1. Medizinisches Studium – noch kein Gehalt
Um als Assistenzarzt oder Assistenzärztin arbeiten zu können, musst Du zunächst das Medizinstudium absolvieren, das in der Regel sechs Jahre dauert. Während des Studiums gibt es in Deutschland üblicherweise keine Vergütung. Im Praktischen Jahr (PJ), das zum Studium gehört, erhalten Medizinstudierende allerdings inzwischen an vielen Kliniken eine Aufwandsentschädigung von etwa 400–1.000 € pro Monat.
2. Assistenzarztgehalt während der Facharztweiterbildung
Nach dem Staatsexamen und der Approbation startest Du als Assistenzarzt in die Facharztweiterbildung, welche durch die Landesärztekammern geregelt wird.
Dein Gehalt als Assistenzarzt liegt im ersten Jahr bei rund 5.288 € brutto monatlich, abhängig vom Tarifvertrag und der Einrichtung. Mit zunehmender Berufserfahrung (meist 5–6 Jahre bis zum Facharzttitel) steigt das Gehalt deutlich – am Ende der Weiterbildung kannst Du mit 6.500 € bis 7.200 € brutto rechnen.
3. Unterschiede nach Fachrichtung und Einrichtung
Die Höhe Deines Gehalts hängt unter anderem von der Fachrichtung ab, auch wenn die Tarifverträge meist keine expliziten Unterschiede machen. Dennoch haben Fachbereiche mit hoher Belastung (z. B. Intensivmedizin, Chirurgie) oft mehr Schichtdienst und damit mehr Zuschläge.
Öffentlicher Dienst (TV-Ärzte VKA, TdL, Unikliniken):
- Jahr: ca. 5.288–5.626 € brutto
- Jahr: ca. 6.500–7.200 € brutto
Private Kliniken / Freigemeinnützige Einrichtungen (Diakonie, Caritas):
- Ähnliche oder teils höhere Gehälter, je nach eigenem Tarifvertrag
4. Regionale Unterschiede
Das Gehalt eines Assistenzarztes variiert auch regional deutlich. In Westdeutschland liegt das Durchschnittsgehalt bei etwa 6.600 bis 6.800 Euro brutto im Monat, während es in Ostdeutschland meist etwas niedriger ist und etwa 6.200 bis 6.400 Euro brutto beträgt. In großen Städten wie Berlin, Frankfurt oder München fallen die Gehälter oft höher aus, was vor allem an den hohen Lebenshaltungskosten in diesen Ballungsräumen liegt. Auf dem Land sind die Gehälter dagegen meist etwas geringer, dafür profitierst Du als Assistenzarzt hier von niedrigeren Lebenshaltungskosten, was den finanziellen Unterschied oft relativiert.
5. Weitere Einflussfaktoren auf das Gehalt
Das Gehalt eines Assistenzarztes wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Mit zunehmender Berufserfahrung steigt Dein Gehalt in der Regel Jahr für Jahr an, sodass sich Deine finanzielle Situation im Verlauf der Weiterbildung kontinuierlich verbessert. Zusätzlich können Zusatzqualifikationen, etwa in der Intensivmedizin, Notfallmedizin oder ein akademischer Abschluss wie Public Health, Deine Gehaltsperspektiven deutlich erhöhen. Auch die Position innerhalb der Klinik spielt eine große Rolle: Während Assistenzärzte noch in der Facharztweiterbildung stecken, verdienen Oberärzte zum Beispiel durchschnittlich zwischen etwa 7.500 und 9.000 Euro brutto im Monat.
6. Arbeitszeit, Zuschläge, Überstunden
Die genannten Gehälter gelten bei einer regulären Wochenarbeitszeit von ca. 40–42 Stunden. Zusätzlich fallen oft Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste an. Dafür gibt es Zuschläge, die in der Regel steuerlich begünstigt sind und das Netto erhöhen. Überstunden werden je nach Tarifvertrag bezahlt oder in Freizeit ausgeglichen. Gerade Assistenzärzte übernehmen häufig belastende Dienste, was sich in zusätzlichen Einkünften bemerkbar machen kann.

Daphne Morbach
Daphne Morbach hat ihren Bachelor in Regionalstudien Lateinamerika und Sozialwissenschaften an der Universität zu Köln abgeschlossen. Sie bringt journalistische Erfahrung, ein gutes Gespür für gesellschaftliche Themen und Freude am Schreiben mit. Besonders gern recherchiert und formuliert sie verständliche Inhalte zu komplexen Fragen rund um Bildung, Studium und internationale Perspektiven.
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