Was Hogwarts für Harry Potter Fans ist, ist die Harvard Medical School für Medizininteressierte – ein magischer Ort voller Möglichkeiten, von dem viele nicht einmal zu träumen wagen. Um hier zu studieren, brauchst Du nicht nur Interesse, sondern auch eine Reihe an Fähigkeiten, aber unmöglich ist es nicht! Hier erfährst Du alles Wichtige zur Bewerbung und wie Du es ganz ohne Zauberei in die Elite-Universität schaffen kannst.
Die Harvard Medical School in Boston gilt als eine der besten medizinischen Fakultäten der Welt und belegt im weltweiten QS World University Ranking regelmäßig einen der Spitzenplätze. Wer hier studiert hat, kann sich nahezu sicher sein, dass eine herausragende Karriere auf einen wartet. Harvard hat viele Nobelpreisträger und Durchbrüche in der Forschung hervorgebracht. Wer in der Medizin zu Glanz und Wohlstand kommen will, ist hier bestens aufgehoben – und natürlich auch, wem es einfach darum geht, mit seinen Ideen die Welt zu verändern.
Warum Harvard?
Was das Studium an der HMS so besonders macht, ist neben der Tatsache, dass Du hier von den Besten lernst, auch die außergewöhnliche Lernumgebung. An der HMS wird forschungsnah gelehrt, die klinische Praxis spielt hier eine besonders große Rolle. Außerdem wird in kleinen Seminargruppen gearbeitet und die Studierenden erfahren persönliche Betreuung. Natürlich profitierst Du hier auch von modernster High-Tech-Ausstattung. Vor allem eröffnet Dir aber das exklusive Netzwerk ausgezeichnete berufliche Möglichkeiten und weltweite wertvolle Verbindungen. Ganz abgesehen davon, dass ein Medizinabschluss von der Harvard Medical School im Lebenslauf schon an sich Türen zu Stipendien und internationalen Karrieren öffnet.
Nur für die Reichen?
Das könnte man erst einmal denken, wenn man sich die Studiengebühren der HMS anschaut – sage und schreibe 70.000 USD, dazu kommen Unterkunft, Bücher, Lernmaterial, … Für viele klingt das utopisch. Tatsächlich haben aber nicht nur Studierende aus den besten Häusern die Möglichkeit, hier zu lernen – sehr viele bekommen finanzielle Unterstützung in Form von Stipendien. Bedarfs-, nicht leistungsorientierte Förderungsprogramme werden auch von Harvard selbst vergeben. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Möglichkeiten durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) oder andere Stiftungen finanziert zu werden. Wer es an die HMS geschafft hat, wird wenig Schwierigkeiten haben, sich ein Stipendium zu ergattern.
Wie schafft man es nach Harvard? Anforderungen und Bewerbungsprozess
Die HMS ist nicht nur eine der besten, sondern auch eine der selektivsten medizinischen Fakultäten. 160 neue Medizinstudierende werden jährlich zugelassen.
Die Bewerbung läuft über die zentrale Plattform AMCAS (American Medical Application Service).
Dabei gibt es als ausländischer Bewerber noch etwas zu beachten: Anders als in Deutschland kannst Du Dich in den USA nicht direkt mit Deinem Abitur für das Medizinstudium bewerben: Zuerst musst Du ein Bachelorstudium absolvieren, wobei grundsätzlich keine Vorgaben zum Fach bestehen. Da aber eine spezifische Vorbereitung auf das Medizinstudium erwartet wird, das vor allem Kenntnisse aus naturwissenschaftlichen Fächern umfasst, bietet sich die Wahl eines solchen Studiengang an. Ausländische Bildungshintergründe zwar bei der Bewerbung zwar akzeptiert, Abschlüsse aus den USA oder Kanada aber bevorzugt. Mindestens ein Jahr musst Du an einem College in den USA oder Kanada gelernt haben. Es empfiehlt sich also sehr, zum Studium direkt den Kontinent zu wechseln. In den USA eignet sich ein Pre-Med Bachelor besonders, da er speziell darauf ausgerichtet ist, die naturwissenschaftlichen Grundlagen für ein Medizinstudium zu schaffen. Damit hast Du auch direkt einen weiteren Pluspunkt: Für die HMS sind sehr gute Englischkenntnisse erforderlich – das Studium in einem englischsprachigen Land sorgt ganz nebenbei für die perfekte sprachliche Grundlage.
