Stadtansicht von Tübingen – Medizinstudium in Tübingen
Tübingen, Deutschland

Eberhard-Karls-Universität Tübingen

Auf einen Blick

EinrichtungStaatlich
SemesterbeginnWinter- & Sommersemester
StudiengebührenSemesterbeitrag 199,80€ (stand Sommersemester 2025)
Studienplätze179 (WS & SS)

So vergibt die Uni ihre Studienplätze

Neben der Abiturbestenquote (ABQAbiturbestenquote – 30 % der Plätze gehen an die besten Abiturient:innen je Bundesland, 30 %) vergibt die Universität ihre Plätze über die Zusätzliche Eignungsquote (ZEQZusätzliche Eignungsquote – 10 % der Plätze, vergeben nach Kriterien wie TMS, Ausbildung oder Dienst (ohne Abiturnote), 10 %) und das Auswahlverfahren der Hochschulen (AdHAuswahlverfahren der Hochschulen – 60 % der Plätze, jede Uni gewichtet Abitur, TMS & Co. selbst, 60 %). Diese Kriterien zählen dabei:

Zusätzliche Eignungsquote (ZEQZusätzliche Eignungsquote – 10 % der Plätze, vergeben nach Kriterien wie TMS, Ausbildung oder Dienst (ohne Abiturnote))

  • Studierfähigkeitstest70 Punkte
  • Anerkannte Berufsausbildung15 Punkte
  • Anerkannte Berufstätigkeit5 Punkte
  • Anerkannter Dienst10 Punkte
Summe100 Punkte

Auswahlverfahren der Hochschulen (AdHAuswahlverfahren der Hochschulen – 60 % der Plätze, jede Uni gewichtet Abitur, TMS & Co. selbst)

  • Hochschulzugangsberechtigung44 Punkte
  • Studierfähigkeitstest / Interview43 Punkte
  • Anerkannte Berufsausbildung7 Punkte
  • Anerkannter Dienst6 Punkte
Summe100 Punkte

Quelle: Stiftung für Hochschulzulassung · Stand: WiSe 2026/27. Kriterien können sich semesterweise ändern.

Auswahlgrenzen der letzten Jahre

So viele Punkte brauchte der letzte zugelassene Bewerber – je höher der Wert, desto härter der Wettbewerb: In ZEQ und AdH sind maximal 100 Punkte erreichbar, die ABQ folgt einer eigenen Punkteskala je Bundesland.

ABQAbiturbestenquote – 30 % der Plätze gehen an die besten Abiturient:innen je Bundesland▼ 21,0
753–862 Punkte
ZEQZusätzliche Eignungsquote – 10 % der Plätze, vergeben nach Kriterien wie TMS, Ausbildung oder Dienst (ohne Abiturnote)▼ 1,7
65,0 Punkte
AdHAuswahlverfahren der Hochschulen – 60 % der Plätze, jede Uni gewichtet Abitur, TMS & Co. selbst▼ 1,2
57,8 Punkte
SemesterABQAbiturbestenquote – 30 % der Plätze gehen an die besten Abiturient:innen je BundeslandZEQZusätzliche Eignungsquote – 10 % der Plätze, vergeben nach Kriterien wie TMS, Ausbildung oder Dienst (ohne Abiturnote)AdHAuswahlverfahren der Hochschulen – 60 % der Plätze, jede Uni gewichtet Abitur, TMS & Co. selbst
SoSe 26753–862 Punkte65,0 Punkte57,8 Punkte
WiSe 25/26779–883 Punkte66,7 Punkte59 Punkte
SoSe 25774–860 Punkte67,0 Punkte58,7 Punkte
WiSe 24/25786–885 Punkte62,0 Punkte57,8 Punkte
SoSe 24790–852 Punkte68,2 Punkte59,6 Punkte
WiSe 23/24791–885 Punkte66,2 Punkte59,1 Punkte
Frühere Semester anzeigen
SoSe 23788–862 Punkte68,5 Punkte59,6 Punkte
WiSe 22/23794–883 Punkte65,2 Punkte57,9 Punkte
SoSe 22781–862 Punkte60,5 Punkte53,5 Punkte
WiSe 21/22794–881 Punkte61,0 Punkte58,6 Punkte
SoSe 21741–862 Punkte61,0 Punkte54,2 Punkte
WiSe 20/21761–876 Punkte72,2 Punkte59,1 Punkte
SoSe 20775–839 Punkte74,8 Punkte56,9 Punkte

