
Universität Augsburg
Auf einen Blick
So vergibt die Uni ihre Studienplätze
Neben der Abiturbestenquote (ABQAbiturbestenquote – 30 % der Plätze gehen an die besten Abiturient:innen je Bundesland, 30 %) vergibt die Universität ihre Plätze über die Zusätzliche Eignungsquote (ZEQZusätzliche Eignungsquote – 10 % der Plätze, vergeben nach Kriterien wie TMS, Ausbildung oder Dienst (ohne Abiturnote), 10 %) und das Auswahlverfahren der Hochschulen (AdHAuswahlverfahren der Hochschulen – 60 % der Plätze, jede Uni gewichtet Abitur, TMS & Co. selbst, 60 %). Diese Kriterien zählen dabei:
Zusätzliche Eignungsquote (ZEQZusätzliche Eignungsquote – 10 % der Plätze, vergeben nach Kriterien wie TMS, Ausbildung oder Dienst (ohne Abiturnote))
- Studierfähigkeitstest60 Punkte
- Anerkannte Berufsausbildung40 Punkte
Auswahlverfahren der Hochschulen (AdHAuswahlverfahren der Hochschulen – 60 % der Plätze, jede Uni gewichtet Abitur, TMS & Co. selbst)
- Studierfähigkeitstest / Interview100 Punkte
- Hochschulzugangsberechtigung25 Punkte
- Studierfähigkeitstest / Interview70 Punkte
- Anerkannte Berufsausbildung3 Punkte
- Anerkannter Dienst2 Punkte
Quelle: Stiftung für Hochschulzulassung · Stand: WiSe 2026/27. Kriterien können sich semesterweise ändern.
Auswahlgrenzen der letzten Jahre
So viele Punkte brauchte der letzte zugelassene Bewerber – je höher der Wert, desto härter der Wettbewerb: In ZEQ und AdH sind maximal 100 Punkte erreichbar, die ABQ folgt einer eigenen Punkteskala je Bundesland.
| Semester | ABQAbiturbestenquote – 30 % der Plätze gehen an die besten Abiturient:innen je Bundesland | ZEQZusätzliche Eignungsquote – 10 % der Plätze, vergeben nach Kriterien wie TMS, Ausbildung oder Dienst (ohne Abiturnote) | AdHAuswahlverfahren der Hochschulen – 60 % der Plätze, jede Uni gewichtet Abitur, TMS & Co. selbst |
|---|---|---|---|
| WiSe 25/26 | 779–883 Punkte | 79,0 Punkte | AdH-1 (15%): 73,3 Punkte; AdH-2 (85%): 63,6 Punkte |
| WiSe 24/25 | 786–885 Punkte | 79,0 Punkte | AdH-1 (15%): 78,3 Punkte; AdH-2 (85%): 65,2 Punkte |
| WiSe 23/24 | 791–885 Punkte | 74,0 Punkte | AdH-1: 73,3 Punkte; AdH-2: 63,6 Punkte |
| WiSe 22/23 | 794–883 Punkte | 80,0 Punkte | AdH-1: 76,7 Punkte; AdH-2: 66,1 Punkte |
| WiSe 21/22 | 794–881 Punkte | 79,3 Punkte | AdH-1: 80,0 Punkte; AdH-2: 66,8 Punkte |
| WiSe 20/21 | 761–876 Punkte | 86,2 Punkte | AdH-1: 78,3 Punkte; AdH-2: 66,3 Punkte |
Quelle: Stiftung für Hochschulzulassung (hochschulstart.de) · Grenzwerte = Punktzahl des letzten zugelassenen Bewerbers.
