Auch für ein Medizinstudium im Ausland kannst Du BAföG bekommen – allerdings über ein eigenes Verfahren mit eigenen Regeln. Wer das nicht weiß, verpasst schnell wichtige Fristen. Wir erklären, worauf es ankommt.
Unterschiede zum Inlands-BAföG
Anders als beim BAföG für ein Studium in Deutschland ist beim Auslands-BAföG nicht das Amt an Deinem deutschen Wohnort zuständig, sondern ein spezielles Amt für Ausbildungsförderung, das sich auf das jeweilige Zielland spezialisiert hat. Auch bei den Förderbedingungen gibt es Unterschiede: Auslands-BAföG kann teils sogar dann gezahlt werden, wenn für ein vergleichbares Studium in Deutschland aufgrund des Einkommens der Eltern kein Anspruch mehr bestünde – zusätzlich gibt es oft Zuschläge etwa für Studiengebühren oder Reisekosten, die es beim Inlands-BAföG in dieser Form nicht gibt.
Höhe
Die genaue Förderhöhe beim Auslands-BAföG hängt vom jeweiligen Zielland ab, da die Lebenshaltungskosten dort berücksichtigt werden. Als Referenzwert kannst Du Dich am Inlands-BAföG orientieren: Der Höchstsatz liegt seit 2026 bei 992 € im Monat, zusammengesetzt aus 475 € Grundbedarf, 380 € Wohnpauschale und 137 € Zuschlag für Kranken- und Pflegeversicherung. Eine geplante Erhöhung der Wohnpauschale auf 440 € ist derzeit erst zum Sommersemester 2027 vorgesehen.
Stand: August 2026. Die genauen länderspezifischen Sätze fürs Auslands-BAföG erfährst Du am zuverlässigsten direkt beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung für Dein Zielland.
Antrag beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung
Welches Amt für Dein Zielland zuständig ist, lässt sich über die zentrale BAföG-Ämtersuche herausfinden – die Zuständigkeiten sind nach Ländern beziehungsweise Ländergruppen aufgeteilt. Der Antrag selbst läuft ähnlich ab wie beim Inlands-BAföG: Du reichst Einkommensnachweise der Eltern, Nachweise zum Studienplatz und weitere persönliche Angaben ein.
Fristen: warum deutlich früher beantragen als gedacht
Der wichtigste Unterschied zum Inlands-BAföG betrifft die Fristen: Beim Auslands-BAföG solltest Du den Antrag deutlich früher stellen als gewohnt – idealerweise mehrere Monate vor Studienbeginn, da die Bearbeitungszeit oft länger dauert und zusätzliche Nachweise wie eine Zulassungsbestätigung der ausländischen Hochschule erforderlich sind. Wer erst kurz vor Semesterbeginn den Antrag einreicht, riskiert, die ersten Monate ohne Förderung überbrücken zu müssen.
Fazit
Auslands-BAföG ist eine der wichtigsten Finanzierungsquellen für ein Medizinstudium außerhalb Deutschlands – aber nur, wenn Du den Antrag rechtzeitig stellst. Informiere Dich frühzeitig beim zuständigen Amt für Dein Zielland, damit die Finanzierung von Anfang an steht.
Hendrik Loll
Hendrik Loll hat Jura und Gesundheitsökonomie studiert und ist seit über 15 Jahren im Umfeld des Medizinstudiums unterwegs. Er hat unter anderem StudiMed und PreMed gegründet und begleitet seitdem Studieninteressierte auf ihrem Weg zum Medizinstudium.
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