Quelle: Stiftung für Hochschulzulassung (hochschulstart.de) · Grenzwerte = Punktzahl des letzten zugelassenen Bewerbers.

Universität

Mit ihrer Gründung im Jahr 1477 gehört die Eberhard-Karls-Universität Tübingen zu den ältesten Universitäten Europas. Gegründet wurde sie von Graf Eberhard im Bart, später Herzog von Württemberg und Teck. Ihren heutigen offiziellen Namen erhielt sie jedoch erst 1769, als Herzog Karl Eugen der Universität seinen Namen hinzufügte. Durch die lange Geschichte stehen 11 Nobelpreisträger, 5 Humboldt-Professuren und 18 Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preisträger in Verbindung mit der Universität. Seit 2012 gehört sie zudem zu einer der elf Exzellenzuniversitäten Deutschlands. National sowie international ist die Universität sehr gut angesehen, beim Times Higher Education World University Ranking belegt sie weltweit den 78. Platz und gehört deutschlandweit zu den fünf besten Universitäten.

Heutzutage sind rund 28.000 Studierende in einen der über 200 Studiengänge eingeschrieben. Insgesamt gibt es sieben Fakultäten: die Evangelisch-Theologische Fakultät, die Katholisch-Theologische Fakultät, die Juristische Fakultät, die Medizinische Fakultät, die Philosophische Fakultät, die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät und die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät. Nicht zu unterschätzen ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit dieser Fakultäten, was sich unter anderem in der innovativen Forschung der Universität bemerkbar macht. Die Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen, Neurowissenschaften, Translationale Immunologie und Krebsforschung, Mikrobiologie und Infektionsforschung, Molekularbiologie der Pflanzen, Geo- und Umweltforschung, Menschliche Evolution und Archäologie, Sprache und Kognition, Geschichtsforschung sowie Bildung und Medien.

Medizinische Fakultät

Die Medizinische Fakultät ist eine der vier Gründungsfakultäten und die größte Fakultät der Universität. Im Sommersemester 2024 waren 4894 Studierende dort eingeschrieben, davon befanden sich 841 in der Vorklinik und 2331 im klinischen Abschnitt. Damit ist fast jeder 5. Student der Universität ein Teil der medizinischen Fakultät. Insgesamt 12 Studiengänge gibt es zur Auswahl. Als Staatsexamensstudiengänge werden Human- und Zahnmedizin angeboten, auf Bachelorniveau kann man in Kooperation mit der Hochschule Esslingen Pflege studieren. Als Bachelor- und Masterstudiengang werden Medizintechnik, Hebammenwissenschaften und Molekulare Medizin angeboten, im Master können zudem Neurosciences, Population-Based-Medicine und Infection Biology and Control studiert werden.

Die gesamte Fakultät genießt einen hervorragenden Ruf. Ihre Leitidee lautet „SPIRIT“, was für student-oriented, practice-based, international und research-driven steht. Damit setzt die Fakultät auf eine enge Studierendenbetreuung durch ihre Professoren, einen frühen Praxisbezug, modernste Labore und eine eigene Bibliothek, zahlreiche Austauschmöglichkeiten durch ihre Kooperationen mit über 50 Partnerhochschulen sowie Forschungskooperationen mit Universitäten weltweit. In den rund 980 Laboren liegen die Forschungsschwerpunkte auf den Gebieten Neurowissenschaften, Onkologie und Immunologie, Infektionsbiologie und Vaskuläre Medizin mit Diabetes-Forschung.

