
Kassel School of Medicine
Auf einen Blick
Studienplätze pro Jahr: etwa 24, maximal 30
Universität
Das Medizinstudium BM(EU), was für „Bachelor of Medicine, Bachelor of Surgery European Medicine Programme“ steht, gibt es so seit 2013 und findet in Kooperation zwischen der Kassel School of Medicine und der britischen University of Southampton statt. An letzterer sind die Studierenden das ganze Studium über immatrikuliert.
Die University of Southampton wurde 1862 als Harley Institution gegründet und besitzt seit 1952 den Status einer eigenständigen Universität. Sie ist ein Teil der Russel Group, einem Zusammenschluss von 24 britischen Universitäten mit einem Fokus auf Forschung, die gemeinsam zwei Drittel der gesamten öffentlichen Forschungsgelder des Landes erhalten. Ihre Forschungsschwerpunkte verteilen sich auf 28 Gebiete. Dadurch ist es nicht verwunderlich, dass die University of Southampton zu einer der forschungsstärksten Universitäten Großbritanniens zählt und auch international einen fantastischen Ruf hat. Die Times Higher Education World University Rankings wie auch die QS World University Rankings platzieren die Universität nämlich wiederholend unter den besten 100 Universitäten weltweit.
An der Universität sind mehr als 17.000 Undergraduate Students und 7.000 Postgraduate Students in einen der vielen Studiengänge eingeschrieben. Diese teilen sich auf die folgenden 5 Fakultäten auf: die Faculty of Arts and Humanities, die Faculty of Engineering and Physical Sciences, die Faculty of Environmental and Life Sciences, die Faculty of Medicine und die Faculty of Social Sciences.
Medizinische Fakultät
Die Medizinische Fakultät wurde 1971 gegründet und war die erste medizinische Fakultät Großbritanniens, die im Medizinstudium einen Fokus auf Patientenkontakt ab dem 1. Studienjahr legte. Die Fakultät hat eine Vielzahl an Forschungsschwerpunkten, einige Beispiele hierfür sind das Centre for Cancer Immunology, das Centre of Developmental Origins of Health and Disease, das Centre for Health Technologies, der Clinical Cardiology Research oder die Bone and Joint Research Group.
In England ist die Ausbildungsstätte für das Medizinstudium das Southampton General Hospital, welches 1900 gegründet wurde. Heute ist es ein Bestandteil des University Hospital Southampton NHS Foundation Trust. Hier betreuen die rund 7.500 Mitarbeiter jährlich etwa 115.000 Patienten stationär und weitere 350.000 ambulant. Hierfür stehen 1.100 Betten zur Verfügung.
In Deutschland ist die Hauptausbildungsstätte das Klinikum Kassel, ein Krankenhaus der Maximalversorgung, welches aus 32 Kliniken und Instituten und 22 interdisziplinären Zentren besteht. Die mehr als 3.500 Beschäftigten versorgen jährlich etwa 86.000 Patienten stationär und 140.000 weitere ambulant. Das macht es nicht nur zu Hessens größtem kommunalen Krankenhaus, sondern auch zu einem der stärksten Arbeitgeber der Region.
Außerdem arbeitet die Kassel School of Medicine eng mit der Universität Kassel zusammen, wodurch sich für Studierende des BM(EU) noch weitere Forschungsmöglichkeiten ergeben, welche hier sogar über die Humanmedizin hinaus und bis die Gebiete Biomedizin und -technologie, Psychologie und Sozialwissenschaften reichen können.
Studium
Das BM(EU) bietet die einzigartige Möglichkeit, das Medizinstudium sowohl in Deutschland wie auch im Ausland zu absolvieren, und das an keiner Privatuniversität, sondern der staatlichen und renommierten University of Southampton. Zudem bietet es mit jährlichen Studiengebühren von 19.500€ eine günstigere Alternative im Vergleich zu anderen Medizinstudiengängen, die komplett in Großbritannien absolviert werden.
