Stadtansicht von Aachen – Medizinstudium in Aachen
Aachen, Deutschland

Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen

Auf einen Blick

EinrichtungStaatlich
SemesterbeginnWintersemester
StudiengebührenSemesterbeitrag 298,06€ (stand August 2025)
Studienplätze285

So vergibt die Uni ihre Studienplätze

Neben der Abiturbestenquote (ABQAbiturbestenquote – 30 % der Plätze gehen an die besten Abiturient:innen je Bundesland, 30 %) vergibt die Universität ihre Plätze über die Zusätzliche Eignungsquote (ZEQZusätzliche Eignungsquote – 10 % der Plätze, vergeben nach Kriterien wie TMS, Ausbildung oder Dienst (ohne Abiturnote), 10 %) und das Auswahlverfahren der Hochschulen (AdHAuswahlverfahren der Hochschulen – 60 % der Plätze, jede Uni gewichtet Abitur, TMS & Co. selbst, 60 %). Diese Kriterien zählen dabei:

Zusätzliche Eignungsquote (ZEQZusätzliche Eignungsquote – 10 % der Plätze, vergeben nach Kriterien wie TMS, Ausbildung oder Dienst (ohne Abiturnote))

  • Studierfähigkeitstest50 Punkte
  • Anerkannte Berufsausbildung50 Punkte
Summe100 Punkte

Auswahlverfahren der Hochschulen (AdHAuswahlverfahren der Hochschulen – 60 % der Plätze, jede Uni gewichtet Abitur, TMS & Co. selbst)

AdH-1 · 45% der Plätze
  • Hochschulzugangsberechtigung95 Punkte
  • Studierfähigkeitstest / Interview5 Punkte
Summe100 Punkte
AdH-2 · 45% der Plätze
  • Hochschulzugangsberechtigung20 Punkte
  • Studierfähigkeitstest / Interview70 Punkte
  • Anerkannter Dienst10 Punkte
Summe100 Punkte
AdH-3 · 10% der Plätze
  • Hochschulzugangsberechtigung50 Punkte
  • Anerkannte Berufsausbildung50 Punkte
Summe100 Punkte

Quelle: Stiftung für Hochschulzulassung · Stand: WiSe 2026/27. Kriterien können sich semesterweise ändern.

Auswahlgrenzen der letzten Jahre

So viele Punkte brauchte der letzte zugelassene Bewerber – je höher der Wert, desto härter der Wettbewerb: In ZEQ und AdH sind maximal 100 Punkte erreichbar, die ABQ folgt einer eigenen Punkteskala je Bundesland.

ABQAbiturbestenquote – 30 % der Plätze gehen an die besten Abiturient:innen je Bundesland▼ 2,0
779–883 Punkte
ZEQZusätzliche Eignungsquote – 10 % der Plätze, vergeben nach Kriterien wie TMS, Ausbildung oder Dienst (ohne Abiturnote)▼ 1,7
80,0 Punkte
AdHAuswahlverfahren der Hochschulen – 60 % der Plätze, jede Uni gewichtet Abitur, TMS & Co. selbst▼ 1,7
≈ 71,3 Punkte
SemesterABQAbiturbestenquote – 30 % der Plätze gehen an die besten Abiturient:innen je BundeslandZEQZusätzliche Eignungsquote – 10 % der Plätze, vergeben nach Kriterien wie TMS, Ausbildung oder Dienst (ohne Abiturnote)AdHAuswahlverfahren der Hochschulen – 60 % der Plätze, jede Uni gewichtet Abitur, TMS & Co. selbst
WiSe 25/26779–883 Punkte80,0 PunkteAdH-1 (45%): 69,8 Punkte; AdH-2 (45%): 65,9 Punkte; AdH-3 (10%): 78,2 Punkte
WiSe 24/25786–885 Punkte81,7 PunkteAdH-1 (45%): 70,1 Punkte; AdH-2 (45%): 68,7 Punkte; AdH-3 (10%): 80,3 Punkte
WiSe 23/24791–885 Punkte82,5 PunkteAdH-1: 71,0 Punkte; AdH-2: 68,3 Punkte; AdH-3: 79,1 Punkte
WiSe 22/23794–883 Punkte81,7 PunkteAdH-1: 71,1 Punkte; AdH-2: 68,2 Punkte; AdH-3: 80,1 Punkte
WiSe 21/22794–881 Punkte77,3 PunkteAdH-1: 74,2 Punkte; AdH-2: 66,6 Punkte; AdH-3: 78,5 Punkte
WiSe 20/21761–876 Punkte83,2 PunkteAdH-1: 74,7 Punkte; AdH-2: 64,7 Punkte; AdH-3: 81,4 Punkte

Quelle: Stiftung für Hochschulzulassung (hochschulstart.de) · Grenzwerte = Punktzahl des letzten zugelassenen Bewerbers.

