Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie Ausbildung, Inhalte & Karriere

Der Fachbereich der Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie rückt immer stärker in den Fokus der medizinischen Forschung und Praxis. Grund dafür sind die globalen Herausforderungen sowie die zunehmende Bedeutung von Infektionskrankheiten. Besonders die rasante Ausbreitung neuartiger Pathogene, die zunehmende Antibiotikaresistenz oder das Wiederauftreten bekannter Infektionskrankheiten stellen hohe Anforderungen an die Medizin, Wissenschaft und öffentliche Gesundheit. Dabei stellen antimikrobielle Resistenzen (AMR) eine der größten globalen Gesundheitsbedrohungen dar. AMR entstehen dann, wenn Bakterien gegen Antibiotika unempfindlich werden. Dies erschwert sodann die Behandlung von bakteriellen Infektionen wie Lungenentzündungen oder Blutvergiftungen. In diesem Zusammenhang hat ein internationales Forschungsnetzwerk, darunter auch Forschende des BernhardNocht-Instituts für Tropenmedizin (BNITM), in einer Studie den Verlauf von bakteriellen Resistenzen zwischen 1990 und 2021 untersucht. Zusätzlich machte das Forschungsnetzwerk Prognosen und stellte dabei Folgendes fest: Ohne jegliche Gegenmaßnahmen könnten sich bis 2050 die von resistenten Bakterien verursachten jährlichen Todesfälle fast verdoppeln. Diese Studie unterstreicht insbesondere die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Überwachung, Forschung und Entwicklung innerhalb dieses Fachgebiets. In diesem hochdynamischen Fachbereich sind fundierte diagnostische Einordnungen in Krankheitsbilder, eine differenzierte Labormedizin und gezielte präventive und therapeutische Strategien unerlässlich, um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken.
Was macht ein Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie ?
Der Schwerpunkt des Fachbereichs der Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie umfasst die Diagnostik von Krankheiten, die durch Mikroorganismen, Viren und andere übertragbare Erreger verursacht werden. Außerdem stehen die Aufklärung der Pathogenese sowie die Untersuchung epidemiologischer Zusammenhänge und Ursachen von Infektionen im Fokus. Zu den alltäglichen Aufgaben zählen die Vorbeugung, Erkennung, Behandlung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten. Hierbei unterstützen Mikrobiologen, Virologen und Infektionsepidemiologen Ärzte in der Vorsorge oder in der Krankenbehandlung sowie Akteure im öffentlichen Gesundheitsdienst. In diesem medizinischen Fachbereich stehen Dir viele Einsatzmöglichkeiten zur Verfügung. Sehr beliebt sind hierbei medizinische Labore, in denen Du in den Bereichen der Krankenhaushygiene, Diagnostik und Infektionserkrankungen tätig sein wirst. Du kannst Dir zudem Deine Karriere Schritt für Schritt aufbauen und sogar die Leitung von mikrobiologischen, virologischen und molekularbiologischen Laboratorien übernehmen. Des Weiteren kannst Du in Krankenhäusern oder Universitätskliniken tätig sein. Hier übernimmst Du die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Kliniken im Bereich der Inneren Medizin, Intensivmedizin oder Infektiologie. Du nimmst vor allem eine essentielle Beratungsfunktion wahr. Auf dem Gebiet der Diagnostik, antimikrobieller Therapie und Hygiene hilfst Du Ärzten die richtige Entscheidung zu treffen. Oft kommen in Krankenhäusern Programme wie das Antibiotic Stewardship-Programm zur Anwendung. Hierbei werden Leitlinien für Antibiotikatherapien entwickelt, Verschreibungen durch das Fachpersonal überprüft, Schulungen und Fortbildungen für Ärzte und Pflegepersonal sowie Verbrauchsanalysen von Resistenzen durchgeführt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und viele nationale Gesundheitsbehörden empfehlen immer wieder den Ausbau solcher Programme und betonen dabei deren Wichtigkeit. Wenn Du lieber in der Forschung und Lehre Dein Fachwissen unter Beweis stellen möchtest, kannst Du in Forschungseinrichtungen und Universitäten tätig sein. Deine Tätigkeiten gestalten sich vielfältig. Du kannst zum Beispiel in der Grundlagenforschung im Bereich der Pathogenese oder der Resistenzmechanismen tätig sein, neue Diagnostikund Therapieverfahren entwickeln oder eine Lehrtätigkeit in der Medizin und Biowissenschaft ausüben. Außerdem suchen Gesundheitsämter, Landesuntersuchungsämter und Landesgesundheitsbehörden nach Mikrobiologen, Virologen und Infektionsepidemiologen. Im Bereich des öffentlichen Gesundheitsdienstes bist Du insbesondere für die Impfstrategien, die Hygieneüberwachung und für die Ausbruchsuntersuchungen zuständig. Du kannst auch in nationalen und internationalen Gesundheitsorganisationen oder in der Pharma- und Biotechnologieindustrie tätig sein. Letzteres trägt zur Entwicklung und Qualitätssicherung von Impfstoffen sowie Antibiotika bei. Alternativ hast Du als Mikrobiologe, Virologe und Infektionsepidemiologe die Möglichkeit Dich selbstständig zu machen. Du kannst in Deinem eigenen Labor forschen oder als Hygieneberater oder Gutachter tätig sein. In dieser Facharztausbildung wird medizinisches Laborwissen mit klinischer Relevanz verbunden. Dieser Fachbereich ist unerlässlich für die sichere Patientenversorgung, den Schutz der Allgemeinbevölkerung und den medizinischen Fortschritt.