Da das Studium an der Universität in Southampton angesiedelt ist, folgt es logischerweise nicht dem Regelstudiengang, der hier in Deutschland typisch ist. Stattdessen dauert das Studium 5 Jahre, und im Anschluss muss ein Foundation Year, ähnlich zum Praktischen Jahr, absolviert werden. Die ersten zwei Jahre verbringen Studierende in Southampton, die Studienjahre 3-5 sowie das Foundation Year in Kassel. Das gesamte Studium über liegt ein Fokus auf kleinen Lerngruppen und einer hohen Praxisnähe.
Vor Studienbeginn finden die Einführungstage in Kassel statt, daraufhin folgt der Umzug nach Southampton. In den ersten zwei Studienjahren werden dort die Grundlagen der Medizin erlernt. Das umfasst bereits sowohl systembasierte theoretische Module, wie Anatomie, Physiologie, Pharmakologie oder das Nervensystem, aber ebenso klinisch-praktische Fächer sowie ein Projekt zur Gesundheitsförderung in der Gemeinde und den medizinischen Geisteswissenschaften. Diese Verbindung theoretischer UND klinisch-praktischer Fächer, und damit die Möglichkeit von Patientenkontakt ab dem ersten Studienjahr, unterscheidet sich deutlich vom Regelstudiengang in Deutschland, in welchem der klinische Studienabschnitt erst mit dem dritten Jahr beginnt.
Ab dem dritten Studienjahr findet der Großteil des restlichen Studiums in Kassel statt. Im ersten Halbjahr des dritten Jahres finden erste klinische Einsätze in den kleineren Häusern in Bad Arolsen, in Kliniken rund um und in Kassel und bei niedergelassenen Ärzten statt. Ab dem zweiten Halbjahr, nach Vollendigung der Lehrveranstaltungen in den Bereichen Mental Health, psychische Auswirkungen im Gesundheitswesen, Resilienz und Selbstreflexion, folgen klinische Einsätze in größeren klinischen Abteilungen. Zum Ende des dritten Jahres müssen Studierende nochmals kurz nach Southampton, um dort ihre klinischen und schriftlichen Abschlussprüfungen abzulegen.
Anschließend finden das 4. und 5. Studienjahr hauptsächlich am Klinikum Kassel statt, es besteht aber weiterhin Kontakt zu Dozierenden und Experten aus England, beispielsweise durch Videokonferenzen oder Kurzbesuche. Neben den Praxiserfahrungen am Klinikum Kassel gibt es auch weiterhin Praktika bei niedergelassenen Ärzten. Außerdem haben Studierende die Möglichkeit, in einem Modul selbst zu entscheiden, in welche Fachabteilung und welches Krankenhaus sie weltweit einmal reinschnuppern möchten. Im Januar und Februar des 5. Studienjahres finden die finalen Abschlussprüfungen des Studiums statt, auch diese werden wieder in Southampton abgelegt.
Im Anschluss ist das Studium zwar generell abgeschlossen und die Studierenden erhalten den Bachelor of Medicine, Bachelor of Surgery (BMBS) sowie eine vorläufige Registrierung des GMCs (Generel Medical Council). Um die vollständige Registrierung zu erhalten, muss jedoch noch das einjährige Foundation Year absolviert werden, welches grob mit dem Praktischen Jahr in Deutschland vergleichbar ist. Dieses findet nicht in Southampton, sondern in Kassel statt. Mit der Beendigung des Foundation Years erhalten Studierende nicht nur die vollständige GMC-Registrierung, sondern auch die Vollapprobation der deutschen Behörden. Sie erhalten also eine doppelte Vollapprobation, welche sowohl für Großbritannien und die Commonwealth Staaten sowie für Deutschland und die EU gültig ist.