Universität
Die Universität Augsburg ist eine relativ junge Universität, die 1970 als Reformuniversität gegründet wurde. Während ihr Fokus zuerst auf den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften lag, ist sie heute eine Volluniversität. Rund 20.000 Studierende, darunter über 1.600 aus dem Ausland, sind in einen der 40 Bachelor- und Staatsexamensstudiengänge in oder einen der 50 Masterstudiengänge eingeschrieben. Diese gliedern sich an die folgenden acht Fakultäten an:
- Katholisch-Theologische Fakultät
- Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
- Juristische Fakultät
- Medizinische Fakultät
- Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät
- Philologisch-Historische Fakultät
- Mathematisch-Naturwissenschaftliche-Technische Fakultät
- Fakultät für Angewandte Informatik
Dieses breite Fächerspektrum wird ermöglicht durch die 4.200 Mitarbeitenden, darunter 309 Professuren. Die Universität ist außerdem international stark vernetzt und pflegt Kooperationen mit über 80 Universitäten weltweit. Natürlich nimmt auch die Forschung einen hohen Stellenwert ein. Diese beschäftigt sich mit gesellschaftlich relevanten Fragestellungen unserer Zeit und teilt sich in die folgenden Forschungsfelder auf:
- Umwelt und Klima
- Gesundheit und Medizin
- Physik und Life Sciences
- Neue Materialien und Werkstoffe
- Daten und Künstliche Intelligenz
- Gesellschaft und Geschichte
- Ökonomie und Recht
- Sprachen und Literatur
- Lehr- und Lernforschung
- Kunst und Musik
Medizinische Fakultät
An der Medizinischen Fakultät, die 2016 gegründet wurde, sind heute 738 Studierende eingeschrieben. Neben dem Modellstudiengang Humanmedizin können diese hier auch Medizinische Informatik im Bachelor und Master sowie den Bachelorstudiengang Hebammenwissenschaft studieren. Die Forschungsschwerpunkte der Fakultät liegen in den Bereichen Medical Information Sciences sowie Umwelt und Gesundheit.
Die praktische Lehre der Humanmediziner findet hauptsächlich am Universitätsklinikum Augsburg statt. Als Krankenhaus der Maximalversorgung besteht dieses aus 23 Kliniken, sechs Instituten und vielen weiteren Zentren, in denen jährlich etwa 250.000 Patienten ambulant und stationär betreut werden. Dies wird ermöglicht durch die rund 7.600 Mitarbeitenden, darunter 1.160 Ärzte und 3.100 Pflegende. Außerdem werden jährlich rund 80.000 Patienten in der Notaufnahme behandelt, was diese zur zweitgrößten Notaufnahme Deutschlands macht. Weitere Ausbildungsstädten für den Studiengang Humanmedizin sind das Bezirkskrankenhaus Augsburg, die Hessing Kliniken und weitere akademische Lehrkrankenhäuser.
Studium
Seit 2019 kann man an der Universität Augsburg den Modellstudiengang Humanmedizin studieren. Es handelt sich hierbei wie beim Regelstudiengang um einen Staatsexamensstudiengang mit einer Regelstudienzeit von sechs Jahren und drei Monaten, es gibt jedoch keine klassische Unterteilung in Vorklinik und Klinik. Stattdessen werden vorklinische und klinische Inhalte integriert unterrichtet, was einen frühen Praxisbezug und einen frühzeitigen Kontakt mit Patienten ermöglicht. Das Curriculum ist daher fächerübergreifend und organ- und themenzentriert. Es wird sich in der Lehre also an Systemen und nicht an starren Fächern orientiert. Eine weitere Besonderheit des Modellstudiengangs sind die klinischen und wissenschaftlichen Longitudinalkurse, welche das 1.-9. Semester des Studiums durchziehen. Anhand von klinischen und wissenschaftlichen Blockpraktika und weiteren lehrreichen Veranstaltungen verbessern Studierende hierin ihre klinischen und wissenschaftlichen Kompetenzen. Im klinischen Longitudinalkurs erlernen Studierende beispielsweise korrekte Anamneseerhebung, Untersuchungstechniken, Kommunikation in interprofessionellen Teams oder das Überbringen schlechter Nachrichten.