Wie wird man Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie ?
Um ein Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie zu werden, benötigst Du zunächst ein erfolgreich abgeschlossenes Medizinstudium. Nachdem Du die Approbation (staatliche Zulassung) erlangt hast, folgt die Facharztausbildung für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie. Nach der Weiterbildungsordnung für Mirkrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie der Ärztekammer Nordrhein dauert diese Facharztausbildung insgesamt 60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte (§ 5 Abs.1 S.1 WBO). Davon können 12 Monate in den Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung sowie bis zu 12 Monate in Hygiene und Umweltmedizin und/oder Laboratoriumsmedizin angerechnet werden.
Inhalte der Facharztausbildung für Mikrobiologie, Virologie und
Infektionsepidemiologie Im Mittelpunkt der Facharztausbildung stehen der Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in den diagnostischen Verfahren der Bakteriologie, Virologie, Parasitologie, Mykologie, Serologie und Immunologie von Infektionskrankheiten und ihren Folgezuständen einschließlich der mikrobiologisch-virologischer Stufendiagnostik und molekularbiologischen Methoden. Zu den Inhalten gehören zudem die Auswahl geeigneter Untersuchungsmaterialien sowie deren Gewinnung, Transport, Qualitätsbeurteilung und Aufbereitung. Mikroskopische, biochemische, immunologische und molekularbiologische Methoden zum Nachweis von Bakterien, Viren, Pilzen und anderen übertragbaren Agenzien einschließlich deren Bewertung und der Befundinterpretation werden ebenfalls während der Ausbildung kennengelernt. Die Grundsätze eines Labor- und Qualitätsmanagements sowie die Methoden zum Anzüchten, Anreichern, Differenzieren und Typisieren von Erregern und die Zellkulturtechniken spielen ebenfalls eine zentrale Rolle in der Weiterbildung. Außerdem lernst Du den Bereich der Krankenhaus- und Praxishygiene einschließlich die Hygiene von Lebensmitteln, Gebrauchs- und Bedarfsgegenständen, die mikrobiologische, virologische und hygienische Überwachung von Operations-, Intensivpflege- und sonstigen Krankenhausbereichen kennen und erstellst Hygienepläne. Zu den Untersuchungs- und Behandlungsverfahren gehören bakteriologische und virologische Untersuchungen einschließlich die Keimdifferenzierung und Resistenztestung aus Blut, Sputum, Eiter, Urin, Gewebe und Abstrichen, infektionsserologische Nachweise von Antigenen und Antikörpern, mikroskopische Nachweise von Bakterien, kulturelle Anzüchtigungen, Zellkulturen zum Antigennachweis von Viren sowie Bestimmungen von Bestandteilen des Immunsystems.
