Arztberuf & Karrierewege

Wie sieht der Arbeitsalltag eines Arztes wirklich aus?

Von Jana Detscher3 Min. Lesezeit
Arzt im Klinikalltag mit Patientenakten – Wie sieht der Arbeitsalltag eines Arztes wirklich aus?

Du denkst über ein Medizinstudium nach? Über den Ärztealltag gibt es viele Vorstellungen und einige Mythen. In diesem Artikel erfährst Du, wie es sich als Arzt wirklich lebt und arbeitet und ob der Job der richtige für Dich sein könnte.

Mehr als nur ein 9-5-Job

Ärzte genießen ein hohes Ansehen in der Gesellschaft. Verdientermaßen, schließlich hängt die Gesundheit aller Menschen maßgeblich von ihnen ab und sie müssen tagtäglich Entscheidungen treffen, die über Leben und Tod entscheiden. Und: Nur etwa ein Viertel aller Ärzte im Krankenhaus arbeitet weniger als 49 Stunden in der Woche. Überstunden gehören für die meisten Ärzte nach wie vor zum Arbeitsalltag und werden oft sogar vorausgesetzt. Während im Krankenhaus Nachtschichten Standard sind, könnte man davon ausgehen, dass niedergelassene Ärzte von regelmäßigeren Arbeitszeiten profitieren. Allerdings kommen zu den Sprechzeiten in der Praxis noch Bereitschaftsdienste und Hausbesuche dazu – und so kommen auch Ärzte, die in einer Praxis arbeiten, auf eine stolze Arbeitszeit von durchschnittlich 52 Stunden.

Dass unter dieser hohen Stundenzahl andere Bereiche des Lebens leiden können, sollte einem bewusst sein, wenn man mit dem Gedanken spielt, Medizin zu studieren. Aber: Auch wenn diese sich noch nicht flächendeckend durchgesetzt haben, gibt es in der modernen Arbeitswelt zunehmend flexible Arbeitsmodelle für Ärzte.

Und es gibt viele Möglichkeiten als Arzt zu arbeiten – zum Beispiel bieten internationale Organisationen spannende Möglichkeiten für Ärzte, die Alternativen zum klassischen Krankenhaus- oder Praxisalltag suchen.

Kommunikation, Teamarbeit – und Papierkram

Aber was genau macht ein Arzt in dieser Zeit?

Wie die Stunden des Arbeitsalltags gefüllt werden, hängt ganz entscheidend von Fachgebiet und Einsatzort ab. Ein niedergelassener Facharzt arbeitet anders als ein Chirurg im Krankenhaus. Sicher ist, dass es nie langweilig wird.

Sofern Du nicht in der Forschung arbeiten möchtest, macht der direkte Patientenkontakt einen wesentlichen Teil der Arbeit aus. Die Anamnese und Diagnostik liegen in der Verantwortung des Arztes. Ob Du dabei in einer Praxis oder im Krankenhaus arbeitest, als Mediziner wirst Du täglich mit neuen, herausfordernden Situationen konfrontiert, in denen schnelle Entscheidungen getroffen werden müssen. Dabei sollte ein Arzt über ausgezeichnete zwischenmenschliche Fähigkeiten verfügen, um sich trotz zeitlichen Drucks voll und ganz auf den Patienten einzulassen und diesen in schwierigen Situationen unterstützen zu können.

Aber nicht nur für den Kontakt mit Patienten ist die Freude am Umgang mit Menschen unerlässlich: Als Arzt hast Du in der Regel ein Team, mit dem Du zusammenarbeitest. Ärzte erhalten Informationen von verschiedenen Fachkräften und müssen aufgrund dieser und eigener Diagnostik über das weitere Vorgehen, z. B. operative Eingriffe, entscheiden. Für die bestmögliche Behandlung des Patienten ist eine reibungslose Kommunikation im Team notwendig. Dazu gehört auch Papierkram – einen nicht unerheblichen Teil ihrer Arbeitszeit verbringen Ärzte damit, Überweisungen und Atteste zu schreiben, Diagnosen und Behandlungen zu dokumentieren und Arztbriefe zu verfassen. Das ist für die Sicherstellung, dass der Patient gut weiterbehandelt werden kann, unerlässlich.

Auch Ärzte lernen nie aus

Wer glaubt, nach sechs Jahren Medizinstudium plus Facharztausbildung hat die Paukerei ein Ende: falsch gedacht! Die kontinuierliche Weiterbildung ist elementarer Bestandteil des Arztberufs. Zum einen geschieht das durch Erfahrungen, die im Arbeitsalltag gesammelt werden, aber gerade in spezialisierten Bereichen sind auch Fortbildungen unerlässlich. Die Medizin entwickelt sich stets weiter und für die beste Behandlung der Patienten müssen Ärzte auf dem aktuellen Stand bleiben. Und neue Methoden, die in der Diagnostik und Behandlung unterstützen können, halten den Arbeitsalltag dazu spannend und dynamisch – zum Beispiel, wenn es um die Anwendung von KI-gestützten Technologien geht.

Fazit: Anspruchsvoll, aber erfüllend

Der Umgang mit schwierigen Situationen, die teils lebensentscheidend sind, und die hohe Verantwortung, die Ärzte für das Leben ihrer Patienten tragen, machen den Arbeitsalltag sehr anspruchsvoll und herausfordernd – er ist aber auch spannend und vielfältig. Viele empfinden den Beruf als sehr befriedigend: Die Möglichkeit, sich beruflich immer weiterzuentwickeln und Menschen zu helfen macht den Arztberuf zu einer lohnenden und erfüllenden Herausforderung.

Über die Autorin

Jana Detscher

Jana studiert derzeit im Masterstudiengang "Theorien und Praktiken professionellen Schreibens" und widmet sich mit großer Leidenschaft dem präzisen und kreativen Umgang mit Sprache. Ob bei der Recherche oder beim zielgruppengerechten Schreiben – Jana bringt fundierte Erfahrung im redaktionellen Arbeiten mit, unter anderem durch Stationen beim Literaturhaus Köln und dem Dokumentationszentrum DOMiD e.V.

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