Der Studiengang gliedert sich in drei Studienabschnitte, wobei der erste Studienabschnitt dauert die ersten zwei Jahre dauert. Hier werden die Grundlagenfächer Anatomie, Biochemie, Physiologie und Medizinscher Psychologie mit einem Fokus auf medizinisch relevantes Wissen und Anwendungsorientierung unterrichtet. Außerdem werden klinische Fächer werden direkt in die Lehre miteinbezogen. Der Studienabschnitt setzt sich aus den folgenden Modulen zusammen:
- Bio-Psycho-Soziales Modell von Gesundheit und Krankheit (BPS)
- Bewegung (Grundlagen, Skelettmuskel, Atmung, Herz, Kreislauf)
- Gleichgewicht (Homöostase, Verdauung, Niere, Genitalsystem, Blut)
- Kontakt (Zentrales Nervensystem, Sinnessysteme, Haut, Abwehr)
- Perspektiven (Patientenperspektive, Systemperspektive, Hospitationen in Einrichtungen des Gesundheitssystems außerhalb des Krankenhauses)
- Leben und Sterben (Entwicklung, Prävention, große Volkskrankheiten, Geriatrie, Intensivmedizin, Sterben)
- Präparierkurs
- Wissenschaftlicher Longitudinalkurs 1
- Klinischer Longitudinalkurs 1
Nach dem vierten Semester findet nicht wie im Regelstudiengang die Physikumsprüfung statt, stattdessen erhalten die Studierenden nach Bestehen der Modulprüfung eine Äquivalenzbescheinigung zum ersten Staatsexamen M1. Das Physikum findet also studienbegleitend und nicht als abzulegende Prüfung statt. Dennoch müssen Studierende auch hier vor Beendigung des ersten Studienabschnitts ein dreimonatiges Pflegepraktikum und eine Ausbildung in Erster Hilfe nachweisen können. Beides kann auch schon vor Studienbeginn absolviert werden.
Im Anschluss folgt der zweite Studienabschnitt (5.-10. Semester). Hier liegen die klinischen und klinisch-theoretischen Fächer im Vordergrund. Im dritten Studienjahr liegt beispielsweise der Fokus auf Pathomechanismen oder der Vermittlung wesentlicher Krankheitsbilder, im vierten Studienjahr auf Differenzialdiagnosen, der Anwendung zuvor erlernten Wissens und der Erweiterung der Krankheitsbilder, im fünften Studienjahr auf holistisch-klinischem Entscheiden mit Fokussierung auf den Patientenfall (ökonomisch, ethisch, individuell, …). Die Lehre in diesem Abschnitt besteht aus den folgenden Modulen:
- Diagnostik und Therapie
- Konservative und Operative Medizin (Chirurgie, Innere Medizin, Orthopädie, Anästhesiologie)
- Kind-Frau-Mann-Medizin (Kinderheilkunde, Gynäkologie, Urologie)
- Sinnesmedizin (HNO, Augenheilkunde, Dermatologie)
- Medizin des Nervensystems und der Psyche (Neurologie, Psychiatrie, Psychosomatik)
- Allgemeine Medizin (fachübergreifende Inhalte, z.B. Notfall-, Intensiv-, Palliativmedizin)
- Wissenschaftlicher Longitudinalkurs 2
- Klinischer Longitudinalkurs 2
- Wissenschaftliches Blockpraktikum 1 und 2
- Prinzipien der Pathogenese und Pathomechanismen
- Wissenschaftliches Projekt
Die Staatsexamensprüfung für den Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (M2) findet regulär statt. Daraufhin folgt das Praktische Jahr (PJ), welches sich in die drei Tertiale Innere Medizin, Chirurgie und ein Wahlfach gliedert, wobei ein Tertial jeweils 16 Wochen geht. Das PJ kann am Klinikum, an einem der akademischen Lehrkrankenhäuser oder Lehrpraxen oder im Ausland absolviert werden. Anschließend folgt mit dem Dritten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (M3) das finale Staatsexamen des Studiums. Im Anschluss kann die Approbation beantragt werden.
