Stadtansicht von Hannover – Medizinstudium in Hannover
Hannover, Deutschland

Medizinische Hochschule Hannover (MHH)

Auf einen Blick

EinrichtungStaatlich
SemesterbeginnWintersemester
StudiengebührenSemesterbeitrag 392,05€ (stand Wintersemester 2025/26)
Studienplätze320

So vergibt die Uni ihre Studienplätze

Neben der Abiturbestenquote (ABQAbiturbestenquote – 30 % der Plätze gehen an die besten Abiturient:innen je Bundesland, 30 %) vergibt die Universität ihre Plätze über die Zusätzliche Eignungsquote (ZEQZusätzliche Eignungsquote – 10 % der Plätze, vergeben nach Kriterien wie TMS, Ausbildung oder Dienst (ohne Abiturnote), 10 %) und das Auswahlverfahren der Hochschulen (AdHAuswahlverfahren der Hochschulen – 60 % der Plätze, jede Uni gewichtet Abitur, TMS & Co. selbst, 60 %). Diese Kriterien zählen dabei:

Zusätzliche Eignungsquote (ZEQZusätzliche Eignungsquote – 10 % der Plätze, vergeben nach Kriterien wie TMS, Ausbildung oder Dienst (ohne Abiturnote))

  • Studierfähigkeitstest35 Punkte
  • Anerkannte Berufsausbildung65 Punkte
Summe100 Punkte

Auswahlverfahren der Hochschulen (AdHAuswahlverfahren der Hochschulen – 60 % der Plätze, jede Uni gewichtet Abitur, TMS & Co. selbst)

AdH-1 · 80% der Plätze
  • Hochschulzugangsberechtigung30 Punkte
  • Studierfähigkeitstest / Interview50 Punkte
  • Anerkannter Dienst20 Punkte
Summe100 Punkte
AdH-2 · 20% der Plätze
  • Hochschulzugangsberechtigung30 Punkte
  • Studierfähigkeitstest / Interview50 Punkte
  • Anerkannte Berufsausbildung20 Punkte
Summe100 Punkte

Quelle: Stiftung für Hochschulzulassung · Stand: WiSe 2026/27. Kriterien können sich semesterweise ändern.

Auswahlgrenzen der letzten Jahre

So viele Punkte brauchte der letzte zugelassene Bewerber – je höher der Wert, desto härter der Wettbewerb: In ZEQ und AdH sind maximal 100 Punkte erreichbar, die ABQ folgt einer eigenen Punkteskala je Bundesland.

ABQAbiturbestenquote – 30 % der Plätze gehen an die besten Abiturient:innen je Bundesland▼ 2,0
779–883 Punkte
ZEQZusätzliche Eignungsquote – 10 % der Plätze, vergeben nach Kriterien wie TMS, Ausbildung oder Dienst (ohne Abiturnote)▼ 1,2
84,8 Punkte
AdHAuswahlverfahren der Hochschulen – 60 % der Plätze, jede Uni gewichtet Abitur, TMS & Co. selbst▼ 0,4
≈ 63,4 Punkte
SemesterABQAbiturbestenquote – 30 % der Plätze gehen an die besten Abiturient:innen je BundeslandZEQZusätzliche Eignungsquote – 10 % der Plätze, vergeben nach Kriterien wie TMS, Ausbildung oder Dienst (ohne Abiturnote)AdHAuswahlverfahren der Hochschulen – 60 % der Plätze, jede Uni gewichtet Abitur, TMS & Co. selbst
WiSe 25/26779–883 Punkte84,8 PunkteAdH-1 (80%): 65,5 Punkte; AdH-2 (20%): 61,3 Punkte
WiSe 24/25786–885 Punkte86,0 PunkteAdH-1 (80%): 65,8 Punkte; AdH-2 (20%): 61,8 Punkte
WiSe 23/24791–885 Punkte86,0 PunkteAdH-1: 64,6 Punkte; AdH-2: 61,1 Punkte
WiSe 22/23794–883 Punkte85,4 PunkteAdH-1: 64,0 Punkte; AdH-2: 59,5 Punkte
WiSe 21/22794–881 Punkte87,0 PunkteAdH-1: 57,4 Punkte; AdH-2: 74,4 Punkte
WiSe 20/21761–876 Punkte91,3 PunkteAdH-1: 58,1 Punkte; AdH-2: 77,9 Punkte

Quelle: Stiftung für Hochschulzulassung (hochschulstart.de) · Grenzwerte = Punktzahl des letzten zugelassenen Bewerbers.

