Stadtansicht von Würzburg – Medizinstudium in Würzburg
Würzburg, Deutschland

Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Auf einen Blick

EinrichtungStaatlich
SemesterbeginnWinter- & Sommersemester
StudiengebührenSemesterbeitrag 168,50€ (stand Sommersemester 2025)
StudienplätzeWS: 155, SS: 157

So vergibt die Uni ihre Studienplätze

Neben der Abiturbestenquote (ABQAbiturbestenquote – 30 % der Plätze gehen an die besten Abiturient:innen je Bundesland, 30 %) vergibt die Universität ihre Plätze über die Zusätzliche Eignungsquote (ZEQZusätzliche Eignungsquote – 10 % der Plätze, vergeben nach Kriterien wie TMS, Ausbildung oder Dienst (ohne Abiturnote), 10 %) und das Auswahlverfahren der Hochschulen (AdHAuswahlverfahren der Hochschulen – 60 % der Plätze, jede Uni gewichtet Abitur, TMS & Co. selbst, 60 %). Diese Kriterien zählen dabei:

Zusätzliche Eignungsquote (ZEQZusätzliche Eignungsquote – 10 % der Plätze, vergeben nach Kriterien wie TMS, Ausbildung oder Dienst (ohne Abiturnote))

  • Studierfähigkeitstest60 Punkte
  • Anerkannte Berufsausbildung40 Punkte
Summe100 Punkte

Auswahlverfahren der Hochschulen (AdHAuswahlverfahren der Hochschulen – 60 % der Plätze, jede Uni gewichtet Abitur, TMS & Co. selbst)

  • Hochschulzugangsberechtigung60 Punkte
  • Studierfähigkeitstest / Interview30 Punkte
  • Anerkannter Dienst5 Punkte
  • Anerkannter Preis (bildbezogener Wettbewerb)5 Punkte
Summe100 Punkte

Quelle: Stiftung für Hochschulzulassung · Stand: WiSe 2026/27. Kriterien können sich semesterweise ändern.

Auswahlgrenzen der letzten Jahre

So viele Punkte brauchte der letzte zugelassene Bewerber – je höher der Wert, desto härter der Wettbewerb: In ZEQ und AdH sind maximal 100 Punkte erreichbar, die ABQ folgt einer eigenen Punkteskala je Bundesland.

ABQAbiturbestenquote – 30 % der Plätze gehen an die besten Abiturient:innen je Bundesland▼ 21,0
753–862 Punkte
ZEQZusätzliche Eignungsquote – 10 % der Plätze, vergeben nach Kriterien wie TMS, Ausbildung oder Dienst (ohne Abiturnote)± 0,0
77,0 Punkte
AdHAuswahlverfahren der Hochschulen – 60 % der Plätze, jede Uni gewichtet Abitur, TMS & Co. selbst▲ 0,1
58,9 Punkte
SemesterABQAbiturbestenquote – 30 % der Plätze gehen an die besten Abiturient:innen je BundeslandZEQZusätzliche Eignungsquote – 10 % der Plätze, vergeben nach Kriterien wie TMS, Ausbildung oder Dienst (ohne Abiturnote)AdHAuswahlverfahren der Hochschulen – 60 % der Plätze, jede Uni gewichtet Abitur, TMS & Co. selbst
SoSe 26753–862 Punkte77,0 Punkte58,9 Punkte
WiSe 25/26779–883 Punkte77,0 Punkte58,8 Punkte
SoSe 25774–860 Punkte80,0 Punkte59,7 Punkte
WiSe 24/25786–885 Punkte76,0 Punkte57,4 Punkte
SoSe 24790–852 Punkte79,0 Punkte60,5 Punkte
WiSe 23/24791–885 Punkte76,0 Punkte58,3 Punkte
Frühere Semester anzeigen
SoSe 23788–862 Punkte78,0 Punkte61,2 Punkte
WiSe 22/23794–883 Punkte78,0 Punkte58,3 Punkte
SoSe 22781–862 Punkte75,3 Punkte55,1 Punkte
WiSe 21/22794–881 Punkte73,3 Punkte57,9 Punkte
SoSe 21741–862 Punkte75,3 Punkte54,7 Punkte
WiSe 20/21761–876 Punkte85,0 Punkte59,1 Punkte
SoSe 20775–839 Punkte87,9 Punkte57,1 Punkte

