Eine Dissertation im medizinischen Bereich ist von hoher Bedeutung. Durch die Anfertigung einer Dissertation müssen Medizinstudierende eine Fragestellung formulieren, verschiedene Studien durchführen und eine kritische Bewertung von Ergebnissen vornehmen. Dadurch sammeln sie erstmals praktische Forschungserfahrungen. Außerdem wird der Doktortitel besonders im gesellschaftlichen Bereich hoch angesehen. Das eigenständige Denken sowie das kritische Urteilsvermögen wird ebenfalls gestärkt. Viele Dissertationen entstehen im Rahmen größerer Forschungsprojekte und manchmal führen sogar kuriose und ungewöhnliche Dissertationen zu neuen Erkenntnissen. Manche dieser Abschlussarbeiten wirken auf den ersten Blick wie ein Scherz und sind definitiv nicht das, was man unter ernsthafter Wissenschaft verstehen sollte. Trotzdem bringen auch solche Arbeiten die medizinische Forschung voran und sind wissenschaftlich fundiert.
Platz 5: Musik kann heilen
Tatsächlich wurde in einer medizinischen Dissertation die heilende Kraft der Musik entdeckt. Innerhalb dieser Abschlussarbeit beschäftigte man sich mit Ratten, die unter Hautwunden litten. Diese Ratten wurden in verschiedene Gruppen unterteilt und regelmäßig mit Musik beschallt. Eine Gruppe hörte dabei Heavy Metal und eine andere klassische Musik. Um die Wirkung von Musik überhaupt nachweisen zu können, musste dafür eine Vergleichsgruppe von Ratten völliger Stille ausgesetzt werden. Nach und nach wurde sodann die Wundheilungsgeschwindigkeit beobachtet und notiert. Das Ergebnis dieser Abschlussarbeit war schockierend. Durch das Hören der Musikrichtungen Klassik und Heavy Metal wurde eine viel schnellere Wundheilung beobachtet. Das klingt vielleicht auf den ersten Blick skurril, ist aber wissenschaftlich belegt worden.
Platz 4: Die Wirkung von Bier auf das Gleichgewicht
Dass Alkohol sich allgemein negativ auf den Körper auswirkt, wissen wir bereits. Wenn man Alkohol konsumiert, gelangt bereits ein Teil davon schon im Mund über die Schleimhäute in unser Blut. Ein weiterer Teil wird sodann im Magen aufgenommen. Im Dünndarm findet dann die hauptsächliche Alkoholaufnahme statt. Dort wird der Alkohol über die Schleimhäute ins Blut geleitet und wird durch den ganzen Körper transportiert. Etwa 30 bis 60 Minuten später erreicht die Blutkonzentration ihren Höhepunkt. Der Rausch entsteht letztlich im Gehirn. Schon wenige Minuten nach dem ersten Schlückchen kommt der Alkohol im Gehirn an und beeinflusst dort verschiedene Prozesse. Eine große Rolle spielt hierbei das Gleichgewicht. Insbesondere werden verschiedene Botenstoffe, die Reize zwischen den Nervenzellen weiterleiten, durcheinandergebracht. Dadurch werden Reize gehemmt und Nervenzellen werden insgesamt weniger aktiv. Wir spüren dann eine dämpfende Wirkung auf unser Gehirn und unsere Denkprozesse laufen insgesamt viel langsamer ab. An der Universität München beschäftigte sich ein Mediziner in seiner Dissertation genau mit diesem Thema. Es wurden die Wirkungen von verschiedenen Biersorten auf das Gleichgewicht untersucht. Nach dem Konsum der verschiedenen Biersorten erfolgte eine Messung des Gleichgewichtssinns. Hierbei liefen Versuchspersonen über eine Teststrecke und trugen dabei Neigungssensoren. Ziel dieser Dissertation war es, einen Zusammenhang zwischen Bierkulturen und neurowissenschaftlichen Fragestellungen herzustellen. Verrückt oder?
Platz 3: Die Anatomie der Nasenhaare
Außerdem beschäftigte man sich mit der Morphologie und Funktion von Nasenhaaren. In diesem Zusammenhang wurden vermehrt Studien zur Dichte, Dicke und Verteilung der Nasenhaare durchgeführt. Man stellte die Vermutung auf, dass Nasenhaare eine bedeutende Funktion für uns haben. Nasenhaare sind nämlich unsere Feinstaub- und Allergenfilter. Jedes Mal wenn wir durch die Nase atmen, fangen unsere Nasenhaare Staub, Pollen und andere Partikel, die in die Lunge gelangen können, ab. Dies funktioniert aufgrund der dünnen Schleimschicht, die die Nasenhaare umfüllt. Dadurch bleiben die Partikel haften. Zwar werden Nasenhaare oft als störend oder unästhetisch empfunden, aber sie unterstützen unser Immunsystem in einer erstaunlichen Art und Weise. Das nächste Mal sollte man sich gut überlegen, ob man die „störenden“ Nasenhaare entfernen möchte.