Universität

Die Medizinische Hochschule Hannover wurde 1965 mit dem Ziel gegründet, neben der Universität Göttingen eine zweite Medizinische Fakultät in Niedersachsen zu errichten und damit die medizinische Lehre zu stärken. Im ersten Jahr starteten daraufhin 41 Studierende in ihr Medizinstudium. Diese Anzahl ist im Laufe der Zeit deutlich gewachsen, sodass heute 3.934 Studierende, davon 544 aus dem Ausland, an der Hochschule eingeschrieben sind. Diese werden unter anderem betreut durch 145 Professoren. Wie der Name bereits sagt, handelt es sich um keine typische Universität mit breitem Fächerspektrum, sondern einem Fokus auf die medizinischen Ausbildungen, die in enger Kooperation mit dem Klinikum der Medizinischen Hochschule Hannover stattfinden. Hierbei nimmt auch die Forschung einen wichtigen Stellenwert ein. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Infektion & Immunität, Biomedizintechnik & Implantate, Transplantation & Regeneration sowie dem Potenzialbereich Onkologie.

Medizinische Fakultät

Neben den Staatsexamensstudiengängen Medizin und Zahnmedizin bietet die Hochschule noch weitere Bachelor- und Masterstudiengänge und sogar Promotionsprogramme an. Neben den Bachelorstudiengängen Biochemie, Biologie und Hebammenwissenschaft sind das die Masterstudiengänge Biochemie, Biomedizinische Datenwissenschaft, Infectious Diseases and One Health (IDOH) und Public Health sowie der Master mit Staatsexamen Klinische Psychologie und Psychotherapie. Die PhD Programme werden in den Bereichen „Infektionsbiologie“, „Regenerative Sciences“, „Systems Neuroscience“, „Epidemiologie“, „Biomedical Data Science“, „Auditory Science“ und „Molekulare Medizin“ angeboten, zudem gibt es zwei duale Studiengänge in Business Administration und Business Economics. Von den insgesamt 3.934 Studierenden sind über 2.500 in den Medizinstudiengang eingeschrieben, weitere 470 studieren Zahnmedizin. Der Rest verteilt sich auf die weiteren Studienfächer.

Eng mit der medizinischen Lehre verbunden ist das Universitätsklinikum, das „Klinikum der Medizinischen Hochschule Hannover“. Jährlich werden dort von über 1.900 Mitarbeitenden, darunter fast 940 Ärzten, über 53.300 Patienten stationär und weitere 278.000 ambulant behandelt. Hierfür stehen 1.520 Planbetten, darunter 155 Intensivbetten, zur Verfügung. Es finden jährlich fast 27.500 stationäre OPs und über 6.800 ambulante Operationen statt, außerdem rund 349 Transplantationen, was das Klinikum zum größten Transplantationszentrum Deutschlands macht.

Studium

Der Modellstudiengang HannibaL, der für Hannoversche integrierte, berufsorientierte und adaptive Lehre steht, wurde 2005 eingeführt. Dieser beschreibt sich selbst als praxisnah, patientenorientiert, wissenschaftlich und forschungsorientiert und endet wie der Regelstudiengang mit einem Staatsexamen. Er folgt jedoch nicht der klassischen Unterteilung in Vorklinik und Klinik, sondern vernetzt von Beginn an theoretisches mit praktisch-klinischem Wissen. Außerdem wird ein Studienjahr nicht in zwei Semester aufgeteilt, sondern in fünf Abschnitte à sieben Wochen, die Quintile genannt werden. Das Quintil 1, 2 und 3 findet jeweils im Sommersemester statt, Quintil 4 und 5 im Sommersemester. Ab dem dritten Studienjahr werden die Studierenden in kleinere Gruppen aufgeteilt und es findet eine Rotation der Blöcke statt, was ein enges Verhältnis zwischen Lehrendem und Lernendem ermöglicht.