Quelle: Stiftung für Hochschulzulassung (hochschulstart.de) · Grenzwerte = Punktzahl des letzten zugelassenen Bewerbers.

Universität

Die Julius-Maximilians-Universität Würzburg wurde bereits 1402 von Fürstbischof Johann I. von Egloffstein gegründet und war damit die erst sechste Hochschulgründung im deutschsprachigen Raum. Auf Grund dieser langen Geschichte hat die Universität bereits einige berühmte Persönlichkeiten hervorgebracht, darunter 14 Nobelpreisträger. Ein Beispiel hierfür ist Wilhelm Conrad Röntgen, welcher 1895 die Röntgenstrahlen entdeckte. Das Motto der JMU lautet „Wissenschaft für die Gesellschaft“ und wird oftmals ergänzt durch „Veritari – Die Wahrheit verpflichtet“. Heute sind über 25.000 Studierende in einen der 280 Studiengänge eingeschrieben, welche sich auf die folgenden zehn Fakultäten aufteilen: Biologie, Chemie und Pharmazie, Humanwissenschaften, Katholische Theologie, Mathematik und Informatik, Medizin, Philosophische Fakultät, Physik und Astronomie, Rechtswissenschaften sowie Wirtschaftswissenschaften. Dieses breite Fächerspektrum wird ermöglicht durch die über 4.600 Mitarbeiter der Universität, darunter 483 Professuren.

Die Universität liegt im Bereich Forschung eine besondere Bedeutung auf Interdisziplinarität. Es gibt einige fakultätsübergreifende Forschungszentren, wie beispielsweise das Zentrum für Infektionsforschung, welche gemeinsam an den folgenden Forschungsschwerpunkten arbeiten:

  • Moleküle, Zellen und Organismen
  • Molekulare Chemie, Neue Materialien und Quanteneffekte
  • Digitalität, Datenwissenschaften und Algorithmen
  • Globale Herausforderungen
  • Kulturelle Sphären
  • Institutionen, Normen und Verhalten

Medizinische Fakultät

An der Medizinischen Fakultät kann man neben den Staatsexamensstudiengängen Medizin und Humanmedizin noch weitere Studienfächer studieren, nämlich Biomedizin, Hebammenwissenschaft, Translational Medicine, Translational Neuroscience, Biochemistry – Molecular Oncology sowie den Begleitstudiengang Klinische Forschung und Epidemiologie. Insgesamt lehren etwa 120 Professoren an dieser Fakultät. Ihr Forschungsprofil fokussiert sich auf die Bereiche Zelluläre Heterogenität, Komplexität im Gewebe und System- und Netzwerkerkrankungen.

Eng verbunden mit der Medizinischen Fakultät ist das Universitätsklinikum Würzburg (UKW). Dieses hat eine über 400 Jahre alte Geschichte, heute zählt es mit ihren rund 7.900 Mitarbeitern, darunter über 1.100 im ärztlichen Dienst, zu einem der wichtigsten Arbeitgeber der Region. Es besteht aus 19 Kliniken, drei zusätzlichen Hochschulambulanzen, vier klinischen Instituten und insgesamt mehr als 60 interdisziplinären Zentren. Jährlich werden 290.000 Patienten ambulant und 76.000 Patienten stationär betreut. Hierfür stehen 1.452 Betten zur Verfügung.

