Stadtansicht von Greifswald – Medizinstudium in Greifswald
Greifswald, Deutschland

Universität Greifswald

Auf einen Blick

EinrichtungStaatlich
SemesterbeginnWintersemester
StudiengebührenSemesterbeitrag 109€ (stand September 2025)
Studienplätze197

So vergibt die Uni ihre Studienplätze

Neben der Abiturbestenquote (ABQAbiturbestenquote – 30 % der Plätze gehen an die besten Abiturient:innen je Bundesland, 30 %) vergibt die Universität ihre Plätze über die Zusätzliche Eignungsquote (ZEQZusätzliche Eignungsquote – 10 % der Plätze, vergeben nach Kriterien wie TMS, Ausbildung oder Dienst (ohne Abiturnote), 10 %) und das Auswahlverfahren der Hochschulen (AdHAuswahlverfahren der Hochschulen – 60 % der Plätze, jede Uni gewichtet Abitur, TMS & Co. selbst, 60 %). Diese Kriterien zählen dabei:

Zusätzliche Eignungsquote (ZEQZusätzliche Eignungsquote – 10 % der Plätze, vergeben nach Kriterien wie TMS, Ausbildung oder Dienst (ohne Abiturnote))

  • Studierfähigkeitstest100 Punkte
Summe100 Punkte

Auswahlverfahren der Hochschulen (AdHAuswahlverfahren der Hochschulen – 60 % der Plätze, jede Uni gewichtet Abitur, TMS & Co. selbst)

AdH-1 · 10% der Plätze
  • Hochschulzugangsberechtigung10 Punkte
  • Studierfähigkeitstest / Interview20 Punkte
  • Anerkannte Berufsausbildung60 Punkte
  • Anerkannte Berufstätigkeit10 Punkte
Summe100 Punkte
AdH-2 · 90% der Plätze
  • Hochschulzugangsberechtigung5 Punkte
  • Studierfähigkeitstest / Interview90 Punkte
  • Anerkannter Dienst5 Punkte
Summe100 Punkte

Quelle: Stiftung für Hochschulzulassung · Stand: WiSe 2026/27. Kriterien können sich semesterweise ändern.

Auswahlgrenzen der letzten Jahre

So viele Punkte brauchte der letzte zugelassene Bewerber – je höher der Wert, desto härter der Wettbewerb: In ZEQ und AdH sind maximal 100 Punkte erreichbar, die ABQ folgt einer eigenen Punkteskala je Bundesland.

ABQAbiturbestenquote – 30 % der Plätze gehen an die besten Abiturient:innen je Bundesland▼ 2,0
779–883 Punkte
ZEQZusätzliche Eignungsquote – 10 % der Plätze, vergeben nach Kriterien wie TMS, Ausbildung oder Dienst (ohne Abiturnote)▼ 0,8
57,5 Punkte
AdHAuswahlverfahren der Hochschulen – 60 % der Plätze, jede Uni gewichtet Abitur, TMS & Co. selbst▼ 3,7
≈ 72,2 Punkte
SemesterABQAbiturbestenquote – 30 % der Plätze gehen an die besten Abiturient:innen je BundeslandZEQZusätzliche Eignungsquote – 10 % der Plätze, vergeben nach Kriterien wie TMS, Ausbildung oder Dienst (ohne Abiturnote)AdHAuswahlverfahren der Hochschulen – 60 % der Plätze, jede Uni gewichtet Abitur, TMS & Co. selbst
WiSe 25/26779–883 Punkte57,5 PunkteAdH-1 (30%): 63,3 Punkte; AdH-2 (20%): 79,3 Punkte; AdH-3 (50%): 73,9 Punkte
WiSe 24/25786–885 Punkte58,3 PunkteAdH-1 (30%): 63,9 Punkte; AdH-2 (20%): 79,6 Punkte; AdH-3 (50%): 84,2 Punkte
WiSe 23/24791–885 Punkte59,2 PunkteAdH-1: 64,1 Punkte; AdH-2: 80,0 Punkte; AdH-3: 77,9 Punkte
WiSe 22/23794–883 Punkte57,5 PunkteAdH-1: 63,0 Punkte; AdH-2: 79,7 Punkte; AdH-3: 83,6 Punkte
WiSe 21/22794–881 Punkte56,7 PunkteAdH-1: 65,4 Punkte; AdH-2: 80,0 Punkte; AdH-3: 79,0 Punkte
WiSe 20/21761–876 Punkte67,0 PunkteAdH-1: 65,9 Punkte; AdH-2: 82,1 Punkte; AdH-3: 82,6 Punkte

Quelle: Stiftung für Hochschulzulassung (hochschulstart.de) · Grenzwerte = Punktzahl des letzten zugelassenen Bewerbers.

