Hurra, die Abinote passt – für viele rückt damit der Traum vom Arztberuf auf einmal in greifbare Nähe. Wenn Du Dich bereit fühlst, in das Abenteuer Medizinstudium zu starten, führt der erste Schritt meistens über Hochschulstart. Was brauchst Du für die Bewerbung und wie funktioniert das alles? Hier findest Du alle Infos, die Du brauchst!
Was ist Hochschulstart?
Die meisten haben schon einmal gehört, dass man sich auf ein Medizinstudium, anders als auf andere Studiengänge, nicht direkt bei der Universität bewirbt. Das liegt daran, dass es viel zu wenig Plätze gibt – auf einen Studienplatz kommen im Schnitt mehr als drei Bewerber. Im Sommersemester sogar noch wesentlich mehr, da hier weniger Plätze zur Verfügung stehen.
Damit die Vergabe fair verläuft, ist es notwendig, diese zentral zu koordinieren – und Mehrfachzulassungen zu vermeiden. Das Online-Portal Hochschulstart ist eine Plattform der Stiftung für Hochschulzulassung (SfH) und führt das Verfahren für die bundesweit zulassungsbeschränkten Fächer Humanmedizin, Zahnmedizin, Pharmazie und Tiermedizin an staatlich anerkannten Hochschulen durch. Aber Achtung: Online heißt nicht, dass das Ganze auf den letzten Drücker machbar ist!
Das Bewerbungsverfahren
Die Bewerbung wird über das Dialogorientierte Serviceverfahren (DoSv) koordiniert. Dabei kannst Du bis zu zwölf Studienkombinationen auswählen – das heißt, Du kannst Dich gleichzeitig auf unterschiedliche Fächer an verschiedenen Hochschulen bewerben. Nicht mitgezählt werden in der Begrenzung Bewerbungen, die unabhängig vom DoSV laufen: Für viele Fächer werden die Bewerbungen direkt an die Hochschulen gerichtet. Allerdings lohnt es sich bei den jeweiligen Universitäten nachzurecherchieren, denn je nach Landes- und Hochschulrecht können andere Limitierungen gelten.
Schritt 1: Online-Bewerbung
Jetzt aber los – um Deine Bewerbung fristgerecht einzureichen, musst Du Dich zuerst auf Hochschulstart registrieren. In diesem Prozess erhältst Du eine Bewerber-ID (BID) und eine Bewerber-Authentifizierungsnummer (BAN). Alternativ kannst Du Dich auch direkt mit Deiner Bund-ID einloggen. Schönerweise gibt es für das weitere Vorgehen ein Tool namens „AntOn“, das Dich durch die Bewerbung führt und fehlerhafte Eingaben identifiziert. Wenn alle wichtigen Informationen abgefragt sind, werden diese direkt in das DoSV-Bewerbungsportal übermittelt. Dann wird Dir ein anhand Deiner Angaben ausgefülltes Antragsformular erstellt.
Schritt 2: Auf zur Post
Aber Achtung, damit hast Du noch keinen Antrag gestellt! Auch wenn man meinen könnte, bei einem Online-Portal reicht die digitale Version, musst Du das Formular ausdrucken, unterschreiben und gemeinsam mit den notwendigen Dokumenten an Hochschulstart schicken. Welche Dokumente genau benötigt werden, hängt auch von den Universitäten ab, bei denen Du Dich bewirbst – aber Hochschulstart erstellt Dir eine Liste der beizufügenden Unterlagen. Hochschulstart prüft jetzt Deinen Antrag. Währenddessen kannst Du Dich jederzeit über den Stand Deiner Bewerbungen informieren – wenn Mängel an der Bewerbung festgestellt werden oder der Status der Bewerbung sich geändert hat, bekommst Du auch eine Benachrichtigung per E-Mail. Die Plätze werden erst vergeben, wenn die Unterlagen aller Bewerber geprüft wurden.
Was vergessen? So kannst Du Unterlagen ergänzen
Keine Sorge, das kann passieren. Und es ist auch sinnvoll, die Bewerbung schon einzureichen, wenn noch Unterlagen wie Resultate von einem Studieneignungstest fehlen. Hier findest Du eine genaue Anleitung, wie Du dieses nachtragen kannst. Wenn Du gerade erst Abi gemacht hast, solltest Du Dich aber erst bewerben, wenn Du Deine Hochschulzugangsberechtigung erhalten hast.
