Gehalt

Was verdient man als Kieferchirurg?

Von Daphne Morbach3 Min. Lesezeit
Kieferchirurg betrachtet 3D-Kieferscan – Gehalt als Kieferchirurg
Berufsbezeichnung Einstiegsgehalt Durchschnittsgehalt
Kieferchirurg ca. 6.500 € brutto ca. 10.000 € brutto

1. Einstiegsgehalt: Wie viel verdient ein Kieferchirurg am Anfang?

Durchschnittliches Einstiegsgehalt

Als Assistenzarzt während Deiner Weiterbildung zur Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie verdienst Du, abhängig von Tarifvertrag und Region, etwa zwischen 4.000 und 6.300 Euro brutto pro Monat. In München zum Beispiel liegt das Einstiegsgehalt meist am oberen Ende dieser Spanne.

Sobald Du den Facharzttitel erreicht hast, kannst Du mit einem deutlich höheren Verdienst rechnen. Fachärzte mit mehreren Jahren Erfahrung erzielen monatlich zwischen 10.000 und 18.000 Euro brutto, je nach Hierarchiestufe, Arbeitgeber und persönlichen Verhandlungen.

Unterschiede nach Arbeitsort

In Unikliniken, kommunalen oder privaten Krankenhäusern ist Dein Gehalt durch Tarifverträge geregelt. Private Einrichtungen können hier teils niedrigere Einstiegslöhne zahlen, während große Kliniken oft mehr Spielraum für individuelle Vereinbarungen bieten.

2. Gehaltsentwicklung: Wie steigt das Einkommen als Kieferchirurg?

Mit zunehmender Erfahrung und höherer Position verbessert sich Dein Gehalt deutlich. Während Du als Facharzt mit einigen Jahren Berufserfahrung zwischen 10.000 und 13.000 Euro brutto pro Monat verdienen kannst, liegt das Gehalt als Oberarzt meist bei 14.000 bis 16.000 Euro. Als Chefarzt oder Chefärztin in einer Klinik sind sogar bis zu 18.000 Euro brutto monatlich möglich – insbesondere dann, wenn Dein Gehalt außertariflich verhandelt wird.

3. Gehaltsunterschiede: Diese Faktoren beeinflussen das Einkommen als Kieferchirurg

Regionale Unterschiede

Wie bei anderen medizinischen Berufen spielt auch beim Gehalt als Kieferchirurg der Standort eine wichtige Rolle. In Bundesländern wie Bayern, Hessen oder Baden-Württemberg sind die Einnahmen höher als zum Beispiel in Sachsen oder Mecklenburg-Vorpommern. Das spiegelt sich auch in den Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen wider. So liegt der durchschnittliche Honorarumsatz je Kieferchirurg im Quartal bei über 23.000 Euro (Mittelwert laut KBV, Q4 2023) – in einigen Regionen sogar deutlich mehr.

Fachrichtung und Spezialisierung

Da es sich bei der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie um ein sehr spezialisiertes Gebiet handelt, ist der Verdienst in der Regel höher als in vielen anderen Facharztbereichen. Wer sich darüber hinaus auf ästhetische Chirurgie, Implantologie oder komplexe Tumorchirurgie spezialisiert, kann zusätzlich überdurchschnittliche Einnahmen erzielen, vor allem durch privat abrechenbare Leistungen.

4. Was verdient ein Kieferchirurg in eigener Praxis?

Wenn Du Dich niederlässt und eine eigene Praxis führst, hängt Dein Einkommen vor allem vom Patientenaufkommen, den angebotenen Leistungen und den Betriebskosten ab. Laut KBV-Bericht liegt der Honorarumsatz je Kieferchirurg im Durchschnitt bei rund 23.773 Euro pro Quartal. Das bedeutet bei vier Quartalen einen Jahresumsatz von knapp 95.000 Euro, allerdings nur aus Kassenleistungen.

Hinzu kommen Einnahmen aus privatärztlichen Leistungen, insbesondere im Bereich ästhetischer Eingriffe oder hochwertiger Implantologie. In einer gut laufenden Praxis können Reinerträge von 200.000 Euro oder mehr jährlich möglich sein. Die tatsächlichen Einnahmen schwanken jedoch stark, abhängig vom Standort, Spezialisierungsgrad und den laufenden Kosten der Praxis.

5. Lohnt sich der Beruf als Kieferchirurg finanziell?

Ja, der Beruf lohnt sich aus finanzieller Sicht auf jeden Fall, vor allem, wenn Du bereit bist, Dich zu spezialisieren oder eine eigene Praxis zu führen. Bereits im Angestelltenverhältnis ist das Gehalt überdurchschnittlich hoch. In leitender Position oder mit eigener Praxis sind sehr attraktive Einkommen möglich. Beachte jedoch, dass die Ausbildung lang und anspruchsvoll ist und hohe Investitionen in eine Praxis erforderlich sind. Mit Engagement, Fachwissen und kluger Praxisführung steht einem sehr guten Einkommen jedoch nichts im Weg.

Über die Autorin

Daphne Morbach

Daphne Morbach hat ihren Bachelor in Regionalstudien Lateinamerika und Sozialwissenschaften an der Universität zu Köln abgeschlossen. Sie bringt journalistische Erfahrung, ein gutes Gespür für gesellschaftliche Themen und Freude am Schreiben mit. Besonders gern recherchiert und formuliert sie verständliche Inhalte zu komplexen Fragen rund um Bildung, Studium und internationale Perspektiven.

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