Ablauf und Stationen der Weiterbildung
Der Ablauf und die Stationen der Weiterbildung variieren je nach Klinik. Allerdings wird häufig ein rotierendes System gewählt, um alle relevanten Bereiche abzudecken. Die Weiterbildung zum Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie kann beispielsweise im Universitätsklinikum Leipzig erfolgen und sieht wie folgt aus: Die Weiterbildung umfasst Rotationen in verschiedenen Subdisziplinen der medizinischen Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie sowie in der stationären Krankenversorgung. Optional ist eine Rotation in die Laboratoriumsmedizin sowie in die Krankenhaushygiene und Umweltmedizin möglich. In der medizinischen Mikrobiologie werden alle Gebiete der bakteriologischen, mykologischen und parasitologischen Diagnostik bearbeitet. Die Labordiagnostik findet hierbei in den folgenden Laboren statt: Varia-Labor, Urinlabor, Stuhllabor, Anaerobierlabor, Tbc-Labor, Blutkulturlabor, Labor für Molekulare Diagnostik, Serologisches Labor Mikrobiologie. Die Virologie deckt alle Bereiche der virologischen Diagnostik am Universitätsklinikum ab. Im Bereich der medizinisch-virologischen Diagnostik werden insbesondere die folgenden Labore betrieben: Virusisolation, Molekulare Erregerdiagnostik und Infektionsserologie. Die wissenschaftlichen Schwerpunkte des Universitätsklinikums Leipzig beschränken sich auf die Virus-Wirt-Interaktion, neue und neuartige Erreger, molekulare Epidemiologie von Viren, antivirale Therapien sowie auf die Infektionsimmunologie von Virusinfektionen. Zunächst erfolgt die Basisweiterbildung. Innerhalb von 12 Monaten erfolgt die Tätigkeit im mikrobiologischen oder virologischen Bereich. In der zweiten Weiterbildungsphase (36 Monate) soll die Tätigkeit aus der Basisweiterbildung fortgesetzt werden. Jedoch sollen mindestens 12 Monate im jeweils anderen Bereich abgeleistet werden. In den darauffolgenden 12 Monaten wird eine Rotation in der stationären Krankenversorgung einer internistischen, pädiatrischen oder chirurgischen Station durchgeführt. Optional kommen auch Anrechnungszeiten in Betracht. Ausbildungszeiten in den Bereichen Laboratoriumsmedizin, Krankenhaushygiene und Umweltmedizin, Öffentliches Gesundheitswesen, Transfusionsmedizin oder die Zusatz-Weiterbildung in Infektiologie können angerechnet werden. Zudem besteht die Möglichkeit, dass Dich ein Mentor beratend durch die Weiterbildung begleiten kann. Außerdem arbeitest Du in Laboren mit und nimmst an Antiinfektiva-Surveillance-Visiten teil.
Zusatzweiterbildungen
Nach der Weiterbildung zum Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie kannst Du Dich für eine Zusatzweiterbildung in einem weiteren medizinischen Bereich entscheiden.
Zu den beliebtesten Zusatzweiterbildungen, die im Hinblick auf die Weiterbildung in Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie ausgewählt werden, zählen die Immunologie, die Infektiologie sowie die Naturheilverfahren. Natürlich kannst Du Dich auch für eine andere Zusatzweiterbildung entscheiden.
- Immunologie: Die Immunologie beschreibt grundsätzlich die biologischen und biochemischen Grundlagen der körperlichen Abwehr gegen Krankheitserreger. Zu diesen Krankheitserregern gehören Viren, Bakterien, Pilze oder körperfremde Stoffe.
- Infektiologie: Die Infektiologie beschäftigt sich mit der Vorbeugung, Erkennung und Behandlung erregerbedingter Erkrankungen sowie der interdisziplinären Beratung bei Fragen, die Infektionskrankheiten oder deren Ausschluss betreffen.
- Naturheilverfahren: Die Naturheilverfahren bilden die alternative Medizin und umfassen die Anregung der individuellen körpereigenen Ordnungs- und Heilkräfte durch die Anwendung nebenwirkungsarmer oder -freier natürlicher Mittel. Insbesondere diese Zusatzweiterbildung hat in den vergangenen Jahren zunehmend an Beliebtheit gewonnen.
Voraussetzungen für die Absolvierung von Zusatzweiterbildungen sind das erfolgreich abgeschlossene Medizinstudium, die Beantragung der ärztlichen Approbation sowie die Facharztanerkennung. Es wird jedoch keine spezielle Fachrichtung gefordert. Die Zusatzweiterbildung endet mit einer abschließenden Prüfung. Laut der Bundesärztekammer beträgt die Mindestdauer der Prüfung 30 Minuten. Diese erfolgt meistens mündlich. Es können jedoch auch praktische Fähigkeiten abgefragt werden.
