Gehalt

Was verdient man als HNO-Arzt?

Von Daphne Morbach3 Min. Lesezeit
HNO-Arzt untersucht Ohr mit Otoskop – Gehalt als HNO-Arzt
Berufsbezeichnung Einstiegsgehalt Durchschnittsgehalt
HNO-Arzt ca. 7.000 € brutto ca. 8.650 € brutto

1. Einstiegsgehalt: Wie viel verdient ein HNO-Arzt am Anfang?

Durchschnittliches Einstiegsgehalt

Wenn Du Deine Weiterbildung in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde beginnst, liegt Dein Einstiegsgehalt laut Tarifvertrag bei rund 5.100 bis 5.300 Euro brutto im Monat, je nachdem, ob Du an einer Universitätsklinik oder in einem kommunalen Krankenhaus arbeitest. Sobald Du als Facharzt tätig bist, kannst du mit um die 7.000 Euro monatlich rechnen.

Tarifgebundene vs. Private Arbeitgeber

In kommunalen und universitären Krankenhäusern wirst Du nach Tarifvertrag bezahlt. Das bedeutet transparente und regelmäßige Gehaltssteigerungen. Genauer gesagt startet das Gehalt in kommunalen Kliniken laut TV-Ärzte VKA bei 6.979 Euro monatlich. An Universitätskliniken liegt das Einstiegsgehalt nur geringfügig höher bei etwa 7.006 Euro.

2. Gehaltsentwicklung: Wie steigt das Einkommen als HNO-Arzt?

Dein Gehalt als HNO-Arzt entwickelt sich mit der Zeit spürbar nach oben. Die Tarifverträge der Unikliniken (TV-Ärzte TdL) und kommunalen Krankenhäuser (TV-Ärzte VKA) sehen eine stufenweise Gehaltserhöhung je nach Berufsjahr vor. So steigt Dein Einkommen mit wachsender Erfahrung automatisch.

Wenn Du in eine Oberarztposition aufsteigst, winkt Dir ein Monatsgehalt zwischen 8.400 und über 9.600 Euro. Leitende Oberärzte in der HNO-Heilkunde verdienen laut aktuellen Tarifen sogar bis zu 11.200 Euro monatlich und in individuellen Fällen auch darüber, sofern Du außerhalb der Tarife verhandelst.

3. Gehaltsunterschiede: Diese Faktoren beeinflussen das Einkommen als HNO-Arzt

Regionale Unterschiede

Wie in vielen medizinischen Berufen gibt es ein West-Ost- und ein Stadt-Land-Gefälle. In Baden-Württemberg, Hessen oder Bayern sind die Gehälter in der Regel höher als in Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg.

Fachrichtung und Spezialisierung

HNO ist ein vielseitiges Fach. Wenn Du Dich auf ein Teilgebiet wie Stimmstörungen, kindliche Hörstörungen oder Schlafmedizin spezialisierst, kannst Du Deine Expertise gezielt einsetzen – vor allem in eigener Praxis oder für privatärztliche Leistungen. Spezialisierungen machen sich auch in Bewerbungsgesprächen positiv bemerkbar.

Tarifverträge vs. Individuelle Gehaltsverhandlungen

Tarifverträge sorgen für transparente Gehaltsentwicklung, deckeln aber auch den Spielraum. In privaten Kliniken oder MVZs sind dagegen individuelle Verhandlungen möglich – dort kannst Du mit Berufserfahrung oder Zusatzqualifikationen überdurchschnittliche Gehälter erzielen.

4. Was verdient ein HNO-Arzt in eigener Praxis?

Viele HNO-Ärzte entscheiden sich für die Selbstständigkeit – entweder durch Neugründung, Übernahme einer Praxis oder im Rahmen einer Gemeinschaftspraxis. Der Reinertrag liegt im Schnitt bei etwa 146.000 Euro pro Jahr, also rund 12.000 Euro monatlich.

Dabei hängt Dein Einkommen stark vom Standort, den Patientenzahlen und den laufenden Praxiskosten ab. In Südwestdeutschland (z. B. in Karlsruhe, Stuttgart oder Ludwigsburg) gibt es aktuell gute Bedingungen für eine Praxisgründung, da diese Regionen nicht als „übersättigt“ gelten.

5. Lohnt sich der Beruf als HNO-Arzt finanziell?

Die Antwort lautet: ja, vor allem dann, wenn Du langfristig planst und Dich eventuell selbstständig machen möchtest. Als HNO-Arzt profitierst Du von regelmäßigen Arbeitszeiten, einer guten Vereinbarkeit mit dem Familienleben und einer hohen Nachfrage, auch in ländlichen Regionen.

Wenn Du Karriere im Krankenhaus anstrebst, kannst Du mit Zusatzweiterbildungen (z. B. in Allergologie oder Schlafmedizin) und Führungsverantwortung Dein Gehalt weiter steigern.

Die Kombination aus sicherem Einkommen, Aufstiegsmöglichkeiten und Selbstständigkeitspotenzial macht den Beruf des HNO-Arztes zu einer wirtschaftlich attraktiven Wahl.

Über die Autorin

Daphne Morbach

Daphne Morbach hat ihren Bachelor in Regionalstudien Lateinamerika und Sozialwissenschaften an der Universität zu Köln abgeschlossen. Sie bringt journalistische Erfahrung, ein gutes Gespür für gesellschaftliche Themen und Freude am Schreiben mit. Besonders gern recherchiert und formuliert sie verständliche Inhalte zu komplexen Fragen rund um Bildung, Studium und internationale Perspektiven.

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