Das zugehörige Universitätsklinikum Tübingen hat über 1630 Betten und fast 11.000 Beschäftigte, darunter 1.300 Ärzte. Es wurde bereits 1805 gegründet und erstreckt sich über verschiedene Standorte. Das Gelände der Kliniken Tal befindet sich beispielsweise nördlich des Stadtkerns, das der Kliniken Berg nordwestlich auf dem Scharrenberg. In den 17 Kliniken werden jährlich 400.000 ambulante Fälle und 73.000 stationäre Fälle behandelt, wodurch Studierende eine breite klinische Ausbildung genießen. Zudem gehören zur Medizinischen Fakultät zahlreiche weitere akademische Lehrkrankenhäuser in ganz Baden-Württemberg.

Studium

Das Medizinstudium in Tübingen ist als Regelstudiengang aufgebaut. Die Regelstudienzeit beträgt also sechs Jahre und drei Monate und es gibt die klassische Gliederung in drei Abschnitte: Vorklinik, Klinik und Praktisches Jahr, wobei jeder Abschnitt mit einem Abschnitt der Ärztlichen Prüfung abschließt (M1, M2, M3). In der Vorklinik (1.-4. Semester) liegt der Fokus auf naturwissenschaftlichen und theoretischen Grundlagen, beispielsweise in den Fächern Anatomie, Physiologie oder Biochemie. Auch klinische Vorkenntnisse werden bereits geschaffen, zudem erlernen Studierende Grundlagen der ärztlichen Kommunikation und des wissenschaftlichen Arbeitens. Besonders für Tübingen ist der frühe Praxisbezug: Bereits ab dem ersten Semester werden in Skillslabs Simulationen und praktische Übungen durchgeführt. Das sogenannte DocLab befindet sich im TIME (Tübingen Institute for Medical Education), hier können Studierende neben geplanten Kursen auch selbstständig üben, beispielsweise mit Simulationspersonen. Vor Beendigung des Ersten Abschnitts der Ärztlichen Prüfung, dem sogenannten Physikum, müssen Studierende außerdem ein dreimonatiges Pflegepraktikum und eine Ausbildung in Erster Hilfe nachweisen können. Beides kann auch schon vor Studienbeginn absolviert werden. Nach erfolgreichem Bestehen dieses Abschnitts kann in Tübingen außerdem bereits mit der Promotion begonnen werden.

Der klinische Abschnitt geht vom 5. bis zum 10. Semester, hier stehen klinisches Fachwissen und die Praxis im Vordergrund. Theoretisches Wissen wird durch fünf Blockpraktika, Famulaturen und den Unterricht am Krankenbett ergänzt. Die Klinik endet mit dem Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung. Hinzu kommt das besondere Längsschnittcurriculum der Universität Tübingen, welches Studierende das gesamte Studium über begleitet. Es verfolgt das Ziel, vorklinische und klinische Studieninhalte miteinander zu verknüpfen, die Module bauen also stetig aufeinander auf. In Tübingen besteht dieses Curriculum aus den Teilen Skills, Klinischer Alltag, Kommunikation „iTüpferl“ und Wissenschaftlichkeit „Tü-REX“. Zusätzlich setzt Tübingen auf weitere innovative Lernmethoden, besonders das Problem-Based-Learning und E-Learning, sowie interdisziplinäre Zusammenarbeit. Auf den klinischen Abschnitt folgt das Praktische Jahr (PJ), welches in drei Tertiale von jeweils 16 Wochen in den Bereichen Innere Medizin, Chirurgie und einem Wahlfach unterteilt ist. Anschließend folgt mit dem Dritten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung das letzte Staatsexamen des Studiums. Möchte man einen Teil des Medizinstudiums im Ausland verbringen, ist das ab dem 7. Semester möglich, die Universität selbst empfiehlt das 9. Semester. Auch Famulaturen und bis zu zwei PJ-Tertiale können im Ausland absolviert werden.

