Gehalt

Was verdient man als Kinderpsychiater?

Von Daphne Morbach3 Min. Lesezeit
Kinderpsychiater im Gespräch mit Kind – Gehalt als Kinderpsychiater
Berufsbezeichnung Einstiegsgehalt Durchschnittsgehalt
Kinderpsychiater ca. 7.294 € brutto ca. 8.290 € brutto

1. Einstiegsgehalt: Wie viel verdient ein Kinderpsychiater am Anfang?

Durchschnittliches Einstiegsgehalt

Wenn du deine Karriere als Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie beginnst, kannst du laut Tarifvertrag mit einem monatlichen Einstiegsgehalt von etwa 7.294 Euro brutto im Monat, also knapp 87.500 Euro im Jahr. Entscheidest du dich für eine Anstellung in einer öffentlichen Einrichtung wie einer Klinik oder einem Krankenhaus, wirst du in der Regel nach dem TV-Ärzte-Tarifvertrag bezahlt.

2. Gehaltsentwicklung: Wie steigt das Einkommen als Kinderpsychiater?

Mit zunehmender Berufserfahrung steigt auch dein Einkommen. Während du als Assistenzarzt bei ca. 66.000 Euro jährlich einsteigst, erreichst du als Facharzt schnell über 100.000 Euro. Wenn du dich auf eine Oberarztstelle hocharbeitest, kannst du bereits deutlich über 120.000 Euro jährlich verdienen. In leitender Funktion (z. B. Chefarztvertretung) ist auch ein Verdienst über 130.000 Euro brutto im Jahr möglich. Außerhalb des Tarifs (z. B. in privaten Einrichtungen) sind sogar noch höhere Einkommen denkbar, auch hier kommt es auf Dein persönliches Verhandlungsgeschick an.

3. Gehaltsunterschiede: Diese Faktoren beeinflussen das Einkommen als Kinderpsychiater

Regionale Unterschiede

Wie viel du als Facharzt verdienst, hängt stark vom Bundesland ab und zwar unabhängig davon, ob du angestellt in einer Klinik arbeitest oder eine eigene Praxis betreibst.

In wohlhabenderen Bundesländern wie Baden-Württemberg, Bayern oder Hamburg wird tendenziell etwas besser bezahlt als in strukturschwächeren Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen-Anhalt.

Bei niedergelassenen Kinder- und Jugendpsychiatern zeigen sich die Unterschiede noch deutlicher. Laut KBV-Honorardaten für das 4. Quartal 2023 liegt der durchschnittliche Honorarumsatz pro Behandlungsfall in Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein bei über 350 Euro – Spitzenwerte im Bundesvergleich. Auch in Berlin, Saarland, Bayern und Baden-Württemberg liegen die Werte auf einem soliden Niveau (rund 300–340 Euro).

In Sachsen, Thüringen, Brandenburg oder Rheinland-Pfalz hingegen liegt der durchschnittliche Honorarumsatz pro Fall teilweise unter 280 Euro. Diese Differenzen können sich erheblich auf deinen Jahresumsatz und damit auf dein Gehalt auswirken.

Spezialisierungen

Mit Zusatzqualifikationen z. B. in systemischer Therapie oder Traumatherapie, kannst du dein Profil schärfen und bei Gehaltsverhandlungen punkten, gerade außerhalb tariflicher Bindungen.

4. Was verdient ein Kinderpsychiater in eigener Praxis?

Die eigene Praxis zu führen, klingt für viele Ärzte nach Unabhängigkeit, in der Kinder- und Jugendpsychiatrie ist das aber nicht ganz so einfach. Der Reinertrag in diesem Fachgebiet liegt unter dem Durchschnitt vieler anderer Fachrichtungen, was die Niederlassung aktuell weniger attraktiv macht. Das hat mehrere Gründe.

Zum einen ist die Zahl der möglichen Niederlassungen in vielen Regionen Deutschlands begrenzt, da laut Berechnungen der Krankenkassen die Versorgung mit ambulanter Psychotherapie formal bereits als ausreichend gilt. Neue Kassensitze sind deshalb schwer zu bekommen, obwohl viele Praxen tatsächlich überlastet sind und lange Wartezeiten die Realität sind.

Zum anderen ist die wirtschaftliche Lage vieler Praxen angespannt, weil die Honorare pro Behandlungsfall zwar solide, aber nicht überdurchschnittlich hoch sind, insbesondere im Vergleich mit anderen psychotherapeutischen oder somatischen Fachrichtungen.

Langfristig könnte sich die Lage aber verbessern: Denn viele niedergelassene Fachärzte dieser Fachrichtung gehen in den nächsten Jahren in den Ruhestand, wodurch wieder mehr Kassensitze frei werden könnten.

5. Lohnt sich der Beruf als Kinderpsychiater finanziell?

Finanziell gesehen liegt das Gehalt von Kinder- und Jugendpsychiatern im soliden Mittelfeld der ärztlichen Fachrichtungen. Mit zunehmender Erfahrung und Aufstieg in eine Oberarztposition kann dein Gehalt auf über 10.000 Euro monatlich anwachsen.

Wirklich lukrativ ist der Beruf aktuell nicht primär wegen der Selbstständigkeit, da die Niederlassung in diesem Bereich oft mit strukturellen Hürden und begrenztem finanziellen Spielraum verbunden ist. Die Abrechnungssituation in der ambulanten Versorgung gilt als ausbaufähig.

Dennoch kann sich der Beruf langfristig finanziell lohnen: Die stabile Nachfrage, die Möglichkeit, später eine Praxis zu übernehmen, und eine hohe gesellschaftliche Relevanz machen die Kinder- und Jugendpsychiatrie zu einem zukunftssicheren Fach.

Über die Autorin

Daphne Morbach

Daphne Morbach hat ihren Bachelor in Regionalstudien Lateinamerika und Sozialwissenschaften an der Universität zu Köln abgeschlossen. Sie bringt journalistische Erfahrung, ein gutes Gespür für gesellschaftliche Themen und Freude am Schreiben mit. Besonders gern recherchiert und formuliert sie verständliche Inhalte zu komplexen Fragen rund um Bildung, Studium und internationale Perspektiven.

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