Im ersten Studienjahr werden Studierende im Propädeutikum direkt von Beginn an medizinisches Denken herangeführt. Theorie und Praxis werden dahingehend verknüpft, dass Studierende auf wissenschaftlicher Grundlage, wie beispielsweise Anatomie, an realen Patienten das ärztliche Procedere erlernen. Beispiele hierfür sind das Erfassen der Symptomatik oder diagnostisches Vorgehen. Durch diese klinischen Visiten kommen Studierende direkt in Kontakt mit Patienten. Im ersten Jahr startet außerdem das longitudinale Wissenschaftsmodul, welches seit 2020 verpflichtend ist. Dieses erstreckt sich über die gesamten fünf Jahre des Studiums und orientiert sich an einer Art Lernspirale. Das bedeutet, dass bereits vorangegangene Themen im Laufe des Studiums immer wieder aufgenommen und vertieft werden. Dies geschieht nicht nur im Wissenschaftsmodul, sondern zieht sich über das gesamte Studium. Des Weiteren ziehen sich weitere longitudinale und fächerübergreifende Module, wie beispielsweise Diagnostische Methoden oder Schmerzmedizin, über mehrere Studienjahre.

Im zweiten Studienjahr erlernen Studierende im Modul Diagnostische Methoden, wie sich wichtige Krankheitsbilder manifestieren. Dieses Modul ist einzigartig für deutschsprachige Universitäten und findet sich sonst so nirgends wieder. Auch die Kommunikationskompetenz nimmt in diesem Modul eine wichtige Rolle ein. Es geht insgesamt 31 Wochen lang und endet mit einer mündlich-praktischen Prüfung an Stationen. Durch den besonderen Aufbau des Studiengangs, der sich stark von dem Regelstudiengang unterscheidet, wird der Erste Abschnitt der Ärztlichen Prüfung, besser bekannt als Physikum oder M1, nicht traditionell abgelegt, sondern durch Äquivalenzerscheinungen wie diese ersetzt.

Im dritten Studienjahr findet unter anderem das Blockpraktikum Innere Medizin statt, bei welchem im theoretischen Teil beispielsweise pathologische, physiologische, biochemische und pharmakologische Themenbereiche aufeinandertreffen. Im Modul Allgemeinmedizin erhalten Studierende zudem einen Einblick in die ambulante Medizin. Natürlich werden aber auch weiterhin klinische Grundlagenfächer wie Mikrobiologie/Virologie/Hygiene, Klinische Chemie, Pathologie, Pharmakologie und Toxikologie, Medizinische Informatik, Public Health I sowie Geschichte, Theorie und Ethik in der Medizin unterrichtet.

Im vierten Jahr findet zuerst ein Theorieblock statt, bevor Studierende anhand von Bedside Teachings Einblicke in die Fächer Augen-, HNO-, Kinder-, Frauenheilkunde, Dermatologie, Neurologie, Notfallmedizin, Anästhesiologie, Innere Medizin und Chirurgie, Urologie sowie Orthopädie erhalten. Außerdem gehören Bildgebende Verfahren, Rechtsmedizin und Sozialmedizin/Public Health II in den Modulplan, worin anhand der Lernspirale zuvor erlernte Krankheitsbilder, Kenntnisse und Grundlagen angewendet und vertieft werden.

Im fünften Jahr werden die Krankheitsbilder im Kleingruppenunterricht vertieft und es finden Blockpraktika in den Bereichen Chirurgie, Innere Medizin, Psychiatrie und Psychosomatik und Allgemeinmedizin statt. Hierbei nehmen besonders die Differentialdiagnostik und die Differentialtherapie eine wichtige Rolle ein. Im Modul Klinische Pharmakologie und Pharmakotherapie werden die Grundlagen weiter vertieft und die Arzneitherapie anwendungsbezogen unterrichtet, zudem schließt das longitudinale Wissenschaftsmodul mit der Erstellung einer Forschungsarbeit ab. Das ganze Studium über können Studierende im Skills-Lab der MHH, welches 2012 gegründet wurde und aus 13 Räumen besteht, ihre praktischen und kommunikativen Kompetenzen erlernen und verbessern. Auch bei einer potentiellen Promotion werden Studierende von der Universität stark unterstützt und es werden verschiedenste Möglichkeiten angeboten.

