Der TMS ist Dir vielleicht schon ein Begriff, aber hast Du schon vom HAM-Nat gehört? Wenn Du Dich in Hamburg, Magdeburg oder Greifswald auf einen Medizinstudienplatz bewirbst, führt daran kaum ein Weg vorbei – und der Test unterscheidet sich in einigen Punkten deutlich vom bundesweiten TMS.
Was ist der HAM-Nat?
Der Hamburger Naturwissenschaftstest, kurz HAM-Nat, ist ein Auswahltest, den die Universitäten Hamburg, Magdeburg und Greifswald im Rahmen des Auswahlverfahrens der Hochschulen (AdH) einsetzen. Entwickelt wurde er ursprünglich am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, mittlerweile nutzen ihn auch die beiden anderen Standorte für ihre eigenen AdH-Quoten.
Anders als der TMS, der bundesweit an praktisch allen staatlichen Fakultäten zählt, ist der HAM-Nat also nur an diesen drei Standorten relevant. Wenn Du Dich ausschließlich dort bewirbst oder Deine Chancen dort gezielt erhöhen willst, lohnt sich die Auseinandersetzung mit dem Test.
Aufbau des Tests
Der HAM-Nat besteht aus 60 Aufgaben und ist deutlich kürzer als der TMS. Geprüft werden naturwissenschaftliche Grundlagen aus Physik, Chemie, Biologie und Mathematik – hier ist tatsächlich Schulwissen gefragt, nicht nur die reine Denkfähigkeit wie bei anderen Eignungstests.
Ergänzt wird das Ganze durch einen Teil zum logischen Denken, der sich wiederum in zwei Abschnitte gliedert: das arithmetische Problemlösen mit 16 Aufgaben und den figuralen Matrizentest mit 14 Aufgaben. Bei Letzterem geht es darum, aus einer Reihe von geometrischen Mustern das logisch passende Element zu erkennen – ähnlich wie bei klassischen IQ-Tests.
Wer schon einmal für den TMS gelernt hat, wird also feststellen: Beim HAM-Nat kommst Du mit reiner Trainierbarkeit nicht so weit. Fundiertes Schulwissen in den Naturwissenschaften bringt hier deutlich mehr.
Kosten und Anmeldung
Seit Dezember 2023 wird für die Teilnahme eine Gebühr von 95 € pro Person und Testdurchlauf erhoben. Die Anmeldung läuft über die Auswahltestzentrale, auf der auch die genauen Fristen für die jeweiligen Testtermine veröffentlicht werden.
Stand: August 2026. Termine ändern sich von Jahr zu Jahr, verlässlich sind die aktuellen Angaben nur auf der offiziellen Seite der Auswahltestzentrale.
Wie wird der HAM-Nat gewichtet?
Die genaue Gewichtung unterscheidet sich von Uni zu Uni – aktuelle Werte findest Du am besten direkt bei Hochschulstart oder auf den Seiten der drei Universitäten. Als Orientierung: In Magdeburg etwa setzt sich die AdH-2-Quote aus 45 Punkten Abiturnote und 55 Punkten HAM-Nat-Ergebnis zusammen. In einer weiteren Quote kommen zusätzlich 15 Punkte für eine einschlägige Berufsausbildung dazu, wodurch sich die Gewichtung von Abinote und Testergebnis entsprechend verschiebt.
Das zeigt: Auch mit einem nicht perfekten Abischnitt kannst Du mit einem starken HAM-Nat-Ergebnis einiges wettmachen.
Die richtige Vorbereitung
Weil im HAM-Nat echtes Fachwissen gefragt ist, würde ich Dir raten, frühzeitig mit dem Wiederholen der Schulinhalte aus der Oberstufe zu beginnen – besonders Physik und Chemie geraten bei vielen zwischen Abiturvorbereitung und Alltag schnell in Vergessenheit. Übungsbücher und Musteraufgaben, wie sie mittlerweile von mehreren Anbietern angeboten werden, helfen dabei, ein Gefühl für das Testformat zu bekommen.
Für den Teil zum logischen Denken gilt dasselbe wie bei vergleichbaren Aufgaben im TMS: Mit Übung stellt sich ein systematisches Vorgehen ein, und die anfängliche Unsicherheit legt sich schnell.
Was ändert sich mit dem TMSnat?
Der HAM-Nat in seiner jetzigen Form wird nach aktuellem Stand nur noch bis September 2026 angeboten. Ab 2027 löst der bundeseinheitliche TMSnat sowohl den TMS als auch den HAM-Nat ab und wird dann an allen staatlichen Universitäten – also auch in Hamburg, Magdeburg und Greifswald – als einheitlicher Test anerkannt. Wenn Du Dich noch am bisherigen HAM-Nat versuchen willst, wird es also langsam Zeit.
Lohnt sich die Teilnahme?
Wenn einer der drei HAM-Nat-Standorte für Dich infrage kommt, würde ich klar sagen: ja. Der Test ist zwar kürzer als der TMS, dafür aber inhaltlich anspruchsvoller, weil er echtes Grundlagenwissen abfragt. Wer sich rechtzeitig mit den Naturwissenschaften der Oberstufe auseinandersetzt und die Aufgabenformate übt, kann seine Chancen auf einen der begehrten Studienplätze noch einmal deutlich verbessern.
Hendrik Loll
Hendrik Loll hat Jura und Gesundheitsökonomie studiert und ist seit über 15 Jahren im Umfeld des Medizinstudiums unterwegs. Er hat unter anderem StudiMed und PreMed gegründet und begleitet seitdem Studieninteressierte auf ihrem Weg zum Medizinstudium.
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