Wissenswertes

Tipps zum Zeitmanagement im Medizinstudium

Von Jana Detscher4 Min. Lesezeit
Studierende plant Lernwoche im Kalender – Tipps zum Zeitmanagement im Medizinstudium

Von der Studienzeit versprechen sich viele die aufregendste Phase ihres Lebens: Das erste Mal allein wohnen, neue Leute kennenlernen und viel feiern – leider sieht die Realität oft anders aus. Freizeit und Studium unter einen Hut zu bekommen, ist oft gar nicht so einfach, besonders bei einem so anspruchsvollen Fach wie Medizin. Hier haben wir einige Tipps, mit denen Du Deine Zeitplanung optimieren kannst und entspannt durchs Studium kommst.

Viele meinen vor Glück fast zu platzen, wenn sie einen der begehrten Studienplätze für Humanmedizin ergattert haben. Aber der Traum vom Studium kann schnell zur Belastungsprobe werden. So spannend es ist, zum ersten Mal auf eigenen Beinen zu stehen und dem Traumberuf immer näher zu kommen, so desillusionierend kann die andere Seite der Medaille Medizinstudium wirken. Denn die hohe Arbeitsbelastung, Gefühle der Überforderung und zeitlicher Druck sorgen dafür, dass nicht nur Ärzte, sondern auch Medizinstudierende sich häufig stark belastet fühlen, wie Studien zeigen. Gründe dafür sind die hohe Eigeninitiative und Lernbereitschaft, die das Studium erfordert. Das Problem dabei ist oft weniger das Können, sondern vielmehr die Übung im Zeitmanagement – etwas, das einem weder in der Schule noch im Studium beigebracht wird.

Zur Gewohnheit finden – darauf kommt es an

Das Allerwichtigste zuerst: Um gut durch das Studium zu kommen, brauchst Du Routinen – denn nur so kannst Du die Methoden, die für Dich am passendsten sind, verinnerlichen. Die Menge an Stoff, die Du im Studium lernen musst, ist enorm groß. Daneben stehen feste Vorlesungszeiten, Praktika und Kurse an – und natürlich Prüfungen. Im Versuch, alles spontan zu jonglieren, und jeden Tag neu zu überlegen, was heute auf dem Plan steht, verlierst Du schnell den Überblick. Damit steigt die Gefahr, dass Dir etwas hintenüberfällt. Deshalb gilt: Von Anfang an konsequent planen.

Den Anfang finden mit Rückwärtsplanung

Klingt komisch, ist aber so: Das Prinzip, ein Projekt von Ende bis Anfang zu planen, hilft Dir, einen guten Zeitplan zu erstellen. Dabei beginnst Du mit dem Endzeitpunkt, z.B. einer wichtigen Prüfung, und definierst davon ausgehend die Zwischenschritte – also etwa: Wie viel Zeit möchte ich am Ende zur Wiederholung und Festigung übrig haben? Wie viel Zeit benötige ich zum Lernen von Kapitel A? Besonders wichtig ist dabei ein realistischer Zeitplan, bei dem Du – am besten für jeden Schritt – Puffer einbaust. Durch diese Art der Planung kannst Du die wichtigsten Schritte besser identifizieren. Das Aufteilen des Lernstoffs in kleine Häppchen und das Erreichen von Zwischenzielen wirken sich positiv auf die Motivation aus.

Das System funktioniert auch mit verschiedenen Fächern und es ist sinnvoll, diese von Beginn an aufeinander abzustimmen.

Beschäftigt sein ist einfach – produktiv sein nicht

Neben der längerfristigen Planung ist es auch sinnvoll, zusätzlich einen Tagesplan zu erstellen. Ein entscheidender Punkt dabei: die richtige Priorisierung. Ansonsten läufst Du Gefahr, zwar beschäftigt zu sein, aber nicht effektiv: Das Sortieren, oberflächliches Einlesen und unkoordiniertes Springen sind echte Zeitdiebe. Hierfür kannst Du verschiedene Mittel wie die ABC-Methode nutzen. Unter A schreibst Du die wichtigsten Aufgaben, die sofort erledigt werden sollten. Zu B gehören solche, die wichtig sind, aber nicht tagesaktuell sind. Die C-Aufgaben können erstmal zurückgestellt werden.

Oft laufen mehrere Fächer nebeneinander. Es ist sinnvoll, verschiedene Lernblöcke in Deinen Lerntag zu integrieren, anstatt zu lange ein Thema zu pauken. Damit sorgst Du für Konsistenz und wirkst gleichzeitig Langeweile entgegen.

Tools, die helfen können

Je nachdem, was Du für ein Typ bist, kannst Du digitale Tools wie Trello zum Erstellen Deines Masterplans nutzen. Oder liebst Du die Haptik der händischen Gestaltung? So einfach es klingt: Der eigene Kopf lässt sich leicht austricksen, wenn Du für jede Stunde lernen eine kleine Erdbeere ausmalen kannst oder beim Lesen Deiner To-Dos kurz den Anblick Deines nächsten Urlaubsziels genießen kannst.

Hilfreich sind auch vorgefertigte Lernpläne, die Du zum Beispiel auf AMBOSS findest. Auch hier solltest Du Dir aber einen zusätzlichen Puffer einbauen und beachten, dass die Lerngeschwindigkeit sehr individuell ist.

Motivation durch Realismus und Abwechslung

Nach der Vorlesung noch zehn Stunden in die Bib, für die Mittagspause reicht das belegte Brötchen, und naja, Freunde treffen ist in den zwei Monaten vor der Prüfung eben einfach nicht drin – diese Art von Vorsatz haben sich viele schon gemacht. Aber wenn Du nur noch zwischen Bibliothek und Hörsaal pendelst, ist die Batterie irgendwann leer. Studien zeigen: Wer Erholungsphasen einplant, lernt effektiver und bleibt gesünder. Bau Dir immer mindestens eine Sache ein, auf die Du Dich freust: Sei es ein Kaffee mit einer Freundin, ein Spaziergang in der Sonne oder völlige Entspannung mit der Lieblingsserie – und setz diese ganz oben auf Deine Prioritätenliste.

Gutes Zeitmanagement als Erfolgsfaktor

Die Verantwortung für den Erfolg im Medizinstudium liegt bei Dir – mit einer sinnvollen Zeitplanung schaffst Du es, neben dem vielen Lernen Deine Lebensqualität zu erhalten. Vielleicht läuft nicht alles von Anfang an perfekt – wichtig ist, dass Du am Ball bleibst und Dir auch Pausen gönnst: Manchmal ist genau diese Zeit die produktivste.

Über die Autorin

Jana Detscher

Jana studiert derzeit im Masterstudiengang "Theorien und Praktiken professionellen Schreibens" und widmet sich mit großer Leidenschaft dem präzisen und kreativen Umgang mit Sprache. Ob bei der Recherche oder beim zielgruppengerechten Schreiben – Jana bringt fundierte Erfahrung im redaktionellen Arbeiten mit, unter anderem durch Stationen beim Literaturhaus Köln und dem Dokumentationszentrum DOMiD e.V.

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