Universität

Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen wurde 1870 als „Königlich Rheinisch-Westphälische Polytechnische Schule zu Aachen“ gegründet, bevor sie 1880 zur Technischen Hochschule wurde. Heute sind etwa 45.000 Studierende, darunter über 15.000 internationale Studierende aus 137 Ländern, in einen der Studiengänge der folgenden Fakultäten eingeschrieben:

  • Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften
  • Architektur
  • Bauingenieurwesen
  • Maschinenwesen
  • Georessourcen und Materialtechnik
  • Elektrotechnik und Informationstechnik
  • Philosophische Fakultät
  • Wirtschaftswissenschaften
  • Medizin

Dieses breite Fächerangebot wird ermöglicht durch die über 9.000 Mitarbeitenden, darunter 569 Professuren. Natürlich nimmt auch die Forschung an der RWTH einen hohen Stellenwert ein. Die Profilbereiche liegen in:

  • Built and Lived Environment
  • Energy, Chemical & Process Engineering
  • Information & Communication Technology
  • Material Science & Engineering
  • Medical Science & Technology
  • Mobility & Transport Engineering
  • Modeling & Simulation Sciences
  • Molecular Science & Engineering
  • Production Engineering

Medizinische Fakultät

Die Medizinische Fakultät ist 1966 entstanden und besteht heute aus über 3.000 Studierenden. Neben dem Modellstudiengang Medizin lassen sich hier außerdem Zahnmedizin, die Bachelorstudiengänge Logopädie, Physiotherapie und Hebammenwissenschaften sowie die Masterstudiengänge Lehr- und Forschungslogopädie, Biomedical Engineering und Klinische Psychologie und Psychotherapie studieren. Außerdem bietet die Fakultät die postgraduierten Studiengänge Periodontology, Laboratory Animal Science und Medical Data an. Die Forschungsschwerpunkte der Fakultät liegen in den Bereichen Organ Crosstalk, Phase Transition in Disease, Translational Neurosciences sowie Medical Technology & Digital Life Sciences.

Im Medizinstudium nimmt das Universitätsklinikum Aachen eine wichtige Rolle ein. Als Klinikum der Maximalversorgung besteht dieses aus 35 Fachkliniken, in denen die rund 9.000 Mitarbeitenden jährlich 50.000 stationäre Fälle auf 1.400 Planbetten versorgen.

Studium

Bei dem Medizinstudium in Aachen handelt es sich um einen Modellstudiengang, der so bereits 2003 eingeführt wurde. Im Vergleich zum Regelstudiengang, in welchem es eine Unterteilung in Vorklinik, Klinik und Praktisches Jahr gibt, werden in Aachen Aspekte der Vorklinik und Klinik von Beginn an verzahnt und Fächer themen- und organzentriert unterrichtet. Das Studium teilt sich in vier Studienabschnitte auf, die Homogenisierung, Interdisziplinäre Systemblöcke, das Klinische Semester und das Praktische Jahr. Wie im Regelstudiengang handelt es sich um einen Staatsexamensstudiengang mit einer Regelstudienzeit von sechs Jahren und drei Monaten.

Der Homogenisierungsabschnitt dauert die ersten zwei Semester und verfolgt das Ziel, alle Studierende auf denselben Wissensstand zu bringen. Die Vermittlung von medizinrelevantem Grundlagenwissen steht daher im Fokus. In Zusammenarbeit mit der naturwissenschaftlichen Fakultät wird beispielsweise die zweisemestrige Veranstaltung Zellbiologie unterrichtet, bei welcher es sich um ein interdisziplinäres Modul mit Aspekten aus der Biologie, Anatomie, Physiologie und Co handelt. Außerdem finden Veranstaltungen wie Propädeutik der Organsysteme statt. Im Anschluss des ersten Studienabschnitts finden zwei Progress-Tests statt, außerdem muss ein sechzigtägiger Krankenpflegedienst abgeleistet werden bevor die Studierenden zum zweiten Abschnitt zugelassen werden.

Der darauffolgende Studienabschnitt „Interdisziplinäre Systemblöcke“ findet von 3. bis zum 6. Semester statt. Hier werden unter Einbeziehung aller medizinischen Fächer die Organsysteme interdisziplinär unterrichtet. Neben dem theoretischen Wissen über Bau, Funktion und Reaktionsprinzipien werden hier bereits klinische Fallbeispiele und Praxis miteinbezogen, wodurch sich die Lehre aus 60% Theorie und 40% Praxis zusammensetzt. Es finden daher bereits Praktika, Praktische Übungen und Untersuchungskurse statt. In Letzteren arbeiten Studierende unter anderem mit Simulationspatienten zusammen und erlernen neben praktischem Wissen auch Soft Skills und Kommunikationstechniken. Natürlich gibt es auch in Aachen eine große Auswahl an Wahlfächern, welche hier Qualifikationsprofile genannt werden. Beispiele sind die Profile Semester for medical research (SEMERA), LoWiCu – Longitudinales Wissenschaftliches Curriculum und Science Skills Lab. Bevor man in den dritten Studienabschnitt startet, muss die Ärztliche Basisprüfung erfolgreich bestanden werden.

