Gehalt

Was verdient man als Oberarzt?

Von Daphne Morbach3 Min. Lesezeit
Oberarzt leitet Teambesprechung auf der Station – Gehalt als Oberarzt
Phase Einstiegsgehalt Durchschnittsgehalt
Oberarzt ca. 8.742 € brutto ca. 9.122 € brutto

1. Einstiegsgehalt: Wie viel verdient ein Oberarzt am Anfang?

Als Oberarzt steigst Du mit einem durchschnittlichen Monatsgehalt von rund 8.742 € brutto ein – das entspricht etwa 104.900 € brutto im Jahr. Dieses Einstiegsgehalt variiert je nach Einrichtung und Arbeitsort. Diese Unterschiede werden Dir im Folgenden erklärt.

Unterschiede nach Arbeitsort

Wie viel Du zu Beginn als Oberarzt verdienst, hängt stark davon ab, wo Du arbeitest. In kommunalen Krankenhäusern liegt das Einstiegsgehalt aktuell bei rund 7.761 €, in Unikliniken bei 8.164 €, bei der Diakonie bei 7.885 € und in privaten Kliniken bei 7.985 € brutto im Monat.

Auch innerhalb dieser Kategorien spielen Standort, Klinikgröße und Fachrichtung eine Rolle. Generell liegt das tariflich geregelte Einstiegsgehalt im Bereich zwischen 7.700 € und 8.100 €.

Wenn Dein Gehalt nicht tariflich geregelt ist, kannst Du Dich bei den Verhandlungen gut an bestehenden Tarifverträgen orientieren – meist landest Du dann in einem ähnlichen Rahmen.

Tarifgebundene vs. Private Arbeitgeber

Ob Dein Gehalt tariflich geregelt ist oder Du individuell verhandelst, macht gerade beim Einstieg einen Unterschied – aber keinen riesigen.

Tarifverträge (z. B. TV-Ärzte VKA, TdL oder AVR) geben Dir Sicherheit und eine klare Gehaltsentwicklung. In privaten Kliniken kann das Gehalt zwar frei verhandelt werden, orientiert sich aber meist ebenfalls an den Tarifen.

Das heißt: Auch wenn Du nicht nach Tarif bezahlt wirst, kannst Du realistisch ein ähnliches Einstiegsgehalt erwarten.

2. Gehaltsentwicklung: Wie steigt das Einkommen als Oberarzt?

Mit den Jahren steigt Dein Gehalt als Oberarzt deutlich – vor allem durch mehr Berufserfahrung und zusätzliche Verantwortung.

Berufserfahrung Durchschnittliches Monatsgehalt
< 3 Jahre 10.198 €
3 – 6 Jahre 10.236 €
7 – 9 Jahre 10.287 €
> 9 Jahre 10.469 €

Zusätzlich kannst Du durch Fortbildungen, Managementverantwortung oder den Aufstieg zur leitenden Oberarzt- oder Chefarztposition noch mehr verdienen.

3. Gehaltsunterschiede: Diese Faktoren beeinflussen das Einkommen als Oberarzt

Regionale Unterschiede

Dein Wohnort hat einen Einfluss auf Dein Gehalt als Oberarzt. Besonders deutlich wird das beim Vergleich zwischen Ost- und Westdeutschland. In Bundesländern wie Thüringen, Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt liegt das durchschnittliche Monatsgehalt bei rund 8.156 bis 8.175 Euro – also spürbar unter dem Bundesdurchschnitt. Am geringsten fällt das Gehalt aktuell in Mecklenburg-Vorpommern aus, wo Oberärzte im Schnitt nur etwa 7.976 Euro brutto pro Monat verdienen.

Ganz anders sieht es in den westlichen Bundesländern aus: In Baden-Württemberg und Hessen liegt das durchschnittliche Monatsgehalt bei rund 9.714 Euro, in Hamburg und Bayern bei 9.479 bis 9.559 Euro. Damit ergibt sich zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Durchschnittsgehalt ein Unterschied von fast 1.800 Euro monatlich. Wenn Du also überregional flexibel bist, kann sich das in finanzieller Hinsicht deutlich auszahlen.

Fachrichtung und Spezialisierung

Auch Deine Fachrichtung wirkt sich auf das Gehalt aus – besonders, wenn Du nicht nach Tarif bezahlt wirst. Laut Kienbaum-Vergütungsreport verdienen Oberärzte in der Chirurgie mit durchschnittlich 148.000 € jährlich am meisten. Es folgen die Innere Medizin (142.000 €), Gynäkologie und Orthopädie (je 135.000 €), sowie die Radiologie (134.000 €). Etwas darunter liegen z. B. Anästhesie, Urologie und Pädiatrie mit rund 131.000–133.000 €. Das niedrigste Durchschnittsgehalt zeigt sich in der Geriatrie mit etwa 111.000 €.

4. Lohnt sich der Beruf als Oberarzt finanziell?

Ganz klar: Ja. Mit einem Durchschnittsgehalt von rund 9.122 € brutto im Monat bist Du im oberen Bereich der medizinischen Berufe angekommen. Als Oberarzt hast Du nicht nur Verantwortung für Patienten, sondern auch für das ärztliche Team, und das spiegelt sich im Verdienst wider.

Und: Wenn Du dich weiterentwickelst – z. B. durch Managementfortbildungen, Personalverantwortung oder ein Chefarztstreben – geht da sogar noch mehr.

Über die Autorin

Daphne Morbach

Daphne Morbach hat ihren Bachelor in Regionalstudien Lateinamerika und Sozialwissenschaften an der Universität zu Köln abgeschlossen. Sie bringt journalistische Erfahrung, ein gutes Gespür für gesellschaftliche Themen und Freude am Schreiben mit. Besonders gern recherchiert und formuliert sie verständliche Inhalte zu komplexen Fragen rund um Bildung, Studium und internationale Perspektiven.

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