Um eine echte Chance zu haben, eingeladen zu werden, musst Du schließlich einen Top-Notenschnitt mitbringen: Die Durchschnittsnote der Immatrikulierten liegt umgerechnet in das deutsche System bei 1,0 bis 1,3. Aber auch für das Medizinstudium in Deutschland brauchst Du meistens einen sehr guten Schnitt.
Dein vorklinisches Grundlagenwissen musst Du beim Medical College Admission Test unter Beweis stellen: Das ist ein Multiple-Choice-Examen, das Wissen aus den Bereichen Biologie, Chemie und Physik, Psychologie und kritisches Denken abfragt. Auch hier solltest Du einen hohen Score mitbringen.
Und schließlich: Viel Wissen und gute Noten reichen für eine Aufnahme nicht. Du brauchst Visionen, Ideen, Haltungen und Engagement!
Der HMS kommt es bei Deiner Bewerbung auch darauf an, das zu sehen: Je mehr Engagement, sei es gesellschaftlicher oder professioneller Natur, du vorweisen kannst, desto besser! Deinen ganzen Ehrgeiz und Deine Leidenschaft für die Medizin musst Du in einem Motivationsschreiben zu Papier bringen. Auch aussagekräftige Empfehlungsschreiben helfen Dir weiter.
Dann heißt es erst einmal: hoffen und warten.
Nur ein Schritt entfernt – das Bewerbungsgespräch
Von den 7.000 Bewerbern schafft es nur ein Zehntel zum Vorstellungsgespräch. Wenn Du einer davon bist, ist das schon mal ein Riesenerfolg!
Jetzt kommt es auf die richtige Vorbereitung an – und dabei geht es nicht primär um Dein fachliches Wissen. Hier geht es um die authentische Präsentation Deiner Fähigkeiten zur Selbstreflexion und zu kritischem Denken und die Frage, was das Studium für Dich bedeutet würde – letztlich also darum, ob Deine Werte und Deine Persönlichkeit zur HMS passen.
Die beste Möglichkeit, Dich darauf vorzubereiten ist Übung – nicht im Sinne von auswendig lernen, sondern wissen, was Dir wichtig ist. Spiel die Interviewsituation am besten mit Leuten durch, die auch selbst Fragen vorbereiten. Da auch medizinisch-ethische Themen zur Sprache kommen können, solltest Du gesundheitliche Debatten verfolgen und Dir Gedanken darüber machen.
Mut und Engagement statt Zauberei
Wahrscheinlich flattert bei Dir kein Brief aus Hogwarts durchs Fenster – aber wer weiß, vielleicht liegt ja irgendwann ein Schreiben aus Harvard in Deinem E-Mail-Postfach.
Ja, der Weg dorthin ist anspruchsvoll. Aber er ist möglich, solange Du für die Medizin brennst und mit Durchhaltevermögen und dem Traum, Großes zu bewirken, dabei bist!
Und auch wenn es am Ende nicht klappt: Mit einem Studium in den USA, hervorragenden Englischkenntnissen und den Erfahrungen, die Du auf dem Weg dorthin gesammelt hast, lassen sich ganz viele andere Türen öffnen. Manchmal braucht es keine Magie, sondern einfach nur Mut, den ersten Schritt zu machen.

Jana Detscher
Jana studiert derzeit im Masterstudiengang "Theorien und Praktiken professionellen Schreibens" und widmet sich mit großer Leidenschaft dem präzisen und kreativen Umgang mit Sprache. Ob bei der Recherche oder beim zielgruppengerechten Schreiben – Jana bringt fundierte Erfahrung im redaktionellen Arbeiten mit, unter anderem durch Stationen beim Literaturhaus Köln und dem Dokumentationszentrum DOMiD e.V.
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