
Medizinstudium in Padua
Auf einen Blick
An der staatlichen Università degli Studi di Padova kann Humanmedizin auf Englisch studiert werden. Dabei genießen Studierende eine exzellente Ausbildung in einer Stadt mit offenem und italienischem Flair.
Über die Universität
Die Universität Padua wurde im Jahr 1222 gegründet und gehört zu den ältesten Bildungseinrichtungen Europas. Im Laufe ihrer Geschichte haben hier viele für die Menschheitsgeschichte entscheidende Persönlichkeiten gelernt und gelehrt, darunter auch Galileo Galilei. 1678 erhielt Elena Lucrezia Cornaro hier als erste Frau den Doktortitel der Philosophie. Noch heute lautet das Motto: „Universa universis patavina libertas“ – „Universelle Freiheit für alle in Padua“.
Geschichtsbewusstsein und wissenschaftliche Tradition treffen an der Universität Padua auf eine moderne und innovative Ausrichtung. Regelmäßig landet die Universität in nationalen wie internationalen Rankings auf Spitzenplätzen für ihre Lehrqualität und Forschungsaktivitäten. Auch aufgrund ihrer internationalen Ausrichtung zieht es viele junge Menschen aus Italien und aller Welt nach Padua. Dabei wird das Bildungsangebot mit über 100 Studiengängen kontinuierlich erweitert. Aktuelle studieren über 70.000 Studierende an der Universität Padua.
Der 1545 eröffnete botanische Garten ist der weltweit älteste, der noch in seiner ursprünglichen Form erhalten ist. Mittlerweile zählt er zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Über die medizinische Fakultät
Auch die medizinische hat als eine von acht Fakultäten an der Universität Padua eine herausragende Stellung in der Wissenschaftsgeschichte. Zu den bahnbrechenden Erkenntnissen gehören etwa die Begründung der Anatomie durch Andreas Vesalius und die Entdeckung des Blutkreislaufs durch den englischen Arzt William Harvey.
Das Anatomische Theater von Padua wurde 1594 erbaut und ist ein Wahrzeichen der medizinischen Geschichte.
Am Department of Medicine (DIMED) ist die klinische Forschung und Innovation in Diagnostik, Therapie und Prävention leitender Schwerpunkt. Mit der Entwicklung moderner Lehrmethoden soll insbesondere im Studiengang „Medicine and Surgery“ die theoretische Wissensvermittlung mit klinischer Erfahrung verbunden werden. Intensive Kooperationen mit Krankenhäusern, Forschungseinrichtungen und Universitäten ermöglichen dabei den Wissenstransfer. Die internationale Öffnung und der Austausch sind ebenso Kernelemente, die das das Studium am DIMED auszeichnen. Studierende können an einer der zahlreichen Partneruniversitäten einen Teil ihres Studiums im Ausland absolvieren. Im englischsprachigen Studiengang wird durch die dezidierte Ansprache von internationalen Studierenden außerdem die Vielfalt der Studierendenschaft sichergestellt: 25 Prozent kommen aus dem Nicht-EU-Ausland und bringen damit internationale Perspektiven in das akademische Umfeld ein.

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Über das Studium
Der englischsprachige Studiengang „Medicine and Surgery“ dauert 12 Semester und wird ab Wintersemester 2025/26 in Venedig absolviert. Der neue Standort wurde eingeführt, um eine direkte Anbindung an das Ospedale SS. Giovanni e Paolo, ein traditionsreiches Krankenhaus, zu ermöglichen. Hier finden Lehreveranstaltungen und klinische Praktika statt. Ein Wechsel in das Ospedale Giustinian ist für 2027/28 geplant, wo die Lehre dann dauerhaft stattfinden soll. Dem Ospedale Giustinian stehen derzeit ungenutzte Flächen zur Verfügung, auf denen moderne Einrichtungen mit fortschrittlicher Ausstattung und Simulationslaboren, von denen die Studierenden profitieren, entstehen sollen. Damit wird nicht nur für die Universität Padua, sondern auch für Venedig ein Meilenstein in Sachen akademischer Exzellenz verlegt: Die Zusammenarbeit der Städte soll dazu führen, dass mit der Entwicklung Venedigs zu einer modernen medizinischen Hochschulstadt, dass im Jahr 2030 600 Menschen aus aller Welt hier eine hervorragende medizinische Ausbildung absolvieren und damit dem Fachkräftemangel der Region entgegenwirken.
Durch die direkte Ansiedlung in einem Krankenhaus werden die Studierenden von Beginn an in klinische Situationen eingebunden: Der direkte Patientenkontakt ist ab dem ersten Jahr Teil des Curriculums.