Universität

Die Universität Greifswald wurde 1456 gegründet und ist dadurch eine der ältesten Universitäten Deutschlands. Gleichzeitig kann man sie als älteste Universität Schwedens bezeichnen, da die Region um Greifswald bis 1815 unter schwedischer Herrschaft stand. Heute sind 9.868 Studierende in einen der 131 Studiengänge eingeschrieben. Diese gehören zu den folgenden fünf Fakultäten:

  • Theologische Fakultät
  • Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät
  • Universitätsmedizin
  • Philosophische Fakultät
  • Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät

Dieses breite Fächerspektrum wird ermöglicht durch die über 5.700 Mitarbeitenden, darunter 239 Professuren. Die Volluniversität versteht sich als Forschungsuniversität mit dem Forschungsmaxime „Umwelt & Mensch im Wandel – Probleme und Lösungen“. Die Schwerpunkte liegen hierbei in den Bereichen Ostseeraum, One Health und Prävention. Es finden Kooperationen mit Instituten auf nationalen, euroregionalen und internationalen Ebenen statt, wodurch ein hohes Forschungsniveau erreicht wird. Zudem führt die Universität internationale Austauschbeziehungen zu über 200 Universitäten.

Medizinische Fakultät

Die Medizinische Fakultät ist eine der Gründungsfakultäten der Universität Greifswald. Heute sind hier fast 2.500 Studierende eingeschrieben. Neben den Staatsexamensstudiengängen Humanmedizin und Zahnmedizin können diese außerdem Klinische Pflegewissenschaft und Biomedical Science studieren.

Die Forschung der Universitätsmedizin Greifswald fokussiert sich auf die Zusammenhänge zwischen den Bereichen Community Medicine und Molekulare Medizin. Hierdurch hat sich der Greifswalder Ansatz der „Individualisierten Medizin“ entwickelt. Während sich Community Medicine unter anderem mit den Ursachen und Risikofaktoren chronischer Krankheiten auseinandersetzt, fokussiert sich der Forschungsbereich Molekulare Medizin auf die Aufklärung molekularer Ursachen von Krankheiten sowie molekularer Therapiemöglichkeiten. Im Mittelpunkt stehen hierbei Therapieansätze in den Gebieten Kardiologie, Onkologie, Virologie, Immunologie und Neurologie.

Die klinische Ausbildung der Medizinstudierenden findet in den 21 Kliniken, 19 Instituten sowie weiteren zentralen Einrichtungen der Universitätsmedizin Greifswald statt. Jährlich werden hier rund 38.000 Patienten stationär und weitere 233.000 ambulant versorgt. Hierfür stehen fast 4.400 Mitarbeitende, darunter über 600 Ärzte, zur Verfügung.

Studium

Das Medizinstudium an der Universität Greifswald folgt generell dem Regelstudiengang, es handelt sich also um einen Staatsexamensstudiengang, bei dem die Regelstudienzeit sechs Jahre und drei Monate beträgt. Der Aufbau folgt einer klassischen Unterteilung in die Vorklinik, Klinik und das Praktische Jahr. In Greifswald wurde jedoch der klinische Abschnitt von Grund auf reformiert und folgt nun keiner klassischen Semesterstruktur mehr, sondern orientiert sich an einer sich aufbauenden Lehr-Lernspirale. Das neue Curriculum legt einen Fokus auf eine praxisnahe und patientenorientierte Ausbildung, was sich in mehr klinisch-praktischem sowie fächerübergreifendem Unterricht, der aktiven Beteiligung Studierender an klinischer Routineveranstaltungen sowie der Benutzung von Skills Labs zeigt. Außerdem folgt das Studium den generellen fakultätsinternen Schwerpunkten „Community Medicine“ sowie „Molekulare Medizin“.

