| Phase | Einstiegsgehalt | Durchschnittsgehalt |
|---|---|---|
| Chefarzt | ca. 10.000 € brutto | ca. 22.309 € brutto |
1. Einstiegsgehalt: Wie viel verdient ein Chefarzt am Anfang?
Wenn Du den Sprung zur Chefarztposition geschafft hast, kannst Du mit einem starken Einstiegsgehalt rechnen, dieses liegt oft zwischen 9.000 und 11.000 Euro brutto im Monat. Das entspricht einem Jahresgehalt von etwa 120.000 bis 132.000 Euro.
Im Unterschied zu anderen ärztlichen Positionen wird Dein Gehalt außertariflich (AT) vereinbart. Das heißt: Du verhandelst direkt mit der Klinikleitung – unabhängig von Tarifverträgen. Gerade bei hoher Qualifikation, guter Reputation oder Verhandlungsgeschick ist oft deutlich mehr drin.
Tarifgebundene vs. Private Arbeitgeber
Auch wenn viele Kliniken an Tarifverträge gebunden sind, gilt das für Chefärzte meist nicht. Dein Gehalt wird individuell verhandelt, das nennt man außertariflich.
Das bedeutet aber auch: Private Träger und große Klinikverbunde zahlen oft besonders gut, weil sie flexibler bei der Gestaltung des Gehalts sind. Universitätskliniken zahlen tendenziell ebenfalls höher, allerdings wird dort auch mehr erwartet – sowohl medizinisch als auch organisatorisch.
2. Gehaltsentwicklung: Wie steigt das Einkommen als Chefarzt?
Mit zunehmender Berufserfahrung steigt auch Dein Gehalt als Chefarzt deutlich. Schon mit drei bis sechs Jahren Erfahrung kannst Du rund 14.000 Euro monatlich verdienen, ab sieben Jahren sind 16.000 Euro üblich. Wer über neun Jahre in der Position ist, kann im Schnitt mit 22.000 Euro oder mehr rechnen.
Dein Gehalt wächst aber nicht automatisch. Es hängt stark davon ab, ob Du verhandelst, wechselst, zusätzliche Aufgaben übernimmst oder in größeren Häusern arbeitest. Auch variable Gehaltsanteile wie Boni, Zielvereinbarungen oder Zuschläge spielen eine Rolle.
3. Gehaltsunterschiede: Diese Faktoren beeinflussen das Einkommen als Oberarzt
Regionale Unterschiede
Die Gehaltslücke zwischen Ost und West ist auch in Chefarztverträgen noch deutlich erkennbar. In Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg oder Sachsen-Anhalt liegt das Durchschnittsgehalt bei rund 19.000 Euro brutto im Monat. In NRW, Bayern oder Baden-Württemberg dagegen bei 23.000 Euro oder mehr – ein Unterschied von bis zu 4.000 Euro monatlich.
Fachrichtung und Spezialisierung
Auch Dein Fachgebiet macht einen Unterschied. Chefärzte in der Inneren Medizin und Radiologie gehören mit bis zu 372.000 bzw. 360.000 Euro Jahresgehalt zu den Topverdienern. Dahinter folgen Chirurgie, Orthopädie und Anästhesie.
Am unteren Ende liegen Chefärzte in der Pädiatrie (208.000 €/Jahr) und Geriatrie (177.000 €/Jahr). Die Differenz zwischen den Fachrichtungen kann damit bei bis zu 200.000 Euro jährlich liegen.
4. Lohnt sich der Beruf als Chefarzt finanziell?
Ja, definitiv. Du hast als Chefarzt die höchste medizinische Führungsposition im Haus und das spiegelt sich im Gehalt wider. Mit durchschnittlich 300.000 Euro Jahresgehalt bist Du die bestbezahlte Position im Krankenhaus.
Zum Vergleich:
- Oberarzt: ca. 136.000 €/Jahr
- Facharzt: ca. 96.000 €/Jahr
- Assistenzarzt: ca. 79.000 €/Jahr
- Chefarzt: ca. 300.000 €/Jahr
Dazu kommen Möglichkeiten für Nebeneinkünfte – z. B. als Gutachter, in der Lehre, als Honorararzt oder durch Beteiligungen. In vielen Fällen erzielen Chefärzte so ein deutlich höheres Jahreseinkommen – vereinzelt sogar über eine Million Euro.

Daphne Morbach
Daphne Morbach hat ihren Bachelor in Regionalstudien Lateinamerika und Sozialwissenschaften an der Universität zu Köln abgeschlossen. Sie bringt journalistische Erfahrung, ein gutes Gespür für gesellschaftliche Themen und Freude am Schreiben mit. Besonders gern recherchiert und formuliert sie verständliche Inhalte zu komplexen Fragen rund um Bildung, Studium und internationale Perspektiven.
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