Du träumst von einem Medizinstudium und denkst, Du hast schon alles darüber gelesen? Challenge accepted! Hier kommen zehn überraschende Fakten, die Dir helfen durch’s Studium zu kommen – oder Dich zumindest realistischer darauf vorbereiten.
Der NC: Nerviger Klassiker mit Geschichte
Beim Stichwort Medizinstudium kommt er vielen zuerst in den Sinn: Numerus Clausus bedeutet eigentlich „begrenzte Zahl“ und eigentlich war er mal als Ausnahmefall gedacht: 1972 aus der Not geboren, sollte er kurzfristig den Mangel an Studienplätzen verwalten – und tut es auch heute, 50 Jahre später noch. Dabei war es von Anfang an umstritten: Viele halten ihn sogar für verfassungsrechtlich problematisch. Das Problem: Zu wenig Studienplätze bei zu vielen Bewerbern gibt es immer noch.
Wortschatz hoch 6.000 – sprich oder stirb
Oha, auch noch Sprachtalent muss man sein, wenn man Medizin studieren will? Jepp, Medizin studieren heißt auch Vokabeln pauken – vor allem am Anfang. Es gibt noch viel mehr, aber durchschnittlich jonglieren Medizinstudierende mit etwa 6.000 medizinischen Fachausdrücken – aber keine Angst, man wächst langsam rein. Und manche dieser Wörter sind so präzise, dass sie Spaß machen – vorausgesetzt, man leidet nicht gerade an Hippopotomonstrosesquippedaliophobie – das ist die Angst vor langen Wörtern.
Geheimsprache im Medizini-Versum
Aber es braucht noch nicht einmal Fachausdrücke, um sich ohne verständige Zuhörer unterhalten zu können. Medizin klingt für Außerstehende oft auch so wie Kauderwelsch. Oder wüsstest Du, was gemeint ist, wenn jemand sagt: „Der Pat. ist AZ-reduziert mit V.a. LE“? Fakt ist: Abkürzungen und Diagnoseschlüssel gehören zum Alltag.
Knapp daneben ist auch vorbei
In der Medizin geht es auch um Präzision – und das schon im Studium. In Prüfungen oder im Ernstfall können Millimeter ausschlaggebend sein, zum Beispiel, wenn Du die Position eines Nervs um einen Zentimeter verfehlst. Aber keine Sorge: Grundsätzlich sind die Durchfallquoten im Medizinstudium viel geringer als gedacht. Wer dranbleibt, besteht in der Regel auch.
Medizin goes Spotify
Und um sich die besser zu merken, lassen sich Medizinstudierende ganz schön viel einfallen: Mittlerweile gibt es richtig viele Medizin-Songs. Die Ischiokruralen, als Hamstrings bekannt, sorgen für Beugung – in jedem Stand. Biceps femoris, zwei Köpfe hat er fein, Caput longum vom Sitzbein … Wie catchy Oberschenkel-Muskeln klingen können, wirst Du feststellen, wenn die Ohrwürmer am Start sind.
Abibliophobiefreie Zone
Aber auch, wenn mittlerweile vieles auf digitalen Plattformen abläuft: Abibliophobie ist die Angst vor zu wenigen Büchern – und die ist bestimmt nicht Dein Problem. Um nicht unter Bücherbergen zu verschwinden ist es sinnvoll, nicht immer alles zu kaufen, was Dozenten empfehlen – sonst kannst Du darunter arm werden.
Drama Baby, Drama
Schon mal von Schauspielern im Medizinstudium gehört? Gibt es wirklich! Denn bevor Du echte Menschen behandelst, übst Du mit Schauspiel-Patienten. Es gibt wirklich Menschen, die bezahlt werden, um Dir Symptome vorzuspielen – oder Angehörige darzustellen, denen Du eine schlechte Nachricht überbringen musst. Und das Ganze fühlt sich realistischer an, als man erwarten würde – wart’s ab.
Früh übt sich – holt schon mal die Nadeln raus
Manchmal wird man aber auch selbst zum Übungsobjekt. Früher oder später übst Du das Blutabnehmen im Kurs und Du darfst auch mal bei Deinen Kommilitonen die Nadel anlegen. Natürlich alles unter Anleitung – aber Angst vor Nadeln solltest Du auch später als richtiger Arzt nicht haben.
Sieben Stunden Bildschirmzeit
Ist ja schön, dass es mittlerweile viele gute Lernplattformen gibt – aber sieben Stunden?! Das ist tatsächlich die durchschnittliche Zeit, die Medizinstudierende täglich vor dem Bildschirm verbringen. Ein großer Bildschirm für zuhause ist deshalb eine gute Investition für das Studium. Schließlich gibt es noch kein Medikament gegen viereckige Augen. Übrigens: Wer lieber auf TikTok scrollt als den Screen zum Lernen zu nutzen, schläft später ein – wissenschaftlich bewiesen!
Arzt werden geht auch ohne Abi
Ja, wirklich! Mit bestimmten Berufsausbildungen und einigen Jahren Berufserfahrung ist es in Deutschland tatsächlich möglich, auch ohne Abitur Medizin zu studieren. Der Weg ist nicht ganz einfach, aber machbar!
Fazit: Zwischen Klischees und Realität
Im Studium wird geweint, gebüffelt und manchmal auch zugestochen – aber auch gelacht. Zwischen 6.000 Vokabeln, Anatomie-Rap und Kunstblut lernst Du nicht nur medizinisches Fachwissen, sondern auch Dich selbst besser kennen. Bestimmt kommst Du dabei auch mal an Deine Grenzen, aber wenn Du Humor und ein bisschen Leidensfähigkeit mitbringst, wirst Du es schaffen – und dabei eine unvergessliche Zeit erleben.

Jana Detscher
Jana studiert derzeit im Masterstudiengang "Theorien und Praktiken professionellen Schreibens" und widmet sich mit großer Leidenschaft dem präzisen und kreativen Umgang mit Sprache. Ob bei der Recherche oder beim zielgruppengerechten Schreiben – Jana bringt fundierte Erfahrung im redaktionellen Arbeiten mit, unter anderem durch Stationen beim Literaturhaus Köln und dem Dokumentationszentrum DOMiD e.V.
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