Prüfungen und Facharzttitel
Grundsätzlich bestimmen die Landesärztekammern die Voraussetzungen für die Facharztprüfung. Hierbei orientiert sich die Kammer an der MusterWeiterbildungsverordnung der Bundesärztekammer. Die Ärztekammer benötigt ein ausgefülltes Anmeldeformular sowie Arbeitszeugnisse aller durchlaufenden Ausbildungsstätte inklusive der Anzahl an Untersuchungen und Operationen. Zudem wird das Logbuch mit den ganzen Weiterbildungsinhalten benötigt, um sich für die Facharztprüfung anmelden zu können. Die Prüfung dauert insgesamt 30 bis 40 Minuten. Hierbei sind die Fragen an die Anamnese, Diagnostik und an die jeweiligen Behandlungen angelehnt. Am Ende der Prüfung erfährst Du, ob Du die Prüfung bestanden hast. Eine Note erhältst Du hierbei nicht. Es können alle Inhalte der Weiterbildung abgefragt werden. Die Bundesärztekammer veröffentlicht hierzu eine Muster-Weiterbildungsverordnung, in der Du Dir einen Überblick über die Themenfelder verschaffen kannst. In den meisten Prüfungen werden jedoch sehr konkrete und praxisnahe Fälle thematisiert. Es kann vorkommen, dass Du zum Beispiel Laborwerte bekommst und diese dann mit Deinem Fachwissen auswerten musst. Du musst in der Lage sein, eine entsprechende Diagnose zu stellen und alle in Betracht kommenden Behandlungen vorzuschlagen. Die mündliche Prüfung ist in Form eines Fachgesprächs gestaltet. Meist wird ein theoretischer Fall vorgestellt, den die Prüflinge durchsprechen müssen. Dabei wird in der Regel ein fachlicher Teilbereich ausgewählt, der dann vertieft wird. Der Facharzttitel für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie ist ein wichtiger Meilenstein in der medizinischen Laufbahn und schafft Dir die Grundlage für eine vielseitige und verantwortungsvolle Karriere mit vielen Entwicklungsmöglichkeiten und verschiedenen Fachgebieten. Du erhältst eine berufliche Qualifikation auf höchstem Niveau, profitierst von beruflicher Sicherheit und Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt und trägst zu Deiner persönlichen Weiterentwicklung bei.
Die Logbuchführung in der Facharztausbildung
Das Ausbildungslogbuch ist ein verpflichtender Bestandteil in der Facharztausbildung und muss komplett ausgefüllt und unterschrieben an die zuständige Ärztekammer geschickt werden. Das Logbuch zeigt Dir im Detail den Weiterbildungsgang sowie alle Inhalte und Kenntnisse, die in der Facharztausbildung vermittelt werden. Unter www.bundesaerztekammer.de kannst Du alle benötigten Informationen über den Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten nachlesen. Laut dem Logbuch über die Facharztweiterbildung für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie soll zunächst der Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in den ethischen, wissenschaftlichen und rechtlichen Grundlagen ärztlichen Handelns sowie in der interdisziplinären Zusammenarbeit erfolgen. Außerdem sollen Erfahrungen im Bereich der labortechnisch gestützten Nachweisverfahren mit visueller oder apparativer Auswertung sowie im Bereich der mikroskopischen, biochemischen, immunologischen und molekularbiologischen Methoden zum Nachweis von Bakterien, Viren, Pilzen und anderen übertragbaren Agenzien einschließlich der Bewertung und Befunddokumentation gesammelt werden. Zudem setzt das Logbuch Kenntnisse über die Grundsätze eines Labors- und Qualitätsmanagements, die genotypische Charakterisierung nachgewiesener Krankheitserreger sowie Kenntnisse über die Krankenhaus- und Praxishygiene voraus. Außerdem wirst Du mit der Erkennung, Vorbeugung und Bekämpfung von Krankheitserregern vertraut gemacht. Das Logbuch setzt ebenso Untersuchungs- und Behandlungsverfahren wie den mikroskopischen Nachweis von Bakterien, die kulturelle Anzüchtungen sowie die Bestimmung von Bestandteilen des Immunsystems, Immunglobulinen und Komplementfaktoren voraus.
Gehalt als Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie
Im Allgemeinen gelten in einem Angestelltenverhältnis Tarifverträge, die das Gehalt regeln. Mit zunehmender Berufserfahrung und beruflicher Position steigt jedoch auch das Gehalt. In einer Uniklinik liegt das Einstiegsgehalt bei einem Assistenzarzt bei 5.626,91 €. Ein Facharzt hat durch den Facharzttitel deutlich bessere Verdienstmöglichkeiten. Ein Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie würde demnach ein Gehalt zwischen 7.426,63 € und 9.302,27 € anstreben. Ein leitender Oberarzt hingegen kann ab dem siebten Jahr mit einem Gehalt von rund 12.347,33 € rechnen (Quelle: TVÄrzte TdL, alle Angaben in brutto, 42 Stunden Woche, gültig: 01.02.2025 bis 31.03.2026). In den kommunalen Kliniken würdest Du etwas weniger verdienen. Es lohnt sich, in Ruhe zu überlegen, welcher Arbeitsplatz wirklich zu Deinen Stärken, Interessen und Lebenszielen passt. Unter aerztestellen.aerzteblatt.de kannst Du Deine passende Arbeitsstelle finden. Hier kannst Du Deine Suche durch die Angabe des jeweiligen Fachgebietes, der angestrebten Position, der Tätigkeit, der bevorzugten Region sowie auch durch die Angabe aller in Betracht kommenden Auslandsmöglichkeiten erweitern.
