| Berufsbezeichnung | Einstiegsgehalt | Durchschnittsgehalt |
|---|---|---|
| Hausarzt | ca. 6.196 € brutto | ca. 7.200 € brutto |
1. Einstiegsgehalt: Wie viel verdient ein Hausarzt am Anfang?
Durchschnittliches Einstiegsgehalt
Als Berufseinsteiger in der Allgemeinmedizin kannst du mit einem Einstiegsgehalt von rund 70.000 bis 75.000 € brutto im Jahr rechnen – das entspricht etwa 5.800 – 6.250 € im Monat. Gerade im ambulanten Bereich, also z. B. in einer Arztpraxis oder einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ), ist das Gehalt Verhandlungssache, da keine Tarifverträge wie in Kliniken gelten. Je nach Arbeitgeber kann dein Gehalt auch höher ausfallen – MVZs zahlen tendenziell mehr als Einzelpraxen.
Unterschiede nach Arbeitsort
Dein Arbeitsort spielt eine große Rolle beim Gehalt: Hausärzte in Medizinischen Versorgungszentren (MVZs) verdienen laut Umfragen im Schnitt mehr als in Einzelpraxen – teils über 16.000 Euro im Jahr zusätzlich. Dafür ist die Arbeitsbelastung oft auch höher: In MVZs werden längere Wochenarbeitszeiten berichtet.
Tarifgebundene vs. Private Arbeitgeber
In der ambulanten Versorgung gibt es keine festen Tarifverträge wie in Krankenhäusern. Das heißt: Dein Gehalt wird frei verhandelt, was Chancen, aber auch Unsicherheiten bringt. Häufig orientieren sich die Praxen trotzdem an Klinik-Tarifen. Besonders in größeren Einrichtungen oder MVZs, die zu privaten Trägern gehören, ist auch ein leistungsabhängiges Modell mit Umsatzbeteiligung möglich.
2. Gehaltsentwicklung: Wie steigt das Einkommen als Hausarzt?
Mit wachsender Berufserfahrung steigen auch deine Verdienstmöglichkeiten. Während du zu Beginn als angestellter Hausarzt etwa 60.000 € bekommst, können erfahrene Kollegen mit Verantwortung auf bis zu 95.000 € brutto im Jahr kommen – in Führungspositionen auch darüber hinaus.
Wenn du später deine eigene Praxis gründest, kannst du deutlich mehr verdienen – allerdings mit höherem Risiko und mehr Verantwortung.
3. Gehaltsunterschiede: Diese Faktoren beeinflussen das Einkommen als Hausarzt
Regionale Unterschiede
Laut KBV-Bericht verdienen Hausärzte in Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Thüringen oder Mecklenburg-Vorpommern überdurchschnittlich gut. Dort liegt der Honorarumsatz pro Quartal teils bei über 70.000 €. In westdeutschen Großstädten wie Hamburg oder Berlin fällt er oft niedriger aus. Auch die Bezahlung pro Behandlungsfall schwankt: Von 61 € (Hamburg) bis 77 € (Bayern) ist alles drin.
Tarifverträge vs. Individuelle Gehaltsverhandlungen
In Kliniken bietet der Tarifvertrag Sicherheit. In der ambulanten Versorgung bist du dagegen auf dein Verhandlungsgeschick angewiesen. Fakt ist, dass Frauen im Schnitt immer noch 18 % weniger verdienen als Männer – trotz gleicher Qualifikation.
4. Was verdient ein Hausarzt in eigener Praxis?
Das Modell „eigene Praxis“ ist zwar mit mehr Verantwortung verbunden, bietet aber auch das höchste Verdienstpotenzial. Laut Zi-Praxis-Panel liegt der Jahresüberschuss in allgemeinärztlichen Praxen bei durchschnittlich 188.500 €. Damit verdienst du mehr als in den meisten Angestelltenverhältnissen.
Davon müssen jedoch alle Kosten für Miete, Personal, Geräte usw. abgezogen werden. Außerdem trägst du das wirtschaftliche Risiko.
Honorarsystem der GKV: Die Bezahlung erfolgt über Besuchs- und Sonderpauschalen, z. B.:
- Besuchspauschale ab 76 Jahren: 30,70 € pro Quartal
- Chronikerpauschale: bis 18,67 € pro Quartal
- Gesprächspauschale: 9,89 € je 10 Min.
- Einzelleistungen wie Impfungen oder Ultraschall: 7–30 € pro Leistung
Der tatsächliche Honorarumsatz pro Patient liegt je Quartal zwischen 61 € (HH) und 76 € (MV).
5. Lohnt sich der Beruf als Hausarzt finanziell?
Das Einkommen von Hausärzten hängt stark davon ab, ob sie angestellt sind oder eine eigene Praxis führen. Während das Einstiegsgehalt im Anstellungsverhältnis mit rund 60.000–75.000 € jährlich eher moderat ausfällt, können selbstständige Hausärzte durch Pauschalen, Einzelleistungen und privatversicherte Patienten deutlich mehr verdienen – im Schnitt liegt der Jahresüberschuss bei rund 188.500 €.
Allerdings ist dieser hohe Verdienst mit erheblicher Verantwortung, wirtschaftlichem Risiko und einer teils hohen Arbeitsbelastung verbunden. Wer Wert auf eine bessere Work-Life-Balance legt und auf ein festes Gehalt setzt, findet im angestellten Modell, etwa in MVZs, eine verlässlichere Alternative.

Daphne Morbach
Daphne Morbach hat ihren Bachelor in Regionalstudien Lateinamerika und Sozialwissenschaften an der Universität zu Köln abgeschlossen. Sie bringt journalistische Erfahrung, ein gutes Gespür für gesellschaftliche Themen und Freude am Schreiben mit. Besonders gern recherchiert und formuliert sie verständliche Inhalte zu komplexen Fragen rund um Bildung, Studium und internationale Perspektiven.
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