Ein dem Studienprogramm eigenes Lehrkrankenhaus bietet zudem den Vorteil, dass die Studierenden nicht mit anderen Bewerbern um Praktikums- und Hospitationsprojekte konkurrieren.
Über das Bewerbungsverfahren
Für den englischsprachigen Studiengang „Medicine and Surgery“ stehen 75 Plätze für EU-Bürger zur Verfügung.
Die Zulassung zum englischsprachigen Medizinstudium erfordert das Bestehen des International Medical Admission Test (IMAT). Der Eignungstest im Multiple-Choice-Format wurde speziell für Bewerber für englischsprachige medizinische Studiengänge in Italien entwickelt und muss von allen Bewerbern absolviert werden.
Die Bewerbung bzw. Voranmeldung für staatliche Studiengänge läuft über die Website Universitaly.it. Hier können – vergleichbar mit der Ortspräferenz in Deutschland –Wunschuniversitäten angegeben werden. Eine separate Bewerbung bei der Uni selbst ist nicht notwendig.
Als Zulassungskriterium wird in Italien das Abitur ohne weitere Anforderungen anerkannt. Zudem müssen Englischkenntnisse auf dem Niveau B2 durch einen anerkannten Test (IELTS, TOEFL, Cambridge) nachgewiesen werden. Italienischkenntnisse können im Laufe der ersten Studienjahre erworben werden.
Die Teilnahme am IMAT ist auch in Hamburg und München möglich. Da er nur einmal jährlich stattfindet, sollte man sich frühzeitig über den Anmeldezeitraum informieren. Geschrieben wird der Test in der Regel im September, die Anmeldung erfolgt bereits im Juli.
IMAT-Testaufbau
2025 findet der Test am 17. September statt.
Die Testfragen werden vom italienischen Ministerium für Bildung, Universitäten und Forschung entwickelt. Der Test dauert 100 Minuten und ist in verschiedene Bereiche unterteilt:
- Reading skills and knowledge acquired during studies (4 Fragen)
- Logical reasoning and problem-solving (5 Fragen)
- Biology (23 Fragen)
- Chemistry (15 Fragen)
- Physics and Mathematics (13 Fragen).
Der möglichen Punktzahl entsprechend liegt der Fokus dabei auf dem naturwissenschaftlichen und mathematischen Wissen.
Anders als beim TMS geht es in der Auswertung nicht darum, wie gut man im Vergleich zu anderen Teilnehmenden abgeschnitten hat. Um die Zulassung zur Bewerbung zu erhalten, müssen EU-Kandidaten mindestens 20 Punkte erreichen:
- 1,5 Punkte für jede richtige Antwort
- -0,4 Punkte für jede falsche Antwort
- 0 Punkte für jede fehlende Antwort
Basierend auf der Punktezahl wird eine Rangliste erstellt und die verfügbaren Studienplätze verteilt.
Bewerbung und Zulassung für Zahnmedizinstudium
An der Universität Padua werden außerdem die Studiengänge Zahnmedizin und Humanmedizin auf Italienisch angeboten. Entsprechend müssen hier Italienischkenntnisse auf dem Niveau B2 nachgewiesen werden.
Auch dieser Studiengang dauert sechs Jahre und endet mit der Laurea.
Für die italienischsprachigen Studiengänge wurde das Zugangsverfahren kürzlich grundsätzlich reformiert. Das Decreto 418/2025 gilt für die Studiengänge Medizin, Zahnmedizin und Veterinärmedizin.
So sieht das reformierte Aufnahmeverfahren aus:
- Für die italienischsprachigen Studiengänge gibt es ab 2025 keinen zentralen IMAT oder eine andere Vorprüfung mehr
- „semestro filtro“: freie Einschreibung in das erste Semester über das Portal Universitaly
- Nach dem ersten Semester müssen Prüfungen in den naturwissenschaftlichen Fächern erfolgreich abgeschlossen werden
- Basierend auf einer Rangliste werden die nur erfolgreichen Prüfungsabsolventen für das zweite Semester zugelassen.
Über die Stadt
Da der Wohnungsmarkt in Venedig bereits sehr angespannt ist, investiert die Universität in für Studierende erschwingliche Räumlichkeiten: Neben einem Wohnheim sind auch Gästehäuser in Planung. Bis 2030 sollen die studierendenfreundlichen Strukturen ausgebaut sein. Bis dahin sollte erwogen werden, die nahegelegene Stadt Padua als Wohnort zu wählen. Hier sind die Lebenshaltungskosten wesentlich niedriger und die Anbindung zum Studienort ist gut.
Die Stadt mit knapp über 200.000 Einwohnern liegt im Norden Italiens und ist vom Naturpark „Colli Euganei“ umgeben. Hier bieten sich schöne Wanderrouten, auf denen man venezianische Landhäuser und alte Schlösser bewundern kann. Außerdem ist die Region bekannt für ihre Kurorte – ein Besuch der Orte „Abano Terme“ und „Montegrotto Terme“, in denen es heiße Quellen gibt, lohnt sich.