Zukunftsaussichten und Nachfrage für Fachärzte für Mikrobiologie, Virologie und
Infektionsepidemiologie Grundsätzlich hast Du als Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie sehr gute Zukunftsaussichten. Aufgrund der häufig auftretenden Infektionskrankheiten, wachsenden Antibiotikaresistenzen sowie der globalen Mobilität und des Klimawandels werden neue Erreger begünstigt. Umso wichtiger erscheint die Nachbesetzung in Laboren und öffentlichen Gesundheitsinstitutionen. Aktuell suchen Krankenhäuser und Labore vermehrt qualifizierte Ärzte mit dieser Spezialisierung. Zudem verändert die Digitalisierung und die molekulare Diagnostik die Labormedizin, weshalb Fachmediziner mit einer Facharztausbildung für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie sehr gefragt sind. Durch die COVID-19 Pandemie werden insbesondere die Pandemievorsorge und Surveillance-Systeme weltweit ausgebaut. Demnach werden Mirkrobiologen, Virologen und Infektionsepidemiologen in vielen Bereichen gebraucht. Die Facharztausbildung stellt hierbei eine Nische innerhalb der Facharztausbildungen dar. Die Konkurrenz ist noch relativ gering. Außerdem erwarten Dich gute Aufstiegschancen in Laboren oder Instituten sowie eine Sicherheit und Stabilität im Beruf.
Fazit - Lohnt sich die Facharztausbildung für Mikrobiologie, Virologie und
Infektionsepidemiologie ? Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Facharztausbildung für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie von einer hohen gesellschaftlichen Relevanz geprägt ist. Dieser Fachbereich spielt bei dem Infektionsschutz und bei der Pandemievorsorge eine entscheidende Rolle. Aufgrund der wachsenden Nachfrage in Kliniken, Laboren, Gesundheitsbehörden, in der Industrie und Forschung profitierst Du von guten Berufsaussichten. Es handelt sich um einen krisensicheren Beruf, der auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Stabilität aufweist. Die Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie besteht zum größten Teil aus einer interdisziplinären Arbeit. Dieser Fachbereich stellt die Schnittstelle zwischen Klinik, Labor, öffentlichem Gesundheitswesen und Forschung dar. Zudem stehen Dir vielfältige Karrierewege zur Verfügung. Du hast die Möglichkeit Dich in einem bestimmten medizinischen Bereich zu spezialisieren, Du kannst die Leitung von Laboren übernehmen sowie in internationalen Organisationen tätig werden. Ein weiterer großer Vorteil dieser Facharztausbildung sind die regelmäßigen Arbeitszeiten. Diese Facharztausbildung bringt jedoch auch Nachteile und Herausforderungen mit sich. So haben Mikrobiologen, Virologen und Infektionsepidemiologen beispielsweise nur einen begrenzten Patientenkontakt, was für Ärzte, die klinisch arbeiten möchten, weniger attraktiv ist. Darüber hinaus erfordert die Weiterbildung eine starke wissenschaftliche Affinität. Sie setzt ein umfassendes Verständnis theoretischer und mikrobiologischer Konzepte voraus und eine hohe Forschungskompetenz ist von Vorteil. Wenn Du gerne analytisch denkst, gerne interdisziplinär arbeitest und keinen zwingenden Patientenkontakt benötigst, dann ist diese Facharztausbildung genau die Richtige für Dich. Aufgrund der aktuellen globalen Gesundheitsherausforderungen stellt die Facharztausbildung für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie eine hochspezialisierte und strategisch wichtige Facharztrichtung mit großem Potenzial dar. Mit einer erfolgreich abgeschlossenen Facharztausbildung in diesem Bereich kannst Du aktiv an der Bekämpfung globaler Gesundheitsrisiken mitwirken.

Michelle Sobisch
Michelle Sobisch hat einen Bachelor of Laws im Deutschen und Europäischen Wirtschaftsrecht abgeschlossen und studiert derzeit Rechtswissenschaften an der Universität zu Köln. Sie bringt fundierte juristische Kenntnisse, Organisationstalent und ausgeprägte kommunikative Fähigkeiten mit. Dank ihrer Erfahrung in Kanzleien und ihrer Leidenschaft für sorgfältige Recherche bereitet sie komplexe Inhalte klar und verständlich auf.
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