Der Studienabschnitt „Klinische Semester“ geht vom 7. bis zum 10. Semester. Im 7. Semester finden Blockveranstaltungen in den Bereichen Innere Medizin bzw. Pädiatrie und Chirurgie mit einem hohen klinischen Anteil statt. Im 8. oder 9. Semester befinden sich die Studierenden in den klinischen Blockpraktika, zusätzlich absolvieren sie vertiefende Kurse sowie eine Veranstaltung zur Klinischen Pharmakologie sowie zur Allgemeinmedizin. Da das Blockpraktikum nur ein Semester dauert, steht Studierenden das andere Semester als Wahlfreisemester zur Verfügung. Dieses kann für Famulaturen, Auslandsaufenthalte oder Vertiefungen der Qualifikationsprofile genutzt werden. Im 10. Semester liegt der Fokus auf dem Klinischem Kompetenzkurs, in welchem interdisziplinäre Vorlesungen, aber auch praktische Übungen und Fallbeispiele angeboten werden.

Anschließend folgt als letzter Studienabschnitt das Praktische Jahr. Bevor dieses gestartet werden kann, muss jedoch der Zweite Abschnitt der Ärztlichen Prüfung erfolgreich absolviert worden sein. Das PJ gliedert sich in die drei Tertiale Innere Medizin, Chirurgie und Wahlfach, wobei ein Tertial jeweils 16 Wochen geht. Das PJ kann am Klinikum, an einem der akademischen Lehrkrankenhäuser oder Lehrpraxen oder im Ausland absolviert werden. Anschließend folgt mit dem Dritten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (M3) das finale Staatsexamen des Studiums. Im Anschluss kann die Approbation beantragt werden.

Stadt

Aachen liegt in Nordrhein-Westfalen, ganz im Westen Deutschlands am Dreiländereck zwischen Deutschland, Belgien und den Niederlanden. Die Stadt hat über 260.000 Einwohner und ist wohl am bekanntesten für ihre Geschichte mit Karl dem Großen. Dieser machte Aachen im 8. Und 9. Jahrhundert zu seiner Residenzstadt sowie zum politischen und kulturellen Zentrum des Frankenreichs. Heute ist der Aachener Dom, welches die Pfalzkappelle von Karl dem Großen beherbergt und lange der Krönungsort deutscher Kaiser war, eines der wichtigsten Wahrzeichen der Stadt. Aber auch als Kur- und Bäderstadt ist Aachen bekannt. Während bereits die Römer die Thermalquellen der Region benutzten, ziehen Thermen oder Kureinrichtungen auch heute noch tausende Besucher an.

Studentenleben

Mit insgesamt über 60.000 Studierenden ist Aachen eine klassische Universitätsstadt, was sich auch auf das alltägliche Leben auswirkt. Sowohl universitätsintern wie auch extern gibt es eine große Auswahl an Kultur- und Freizeitmöglichkeiten. An der RWTH gibt es bei beispielsweise über 100 studentische Initiativen, Hochschulgruppen, eine lebendige Hochschulpolitik sowie eine große Auswahl an ehrenamtlichen Engagements. Im Hochschulsport gibt es eine große Auswahl an Sportkursen und -veranstaltungen, Musikbegeisterte können im Collegium Musicum im Chor oder Orchester mitwirken. Insgesamt haben diese rund 250 Mitglieder. Außerdem gibt es die Möglichkeit, am Sprachenzentrum Fremdsprachen zu erlernen oder internationalen Studierenden als Buddies behilflich zu sein.

Auch außerhalb der Universität hat Aachen einiges zu bieten. Dank der Lage am Dreiländereck orientiert sich das Studentenleben nicht nur auf die Stadt Aachen. Stattdessen gehören Ausflüge in die nicht einmal 30 Minuten entfernte Städte wie Maastricht oder Lüttich genauso zum Alltag wie das abendliche Feiern im beliebten Pontviertel. Hier gibt es viele Bars, Clubs, Livemusik & Co. Neben dem Pontviertel ist auch die Innenstadt oder die Tivoli-Ecke rund um das Tivoli Stadion bei Studierenden beliebt, um den Abend nach dem Studienalltag ausklingen zu lassen. Beliebt sind unter anderem der Domkeller, die Grotesque Absinth Bar, die Kiste, das NOX oder Dein Hotel Europa.

Wer lieber etwas ruhiger unterwegs ist, findet in den vielen Museen, dem Theater Aachen, Opern oder weiteren Bühnen genügend Auswahl. Aachen ist außerdem bekannt für seinen Weihnachtsmarkt, verschiedene Open-Air-Festivals, das CHIO Aachen – Weltfest des Pferdesports und die Kirmes Öcher Bend. Ein weiterer Pluspunkt für Aachen sind die vergleichsweise relativ moderaten Lebenshaltungskosten. Besonders vor Semesterbeginn ist es jedoch auch hier schwer, freien und bezahlbaren Wohnraum zu finden, weshalb eine frühzeitige Suche empfohlen wird. Die meisten Studierenden wohnen entweder in WGs oder einem Studentenwohnheim.

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