In Padua selbst finden sich ebenso zahlreiche Sehenswürdigkeiten – zum Beispiel die berühmte tiefblaue astronomische Uhr an der Piazza dei Signori oder die dem Heiligen Antonius geweihte Basilica del Santo. Die architektonisch bemerkenswerte Basilika zieht jährlich Tausende Pilgerer an. Ein Spaziergang durch die engen Gässchen der Altstadt oder den Botanischen Garten ist ein Muss in Padua.
Besonders für internationale Studierende ist Padua außerdem ein geeigneter Ort, um viele Städte des Landes zu erkunden. Verona, Bologna, Bergamo und Mailand lassen sich gut mit einem Tagesausflug besichtigen. Auch zur Adriaküste sind es nur rund 50 Kilometer.
Über das Studentenleben
Aufgrund der Größe fühlt man sich in Padua schnell heimisch. Die italienische Lebensfreude und Offenheit findet man hier besonders auf der Piazza beim gemeinsamen Aperitivo, zu dem Einheimische, Studierende und Touristen zusammenkommen. In Padua wurde der Aperol Spritz erfunden – diesen kann man wie eine große Auswahl an Weinen etwa inmitten der lebhaften Atmosphäre der Piazza dei Signori mit Blick auf die astronomische Uhr in der La Prosciutteria genießen.
Das kulturelle Angebot ist vielfältig, für die Mediziner ist der Besuch des Palazzo Bo, des historischen Sitzes der Universität ein absolutes Muss. Hier kann man sich in die Zeit zurückversetzen, in der Persönlichkeiten wie Galilei und Kopernikus in den Gängen und Sälen des Palastes wirkten. Galileos Stuhl, auf dem er die These, dass sich die Erde um die Sonne dreht, entwickelte, ist in der großen Halle zu besichtigen. Außerdem findet sich hier das anatomische Theater, das von dem Leibarzt Galileis entworfen wurde und als das erste fest eingebaute Theater gilt.
Was kostet das Medizinstudium in Padua?
Wie an den meisten staatlichen Universitäten bestehen die Studienkosten in Padua aus einer festen Gebühr in Höhe von 156€ und einem variablen Teil. Wie hoch dieser ausfällt, wird anhand des ISEE- Index, der das Familieneinkommen berechnet, festgelegt.
Insgesamt sind die Lebenshaltungskosten mit denen in Deutschland vergleichbar. Die Mieten für WG-Zimmer können sogar deutlich günstiger ausfallen. Je nach Lage und Größe zahlt man in der Regel zwischen 300 und 600 €. Doppelzimmer, die in Italien sehr viel gewöhnlicher sind als in Deutschland, kann man ab etwa 250 € mieten.
In Padua kann man sich recht gut mit dem Fahrrad fortbewegen, auch weil das Stadtzentrum verkehrsberuhigt ist. Monatskarten erhalten Studierende zum ermäßigten Preis ab 28,60 €.
Wer allerdings nach Venedig pendelt, muss mit etwas höheren Kosten rechnen, da mehrere Zonen ineinandergreifen: Monatlich muss man von etwa 60 € für die Zugverbindung ausgehen.
Insgesamt sollte man von monatlichen Kosten in Höhe von etwa 850 € ausgehen.
In einigen Jahren soll studentenfreundliches Wohnen in Venedig für Studierende des Studiengangs ebenfalls standardmäßig möglich sein.
Warum in Padua Medizin studieren?
Von studentischer Atmosphäre bis hin zu leckerer Kulinarik hat Padua alles zu bieten, was man sich wünschen kann. Von hier aus kann man gut die italienischen Metropolen und weitere italienische Städte entdecken und gleichzeitig schnell heimisch werden.
Dazu bietet die Universität mit ihrer langen medizinischen Tradition sowie der neue, direkt an ein Lehrkrankenhaus angeschlossene Standort ein exzellentes Lernumfeld.
Das moderne Curriculum setzt dabei auf die medizinische Ausbildung im Umfeld der Klinik – von Beginn an sollen Studierende lernen, das theoretische Wissen mit praktischen Fällen zu verbinden und anzuwenden. Dieser innovative Lehransatz gemeinsam mit hochmodernen Einrichtungen am Standort Venedig macht den englischsprachigen Studiengang zu einer medizinischen Ausbildung auf Weltklassenniveau.
Anerkennung
Durch ein Abkommen zwischen Deutschland und Italien ist der italienische Abschluss des Medizinstudiums Laurea dem Staatsexamen gleichgesetzt. Der Abschluss aus Padua ist also in Deutschland anerkannt.

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