Stadt

Tübingen liegt im Süden Deutschlands, genauer gesagt etwa 30 Kilometer südlich von Stuttgart, der Landeshauptstadt Baden-Württembergs. Von ihren 91.000 Einwohnern sind etwa 27.000 Studierende, was Tübingen trotz der eher mittleren Größe zu einer jungen und lebendigen Stadt macht. Sie ist geprägt von ihrer mittelalterlichen Altstadt, den vielen Fachwerkhäusern, engen Gassen, dem Schloss Hohentübingen und besonders der Lage am Neckar. Die Fahrten mit den Stocherkähnen auf dem Neckar sind nicht nur für Touristen, sondern auch für Einwohner, ein wahres Highlight. Tübingen ist zudem ziemlich nachhaltig geprägt. Die Stadt gilt als Vorreiter für autofreie Innenstädte und auch im Bereich Verpackungssteuer war Tübingen eine der ersten Städte Deutschlands, welche diese 2022 tatsächlich umsetzte. Diese ökologische Bewusstheit, zusammen mit einer exzellenten Fahrradstruktur und der direkten Nähe zur Natur, tragen zu einer sehr hohen Lebensqualität bei.

Studentenleben

Wer in Tübingen studiert, trifft in eigentlich jeder Alltagssituation auf weitere Studierende, denn immerhin jeder dritte Einwohner der Stadt ist Student. Tübingen ist damit eine wahrhaftige Studentenhochburg. Das macht sich auch in den Angeboten und Veranstaltungen der Stadt bemerkbar, welche deutlich auf junge Erwachsene zugeschnitten sind. An der Universität selbst gibt es etliche extracurriculare Freizeitmöglichkeiten, begonnen bei studentischen Initiativen und Sprachkursen über Chöre, Orchester, Campus TV und Radio sowie Hochschulsport. Der städtische Veranstaltungskalender ist ganzjährig voll und unfassbar variabel. Im Frühjahr gibt es beispielsweise einen Antiquitätenmarkt, im Sommer allerlei Veranstaltungen von verschiedenen Festivals über das Stocherkahnrennen, das Stadtfest oder das Sommernachtskino. Selbst im Herbst und Winter wird es in Tübingen nie langweilig, hier finden beispielsweise Jazz- und Klassiktage, das Schokoladenfestival chocolART oder natürlich auch der Weihnachtsmarkt statt. In den Bereichen Kultur, Musik und Theater gibt es quasi keine Grenzen – das kulturelle Leben Tübingens lässt keine Wünsche offen.

Im Punkto Nachtleben ist Tübingen natürlich nicht unbedingt mit einer Großstadt vergleichbar, hat aber dennoch eine verhältnismäßig große Kneipendichte. Das Nachtleben orientiert sich meist auf die Altstadt, beliebte Bars und Kneipen sind beispielsweise Kuckuck, Schwarzes Schaf oder Liquid. Fast noch bekannter ist Tübingen jedoch für selbst organisierte Studentenpartys, beispielsweise durch die Hochschulgruppen oder Wohnheime. Hat man dennoch Lust auf eine große Auswahl an Clubs und Großraumdiskos, liegt Stuttgart nur eine kurze Zugfahrt entfernt. Im Sommer verlagert sich das gesamte Leben zudem weitestgehend nach draußen, beispielsweise an das Neckarufer, den alten botanischen Garten oder tagsüber auch das Tübinger Freibad. Die Nähe zur Schwäbischen Alb ist außerdem ideal für Wanderungen, Spaziergänge oder Fahrradtouren.

Leider wirkt sich diese hohe Lebensqualität, wie in vielen deutschen Städten, auch auf den Wohnungsmarkt aus. Dieser ist besonders zu Semesterbeginn ziemlich angespannt. Die meisten Studierenden kommen in WG-Zimmern unter, welche 2025 durchschnittlich zwischen 450€ und 500€ kosten. Studentenwohnheime sind zwar deutlich günstiger, aber auch sehr gefragt. Bei Interesse ist eine frühzeitige Bewerbung daher unabdingbar. Je nach Lebensstandard sollte man mit etwa 900-1000€ pro Monat an Lebenshaltungskosten rechnen.

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