Platz 2: Strom gegen Kopfschmerzen
Kopfschmerzen – fast jeder hat sie schon erlebt. Der Kopf fühlt sich schwer an, die Konzentration schwindet und sogar einfache Aufgaben werden zur Herausforderung. Doch wie wird man diese Schmerzen wieder los? Gibt es wirklich eine einfache Behandlungsmethode? Viele Arbeiten beschäftigten sich genau mit dieser Fragestellung. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts untersuchten Wissenschaftler, ob schwache elektrische Ströme eine effektive Behandlungsmethode gegen Kopfschmerzen darstellen könnten. In Studien zeigten sich immer wieder vielversprechende Behandlungserfolge. Jedoch waren die Fallzahlen oft gering und die eingesetzten Stimulationsmethoden zu unterschiedlich, um aussagekräftige Thesen aufzustellen. Deshalb wird in Arbeiten weiter geforscht. Um den Nutzen dieses Behandlungsansatzes genauer zu verstehen und die effektivste Stimulationsform zu bestimmen, sind weitere, umfassendere Studien erforderlich. Es bliebt also sehr spannend!
Platz 1: Die Wissenschaft des Furzes
Eine weitere Studie befasste sich mit dem Furz. Genauer gesagt mit seiner Entstehung, Zusammensetzung und mit seiner medizinischen Bedeutung. Inhalt dieser Arbeit war die Analyse der chemischen Zusammensetzung von Flatulenzen. Man untersuchte die bakterielle Flora, die Gase erzeugt und stieß auf erstaunliche Ergebnisse. Die Flatulenz gibt tatsächlich einen Hinweis auf Verdauungsstörungen. Dadurch „kommuniziert“ unser Körper mit uns. Grundsätzlich lebt unser Körper von den Nährstoffen, die in unserer Nahrung enthalten sind. Damit diese genutzt werden können, muss die Nahrung erstmal zerkleinert, aufgespalten, aufgenommen und im Anschluss verteilt werden. Dadurch finden durch unsere Verdauung lebenswichtige Prozesse statt, um die benötigte Energie und Nährstoffe für jede einzelne Zelle des Körpers bereitzustellen. Bestandteile der Nahrung, die unser Körper jedoch nicht verwerten kann, werden mit dem Stuhlgang ausgeschieden. Wenn unser Darm gesund und im Gleichgewicht ist, fühlen wir uns insgesamt wohl in unserem Körper. Ein gesunder Darm bedeutet gleichzeitig auch, dass wir ein starkes und ausgeprägtes Immunsystem haben. Die Wissenschaft des Furzes sollte demnach nicht unterschätzt werden. Sie ist von großer Bedeutung für die Medizin und liefert wichtige Erkenntnisse im Hinblick auf unsere Gesundheit. Das nächste Mal sollten wir unserem Körper also besser zuhören, wenn er sich zu Wort meldet.
Die Medizin ist nicht nur wissenschaftlich herausfordernd, sondern deckt das ganze Spektrum des Lebens ab. Selbst die kuriosesten Forschungsideen in Studien, die innerhalb von Dissertationen erhoben wurden, können einen erheblichen Betrag für die Gesellschaft leisten. Ziel von Abschlussarbeiten sollten immer kreative Fragestellungen sein. Denn nur so machst Du die Forschung zu einem spannenden Gebiet. Um am Ende des Tages eine medizinische Erkenntnis erlangen zu können, musst Du bereit sein auch ungewöhnliche Wege in Betracht zu ziehen um überraschende Antworten zu erhalten. Vielleicht liefert gerade Deine außergewöhnliche Abschlussarbeit essentielle Erkenntnisse für die Forschung und trägt so im besten Fall dazu bei, Leben zu retten.

Michelle Sobisch
Michelle Sobisch hat einen Bachelor of Laws im Deutschen und Europäischen Wirtschaftsrecht abgeschlossen und studiert derzeit Rechtswissenschaften an der Universität zu Köln. Sie bringt fundierte juristische Kenntnisse, Organisationstalent und ausgeprägte kommunikative Fähigkeiten mit. Dank ihrer Erfahrung in Kanzleien und ihrer Leidenschaft für sorgfältige Recherche bereitet sie komplexe Inhalte klar und verständlich auf.
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