
Heinrich-Heine-Universität (HHU) Düsseldorf
Auf einen Blick
So vergibt die Uni ihre Studienplätze
Neben der Abiturbestenquote (ABQAbiturbestenquote – 30 % der Plätze gehen an die besten Abiturient:innen je Bundesland, 30 %) vergibt die Universität ihre Plätze über die Zusätzliche Eignungsquote (ZEQZusätzliche Eignungsquote – 10 % der Plätze, vergeben nach Kriterien wie TMS, Ausbildung oder Dienst (ohne Abiturnote), 10 %) und das Auswahlverfahren der Hochschulen (AdHAuswahlverfahren der Hochschulen – 60 % der Plätze, jede Uni gewichtet Abitur, TMS & Co. selbst, 60 %). Diese Kriterien zählen dabei:
Zusätzliche Eignungsquote (ZEQZusätzliche Eignungsquote – 10 % der Plätze, vergeben nach Kriterien wie TMS, Ausbildung oder Dienst (ohne Abiturnote))
- Studierfähigkeitstest100 Punkte
Auswahlverfahren der Hochschulen (AdHAuswahlverfahren der Hochschulen – 60 % der Plätze, jede Uni gewichtet Abitur, TMS & Co. selbst)
- Hochschulzugangsberechtigung48 Punkte
- Studierfähigkeitstest / Interview48 Punkte
- Anerkannter Dienst2 Punkte
- Anerkannter Preis (bildbezogener Wettbewerb)2 Punkte
- Hochschulzugangsberechtigung24 Punkte
- Studierfähigkeitstest / Interview24 Punkte
- Anerkannte Berufsausbildung50 Punkte
- Anerkannter Dienst1 Punkte
- Anerkannter Preis (bildbezogener Wettbewerb)1 Punkte
Quelle: Stiftung für Hochschulzulassung · Stand: WiSe 2026/27. Kriterien können sich semesterweise ändern.
Auswahlgrenzen der letzten Jahre
So viele Punkte brauchte der letzte zugelassene Bewerber – je höher der Wert, desto härter der Wettbewerb: In ZEQ und AdH sind maximal 100 Punkte erreichbar, die ABQ folgt einer eigenen Punkteskala je Bundesland.
| Semester | ABQAbiturbestenquote – 30 % der Plätze gehen an die besten Abiturient:innen je Bundesland | ZEQZusätzliche Eignungsquote – 10 % der Plätze, vergeben nach Kriterien wie TMS, Ausbildung oder Dienst (ohne Abiturnote) | AdHAuswahlverfahren der Hochschulen – 60 % der Plätze, jede Uni gewichtet Abitur, TMS & Co. selbst |
|---|---|---|---|
| WiSe 25/26 | 779–883 Punkte | 71,7 Punkte | AdH-1 (90%): 57,6 Punkte; AdH-2 (10%): 75,4 Punkte |
| WiSe 24/25 | 786–885 Punkte | 73,3 Punkte | AdH-1 (90%): 59,0 Punkte; AdH-2 (10%): 76,4 Punkte |
| WiSe 23/24 | 791–885 Punkte | 75,0 Punkte | AdH-1: 59,9 Punkte; AdH-2: 76,0 Punkte |
| WiSe 22/23 | 794–883 Punkte | 73,3 Punkte | AdH-1: 59,5 Punkte; AdH-2: 75,3 Punkte |
| WiSe 21/22 | 794–881 Punkte | 61,3 Punkte | AdH-1: 58,8 Punkte; AdH-2: 74,8 Punkte |
| WiSe 20/21 | 761–876 Punkte | 67,9 Punkte | AdH-1: 59,3 Punkte; AdH-2: 76,5 Punkte |
Quelle: Stiftung für Hochschulzulassung (hochschulstart.de) · Grenzwerte = Punktzahl des letzten zugelassenen Bewerbers.