Das fünfte Jahr endet mit dem Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (M2), woraufhin das 48-wöchige Praktische Jahr (PJ) folgt. Dieses teilt sich in die drei Tertiale Innere Medizin, Chirurgie und einem Wahlfach auf, wobei ein Tertial jeweils 16 Wochen lang geht. Das PJ kann an den Kliniken, den Lehrkrankenhäusern und den Lehrpraxen der MHH oder auch an Lehrkrankenhäusern anderer deutscher Hochschulen absolviert werden. Anschließend folgt mit dem Dritten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (M3) das finale Staatsexamen des Studiums. Im Anschluss kann die Approbation beantragt werden.

Stadt

Hannover hat rund 532.000 Einwohner und ist nicht nur die Hauptstadt des Bundeslandes Niedersachsen, sondern auch Zentrum der gesamten Region und ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt innerhalb Deutschlands. 1150 erstmalig erwähnt entwickelte sie sich im Mittelalter zu einem wichtigen Handelszentrum, im 17. Jahrhundert zur Residenzstadt und später sogar dem Königssitz des Kurfürstendoms Hannover. Im 2. Weltkrieg wurde die Innenstadt jedoch stark zerstört, was auch das heutige Stadtbild prägt. Dieses besteht aus einer Mischung aus Nachkriegsarchitektur, historischen Rekonstruktionen und modernen Bauwerken. Neben einem der größten Messegeländen der Welt ist Hannover außerdem bekannt für das neue Rathaus, welches im Stil eines Schlosses erbaut wurde, und die zahlreichen Grünflächen, wie zum Beispiel die etwas außerhalb liegenden Herrenhäuser Garten.

Studentenleben

Neben der Medizinischen Hochschule Hannover sind einige weitere Hochschulen in der Landeshauptstadt ansässig, unter anderem die Leibniz Universität Hannover, die Tierärztliche Hochschule Hannover, die Hochschule Hannover oder die Hochschule für Musik, Theater und Medien. Dadurch ist es nicht sonderlich schwierig, Anschluss zu finden. Sowohl an der Universität wie auch durch verschiedene Angebote der Stadt sind die Freizeitmöglichkeiten sehr vielfältig. An der Universität kann man sich beispielsweise politisch im Asta oder StuPa engagieren oder bei verschiedenen Projektgruppen mitwirken. Neben dem Hochschulsport, durch welchen pro Semester rund 100 verschiedene Sportarten angeboten werden, können Studierende auch an Leistungsdiagnostiken oder sportmedizinischen Sprechstunden teilnehmen. Musikinteressierte können Mitglieder im MHH-Chor oder dem Symphonieorchester der MHH werden. Außerhalb der Universität bieten die Staatsoper, das Schauspielhaus oder die Vielzahl der in Hannover ansässigen Museen für Kulturbegeisterte eine große Auswahl. Zudem gibt es in der Stadt das ganze Jahr über viele verschiedenste Veranstaltungen. Während dem Kultursommer finden beispielsweise an 18 verschiedenen Orten fast 30 Konzerte statt, das Maschseefest lädt an 19 Tagen zu Musik, Kulinarik und maritimer Sommerstimmung am Maschsee ein. Nicht zu vergessen ist natürlich auch das traditionelle Schützenfest.

Genauso vielfältig wie die jährlichen Veranstaltungen ist das Nachtleben in Hannover. Dieses verteilt sich hauptsächlich auf die Gebiete Linden, Nordstadt und die Innenstadt, in denen viele Bars, Kneipen und Clubs zu finden sind. Tipps von Studierenden ist beispielsweise der Infinity Club, die Sansibar, Eve Klub & Lounge oder Oscar’s Bar. Wer nach der Universität lieber etwas ruhiger unterwegs ist, findet am Maschsee oder der Eilenriede, dem Stadtwald Hannovers, ein ruhiges Plätzchen zum Entspannen oder Sport treiben.

Die Lebenshaltungskosten und besonders die Mietpreise sind in Hannover noch recht moderat, die meisten Studierenden wohnen in WGs oder in einem der Studentenwohnheime. Beliebte Stadtteile sind Nordstadt, Linden, was etwas kreativer angehaucht ist, List und Südstadt, beides eher etwas ruhiger und naturnah.

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