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Diese Fächer erwarten Dich im Medizinstudium

Von Dr. rer. nat. Anne Schneider4 Min. Lesezeit
Medizinstudierende im modernen Hörsaal – Fächer im Medizinstudium im Medizinstudium

Um umfassend auf den Beruf als Arzt oder Ärztin vorbereitet zu werden, ist das Medizinstudium umfangreich und klar strukturiert aufgebaut. Es gliedert sich dabei in drei große Abschnitte, der vorklinischen Phase (2 Jahre), der klinischen Phase (3 Jahre) und dem praktischen Jahr (PJ, 1 Jahr). Jede dieser Phasen baut systematisch aufeinander auf und vermittelt Dir das fachliche Wissen sowie die notwendigen praktischen Fähigkeiten.

In der theorielastigen Vorklinik, die sich über die Semester 1-4 erstreckt, dreht sich alles um die Vermittlung der naturwissenschaftlichen Grundlagen. Besonders die Fächer Biochemie, Anatomie als auch die oft unbeliebte Physik stehen hier im Fokus und bringen viele Studierende zeitweise an ihre Grenzen. Hier wirst Du lernen, wie der menschliche Metabolismus funktioniert, der Körper generell aufgebaut ist und wie Krankheiten entstehen können. Diese stressige Zeit beinhaltet viele Lernphasen, die die Basis für das Verständnis des menschlichen Körpers legen und mit der ersten ärztlichen Zwischenprüfung (Staatsexamen), auch Physikum genannt, abgeschlossen werden.

Vorklinische Studienfächer:

  • Biologie für Mediziner
  • Chemie für Mediziner
  • Physik für Mediziner
  • Mikroskopische Anatomie
  • Makroskopische Anatomie
  • Biochemie/Molekularbiologie
  • Physiologie
  • Medizinische Psychologie und Soziologie
  • Praktikum zur Berufsfelderkennung
  • Medizinische Terminologie
  • Einführung in die klinische Medizin
  • Wahlfach
  • Erste-Hilfe-Kurs
  • Krankenpflegepraktikum (3 Monate)

Ab dem fünften Semester startet die klinische Phase, in der das erworbene Grundwissen durch praxisnahe Fächer ergänzt und erste Einblicke in die Arbeit als Arzt/Ärztin vermittelt werden. In dieser Phase ist nicht „alles besser“, wie viele sagen, aber definitiv anders. Du bist kein völliger Neuling mehr, kannst besser mit den Anforderungen des Studiums umgehen und hast auch den ersten Kontakt mit Patienten. Während die Zahl der Studienfächer in der Vorklinik noch recht überschaubar war, umfasst die klinische Phase eine Vielzahl an Fächern und Querschnittsbereichen, in denen Vorlesungen, Kurse und Praktika absolviert werden müssen. Hier erwarten Dich Fächer wie Innere Medizin, Neurologie, Pädiatrie und Chirurgie. Dein theoretisches Wissen aus den Vorlesungen und Seminaren wird jetzt auch nach und nach durch praktische Übungen und Patientengespräche ergänzt. Ab der klinischen Phase hast Du zudem die Möglichkeit, Dein Studium nach Deinen spezifischen beruflichen Interessen und Stärken individueller zu gestalten und erste Schwerpunkte zu legen. Du solltest deshalb frühzeitig Deine Karriereziele definieren, um dadurch die besten Fächerkombinationen wählen zu können. Bis zum Beginn des PJ musst Du zudem vier Famulaturen von jeweils 30 Tagen in der vorlesungsfreien Zeit absolvieren, um Dich weiter mit der ärztlichen Patientenversorgung in verschiedenen Einrichtungen vertraut zu machen. Zwei dieser Famulaturen sollten in einem Krankenhaus im Bereich der stationären Patientenversorgung stattfinden, eine weitere in einer ärztlich geleiteten Einrichtung der ambulanten Patientenversorgung und das vierte Praktikum im Bereich der hausärztlichen Versorgung. Die klinische Phase wird mit Bestehen der zweiten ärztlichen Prüfung (Staatsexamen), auch Hammerexamen genannt, beendet.

Klinische Studienfächer:

  • Allgemeinmedizin
  • Anästhesiologie
  • Arbeitsmedizin, Sozialmedizin
  • Augenheilkunde
  • Chirurgie
  • Dermatologie, Venerologie
  • Frauenheilkunde, Geburtshilfe
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
  • Humangenetik
  • Hygiene, Mikrobiologie, Virologie
  • Innere Medizin
  • Kinderheilkunde
  • Klinische Chemie, Laboratoriumsdiagnostik
  • Neurologie
  • Orthopädie
  • Pathologie
  • Pharmakologie, Toxikologie
  • Psychiatrie und Psychotherapie
  • Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
  • Rechtsmedizin
  • Urologie
  • Wahlfach

Querschnittsbereiche:

  • Epidemiologie, medizinische Biometrie und medizinische Informatik
  • Geschichte, Theorie, Ethik der Medizin
  • Gesundheitsökonomie, Gesundheitssystem, Öffentliches Gesundheitswesen
  • Infektiologie, Immunologie
  • Klinisch-pathologische Konferenz
  • Klinische Umweltmedizin
  • Medizin des Alterns und des alten Menschen
  • Notfallmedizin
  • Klinische Pharmakologie/Pharmakotherapie
  • Prävention, Gesundheitsförderung
  • Bildgebende Verfahren, Strahlenbehandlung, Strahlenschutz
  • Rehabilitation, Physikalische Medizin, Naturheilverfahren
  • Palliativmedizin
  • Schmerzmedizin

In den letzten beiden Semestern Deines Medizinstudiums erwartet Dich das medizinische PJ. Dieser wichtige Studienabschnitt dient dazu, die theoretisch erworbenen Kenntnisse praktisch für den Patienten einzusetzen und bildet damit einen Übergang zum späteren Alltag als praktizierender Assistenzarzt oder -ärztin. Das PJ ist in drei Teile gegliedert, wobei Du durch die Bereiche Inneren Medizin, Chirurgie und ein weiteres Wahlfach rotierst. Hier arbeitest Du unter realen Bedingungen, assistierst den behandelnden Ärzten und lernst so die Arbeitsabläufe in der Klinik oder im Krankenhaus genau kennen. Zudem gewinnst Du Erfahrung im selbstständigen medizinischen Arbeiten durch die Übernahme der täglichen Aufgaben wie Anamnese**,** Untersuchungen**,** Blutentnahmen und Verbandswechsel. Direkt im Anschluss an das PJ folgt der dritte und letzte Abschnitt der ärztlichen Prüfung, nach dessen Bestehen Du Deine Approbation als Arzt oder Ärztin erhältst. Diese staatliche Anerkennung berechtigt Dich dazu, als Arzt oder Ärztin zu praktizieren und Patienten medizinisch zu behandeln**.**

Über die Autorin

Dr. rer. nat. Anne Schneider

Dr. Anne Theres Schneider ist promovierte Biologin und arbeitet an der Medizinischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Sie betreut medizinische und biologische Doktorand:innen und verfasst wissenschaftliche sowie allgemeinverständliche Texte mit besonderem Gespür für komplexe Inhalte. Durch ihre Nähe zur akademischen Ausbildung kennt sie die Herausforderungen des Medizinstudiums aus erster Hand.

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