Stadt
Augsburg ist mit rund 300.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Bayerns und verkörpert trotz dieser Größe die perfekte Mischung aus Großstadtflair und gemütlichem Charme. Sie gehört mit einer Geschichte von über 2.000 Jahren zu einer der ältesten Städte Deutschlands. Bereits 15 v. Chr. wurde diese von den Römern gegründet, bevor sie sich im Mittelalter und der Renaissance durch Familien wie die Fugger oder Welser zu einem der wichtigsten Handels- und Finanzzentren Europas entwickelte. Bis heute behält die Stadt ihren Beinamen als Fuggerstadt, zudem befindet sich die älteste Sozialsiedlung der Welt, die Fuggerei, in Augsburg. Weitere Sehenswürdigkeiten sind der Monumentalbrunnen, der goldene Saal, die Wassertürme oder natürlich auch die Augsburger Puppenkiste. Außerdem wird Augsburg gerne als Stadt des Wassers bezeichnet, und das nicht nur aufgrund der vielen Flüsse und Kanäle, die sich in und um Augsburg ziehen. 2019 wurde das Augsburger Wassermanagement-System sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe. Heute ist Augsburg zudem eine bedeutende Kultur- sowie Universitätsstadt.
Studentenleben
Augsburg hat neben der Universität auch noch eine eigene Hochschule, was die Fuggerstadt definitiv zu einer lebendigen Universitätsstadt macht, die sowohl universitätsintern wie auch außerhalb davon vielfältige Freizeitmöglichkeiten anbietet. An der Universität gibt es viele Hochschulgruppen, studentische Initiativen sowie eine lebendige Hochschulpolitik. Außerdem bietet der Hochschulsport über 30 verschiedene Sportkurse und das Sprachenzentrum eine große Auswahl an Sprachkursen an. Auch musisch oder kunstinteressierte Studierende werden an der Uni Augsburg fündig. Neben dem Leopold Mozart College of Music können Studierende im Universitätschor, dem Universitätsorchester, einer Uni Big Band oder den Kammermusikensembles mitwirken. Zudem gibt es eine eigene Podcast-Reihe zum Thema “Clang-Campus – Uni:versum Musik” und verschiedene Theater wie das AnglistenTheater oder Augsburg OnStage. Auch universitäre Kunst lässt sich bei KampusKunst oder weiteren Ausstellungen bestaunen.
Auch außerhalb der Universität hat Augsburg einiges zu bieten. Während es kein typisches Studentenviertel gibt, spielt sich der Großteil des alltäglichen Lebens in und um die Altstadt ab. Hier finden sich viele Cafés, Bars, Kneipen und verschiedene Läden. Für das Nachtleben ist die Maxstraße am bekanntesten, aber auch außerhalb davon gibt es genügend weitere Spots. Nur einige Beispiele sind die Bar Peaches, The Drunken Monkey, das Sonnendeck Augsburg, das Prager Stüberl, das Kesselhaus oder die Kantine. Außerdem sind die verschiedenen Feste und Veranstaltungen in Augsburg nicht zu unterschätzen. Das Volksfest „Augsburger Plärrer“ findet beispielsweise zweimal jährlich statt, außerdem gibt es verschiedene Festivals wie das Modular, La Strada, das Mozartfest oder das Brechtfestival. Nicht zu vergessen ist natürlich auch der berühmte Christkindlesmarkt um die Weihnachtszeit. Auch wer es etwas ruhiger möchte, wird in Augsburg beispielsweise in den verschiedenen Museen, dem Staatstheater und der Augsburger Puppenkiste fündig. Zudem ist Augsburg eine sehr grüne Stadt mit vielen Wasserflächen. Es gibt einen See direkt auf dem Campus, Grünflächen an den Lech-und Wertachauen und einen großen Stadtwald. Auch die Alpen oder das rund 80 Kilometer entfernte München sind leicht zu erreichen.
Die Lebenshaltungskosten sind im Vergleich zu anderen bayerischen Städten recht moderat, aber gerade die Mietpreise sind in den letzten Jahren immer weiter gestiegen. Sie sind zwar noch deutlich günstiger als in München, gerade zu Semesterbeginn ist die Wohnsituation jedoch oftmals ein wenig komplizierter, weshalb eine frühzeitige Suche empfohlen wird. Die meisten Studierenden wohnen entweder in WGs oder in einem der Studentenwohnheime.


