Medizinstudium im Ausland

Medizinstudium in Rumänien

Von Aline Popp4 Min. Lesezeit
Medizinstudium in Rumänien – Land und Universitäten im Überblick

Leben in Rumänien

Rumänien liegt in Südosteuropa und grenzt an das Schwarze Meer. Die Landschaft ist vielfältig: Sie besteht zu je einem Drittel aus Ebenen, Hochland und Gebirge. Die Karpaten sind das prägende Gebirge in Rumänien. Sie trennen das Land in die drei historischen Gebiete Moldau, Transsilvanien (Siebenbürgen) und die Walachei.

Neben den bekannten Karpaten bietet Rumänien weitere landschaftliche Highlights wie weiße Sandstrände, die geschützten Feuchtgebiete des Donaudeltas, idyllische Dörfer, orthodoxe Kirchen und zahlreiche mittelalterliche Festungen. Das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes ist die Hauptstadt Bukarest im Süden.

Rumänien kann nicht nur landschaftlich punkten: Museen, Theater, Musikfestivals und historische Sehenswürdigkeiten sorgen für viel Abwechslung. In grösseren Städten findest Du eine breite Auswahl an internationalen Restaurants, doch auch die rumänische Küche hat viele Spezialitäten wie Sarmale (Kohlrouladen), Mici (gegrillte Hackfleischröllchen) oder Ciorbă (Suppe) zu bieten. Ein reges Nachtleben ist vor allem in den Universitätsstädten vorzufinden.

In Rumänien gibt es knapp 100 Universitäten, von denen etwas mehr als die Hälfte staatlich sind. Besonders Städte wie Cluj-Napoca, Bukarest oder Timișoara sind für ihr aktives Studentenleben bekannt. Die medizinischen Fakultäten in Rumänien geniessen insbesondere bei internationalen Studierenden einen guten Ruf. Die Ausbildungsqualität ist hoch und wird mit Erfahrungen in der Praxis verknüpft.

Bewerbung für das Medizinstudium in Rumänien

Voraussetzungen für eine Aufnahme zum Medizinstudium in Rumänien sind:

  • Allgemeine Hochschulreife (abgeschlossenes Abitur oder gleichwertige Ausbildung)
  • Gute Sprachkenntnisse der Sprache des gewählten Programms
  • Gute Leistungen in den naturwissenschaftlichen Fächern

Der Bewerbungsprozess funktioniert folgendermassen:

  • Online-Bewerbung: Bei den meisten Universitäten wird eine Bewerbung über ein Online-Portal gefordert.
  • Einreichung der Dokumente: Die benötigten Formulare werden direkt bei der jeweiligen Universität eingereicht. Dazu gehören eine beglaubigte Kopie des Schulabschlusses, ein Motivationsschreiben, Zeugnisse, Sprachzertifikate, Empfehlungsschreiben und eine Kopie des Reisepasses.
  • Zulassungsverfahren: Manche Universitäten führen ein persönliches Interview mit den Bewerbenden, andere verlangen eine Aufnahmeprüfung in Biologie und Chemie, wieder andere wünschen eine Bestätigung der Sprachkenntnisse.
  • Zulassungsbescheid: Einige Universitäten wählen ihre Studierenden aus, bei anderen bestimmt der Losentscheid. Am Ende dieses Prozesses erhältst Du Deinen Zulassungsbescheid normalerweise per E-Mail.

Kosten für das Medizinstudium in Rumänien

Was die Studiengebühren und Lebenshaltungskosten betrifft, liegt Rumänien im Mittelfeld: es ist günstiger als Westeuropa, jedoch teurer als seine direkten Nachbarländer Moldawien oder Serbien.

  • Studiengebühren: Die Kosten betragen an den meisten rumänischen Universitäten zwischen 4.000 € und 5.000 € pro Semester
  • Unterkunft: Ein Zimmer in einem Studentenwohnheim oder in einer WG kostet zwischen 100 € und 300 € im Monat. Der Preis für eine eigene Wohnung liegt im Bereich von 250 € bis 500 € pro Monat.
  • Lebensmittel: Die monatlichen Kosten für Lebensmittel liegen bei rund 150 € bis 250 €.
  • Transport: Ein Monatsticket für die öffentlichen Verkehrsmittel kostet 10 € bis 20 €.
  • Freizeit, Internet, Versicherungen: Etwa 150 € bis 250 € pro Monat.

Die Kosten variieren je nach Lebensstil und Universität. Grundsätzlich sollten Studierende jedoch mit Lebenshaltungskosten von 500-800 Euro rechnen.

Aufbau des Medizinstudiums in Rumänien

Das Medizinstudium in Rumänien dauert 6 Jahre und ist in zwei Hauptphasen unterteilt.

  • Vorklinische Phase (1. - 3. Jahr)

Während der ersten drei Jahre werden theoretische Grundlagen in Anatomie, Biochemie, Physiologie, Histologie und Mikrobiologie vermittelt. Praktische Laborübungen und erste klinische Einblicke sind bereits Teil dieser Phase.

  • Klinische Phase (4. – 6- Jahr)

Die klinische Phase beginnt im vierten Jahr und beinhaltet eine praktische Ausbildung mit intensiver Arbeit in den Krankenhäusern und Kliniken. Dabei stehen Fächer wie Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie, Pädiatrie, Neurologie und Psychiatrie im Mittelpunkt. Die Studierenden dürfen nun Patienten betreuen und unter ärztlicher Aufsicht an Behandlungen teilnehmen.

Im sechsten Jahr wird ein praktisches Jahr absolviert. Währenddessen bereiten sich die Studierenden intensive auf ihr Staatsexamen vor.

Das Studium wird in den Sprachen Rumänisch, Englisch und Französisch angeboten. Kenntnisse der rumänischen Sprache sind nicht zwingend erforderlich, jedoch während der klinischen Phase von Vorteil für die Kommunikation mit Patienten. Für die englischen und französischen Programme wird oft ein Nachweis der Sprachkenntnisse verlangt.

Vorteile des Medizinstudiums in Rumänien

Das Medizinstudium in Rumänien geniesst einen guten internationalen Ruf. Doch es gibt noch weitere Gründe, wieso sich das Studium im südosteuropäischen Land lohnt:

  • Das Studium verbindet Theorie mit der Praxis
  • Niedrige Lebenshaltungskosten
  • Englisch- und französischsprachige Studiengänge
  • In der ganzen EU/EWR anerkannter Abschluss
  • Multikulturelles Umfeld und Austausch durch viele internationale Studierende
  • Lebendige Studentenstädte

Anerkennung des Medizinstudiums in Rumänien

Die Abschlüsse rumänischer Universitäten sind in der gesamten EU und im EWR anerkannt. Mit einem anerkannten abgeschlossenen Medizinstudium kannst Du in ganz Europa die Approbation beantragen und als Ärztin oder Arzt arbeiten.

Über die Autorin

Aline Popp

Aline Popp ist gelernte Buchhändlerin und arbeitet heute als Copywriterin in der Schweiz. Mit einem feinen Gespür für Sprache und Wirkung schreibt sie Texte, die berühren, überzeugen und im Gedächtnis bleiben. Ihre Leidenschaft gilt Themen rund um Bildung, Medizin und internationale Studienwege.

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