Bei Ergänzungen gilt immer: Daran denken, dass mögliche Belege immer auch per Post übermittelt werden müssen.
Priorisierung
Die meisten hoffen darauf, überhaupt einen Platz zu erhalten – aber es lohnt sich, die eigenen Präferenzen anzugeben. Die Reihenfolge Deiner Studienwünsche kannst Du selbst festlegen – da sich die Liste zu Beginn nach der zeitlichen Reihenfolge Deiner Bewerbungen richtet, solltest Du sie unbedingt rechtzeitig anpassen. Solltest Du mehr als ein Angebot gleichzeitig erhalten, wird das, welches weiter unten platziert ist, innerhalb kurzer Zeit automatisch aussortiert.
Übrigens: Weder erfahren Hochschulen von Deinen Prioritäten noch haben diese irgendeinen Einfluss auf die Zulassungschance – schau also ausschließlich danach, welche Uni am besten zu Deinem Profil passt.
So bekommst Du Bescheid
Jetzt heißt es erstmal abwarten. Ob Deine Bewerbung erfolgreich war, kannst Du im Bewerbungsportal einsehen, außerdem wirst Du per E-Mail benachrichtigt, wenn ein neuer Bescheid vorliegt. Die Kriterien, nach denen entschieden wird, sind von den Hochschulen abhängig.
Wenn Du keinen Platz erhalten hast, kannst Du Deine zweite Chance über das Nachrückverfahren nutzen. Die Teilnahme musst Du im Bereich „Meine Bewerbungen“ für alle Studienangebote separat erklären. Sollten dann noch immer Studienplätze verfügbar sein, kannst Du versuchen, im Losverfahren der sogenannten Studienplatzbörse einen der letzten Plätze zu ergattern.
Tipps für die Bewerbung
Das Wichtigste: Reiche Deine Bewerbung unbedingt fristgerecht und so früh wie möglich ein!
Außerdem gilt: Die Auswahlkriterien der Unis unterscheiden sich stark. Informier Dich dazu so früh wie möglich und schau, an welcher Stellschraube Du vielleicht noch drehen kannst.
Die Zulassung erfolgt anhand von drei Hauptquoten: Die Abiturbestenquote, die Zusätzliche Eignungsquote und das spezifische Auswahlverfahren der Hochschule. Klar, der Abischnitt lässt sich im Nachhinein nicht mehr verändern. Aber gerade der Test für Medizinische Studiengänge (TMS) kann Deine Chancen massiv erhöhen. Und auch erste Erfahrungen wie ein FSJ oder sogar eine Berufsausbildung kommen gut an.
Es lohnt sich auch, bei der Auswahl Deiner Bewerbungen realistisch zu bleiben: Wenn Du Dich nur bei den begehrtesten Unis bewirbst, sind die Chancen geringer.
Dranbleiben und Zeit einplanen lohnt sich
Die Bewerbung über Hochschulstart hat ein paar Tücken – vor allem der Postweg kann einem einen Strich durch die Rechnung machen, wenn man nicht genügend Zeit eingeplant hat. Grundsätzlich ist das Portal aber gut zu durchblicken und beinhaltet für jeden Schritt und Sonderfall ausführliche Anleitungen. Wenn es beim ersten Mal nicht klappt, ist das nicht unüblich – lass Dich nicht entmutigen, sondern nutze die Zeit bis zur nächsten Bewerbungsphase, um Deine Bewerbung zu optimieren. Viele schaffen es zu einem späteren Zeitpunkt – und das Durchhaltevermögen ist eine gute Übung: Du wirst es auch im Medizinstudium brauchen. Wie immer gilt: Es lohnt sich!

Jana Detscher
Jana studiert derzeit im Masterstudiengang "Theorien und Praktiken professionellen Schreibens" und widmet sich mit großer Leidenschaft dem präzisen und kreativen Umgang mit Sprache. Ob bei der Recherche oder beim zielgruppengerechten Schreiben – Jana bringt fundierte Erfahrung im redaktionellen Arbeiten mit, unter anderem durch Stationen beim Literaturhaus Köln und dem Dokumentationszentrum DOMiD e.V.
Alle Artikel von Jana →