Die Vorklinik geht vom 1. bis zum 4. Semester und schließt mit dem Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (M1, schriftlich und mündlich-praktisch) ab, besser bekannt als Physikum. Der Fokus liegt auf der Ausbildung in den naturwissenschaftlichen und medizinischen Grundlagenfächern, im ersten Studienjahr besuchen Studierende beispielsweise die Module Anatomie, Biologie, Chemie, Physik, Medizinische Terminologie, Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie, Einführung klinische Medizin (Community Medicine I), Praktikum Biologie für Mediziner, Praktikum Physik für Mediziner, Berufsfelderkundung (Community Medicine II) und natürlich ein Wahlfach. Für Letzteres gibt es in Greifswald bereits in der Vorklinik eine große Auswahl, wie beispielsweise Molekulare Humangenetik, Sportbiologie, Versuchstierkunde, Anatomie und Schmerz, Biochemie des Insulins und Diabetes oder Klinische Neurophysiologie. Vor Beendigung des Physikums müssen Studierende außerdem ein dreimonatiges Pflegepraktikum und eine Ausbildung in Erster Hilfe nachweisen können. Beides kann auch schon vor Studienbeginn absolviert werden.

Im darauffolgenden klinischen Abschnitt (5.-10. Semester) stehen klinisch-praktische Medizin sowie klinisch-theoretische Medizin im Vordergrund. Im ersten klinischen Studienjahr besuchen Studierende beispielsweise einen Untersuchungskurs sowie die Veranstaltungen Pharmakologie & Toxikologie, Pathologie Teil 1 und 2, Pathophysiologie, Innere Medizin (Teil 1 und 2), Chirurgie (Teil 1 und 2), Frauenheilkunde (Teil 1), Kinderheilkunde (Teil 1), Transfusionsmedizin, Mikrobiologie/Virologie, Hygiene sowie Klinische Chemie/Laboratoriumsdiagnostik. Hinzu kommen die Querschnittsbereiche Epidemiologie, medizinische Biometrie und medizinische Informatik, Klinische Umweltmedizin, Notfallmedizin (Teil 1), Bildgebende Verfahren, Strahlenbehandlung (Teil 1 und 2) und Klinische Pharmakologie/Pharmakotherapie (Teil 1). Außerdem findet bereits Bedside Teaching in den Gebieten Chirurgie und Innere Medizin statt und die ersten Blockpraktika beginnen. Beides wird im zweiten Studienjahr fortgeführt. Natürlich gibt es auch im klinischen Studienabschnitt ein sehr breites Wahlfachangebot. Beispiele hierfür sind Augenheilkunde, Digitale Medizin, Flugmedizin, Handchirurgie, Geschlechtssensible Medizin, Internistische Intensivmedizin, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Pathologie, Rheumatologie, Wundmanagement oder Transfusionsmedizin

Wie bereits erwähnt nehmen Patientenkontakt und praktische Tätigkeiten im klinischen Abschnitt eine wichtige Rolle ein. Die viermonatige Famulatur, welche in der vorlesungsfreien Zeit absolviert werden muss, setzt sich aus der 60-tägigen „Krankenhausfamulatur“, der 30-tägigen „Praxisfamulatur“ und der 30-tägigen „Hausarztfamulatur“ zusammen. Außerdem finden im über zwei Studienjahre verteilt fünf Blockpraktika in den Bereichen Innere Medizin, Chirurgie, Kinderheilkunde, Frauenheilkunde und Allgemeinmedizin statt. Der klinische Abschnitt endet mit dem Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (M2), einer schriftlichen Prüfung, welche an drei aufeinanderfolgenden Tagen mit einer Dauer von jeweils fünf Stunden stattfindet.