Stadt
Das Studium teilt sich auf die Standorte Southampton in England und Kassel in Nordhessen auf. Southampton ist eine südenglische Hafenstadt mit etwa 250.000 Einwohnern und liegt rund 130 Kilometer südwestlich von London. Sie ist vor allem bekannt für ihren Hafen, welcher nicht nur einer der größten und wichtigsten in ganz Europa ist, sondern von welchem aus 1912 auch die RMS Titanic startete. Die Innenstadt besteht aus einer Mischung aus historischen Gebäuden und moderner Architektur. So sind in den „Medieval Walls“ Teile der mittelalterlichen Stadtmauer bis heute begehbar und keine fünf Gehminuten entfernt findet man im Westquay Shopping Centre eines der größten Einkaufszentren der Region.
Kassel liegt in Hessen und hat etwa 200.000 Einwohner. Als ehemalige Residenzstadt hat das Oberzentrum der Region Nordhessen eine reiche Geschichte. Gleichzeitig zählt sie zu einer der grünsten Städten Deutschlands. Beides vereint sich im Bergpark Wilhelmshöhe, welcher zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Das darin beherbergte Herkules-Denkmal ist ein wichtiges Wahrzeichen der Stadt, genauso wie das Schloss Wilhelmshöhe und die barocken Wasserspiele. Weiterhin ist Kassel berühmt durch die Brüder Grimm, die viele Jahre dort ihren Wohnort hatten. Auch die alle fünf Jahre stattfindende wichtige Ausstellung zeitgenössischer Kunst, die „documenta“, hat Kassel weltweit berühmt gemacht.
Studentenleben
Das Studentenleben ist sowohl in Southampton wie auch in Kassel vielfältig, wenn natürlich auch unterschiedlich. Die Fachschaft der Kassel School of Medicine orientiert sich an der Wichtigkeit von universitären Fachschaften in England und hat daher bereits 2016 die MedSoc (Medical Society) gegründet. Diese legt einen großen Fokus auf das Wohlbefinden seiner Studierenden und organisiert regelmäßig Events oder Aktivitäten wie die Teddyklinik.
In Southampton gibt es zwei Hochschulen und dadurch einen großen Anteil an Studierenden. Ein aktives Kulturleben prägt die Hafenstadt, und das nicht nur durch Museen oder Theatervorführungen, sondern auch Musikfestivals, Street-Art, Street-Food und verschiedenste weitere Events. Die Southampton Boat Show, der ABP-Marathon oder die Bonfire Night sind nur ein paar Beispiele hierfür. Auch ein vielfältiges und lebendiges Nachtleben prägt die Stadt. Beispiele für Bars und Clubs sind die Popworld Southampton, die The Edge & The Box Bar oder The Hobbit Pub. Die Universität hat über 250 Societies und Clubs, in denen man sich engagieren kann, und auch ein breites Sportangebot. Ausflüge nach London, die Isle of Wight, Brighton, Portsmouth oder den New Forest National Park gehören definitiv auch zum Studierendenleben in Südengland. Das erste Studienjahr verbringen Studierende normalerweise im Studierendenwohnheim, bevor sie sich ab dem zweiten Jahr privat nach einer Unterkunft umschauen.
Auch Kassel hat ein breites Freizeitprogramm zu bieten, kulturell ist einiges los und auch durch die Nähe zur Natur steht ein bisschen Entspannung oder sportliche Aktivität nichts im Wege. Besonders ist vor allem auch die Kooperation mit der Universität Kassel, wodurch Studierende der Kassel School of Medicine nicht nur Zugang zum Hochschulsport und der Universitätsbibliothek, sondern auch zur psychosozialen Beratungsstelle des Studierendenwerks oder zur Mensa erhalten. Auch das Nachtleben ist überraschend vielfältig. Die Bars und Kneipen verteilen sich hauptsächlich rund um die Innenstadt und den Vorderen Westen, Beispiele hierfür sind der The Hemingway Club, das Lolita oder das Gleis1.