Universität
Die Heinrich-Heine-Universität (HHU) geht aus der bereits 1907 eingerichteten Medizinischen Akademie hervor, wurde jedoch erst 1965 gegründet. Damit gehört sie zu den jüngeren Hochschulen Nordrhein-Westfalens. Ursprünglich lautete ihr Name Universität Düsseldorf, 1988 wurde sie jedoch in Heinrich-Heine-Universität umbenannt, nach dem in Düsseldorf geborenen Dichter. Heute sind etwa 35.000 Studierende in einen der 92 Studiengänge der Volluniversität eingeschrieben. Diese sind den folgenden fünf Fakultäten zugeordnet: Der Medizinischen Fakultät, der Juristischen Fakultät, der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät, der Philosophischen Fakultät, sowie der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Dieses breite Fächerspektrum wird ermöglicht durch die über 2.000 Lehrenden und über 1.500 weitere Beschäftigten, darunter über 330 Professoren. Die HHU begreift sich selbst als „Bürgeruniversität“ und legt einen großen Fokus auf interdisziplinäre Lehre. Außerdem ist sie eine Campus-Universität, alle Gebäude liegen daher nah beieinander, selbst das Universitätsklinikum sowie alle Fachbibliotheken sind schnell erreichbar. Bis heute legt die Universität einen großen Schwerpunkt auf den Bereich Lebenswissenschaften. In den fünf Schwerpunktbereichen Pflanzenwissenschaften, Membranbiologie, Molekulare und Klinische Hepatologie, Kardiovaskuläre Forschung und Sprache – Wissen – Kognition wird interdisziplinär agiert und eng mit außeruniversitären Instituten zusammengearbeitet, um exzellente Forschung zu ermöglichen. Auch in den einzelnen Fakultäten gibt es weitere Forschungsprojekte, die teilweise über die hier genannten Schwerpunkte hinausgehen.
Medizinische Fakultät
Die Medizinische Fakultät ist eine der Gründungsfakultäten der Universität. Sie hat über 800 Mitarbeiter, darunter 116 Professoren, und es sind etwa 4.700 Studierende in einen der sieben bzw. neun Studiengänge eingeschrieben. Neben den Staatsexamensstudiengängen Medizin und Zahnmedizin bietet die Universität die Masterstudiengänge Toxikologie, Translational Neuroscience, Molekulare Biomedizin, Klinische Psychologie und Psychotherapie sowie die Master-Weiterbildungsstudiengänge Endodontologie und Public Health an. Im fakultätsinternen Forschungsprofil liegt der generelle Fokus auf den Herausforderungen der Medizin der Zukunft, genauer gesagt in den Gebieten Herz-Kreislauf-Medizin, Diabetologie, Stoffwechselforschung, Molekulare und Klinische Leberforschung, Infektionsmedizin, Krebsforschung sowie Translationale Neurowissenschaften.
Eng in Verknüpfung mit den medizinischen Studiengängen liegt das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD). In ihren 29 Kliniken und 35 Instituten behandeln die 9.300 Mitarbeiter jährlich etwa 310.000 Patienten ambulant und weitere 50.000 Patienten stationär. Hiermit ist es das größte Krankenhaus der Landeshauptstadt und gleichzeitig eines der wichtigsten Medizinzentren des gesamten Bundeslandes.
Studium
Das Medizinstudium an der HHU folgt nicht dem Regelstudiengang, sondern dem Modellstudiengang „Düsseldorfer Curriculum Medizin“, welcher so 2013 eingeführt wurde. Besonderheiten sind der hohe und besonders frühe Praxis- und Patientenbezug, der Unterricht in Kleingruppen und eine dadurch enge Betreuung. Insgesamt verbringen Studierende im Verlauf des Medizinstudiums 476 Stunden Unterricht am Patienten. Der Studiengang versteht sich selbst als kompetenzorientiert, praxisbezogen, fächerübergreifend und profilbildend. Trotz dieser Unterschiede folgt er der Ärztlichen Approbationsordnung, endet daher mit dem Staatsexamen, und hat eine Regelstudienzeit von sechs Jahren und drei Monaten.