Daraufhin folgt das Praktische Jahr (PJ), welches sich in die drei Tertiale Innere Medizin, Chirurgie und ein Wahlfach gliedert, wobei ein Tertial jeweils 16 Wochen geht. Das PJ kann am Klinikum, an einem der akademischen Lehrkrankenhäuser oder Lehrpraxen oder im Ausland absolviert werden. Anschließend folgt mit dem Dritten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (M3) das finale Staatsexamen des Studiums. Im Anschluss kann die Approbation beantragt werden.

Stadt

Greifswald liegt im Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns in direkter Nähe zur Ostsee. Mit rund 56.000 Einwohnern ist sie die viertgrößte Stadt des Bundeslandes. Die Universitäts- und Hansestadt wurde im 13. Jahrhundert gegründet und entwickelte sich besonders durch die enge Verbindung zu Skandinavien und dem Baltikum schnell zu einem wichtigen Mitglied der Hanse. Auch heute erinnern die Backsteingotik-Bauten und die gotischen Kirchen der Stadt noch an diese Zeit. Neben diesen imposanten Kirchenbauten gehört das Rathaus der Stadt zu einem weiteren Wahrzeichen. Die Nähe zur Ostsee prägt auch heute noch den Charakter und den Alltag Greifwalds. Wassersport, Segeln, Fahrradtouren entlang der Ostsee oder Ausflüge in den Fischerhafen gehören zum alltäglichen Freizeitangebot.

Studentenleben

Greifswald ist eine traditionsreiche Universitätsstadt, in der auf weniger als 60.000 Einwohner rund 10.000 Studierende kommen. Diese prägen daher nachhaltig das alltägliche Leben, sowohl universitätsintern wie auch extern. An der Universität gibt es eine Vielzahl an Fachschaften, Hochschulgruppen oder studentischen Initiativen und natürlich kann man sich auch hochschulpolitisch engagieren. Die Universität bietet viele Arbeitsgemeinschaften wie die AG Ökologie oder die AG E-Sports an, zudem gibt es Vereine wie das radio 98eins, einen studentischen Autorenverein, ein Studententheater oder auch einen Universitätschor und -orchester. Auch sportlich interessierte Studierende kommen im Programm des Hochschulsports auf ihre Kosten.

Auch außerhalb der Universität wird es in Greifswald trotz der vergleichsweisen moderaten Größe nicht langweilig. Die Freizeitmöglichkeiten sind vielfältig, außerdem glänzt die Stadt mit einer Großzahl an Veranstaltungen, wie dem Musikfestival Greifswalder Bachwoche oder dem Nordischen Klang-Festival. Letzteres hebt erneut die Nähe zu den skandinavischen Ländern hervor. Auch das PolenmARkT Festival setzt durch die polnischen Kulturtage auf internationale Beziehungen, die auch im Studentenalltag nicht zu kurz kommen. Weitere kulturelle Highlights in Greifwald sind unter anderem das Theater Vorpommern, das Pommersche Landesmuseum oder das Fischerfest Gaffelrigg, eines der bekanntesten maritimen Volksfeste.

Das Nachtleben ist in Greifswald im Vergleich zu anderen Großstädten zwar kleiner, dafür aber familiär und studentisch geprägt. Es gibt sogar eigene studentische Clubs wie den Mensaclub, den Club 9, die Kiste, den Geographenkeller oder den Geologenkeller. Ansonsten sind die Huschecke, Gleich Acht, Falle oder der Exil Music Pub beliebt. Durch die Nähe zur Ostsee verlagern sich zudem besonders im Sommer viele Freizeitaktivitäten nach draußen. So gehört es für viele Studierende zum Alltag, an der Küste zu rudern, zu segeln, Stand-up-Paddling zu betreiben, Fahrradtouren zu unternehmen oder einfach nur zu entspannen oder bei gutem Wetter baden zu gehen. Durch die Lage zwischen den Inseln Rügen und Usedom gehören auch diese zu beliebten Ausflugszielen.

Der Wohnraum ist bisher in Greifswald noch relativ günstig und die Universität ist von jedem Stadtteil aus gut zu erreichen. Bei Studierenden sind besonders die Innenstadt oder, durch die Nähe zur Ostsee, der Stadtteil Wieck besonders beliebt. Die meisten Studierenden wohnen entweder in WGs, kleinen Apartments oder einem Studentenwohnheim.

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