Das Praktische Jahr (PJ) ist der letzte Abschnitt Deines Medizinstudiums und gleichzeitig Dein Einstieg in den Klinikalltag. Du übernimmst viele Aufgaben, arbeitest fast wie ein Assistenzarzt – aber was bekommst Du eigentlich dafür bezahlt?
Keine Pflicht zur Bezahlung
Momentan gibt es in Deutschland keine gesetzliche Regelung, die Kliniken verpflichtet, Dir im PJ ein Gehalt zu zahlen. Deshalb hängt es komplett vom Krankenhaus ab, ob und wie viel Du bekommst. Die Spannbreite ist groß: Manche Kliniken zahlen gar nichts, andere fast 1.000 Euro im Monat.
Informiere Dich deswegen unbedingt vorher, wie die Klinik Dein PJ vergütet.
Die Vergütung im PJ orientiert sich meist am BAföG-Höchstsatz. Aktuell liegt er bei 934 Euro pro Monat, ab Wintersemester 2024/25 steigt er auf 992 Euro. Aber: Nur sehr wenige PJ-Studierende (2,44 %) erhalten tatsächlich den Höchstbetrag. Der Großteil bekommt zwischen 301 und 649 Euro monatlich.
Kliniken mit Top-Vergütung
Einige Häuser halten sich am BAföG-Höchstsatz fest und bieten Dir bis zu 934 bzw. 992 Euro pro Monat. Hier ein paar Beispiele:
- Klinikum Heidenheim (Ulm): 992 €
- Universitätsklinikum Halle (Saale): 934 €
- Universitätsklinikum Magdeburg: 934 €
- Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied: 934 €
- GLG Martin Gropius Krankenhaus Eberswalde (Charité): 934 €
- Rheinhessen-Fachklinik Alzey: 934 €
Fazit
Während Du in manchen Kliniken fast 1.000 € verdienst, musst Du in anderen Häusern mit Null Euro leben. Das sorgt seit Jahren für Diskussionen – schließlich arbeitest Du im PJ fast wie ein Vollzeit-Arzt. Viele Verbände fordern deshalb eine bundesweit einheitliche, verbindliche Vergütung. Dein Verdienst im PJ hängt stark davon ab, wo Du eingesetzt bist. Von 0 bis knapp 1.000 € ist alles möglich. Solange es keine einheitliche Regelung gibt, solltest Du Dich unbedingt vorher informieren – und am besten Kliniken wählen, die ihre PJ-Studierenden fair bezahlen.

Daphne Morbach
Daphne Morbach hat ihren Bachelor in Regionalstudien Lateinamerika und Sozialwissenschaften an der Universität zu Köln abgeschlossen. Sie bringt journalistische Erfahrung, ein gutes Gespür für gesellschaftliche Themen und Freude am Schreiben mit. Besonders gern recherchiert und formuliert sie verständliche Inhalte zu komplexen Fragen rund um Bildung, Studium und internationale Perspektiven.
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