Medizinstudium in Deutschland

Der Test für Ausländische Studierende (TestAS)

Von Jana Detscher3 Min. Lesezeit
Internationale Studierende beim TestAS – Der Test für Ausländische Studierende (TestAS)

Du kommst aus dem nicht-europäischen Ausland und willst in Deutschland Medizin studieren? Neben den notwendigen sprachlichen Voraussetzungen und einer anerkannten Hochschulberechtigung gibt es hier einige Hürden zu überwinden. Die größte: Nur wenige Plätze stehen für internationale Studierende zur Verfügung. Mit dem Test für Ausländische Studierende kannst Du die Chancen erhöhen, einen davon zu erhalten.

Leicht ist es nie, in Deutschland an einen Medizinstudienplatz zu kommen. Denn trotz Ärztemangel sind die Plätze limitiert: Weniger als ein Drittel ist mit der Bewerbung erfolgreich. Während für Anwärter aus dem EU-Ausland aber ähnliche Voraussetzungen gelten wie für deutsche Abiturienten, haben es Bürger eines Nicht-EU-Landes deutlich schwerer: Für sie gilt eine eigene Quote von rund fünf Prozent der Studienplätze.

Wie funktioniert das Auswahlverfahren?

Wenn Du an einer deutschen Uni Medizin studieren möchtest, bewirbst Du Dich über uni-assist oder direkt bei der Universität. Anders als für deutsche oder aus dem EU-Ausland stammende Bewerber gibt es keine bundesweit einheitlichen Vorgaben. In der Regel benötigst Du sehr gute Sprachkenntnisse und einen sehr guten Notendurchschnitt (GPA). Zudem kann eine Feststellungsprüfung (FSP) erforderlich sein. Auch eine Berufsausbildung oder ein Freiwilligendienst im medizinischen Bereich kann in die Bewertung mit einfließen. Und jetzt der Punkt, an dem Du noch etwas drehen kannst: Der Test für Ausländische Studierende (TestAS) wird zwar nur von manchen Universitäten gefordert, ein gutes Ergebnis sorgt aber meistens für Bonuspunkte – auch wenn der Test keine Voraussetzung für die Bewerbung ist.

Der TestAS als ergänzende Qualifikation

Studieneignungstests spielen bei den Bewerbungsverfahren der Hochschulen eine immer größere Rolle. Für ausländische Studierende wurde ein spezifischer Test entwickelt, der die allgemeine Studierfähigkeit sowie die Eignung für spezifische Studiengänge feststellen soll. Durch das Ergebnis können die Hochschulen das Potenzial der internationalen Bewerber besser feststellen und auch zu einer faireren Entscheidung kommen: Denn die Schulsysteme unterscheiden sich bekanntermaßen weltweit.

Mit einem guten Testergebnis hast Du die Chance zu zeigen, dass Du das Zeug zum Medizinstudium hast.

Der Testaufbau

Der TestAS besteht aus zwei Teilen und kann auf Englisch und Deutsch absolviert werden.

Der Kerntest ist für alle Teilnehmer gleich. Dabei werden allgemeine kognitive Fähigkeiten in vier Aufgabenbereichen mit je 22 Aufgaben geprüft: Quantitative Probleme (45 Minuten), Beziehungen erschließen (10 Minuten), Muster erkennen (20 Minuten plus 5 Minuten Lesezeit) und Zahlenreihen fortsetzen (25 Minuten plus 5 Minuten Lesezeit).

Der Fachmodultest ist für spezifische Studienfelder konzipiert, wobei angehende Medizinstudierende das Modul „Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften“ auswählen sollten. Auch dieser zweite Test ist in zwei Aufgabengruppen gegliedert: Naturwissenschaftliche Sachverhalte analysieren und Formale Darstellungen verstehen. Dabei wird kein medizinisches Fachwissen vorausgesetzt – die Fähigkeit zur naturwissenschaftlichen Arbeitsweise ist jedoch auch für das Medizinstudium essenziell.

Anmeldung und Bewertung

Der TestAS kann mehrmals im Jahr in digitaler oder papierbasierter Form absolviert werden. Testzentren gibt es dabei weltweit, die Anmeldung ist bis etwa fünf Wochen vor dem Prüfungstermin möglich. Bis Du das Ergebnis erhältst, dauert es noch einmal vier Wochen – Du solltest also auf jeden Fall darauf achten, rechtzeitig vor der Bewerbungsfrist ein Ergebnis vorweisen zu können.

Grundsätzlich kann der Test auch wiederholt werden. Für jede Anmeldung wird eine Gebühr von 170 € fällig – eine gute Vorbereitung lohnt sich also.

Was aber ist ein gutes Ergebnis? Auf Deinem Zertifikat wirst Du sowohl einen Prozentrang als auch den TestAS-Score finden. An letzterem lässt sich auf einer Skala von 0-200 ablesen, wie gut Deine Leistung war, wobei der Durchschnittswert zwischen 50 und 150 liegt. Der Prozentrang setzt Dein Ergebnis in das Verhältnis zu anderen Teilnehmern: Wenn Du etwa einen Prozentrang von 70 mitbringst, bedeutet das, dass nur 30 Prozent aller Teilnehmenden ein besseres Ergebnis erzielt haben als Du. Die Werte werden jeweils für Kern- und Fachmodul angegeben.

Lohnt sich der Test?

Angesichts der geringen Anzahl an Studienplätzen für internationale Studierende solltest Du den TestAS unbedingt nutzen: Mit ihm kannst Du Deine Bewerbung deutlich stärken – und zeigen, dass Du es einfach drauf hast. Mit gezielter Vorbereitung und gutem Timing gehst Du damit einen entscheidenden Schritt zu Deinem Ziel, als Arzt in Deutschland zu arbeiten.

Über die Autorin

Jana Detscher

Jana studiert derzeit im Masterstudiengang "Theorien und Praktiken professionellen Schreibens" und widmet sich mit großer Leidenschaft dem präzisen und kreativen Umgang mit Sprache. Ob bei der Recherche oder beim zielgruppengerechten Schreiben – Jana bringt fundierte Erfahrung im redaktionellen Arbeiten mit, unter anderem durch Stationen beim Literaturhaus Köln und dem Dokumentationszentrum DOMiD e.V.

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