Studium

Das Medizinstudium an der Julius-Maximilians-Universität folgt dem Regelstudiengang, es hat daher eine Regelstudienzeit von sechs Jahren und drei Monaten und folgt der klassischen Unterteilung in die Vorklinik, Klinik und das Praktische Jahr.

Die Vorklinik geht vom 1. bis zum 4. Semester und schließt mit dem Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (M1, schriftlich und mündlich-praktisch) ab, besser bekannt als Physikum. Der Fokus liegt auf dem Erlernen der Grundlagen der Medizin, wofür naturwissenschaftliche Grundlagenfächer wie Biologie, Chemie und Physik mit den vorklinischen Fächern wie Anatomie, Physiologie, Medizinischer Terminologie oder einer Einführung in das ärztliche Berufsfeld sowie einem Wahlfach verbunden werden. Die JMU bietet auch bereits im vorklinischen Studienabschnitt eine große Auswahl an Wahlfächern an, Beispiele hierfür sind Planetare Gesundheit: Klima, Umwelt und Gesundheit, Klinik und Therapie mehrfachbehinderter Kinder und Jugendlicher, Embryologie oder Sport- und Leistungsphysiologie. Vor Beendigung des Physikums müssen Studierende außerdem ein dreimonatiges Pflegepraktikum und eine Ausbildung in Erster Hilfe nachweisen können. Beides kann auch schon vor Studienbeginn absolviert werden.

Im darauffolgenden klinischen Abschnitt (5.-10. Semester) stehen klinisches Fachwissen, der direkte Kontakt mit Patienten und praktische Erfahrungen im Vordergrund. Die Lehre unterteilt sich in klinische Grundlagen wie Pathologie, Pharmakologie oder Humangenetik, in Querschnittsbereiche wie Infektiologie und Immunologie oder Ethik, und in klinisch-praktische Fächer wie Chirurgie, Innere Medizin oder Pädiatrie. Neben der viermonatigen Famulatur, welche in der vorlesungsfreien Zeit absolviert werden muss, finden fünf Blockpraktika in den Bereichen Innere Medizin, Chirurgie, Kinderheilkunde, Frauenheilkunde und Allgemeinmedizin statt. Außerdem können Studierende in der Lehrklinik, einer Lehr- und Übungseinrichtung, an Modellen, Simulationspatienten und Simulatoren nötige praktische Fähigkeiten erlernen und verbessern. Auch im klinischen Abschnitt gibt es eine breite Auswahl an Wahlfächern, beispielsweise in den Bereichen Forensische Psychiatrie, Transplantationsmedizin, Ernährungsmedizin oder Migrantenmedizin. Der klinische Abschnitt endet mit dem Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (M2), einer schriftlichen Prüfung, welche an drei aufeinanderfolgenden Tagen mit einer Dauer von jeweils fünf Stunden stattfindet.

Daraufhin folgt das Praktische Jahr (PJ), welches sich in die drei Tertiale Innere Medizin, Chirurgie und Wahlfach gliedert, wobei ein Tertial jeweils 16 Wochen geht. Das PJ kann am UKW oder an einem der akademischen Lehrkrankenhäuser der Universität absolviert werden. Anschließend folgt mit dem Dritten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (M3) das finale Staatsexamen des Studiums. Dieses ist ausschließlich mündlich-praktisch und findet an zwei Tagen statt, wobei eine Prüfung jeweils 45-60 Minuten dauert. Im Anschluss kann die Approbation beantragt werden.

Natürlich kann auch ein Teil des Medizinstudiums im Ausland absolviert werden. Hierfür bietet sich der klinische Abschnitt gut an, aber auch Famulaturen, PJ-Tertiale oder Forschungsprojekte können in einer der vielen ERAMUS-Partneruniversitäten oder in Partneruniversitäten in Brasilien, China, Japan, Israel oder Tansania absolviert werden.