Anstelle einer Unterteilung in Vorklinik, Klinik und Praktisches Jahr, wie im Regelstudiengang üblich, unterteilt sich das Medizinstudium an der HHU in die drei Qualifikationsphasen Q1 (Studienjahre 1-3), Q2 (Studienjahre 4-5) und Q3 (Studienjahr 6). Nach der ersten Qualifikationsphase folgt eine Ärztliche Zwischenprüfung, welche äquivalent zum Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung ist, besser bekannt als Physikum. Der Zweite bzw. Dritte Abschnitt der Ärztlichen Prüfung folgt nach den Qualifikationsphasen Q2 bzw. Q3. Im ersten und zweiten Studienjahr liegt der Fokus auf der Vermittlung humanbiologischer Grundlagen. Das Studium wird in etwa sechs- bis achtwöchige organisch- und systembezogene Themenblöcke unterteilt, in welche bereits klinische Aspekte integriert werden. Außerdem erfolgen die ersten Patientenerfahrungen bereits nach zwei Semestern. Im dritten Jahr finden ein 16-wöchiger Themen- und Studienblock sowie ein vierwöchiger Studienblock statt, welche sich beide jeweils mit einem vierwöchigen Praxisblock abwechseln. Etwa ¼ der Studienzeit fokussiert sich nun auf die Praxis, ab dem vierten Jahr ist das sogar die Hälfte der Zeit. Während die Lehre in den ersten zwei Jahren mit allen Studierenden eines Semesters gemeinsam erfolgt, findet ab dem dritten Jahr eine Unterteilung in zwei Schienen statt, um das Lernen in kleineren Gruppen zu ermöglichen. Im vierten Studienjahr folgen zahlreiche Praxisblockwochen, in welchen die Kleingruppen sogar aus nur maximal drei Studierenden bestehen. Im 5. Jahr nimmt die Verzahnung von Theorie und Praxis weiter zu und es folgt ein Hausarztpraktikum sowie der Zweite Abschnitt der Ärztlichen Prüfung, bevor das 48-wöchige Praktische Jahr (PJ) folgt, welches in die drei Tertiale Chirurgie, Innere Medizin und Wahlfach aufgeteilt ist. Im Anschluss folgt der Dritte Abschnitt der Ärztlichen Prüfung und die Approbation kann beantragt werden.
Eine besondere Wichtigkeit beim Medizinstudium an der HHU nimmt außerdem der Wahlfachbereich ein, welcher 10% des gesamten Studiums ausmacht. Es gibt umfangreiche Wahlmöglichkeiten von etwa 150 Wahlfächern, eine erste Schwerpunktwahl erfolgt bereits ab dem 2. Studienjahr. Auch das 8 Etagen hohe O.A.S.E Gebäude und das Lehr- und Lernzentrum P.A.L.M.E haben eine besondere Bedeutung für den Studiengang. Dort befindet sich zahlreiches Equipment, hin von Sonographie- und EKG-Geräten über Katheterisierungspuppen bis hin zu gynäkologischen Untersuchungsmodellen. Studierende absolvieren den Famulaturreifekurs und den klinisch-praktischen Teil der Ärztlichen Zwischenprüfung im Skills Lab P.A.L.M.E. Auch während der Studien- und Praxisblöcke nutzen Lehrende diese Räumlichkeiten, um praktisches Handeln besser zu erläutern, und auch im freien Üben können Studierende dieses dort verbessern. Eine weitere Besonderheit ist das A² Mentoring Programm, ein studienbegleitendes Mentoring-Programm, in welchem erfahrene Ärzte Studierende das gesamte Studium über begleiten.
