Stadtansicht von Kiel – Medizinstudium in Kiel
Kiel, Deutschland

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU)

Auf einen Blick

EinrichtungStaatlich
SemesterbeginnWintersemester
StudiengebührenSemesterbeitrag 269€ (stand Sommersemester 2025)
Studienplätze210

So vergibt die Uni ihre Studienplätze

Neben der Abiturbestenquote (ABQAbiturbestenquote – 30 % der Plätze gehen an die besten Abiturient:innen je Bundesland, 30 %) vergibt die Universität ihre Plätze über die Zusätzliche Eignungsquote (ZEQZusätzliche Eignungsquote – 10 % der Plätze, vergeben nach Kriterien wie TMS, Ausbildung oder Dienst (ohne Abiturnote), 10 %) und das Auswahlverfahren der Hochschulen (AdHAuswahlverfahren der Hochschulen – 60 % der Plätze, jede Uni gewichtet Abitur, TMS & Co. selbst, 60 %). Diese Kriterien zählen dabei:

Zusätzliche Eignungsquote (ZEQZusätzliche Eignungsquote – 10 % der Plätze, vergeben nach Kriterien wie TMS, Ausbildung oder Dienst (ohne Abiturnote))

  • Studierfähigkeitstest50 Punkte
  • Anerkannte Berufsausbildung30 Punkte
  • Anerkannte Berufstätigkeit10 Punkte
  • Anerkannter Preis (Wettbewerb)10 Punkte
Summe100 Punkte

Auswahlverfahren der Hochschulen (AdHAuswahlverfahren der Hochschulen – 60 % der Plätze, jede Uni gewichtet Abitur, TMS & Co. selbst)

  • Hochschulzugangsberechtigung60 Punkte
  • Studierfähigkeitstest / Interview30 Punkte
  • Anerkannte Berufsausbildung10 Punkte
Summe100 Punkte

Quelle: Stiftung für Hochschulzulassung · Stand: WiSe 2026/27. Kriterien können sich semesterweise ändern.

Auswahlgrenzen der letzten Jahre

So viele Punkte brauchte der letzte zugelassene Bewerber – je höher der Wert, desto härter der Wettbewerb: In ZEQ und AdH sind maximal 100 Punkte erreichbar, die ABQ folgt einer eigenen Punkteskala je Bundesland.

ABQAbiturbestenquote – 30 % der Plätze gehen an die besten Abiturient:innen je Bundesland▼ 2,0
779–883 Punkte
ZEQZusätzliche Eignungsquote – 10 % der Plätze, vergeben nach Kriterien wie TMS, Ausbildung oder Dienst (ohne Abiturnote)▼ 0,9
65,8 Punkte
AdHAuswahlverfahren der Hochschulen – 60 % der Plätze, jede Uni gewichtet Abitur, TMS & Co. selbst▼ 1,1
53,1 Punkte
SemesterABQAbiturbestenquote – 30 % der Plätze gehen an die besten Abiturient:innen je BundeslandZEQZusätzliche Eignungsquote – 10 % der Plätze, vergeben nach Kriterien wie TMS, Ausbildung oder Dienst (ohne Abiturnote)AdHAuswahlverfahren der Hochschulen – 60 % der Plätze, jede Uni gewichtet Abitur, TMS & Co. selbst
WiSe 25/26779–883 Punkte65,8 Punkte53,1 Punkte
WiSe 24/25786–885 Punkte66,7 Punkte54,2 Punkte
WiSe 23/24791–885 Punkte66,7 Punkte54,4 Punkte
WiSe 22/23794–883 Punkte65,8 Punkte54,2 Punkte
WiSe 21/22794–881 Punkte61,0 Punkte54,5 Punkte
WiSe 20/21761–876 Punkte74,7 Punkte56,0 Punkte

Quelle: Stiftung für Hochschulzulassung (hochschulstart.de) · Grenzwerte = Punktzahl des letzten zugelassenen Bewerbers.

Universität

Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (kurz CAU) wurde 1665 als Landesschule im ehemaligen Franziskanerkloster gegründet. Damit gehört sie zu den ältesten Universitäten Deutschlands und ist bis heute die einzige Volluniversität Schleswig-Holsteins. Während ihrer langen Geschichte konnte die Universität bereits einige berühmte Forscher und sogar Nobelpreisträger hervorbringen, unter anderem Max Planck. Heute sind rund 27.000 Studierende in einen der 190 Studiengänge eingeschrieben. Diese werden an den folgenden acht Fakultäten angeboten: der Theologischen, Rechtswissenschaftlichen, Medizinischen, Philosophischen, Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen, Mathematisch-naturwissenschaftlichen, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen und der Technischen Fakultät. Dieses breite Fächerspektrum wird ermöglicht durch die 3.500 Mitarbeiter der Universität, darunter über 430 Professoren. Einen wichtigen Bestandteil nimmt zudem die Forschung ein. Besonders die Forschungsschwerpunkte Meereswissenschaften, Lebenswissenschaften, Nanowissenschaften und Oberflächenforschung sowie Gesellschaft, Umwelt und Kultur im Wandel stehen im Fokus.

