Arztberuf & Karrierewege

Welche Zusatzbezeichnungen erhöhen die Karrierechancen?

Von Jana Detscher4 Min. Lesezeit
Arzt bei Fortbildungsseminar – Welche Zusatzbezeichnungen erhöhen die Karrierechancen?

Du studierst Medizin und überlegst schon jetzt, wie Du nach der Ausbildung die Karriereleiter erklimmen willst? Dafür sind Zusatz-Weiterbildungen ein wichtiges Werkzeug. Hier erfährst Du, welche wirklich Sinn machen, wenn Du als Mediziner hoch hinaus willst.

Der Arztberuf ist mit viel Prestige verbunden. Angesichts des Ärztemangels und der hochwertigen Ausbildung, die alle angehenden Mediziner im Studium erhalten, ist es unwahrscheinlich, dass Du Dir später Sorgen um Dein Auskommen machen musst: Ärzte werden schließlich immer gebraucht. Aber wie sieht es aus, wenn Du nach den besten Jobs strebst? Ob als Chefarzt oder in einem Pharmaunternehmen – hier kommen einige Zusatzbezeichnungen, die echte Karrierebooster sind.

Was sind Zusatzbezeichnungen eigentlich?

Kurz vorweg: Als Arzt mit abgeschlossener Facharztausbildung sind Zusatzbezeichnungen keine Pflicht. Das Grundgehalt ist auch so schon nicht schlecht – egal, ob Du in einer Klinik oder einer Praxis arbeitest. Wenn Du aber einen Posten mit mehr Verantwortung und ein höheres Gehalt erreichen willst, sind offizielle zusätzliche Fortbildungen hilfreich, um das eigene Profil zu schärfen. Mit Zusatzbezeichnungen zeigst Du, dass Du in bestimmten Bereichen mehr Wissen und Erfahrung besitzt. Dadurch hebst Du Dich von anderen ab und verschaffst Dir einen Vorteil, wenn es um die Besetzung der besten Positionen geht.

Mit der richtigen Weiterbildung zur Wunschposition

Welche Zusatz-Weiterbildungen Sinn machen, hängt von Deinem Wunschbereich ab. Insgesamt gibt es 56 offizielle Zusatzbezeichnungen, deren konkrete Ausgestaltung bei den Landesärztekammern liegt. Für die meisten benötigst Du eine abgeschlossene Facharztausbildung und teils auch Berufserfahrung in der unmittelbaren Patientenversorgung.

In leitender Funktion im Krankenhaus

Der Klassiker, von dem Viele träumen: Irgendwann als Ober- oder sogar Chefarzt Verantwortung übernehmen. Vor allem der Weg bis ganz an die Spitze ist lang und kann im Allgemeinen nach einigen Jahren Erfahrung als Oberarzt gelingen. Je nach Fachbereich sind bereits für diesen Zwischenschritt Weiterbildungen ein Muss. Neben langjähriger Berufserfahrung ist aber auch die Fähigkeit zum wirtschaftlichen Management unverzichtbar – denn als Chefarzt ist man auch dafür zuständig, den finanziellen Überblick zu behalten. In der Weiterbildung Ärztliches Qualitätsmanagement werden die Anwendung gesundheitsökonomischer Konzepte, die Implementierung von ärztlichen Leitlinien und Methoden des Qualitätsmanagements vermittelt. Wenn Du also in Positionen gelangen willst, die stärker mit der Organisation medizinischer Prozesse befasst sind, ist das eine Zusatzbezeichnung, die Dich schon einen ganzen Schritt weiterbringt.

Lukrative Niederlassung

Wenn Du als HNO-Facharzt oder Mund-Kiefer-Gesichtschirurg richtig durchstarten willst, könnte die Zusatzbezeichnung Plastische und Ästhetische Operationen Dein Weg sein. Anders als Plastische und Ästhetische Chirurgen bist Du nicht auf den ganzen Körper, sondern nur auf Eingriffe in der Kopf-Hals-Region spezialisiert. Die hohe Anzahl an gutbetuchten Patienten und die Möglichkeit, nicht-chirurgische ästhetische Behandlungen einzusetzen, sorgen dafür, dass Du es in diesem Bereich schnell weit bringen kannst.

Karriere in der freien Wirtschaft

An der Schnittstelle von Technik und Medizin bietet der wachsende Markt der medizinischen Informatik immer mehr spannende Berufschancen. Zwar gibt es mittlerweile auch den Studiengang Medizininformatik, aber auch mit einer Zusatzbezeichnung Medizinische Informatik kannst Du hier punkten: Experten entsprechendem Know-how sind überall gerne gesehen. Gerade in größeren Pharmaunternehmen oder Unternehmensberatungen winken sehr gute Gehälter.

Da die Entwicklung von Krebsmedikamenten oft ein Forschungsschwerpunkt von Pharmaunternehmen ist, stellt auch die Zusatz-Weiterbildung Medikamentöse Tumortherapie eine sinnvolle Ergänzung zur Facharztkompetenz dar.

Auf der Makroebene mitwirken: Der öffentliche Dienst

Strebst Du eine Karriere im öffentlichen Dienst an, so musst Du nicht unbedingt einen Facharzt im öffentlichen Gesundheitswesen mitbringen. Auch die Zusatz-Weiterbildung Infektiologie qualifiziert für Stellen bei Ämtern und anderen Institutionen des öffentlichen Dienstes. Hier geht es um Fragen zur Gesundheit und des Gesundheitsschutzes der Allgemeinbevölkerung. Wenn Du auf Makroebene mitgestalten willst, könnte der Bereich etwas für Dich sein. Die Aufstiegswege verlaufen zwar manchmal etwas langsamer als in der klinischen Praxis oder der Forschung – aber bei Gesundheitsämtern oder dem Robert Koch-Institut (RKI) warten durchaus prestigeträchtige Jobs, mit denen Du wirklich etwas bewegen kannst.

Weiterentwicklung ist Teil des Arztberufs

Nach der langen Ausbildung haben Ärzte nicht ausgelernt – das ständige Aneignen neuer Kompetenzen ist allein schon durch die stetige Weiterentwicklung in der Forschung unverzichtbar. Aber auch, wenn man die Karriereleiter hochklettern will oder in einem besonders lukrativen Bereich arbeiten will, sind die Zusatzbezeichnungen von Bedeutung. Unter den 56 speziellen Qualifikationen, die in der Musterweiterbildungsordnung definiert sind, ist mit Sicherheit eine passende für Dich dabei. Und: Man kann nicht früh genug mit der Karriereplanung anfangen – besonders, wenn man hoch hinaus will!

Über die Autorin

Jana Detscher

Jana studiert derzeit im Masterstudiengang "Theorien und Praktiken professionellen Schreibens" und widmet sich mit großer Leidenschaft dem präzisen und kreativen Umgang mit Sprache. Ob bei der Recherche oder beim zielgruppengerechten Schreiben – Jana bringt fundierte Erfahrung im redaktionellen Arbeiten mit, unter anderem durch Stationen beim Literaturhaus Köln und dem Dokumentationszentrum DOMiD e.V.

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