Stadt
Düsseldorf ist mit rund 620.000 Einwohnern die Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens und zählt gleichzeitig zu einer der wichtigsten Wirtschafts-, Mode- und Messestandorten Deutschlands. Die Stadt am Rhein ist die zweitgrößte Stadt des Bundeslandes und die sechstgrößte Stadt Deutschland und wohl am bekanntesten für ihre Königsallee, kurz „Kö“ genannt, sowie ihre traditionsreiche Altstadt, welche oft als die „längste Theke der Welt“ bezeichnet wird. Hier treffen weit über 250 Bars, Kneipen und Clubs auf engstem Raum aufeinander. Gleichzeitig hat Düsseldorf eine bedeutend hoch ausgeprägte japanische Community, die sogar ein eigenes Viertel rund um die Immermannstraße hat, welches man öfters als Little Tokyo bezeichnet. Diese drittgrößte japanische Community Europas wird unter anderem jährlich am Japan-Tag gefeiert, an welchem es außerdem ein riesiges Feuerwerk gibt. Ansonsten darf man natürlich auch die 5. Jahreszeit nicht vergessen, nämlich den Karneval, der schon lange ein fester Bestandteil der rheinischen Identität ist.
Studentenleben
Mit etwa 55.000 Studierenden auf mehrere Hochschulen verteilt ist Düsseldorf auch ein attraktiver Studienort. Neben der Heinrich-Heine-Universität sorgt außerdem die Kunstakademie Düsseldorf für hohes internationales Ansehen, da bereits einige bedeutende Künstler wie Gerhard Richter dort lehrten oder studierten. Das Studentenleben in Düsseldorf lässt durch seine Vielfältigkeit kaum Wünsche offen. An der Universität selbst gibt es eine Großzahl an musikalischen Angeboten wie den Universitätschor, das Universitätsorchester oder sogar einen eigenen Medizinerchor. Auch außerhalb der Universität finden beispielsweise in der Tonhalle, dem ISS DOME, der Mitsushibi Electric Halle oder der Merkur Spiel-Arena Konzerte und weitere Veranstaltungen statt. Kulturliebhaber finden in Düsseldorf unzählige Theater, Opern, Museen und Ausstellungen wieder. Das Heinrich-Heine-Institut wie auch das Heine Haus Düsseldorf, wonach die Universität benannt wurde, haben beispielsweise beide ihren Sitz in der Landeshauptstadt. Medieninteressierte können bei den universitätsinternen Campusmedien CM3, welche über den Uni-Alltag und das Studentenleben berichten, mitwirken. Auch für Sportinteressierte ist das Angebot riesig. Im Hochschulsportangebot reicht dieses von Individualsport über Mannschafts- und Wassersport bis hin zum Tanz- und Kampfsport, und auch im Profisportbereich hat Düsseldorf einiges zu bieten. Der Fußballclub Fortuna Düsseldorf, aber auch Eishockey-, Basketball- und Handballteams sind alle in der Stadt am Rhein angesiedelt.
Düsseldorfs Nachtleben ist geprägt von Vielfalt und der sogenannten „längsten Theke der Welt“ in der Altstadt. Hier ist von kleinen Kneipen bis hin zu Großraumclubs ist alles dabei. Beliebt bei Studierenden sind aber auch Viertel wie Flingern oder Bilk. Letzteres ist für Studierende der HHU besonders gut erreichbar, da sich der Campus wie auch das Universitätsklinikum in diesem Stadtteil befinden. Mit über 41.000 Einwohnern ist Bilk außerdem der bevölkerungsreichste Stadtteil Düsseldorfs. Die Abende lassen sich hier gut im Tigges, der Bilker Häzz Bar oder in der Blende ausklingen.
Wer Ausflüge unternehmen möchte, kann sich über die guten Bahnanbindungen Düsseldorfs freuen. Auf der Suche nach Erholung ist beispielsweise das Neandertal schnell zu erreichen, ansonsten sind Köln oder das Ruhrgebiet auch gut erreichbar. Selbst die niederländische Grenze liegt nicht weit entfernt, wodurch ein Tagestrip nach Maastricht und Co nichts mehr im Wege steht. Einzig und allein die Wohnsituation ist in Düsseldorf, wie in vielen weiteren Großstädten, angespannt. Besonders in zentrumsnahen Vierteln sind die Mietpreise vergleichsweise hoch. Viele Studierende wohnen daher in WGs oder weichen auf günstigere Stadtteile aus. Eine weitere Möglichkeit sind Studentenwohnheime, wovon das Studierendenwerk etwa 25 betreibt. Auch hier ist eine frühzeitige Bewerbung notwendig.