Besonders für das Medizinstudium an der JMU ist außerdem die Möglichkeit, gleichzeitig zum Staatsexamensstudiengang ein Zusatzstudium (60 ECTS) oder sogar ein paralleles Masterstudium (90 ECTS) in den Fächern Translational Medicine oder Translational Neuroscience zu absolvieren. Dieses wird durch das Elitenetzwerk Bayern (ENB) ermöglicht und richtet sich an besonders leistungsstarke Studierende.

Stadt

Würzburg gehört mit ihren 125.000 Einwohnern zu einer der größten Städte Unterfrankens, auch wenn sie durch ihre Lage am Main und umgeben von den Hügeln des fränkischen Weinlandes gleichzeitig ziemlich charmant und entspannt erscheint. Sie wurde bereits in der Antike gegründet und entwickelte sich im Mittelalter zu einem wichtigen Bischofssitz. Ihre lange Geschichte zeigt sich auch noch heute in ihrem Stadtbild. Die Würzburger Residenz, das wohl bekannteste Wahrzeichen der Stadt, welches im 18. Jahrhundert erbaut wurde, zähl heute nicht nur zum UNESCO-Weltkulturerbe, sondern auch zu einem Meisterwerk des Barocks. Weitere Sehenswürdigkeiten Würzburgs sind die Festung Marienberg und die Alte Mainbrücke, aber auch die historische Altstadt ist einen Besuch wert. Gleichzeitig ist Würzburg alles andere als nur alt oder traditionell. Sie ist ein lebendiges Wirtschaftszentrum und durch die hohe Anzahl an Studierenden jung geprägt. Das zeigt sich auch in ihren vielen Veranstaltungen, wie den Würzburger Bachtagen oder dem Mozartfest.

Studentenleben

Mit insgesamt rund 36.000 Studierenden ist fast jeder vierte Einwohner der Stadt an einer ihrer drei Hochschulen eingeschrieben, wodurch Würzburg definitiv eine Studentenstadt ist. Die Universität selbst bietet einige außercurriculare Angebote an, beispielsweise eine Vielzahl an Hochschulgruppen, Theatergruppen wie die Studi(o) Bühne oder die English Drama Group, einen Chor oder auch ein Orchester. Gleichzeitig gibt es im Hochschulsport eine große Auswahl an sportlichen Aktivitäten. Bei der Fachschaft Medizin gibt es weitere studentische Initiativen, da diese auch mit vielen weiteren Organisationen zusammenarbeitet. Beispiele hierfür sind die Aufklärung Organspende, die Arbeitsgemeinschaft Notfallmedizin, die Blaupause Würzburg oder die Teddyklinik.

Das Nachtleben erstreckt sich hauptsächlich um die Altstadt und rund um die Sanderstraße. Hier gibt es viele Bars, Cafés und Kneipen, wie die Wohnzimmer Bar, den Hasenstall, das Café Wunschlos Glücklich oder das MS Zufriedenheit. Auch die Alte Mainbrücke ist gerade im Sommer ein beliebter Treffpunkt unter Studierenden. Da vieles in Würzburg gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen ist, so auch die umliegenden Weinberge, eignen sich diese gut für längere Spaziergänge oder zum Picknicken. Natürlich gibt es hier auch den ein oder anderen Weinausschank, bei dem man den Tag oder das Wochenende gut ausklingen lassen kann. Auch der Steigerwald, die Rhön oder das Fränkische Seenland eignen sich gut für Tagesausflüge. Wer lieber in der Stadt bleiben möchte, findet auch hier das ganze Jahr über zahlreiche Veranstaltungen. Besonders bekannt sind hierbei das Africa Festival, das Festival Umsonst & Draußen oder auch das Mozartfest.

Besonders WG-Zimmer sind zu Semesterbeginn zwar auch in Würzburg stark gefragt, die allgemeine Wohnungssituation ist hier jedoch vergleichsweise entspannter. Viele Studierende wohnen in den Stadtteilen Grombrühl, Zellerau und Frauenland oder in einem der Studierendenwohnheime.

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