Medizinische Fakultät

Die Medizinische Fakultät gehört zu den Gründungsfakultäten der CAU, ihre Geschichte geht daher bis in das Jahr 1665 zurück und brachte bereits einige Entdeckungen hervor. Walther Flemming entdeckte beispielsweise während seiner Zeit als Professor die Zellteilung und Mitose. Heute ist die Medizinische Fakultät die größte der acht Fakultäten, in die Studiengänge Medizin und Zahnmedizin sind etwa 2.100 Studierende eingeschrieben. Weitere Studiengänge der Fakultät sind der Bachelor- und Masterstudiengang Biochemie und Molekularbiologie, die Masterstudiengänge Medical Life Sciences, Hospital Management und Pflegepädagogik sowie der International Master of Applied Scientific Dental/Medical Education and Research (iMasder). Zudem wird der Zertifikationsstudiengang Sexualmedizin angeboten. Ein gemeinsamer Forschungsschwerpunkt der Fakultät ist die Präzisionsmedizin mit einem Fokus auf Forschen, Heilen und Verstehen.

Der klinische Abschnitt des Medizinstudiums findet am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) statt. Das UKSH verfügt über mehr als 90 Kliniken und Institute und hat über 500 Ambulanzen auf den Campi Kiel und Lübeck. Die Kliniken haben 2.500 Betten und rund 16.000 Beschäftigte, darunter über 2.400 Ärzte. Jährlich gibt es etwa 300.000 ambulante und 100.000 stationäre Fälle, wovon die Hälfte der ambulanten Fälle in Hochschulambulanzen behandelt werden.

Studium

An der CAU wird das Medizinstudium als Regelstudiengang angeboten, es gibt also eine klassische Unterteilung in die Vorklinik (1.-4. Semester), die Klinik (5.-10. Semester) und das Praktische Jahr (48 Wochen). Die Regelstudienzeit beträgt sechs Jahre und drei Monate. Im ersten Studienabschnitt steht die Erfassung von Form und Funktion eines gesunden Menschen im Vordergrund. Hier werden naturwissenschaftliche und medizinische Grundlagen vermittelt, beispielsweise in den Fächern Anatomie, Physiologie oder Chemie. Dieser Teil schließt mit dem Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung ab, dem Physikum (schriftlich und mündlich). Zudem müssen vor Beendigung der Vorklinik ein dreimonatiger Krankenpflegedienst und eine Ausbildung in Erster Hilfe absolviert werden.

Im klinischen Abschnitt lernen Studierende die allgemeine und spezifische Krankheitslehre, also die theoretischen und praktischen Grundlagen der klinischen Medizin, kennen. Zuerst werden konservative und anschließend operative Fächer erlernt. Die Praxiserfahrung nimmt hierbei einen so großen Stellenwert an, dass mit voranschreitendem Studium der Unterricht am Krankenbett immer weiter zunimmt, während der Umfang an theoretischen Fächern stetig abnimmt. Im 10. Semester finden dann nur noch Blockpraktika in den Bereichen Innere Medizin, Chirurgie, Kinderheilkunde, Frauenheilkunde und Allgemeinmedizin statt. An der KiSTE (Kieler Simulations- und Trainingseinheit) können allerlei praktischer Tätigkeiten vertiefend und ergänzend zum Pflichtunterricht erlernt werden, oftmals unter Anleitung von Tutoren. Während des klinischen Teils muss außerdem eine viermonatige Famulatur absolviert werden. Vor dem Praktischen Jahr findet der Zweite Abschnitt der Ärztlichen Prüfung statt. Anschließend folgt das PJ, welches in drei Tertiale von je 16 Wochen eingeteilt ist sowie der Dritte Abschnitt der Ärztlichen Prüfung in Form eines mündlich-praktischen Examens.

Das Medizinstudium an der CAU hebt sich besonders durch die enge Betreuung und familiäre Atmosphäre zwischen Studierenden und dem Lehrpersonal von anderen Universitäten ab. Auch ein früher Praxisbezug nimmt eine wichtige Rolle ein. Moderne Einrichtungen und Lernmethoden, wie zum Beispiel das E-Learning, sowie ein breites Spektrum an Wahlfachmöglichkeiten sind weitere Besonderheiten der CAU. Außerdem hat die Universität viele Erasmus-Partnerschaften und Kooperationen mit Partneruniversitäten weltweit. Es können daher ohne Probleme Auslandssemester, Famulaturen oder ein PJ-Tertial im Ausland absolviert werden.

