You can get it if you really want – ob das wohl auch für den Traum, als Mediziner in den USA zu arbeiten, gilt? Einige Hürden gilt es schon zu beachten. Hier erfährst Du, wie Du Dich auf den Schritt am besten vorbereitest.
In New York City auf der Überholspur oder am Miami Beach die Erfolgswelle reiten? Viele junge Ärzte streben eine Auswanderung an und ganz an der Spitze der begehrtesten Orte stehen die USA. Wie in vielen Ländern herrscht auch in den Vereinigten Staaten Ärztemangel. Die Gehälter sind allerdings wesentlich höher als in Deutschland und das Arbeitsumfeld profitiert oft von modernster Technologie – die USA sind also ein attraktives Ziel, um als Arzt Karriere zu machen.
Das Ticket zum Erfolg – die ECFMG-Zertifizierung
Der Prozess zur medizinischen Zulassung ist allerdings langwierig, da das deutsche Staatsexamen nicht in den USA anerkannt wird. Um in den Vereinigten Staaten praktizieren zu dürfen, müssen alle Ärzte das United States Medical Licensing Examination (USMLE), das amerikanische Staatsexamen, nachholen.
Die Zulassung und -koordination des dreistufigen Prüfungsverfahrens läuft über die ECFMG (Educational Commission for Foreign Medical Graduates). Diese prüft auch Deine zur Anmeldung notwendigen Dokumente und Abschlüsse. In der Regel bist Du zur Teilnahme berechtigt, wenn Deine Hochschule im World Directory of Medical Schools von der ECFMG anerkannt ist.
Das USMLE – das amerikanische Staatsexamen
Voraussetzung für die Teilnahme an Step 1 ist das erste Staatsexamen. Die Prüfung kann prinzipiell also nach dem vierten Semester an einer deutschen Universität absolviert werden. Allerdings sind die ersten beiden Ausbildungsjahre in den USA bereits sehr klinisch orientiert, weshalb eine Teilnahme erst nach dem sechsten Semester empfohlen wird. Step 1 besteht aus einer eintägigen schriftlichen Prüfung im Multiple Choice Format.
In Step 2 CK (Clinical Knowledge) wird Deine Fähigkeit, medizinisches Wissen in konkreten Situationen anzuwenden, geprüft. Die Prüfung kann frühestens im letzten Jahr des Studiums abgelegt werden. In einer neunstündigen Sitzung musst Du in acht Blöcken Fragen beantworten, wobei der Fokus auf Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention liegt. Mit dem erfolgreichen Bestehen zeigst Du, dass Du unter Aufsicht als Mediziner praktizieren kannst.
Die ECFMG-Lizenz erhältst Du bereits nach dem erfolgreichen Absolvieren der ersten beiden Prüfungen. Wenn Du Dich in den USA dann auf eine Residency, also die Facharztausbildung bewirbst, hängt es von dem jeweiligen Bundesland ab, wann Du Step 3 absolvieren musst. Das Bestehen führt dann zur Erteilung der Approbation als Arzt ohne Aufsicht. Step 3 zielt auf das praktische Können in einem klinischen Umfeld ab – dabei stellst Du unter Beweis, dass Du eigenständig die allgemeine medizinische Versorgung eines Patienten übernehmen kannst.
Sofern Du die Zulassungsbedingungen erfüllst, können die Prüfungen Step 1 und Step 2 in beliebiger Reihenfolge auch in Deutschland absolviert werden. Step 3 ist nur nach Bestehen der beiden Prüfungen Step 1 und Step 2 in den USA möglich.
Vorbereitung und Anmeldung zum USMLE
Viele Studierende empfinden das Prüfungsverfahren als schwieriger als das deutsche Staatsexamen, Du solltest also unbedingt genug Zeit dafür einplanen. Auf der offiziellen Seite des USMLE stehen Lernmaterialien und Übungen zur Verfügung, mit denen Du Dich vorbereiten kannst.
Übrigens: Die Prüfungen können beliebig oft wiederholt werden – das muss man sich allerdings leisten können. Sie sind nicht nur mit erheblichem Zeitaufwand verbunden, sondern auch ein finanzielles Investment: Die Teilnahme an einem einzelnen Test kostet um die 1000 US-Dollar, wobei Kosten für Anmeldegebühren, Lernmaterialien etc. noch hinzukommen.
Prüfungen bestanden – und nun?
Wenn Du mit den Prüfungen erfolgreich warst, hast du schon mal einen ganz schönen Brocken geschafft. Allerdings fehlt für die Überquerung des Atlantiks noch die Beantragung der ärztlichen Zulassung in einem oder mehreren Bundesstaaten – und auch die kann ganz schön kompliziert sein, denn hier hat jeder US-Staat eigene Anforderungen.
In der Regel benötigst Du neben der ECFMG-Zulassung und dem Nachweis über die bestandenen USMLE-Prüfungen auch Empfehlungsschreiben und Nachweise über Deine bisherige Berufserfahrung. In manchen Bundesstaaten müssen auch noch weitere Prüfungen abgelegt werden.
Schließlich brauchst Du noch ein Visum, ein ebenfalls mehrstufiger Prozess – dafür darf ein Jobangebot nicht fehlen. Und dann heißt es endlich: Yes, you can!
Früh anfangen lohnt sich
Du siehst, es ist nicht gerade einfach, als Arzt in die USA auszuwandern. Es macht auf jeden Fall Sinn, schon früh mit den Vorbereitungen zu beginnen und die zusätzliche Zeit auch in die Studienplanung mit aufzunehmen. Wenn Du schon immer davon geträumt hast, zahlt sich der Aufwand aber auf jeden Fall aus!

Jana Detscher
Jana studiert derzeit im Masterstudiengang "Theorien und Praktiken professionellen Schreibens" und widmet sich mit großer Leidenschaft dem präzisen und kreativen Umgang mit Sprache. Ob bei der Recherche oder beim zielgruppengerechten Schreiben – Jana bringt fundierte Erfahrung im redaktionellen Arbeiten mit, unter anderem durch Stationen beim Literaturhaus Köln und dem Dokumentationszentrum DOMiD e.V.
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