wesentliche Säule der Universität: Hierbei werden medizinisches Wissen und Fähigkeiten anhand von realen Fallbeispielen vermittelt und so zugänglich gemacht. Ab dem ersten Studienjahr wird dabei das Verständnis für interdisziplinäre gesundheitswissenschaftliche Zusammenhänge gestärkt: Die Integration von ethischen, psychologischen und gesundheitsökonomischen Inhalten in das Curriculum sorgt dafür, dass angehende Mediziner ganzheitliche Perspektiven entwickeln.
Auch durch die enge Zusammenarbeit mit Krankenhäusern wie dem Universitätsklinikum Maastricht (Maastricht UMC+) und Forschungseinrichtungen ermöglicht das Medizinstudium eine praxisnahe Ausbildung. Durch Praktika sammeln die Studierenden bereits im ersten Studienjahr klinische Erfahrungen und kommen in den direkten Patientenkontakt. Nicht nur werden dadurch Lerninhalte verdeutlicht, auch die soziale Komponente des Arztberufs zählt damit von Beginn an zum Curriculum: Das verantwortungsvolle und sichere Handeln ist eine Kernkompetenz für die spätere Arbeit im dynamischen medizinischen Umfeld.
Über das Aufnahmeverfahren
Anders als an den deutschen Universitäten basiert die Auswahl nicht auf einem Numerus Clausus (NC), sondern dem Numerus Fixus. Das bedeutet, dass nur eine bestimmte Anzahl an Studienplätzen für einen Studiengang zur Verfügung steht – im Jahr 2025/26 359 Plätze vorgesehen. Davon sind 50 für das Physician-Clinical Investigator Master’s programme und maximal 60 Plätze für den englischsprachige Bachelor verfügbar, wobei letzterer zum Wintersemester 2026/27 leider nicht mehr angeboten wird.
Für das Aufnahmeverfahren ist das deutsche Abitur grundsätzlich geeignet, allerdings müssen die Fächer Mathematik, Physik und Chemie als Grundkurse und Biologie als Leistungskurs absolviert worden sein. Das Belegen von drei Naturwissenschaften bis zum Abitur ist im deutschen Schulsystem eher unüblich.
Fehlen bestimmte Fächer auf dem entsprechenden VWO-Niveau, gibt es zwei Möglichkeiten:
- Einreichen eines Dossiers mit anderen Zertifikaten, Leistungsnachweisen über MyApplication-Portal: Prüfung durch Colloquium Doctum
- Ergebnis: Ausreichende Kenntnisse/zusätzliche Prüfung erforderlich/zusätzliche vorbereitende Kurse erforderlich
Oder:
- direkte Teilnahme an Zusatzprüfungen, etwa an der Centrale Commissie Voortentamen (CCVX)
Zusatzprüfungen, durch die das entsprechende VWO-Zertifikat erworben wird, ersetzen das Einreichen des Dossiers. Die VWO-Zertifikate sind an allen niederländischen Universitäten gültig. Die Teilnahme an einer Prüfung kostet 98 €.
Bewerbungsprozess
Die Plattform für das zentrale Vergabeverfahren Studielink ist bereits ab dem 1. Oktober für Bewerbungen des Folgejahres geöffnet. Die Bewerbungsfrist für das Wintersemester endet am 15. Januar.
Für das englischsprachige Bachelorprogramm sind sehr gute Englischkenntnisse erforderlich. Die niederländischen Sprachkenntnisse müssen bei einer Bewerbung für einen niederländischsprachigen Studiengang das ‘Staatsexamen Nt2 diploma’ (mindestens level II) oder einen gleichwertigen Nachweis erbringen.
Für die Bewerbung zum 15. Januar sind die folgenden Dokumente notwendig:
- Aktuelles Passfoto
- Kopie des Personalausweises
- Transcript of record und/oder Abschlusskopie, wenn bereits vorhanden
Zum 22. Januar:
- Online-Portfolio (vorstrukturierter Lebenslauf)
- Homework assignment
Außerdem:
Nachweise über nachgeholte Fächer: Sofern die Zulassungsvoraussetzungen durch das Abiturzeugnis noch nicht gegeben sind, muss durch eine Bescheinigung nachgewiesen werden, dass Du über ausreichende Kenntnisse verfügen, um diesen Mangel zu beheben.
Wenn die Voraussetzungen für eine Eignungsprüfung erfüllt sind, müssen Sie für jedes Fach, für das eine Eignungsprüfung erforderlich ist, ein Dossier zur Beurteilung der Zulässigkeit durch den Ausschuss des Colloquium Doctum zusammenstellen. Dieses Dossier muss im MyApplication-Portal hochgeladen werden.