Stadt

Kiel ist die Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins und hat etwa 250.000 Einwohner. Sie wurde im 13. Jahrhundert als Holstenstadt tom Kyle gegründet und kann sich heute die nördlichste Großstadt Deutschlands nennen. Das Markenzeichen Kiels ist natürlich die direkte Lage an der Ostsee beziehungsweise der Kieler Förde, was sich auf das gesamte Leben auswirkt. Das maritime Flair und die Nähe zum Wasser sind stets präsent, sei das durch Fähren oder Kreuzfahrtschiffe nach Skandinavien, den Marinehafen, Werften oder auch Uferpromenaden. Die Stadt beschreibt sich gerne als „entspannte Großstadt“, was gut erklärt, weshalb Kiel trotz seiner Größe oft eher entspannt wirkt. Neben den Stränden hat Kiel nämlich auch zahlreiche Parks und Grünflächen. Dennoch ist in Kiel genug los! Einmal jährlich, während der Kieler Woche, steht die Stadt sowieso Kopf, aber auch das restliche Jahr über bietet sie ein breites kulturelles Angebot und Freizeitmöglichkeiten.

Studentenleben

In Kiel leben um die 35.000 Studierende, womit mehr als jeder 10. Einwohner an einer Universität eingeschrieben ist. Dadurch ist Kiel eine junge und studentisch geprägte Stadt, in der weiterhin das alltägliche Leben stark von der Meeresnähe geprägt wird. Die Kieler Woche, das größte Sommer- und Segelfest Nordeuropas, findet jährlich Ende Juni statt und beheimatet neben einigen Open-Air-Konzerten und Essensständen auch die größte Segelregatta der Welt. Wer selbst im Wassersport aktiv werden möchte, findet hierzu an den 17 Kilometer langen Stränden und Förde Kiels ausreichend Möglichkeiten, sich in Vereinen oder an Angeboten des Hochschulsports zu beteiligen. Beim Hochschulsport gibt es Kurse in den Bereichen Segeln, Wassersport oder Tauchen, aber auch wasserunabhängige Sportarten finden ihren Platz. Schaut man den Profisportlern lieber zu anstatt selbst Sport zu betreiben, wird man bei dem Handballrekordmeister THW Kiel oder dem Fußballclub Holstein Kiel fündig. Universitätsintern gibt es zudem einige studentische Arbeitsgruppen, an denen man sich beteiligen kann. Bei der Fachschaft Medizin ist das beispielsweise die Arbeitsgruppe Notfallmedizin, Fem*Med oder das Teddybärenkrankenhaus, welches Kindern die Angst vor Arztbesuchen nehmen soll. Zudem veranstaltet die Fachgruppe zweimal im Jahr die legendäre Medizinerparty „Kammerflimmern“ in der Pumpe.

Im Vergleich zu Metropolen wie Berlin oder Hamburg gibt es in Kiel zwar kein eigenes Kneipenviertel, aber dennoch genügend Möglichkeiten, um abends auszugehen. Viele Bars und Cafés befinden sich in der Innenstadt, besonders rund um den Wilhelmsplatz und das Univiertel. Man kann auch in einigen Locations direkt am Meer den Abend ausklingen lassen, beispielsweise an der Seebar, oder in der Hotelbar Deck 8 den Blick darauf genießen. Weitere Empfehlungen sind der Moralist, JuMe, der Irish Pub Pogue Mahoe, das MAX-Nachttheater oder der Luna Club. Wer etwas ruhiger unterwegs sein möchte, kann sich im Theater Kiel, der Stadtgalerie oder der Kunsthalle kulturell verzaubern lassen. Kiel hat außerdem einige Museen, wie zum Beispiel das Schifffahrtsmuseum Fischhalle. Bei vielen kulturellen Veranstaltungen erhalten Studierende Vergünstigungen oder sogar kostenlosen Eintritt, es lohnt sich daher immer, einen Blick auf die verschiedenen Homepages zu werfen. Auch wenn die Wohnsituation zu Beginn des Semesters leicht angespannt werden kann, ist sie nicht mit denen in anderen deutschen Großstädten vergleichbar. Studierende kommen in Kiel meistens in WG-Zimmern oder einem Zimmer im Studentenwohnheim unter. Beliebte Stadtteile sind zum Beispiel Westufer, Ravensberg, Südfriedhof oder Schrevenberg.

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