Auswahlprozess
- Runde 1: Bewertung von Portfolio, Hausarbeit und Addendum zum Portfolio -> Entscheidung über Einladung zum Auswahltag
- Runde 2: Auswahltag in Maastricht: Aufgaben, die kognitiven und interpersönlichen Fähigkeiten testen
Auf Grundlage der Testergebnisse sowie der eingereichten Unterlagen erstellt das Auswahlkomitee eine Rangliste, welche an Studielink übermittelt wird. Der sogenannte „proof of placement“ ist noch kein offizielles Zulassungsdokument: Wenn die Zuslassungs- und Einschreibungskriterien fristgemäß erfüllt sind, muss der Studienplatz innerhalb von zwei Wochen angenommen werden.
Über die Stadt
Die 120.000 Einwohnerstadt liegt im Süden der Niederlande inmitten einer malerischen Hügellandschaft – allein dadurch unterscheidet sie sich schon vom Rest des in großen Teilen flachen Landes. Die Hauptstadt der Provinz Limburg ist mit vielen Kulturdenkmälern und historischer Altstadt Zielort für viele Touristen. Ansonsten bildet sie eine gute Mischung aus Überschaubarkeit und Gemütlichkeit und studentischer Ausgelassenheit. Die Lage im Dreiländereck sorgt für internationalen Flair: Aachen, Brüssel und Luxemburg sind nur einen Katzensprung entfernt.
Die Überschaubarkeit sorgt für kurze Wege: Vom Stadtkern braucht man mit dem Fahrrad nur 15 Minuten in die Vororte.
Auch kulinarisch hat die Stadt einiges zu bieten: In der Innenstadt reihen sich Gastronomiegewerbe, die die Vielfalt der Stadt widerspiegeln – von indonesisch bis belgisch ist alles dabei.
Über das Studentenleben
Da der Campus in Maastricht mitten in der Innenstadt liegt, prägt auch dieser das Stadtbild – und sorgt damit auch für den internationalen Charakter. Denn rund 50 Prozent der Studierenden kommen aus dem Ausland. Dementsprechend wird nicht nur im Uni-Alltag sehr viel auf Englisch kommuniziert. Da sich in Maastricht so viele junge Menschen aus dem Ausland sammeln, gibt es viele Vernetzungsmöglichkeiten: Unzählige studentische Vereinigungen bieten für jeden die richtige Anlaufstelle.
Dabei reicht das Angebot von fachlichen Gruppen (Mens Achter de Patiënt (MAP) und Mustangh foundation speziell für Medizinstudierende) über politische Interessengemeinschaften bis hin zu Sport- und Kreativgruppen. Ob Universitätschor, Theatergruppe oder Kaleido, die internationale studentische Gemeinschaft, in der aktiven Studierendenschaft findet man schnell seinen Platz außerhalb des Hörsaals.
Bibliotheken, studentische Cafés und Bars findet man überall in der Stadt – genau wie Fahrräder, mit denen sich fast alle Studierenden fortbewegen, auch wenn der ÖPNV gut ausgebaut ist.
Besonders beliebt bei Studierenden ist das Koffie bij Joost en Maartje im hippen Stadtteil Wyck. Hier gibt es nicht nur guten und nachhaltigen Kaffee, sondern auch schnelles WLAN, große Tische für Lerngruppen und eine entspannte Atmosphäre.
Für Kunstinteressierte ist das Bonnefantenmuseum ein Muss: Direkt an der Maas gelegen, bietet das ikonische Museum einen guten Ausgleich zum Studienalltag. Hier finden sich wechselnde Ausstellungen moderner Kunst und eine Dauerausstellung mit den alten Meisterwerken – das alles in einem architektonischen Highlight Maastrichts.
Was kostet das Leben in Maastricht?
Ein weiterer Vorteil an Maastricht ist, dass die Stadt noch um einiges günstiger ist als Amsterdam oder Utrecht – dennoch steigen auch hier die Mietpreise. Während es Zimmer im Studentenwohnheim ab etwa 400€ zu mieten gibt, liegen die Preise für ein WG-Zimmer schon deutlich höher: Zwischen 500 und 800€ sollte man einplanen. Auch die Lebensmittelpreise liegen etwas höher als in Deutschland. Insgesamt sind die Kosten für die Lebenshaltung aber mit denen in Deutschland vergleichbar.
Wer als Deutscher in den Niederlanden Medizin studiert, kann Auslands-BAföG empfangen. Von der niederländischen Studienfinanzierung kann man profitieren, wenn man neben dem Studium mindestens 56 Stunden im Monat arbeitet. Neben finanzieller Unterstützung kann dabei, anders als beim Auslands-BAföG, auch die Monatskarte für den öffentlichen Nahverkehr übernommen werden.
Gründe für das Medizinstudium in Maastricht
- Eine praxisnahe und interdisziplinäre Ausbildung
- Moderne Lernmethoden
- Internationale Atmosphäre an der Uni und im Stadtleben
- Vielseitige Vernetzungsmöglichkeiten
- Großes kulturelles Angebot und gute Lage der Stadt
- Vergleichsweise moderate Lebenshaltungskosten
- Einfache Anerkennung des Abschlusses in Deutschland
Anerkennung
Der Abschluss an der Maastricht University ist europaweit anerkannt.

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