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Famulatur im Ausland – So findest Du den besten Platz

Von Jana Detscher5 Min. Lesezeit
Famulant im Auslandskrankenhaus – Famulatur im Ausland – So findest Du den besten Platz

Du willst Medizin studieren oder steckst schon mittendrin? Praxiserfahrung ist ein wichtiger Teil des Studiums – und die kann problemlos im Ausland gesammelt werden. Willst Du die Famulatur in einem anderen Land leisten, gibt es reichlich Auswahl – aber wo fängt man bei der Suche nach dem richtigen Arbeitsplatz an?

Zwischen Physikum und Anmeldung zum zweiten Staatsexamen müssen Medizinstudenten insgesamt vier Famulaturen von je 30 Tagen absolvieren – also insgesamt vier Monate. Dabei sollen sie einen realen Einblick in den Arbeitsalltag erhalten und sich Fachwissen aneignen. Zu einer unvergesslichen Erfahrung wird die Zeit, wenn Du dabei gleich noch neue Kulturen entdeckst und Medizin aus einer anderen Perspektive erlebst.

Warum ausgerechnet die Famulatur im Ausland verbringen?

Ein Auslandsaufenthalt bringt Dich nicht nur persönlich, sondern auch fachlich weiter. Auf spätere Arbeitgeber wirkt eine Erfahrung in einem anderen Land positiv, da er zeigt, dass Du gerne Deinen Horizont erweiterst und eine gewisse Kultursensibilität mitbringst – ein wichtiger Skill für Deine spätere Laufbahn als Arzt. Je nach Zielland wirst Du vielleicht auch eine andere Art des Arbeitens kennenlernen: An einigen Stellen heißt es improvisieren, da oft weniger Ressourcen zur Verfügung stehen als in Deutschland. Auch hast Du mit einer Famulatur im Ausland die Gelegenheit, Deine Sprachkenntnisse zu erweitern, was Dir für Dein späteres Arbeitsleben enorme Vorteile bringt – schließlich wirst Du auch in Deutschland mit Menschen unterschiedlicher Hintergründe zu tun haben. Und die sprachliche Kommunikation bietet doch noch einige Vorteile gegenüber der mit Händen und Füßen.

Und last but not least: Wer verbindet Arbeit nicht gerne mit Abenteuer in der freien Zeit? Die Natur entdecken, am Strand entspannen oder mit Locals in Kontakt kommen: Auch das gehört bei einem Auslandsaufenthalt dazu.

Die Famulatur bietet eine unkomplizierte Gelegenheit, seine sieben Sachen zu packen, weil die Anerkennung in der Regel problemlos klappt. Außerdem ist der Zeitrahmen im Vergleich zum Praktischen Jahr überschaubar. Klar, wie jeder Auslandsaufenthalt erfordert die Famulatur einiges an Organisation, aber es gibt sehr gute Anlaufstellen, die dabei helfen, die notwendigen Schritte auf dem Schirm zu haben.

Die wichtigen Fragen: Wo, was, wann?

Bei der Auswahl Deiner Arbeitsstelle kannst Du selbst entscheiden, was für Dich am wichtigsten ist: Gibt es ein Land, das Du schon immer kennenlernen wolltest? Ist es Dir wichtig, in einem modernen Arbeitsumfeld zu lernen oder willst Du vielmehr Einblicke in eine medizinische Praxis, die das Improvisationsvermögen herausfordern, erhalten?

Grundsätzlich sind natürlich auch Deine Sprachkenntnisse entscheidend, wenn es um die Frage geht, wie viel Du mitnimmst. Zwar musst Du die Landessprache nicht perfekt beherrschen, solltest Dich aber mit den Patienten und Kollegen verständigen können.

Am besten weißt Du schon, was Deine Wunschstelle mitbringen sollte, wenn Du mit der Suche beginnst. Gleichzeitig gilt: Ein bisschen Flexibilität ist auch wichtig – wenn Du offen bleibst, siehst Du vielleicht Stellen, die auf den zweiten Blick noch mehr zu bieten haben als das, was Du Dir eigentlich vorgestellt hast.

Land und Leute kennenlernen: Austauschprogramm des bvmd

Wenn die perfekte Famulatur für Dich vor allem einen echten Einblick in andere Lebenswelten umfasst: Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) ist für viele die erste Anlaufstelle, wenn es um einen Auslandsaufenthalt geht. Jedes Jahr werden etwa 400 Medizinstudierende in rund 70 Länder vermittelt. Das Gute dabei: Das Prinzip ist recht einfach gestaltet und kostengünstig. Da es sich um ein Austauschprogramm handelt, profitierst Du davon, dass sich vor Ort um eine Unterkunft für Dich gekümmert wird – und die ist, wie die Verpflegung, in der Regel kostenlos. Dadurch wird ein Auslandsaufenthalt auch für diejenigen, die ein begrenztes Budget zur Verfügung haben, erschwinglich.

Die Bewerbung für den Austausch kostet nur 100€, von denen 85€ bei einer Absage wieder zurückerstattet werden. Die Chancen auf Erfolg stehen aber gut, besonders, wenn man sich für nicht-englischsprachige Länder interessiert.

Ein wenig Flexibilität brauchst Du aber: Wünsche bzgl. Krankenhaus, Station und Stadt werden aufgenommen, können aber nicht immer umgesetzt werden.

Famulaturen ins Ausland werden auch von vielen weiteren Organisationen vermittelt – dabei profitierst Du von weniger Aufwand, musst aber meistens tief in die Tasche greifen.

Selbst organisieren – und böse Überraschungen vermeiden

Hast Du dagegen sehr genaue Vorstellungen, wie Dein Arbeitsplatz aussehen soll oder bist kein Fan von Überraschungen, ist es auch gut möglich, den Aufenthalt selbst zu organisieren. Solange Du sicherstellst, dass die Famulatur vom zuständigen Landesprüfungsamt anerkannt wird, bist Du in Deiner Auswahl ganz frei. Hier kannst Du Dich also erstmal von Deinen persönlichen Präferenzen leiten lassen – sei es Land, Station oder ein bestimmtes Krankenhaus. Sehr hilfreich können dann Seiten wie Famulatur-Ranking.de sei: Hier findest Du persönliche Erfahrungsberichte, die oft mehr aussagen als die Klinikhomepage. Auch lohnt es sich, bei Deiner Fachschaft nachzufragen: Die können oft Empfehlungen geben.

Fast alle Medizinischen Fakultäten pflegen einen regen Austausch mit Partneruniversitäten, bei denen eine Famulatur unkompliziert zu organisieren ist. Schau dazu am besten auf der Homepage Deiner Fakultät nach. Hier findest Du in der Regel auch Ansprechpartner, die Dir Deine Fragen beantworten können.

Was Du noch beachten solltest: Nicht für alle Länder erhältst Du für eine Famulatur ein Visum. Ein Jahr vor der Ausreise solltest Du anfangen, Dich um den Aufenthalt zu kümmern und Dich über die besonderen Erfordernisse des Landes informieren: Spezielle Impfungen, Unterkunft, Visum – all das nimmt viel Zeit in Anspruch.

Entscheidend: Wo liegt der Schwerpunkt?

Erfahrungsberichte sind immer wertvoll – aber Du solltest stets im Auge behalten, dass die Erwartungen an den Aufenthalt bei jedem unterschiedlich sind. Was der für Dich beste Platz ist, hängt wesentlich davon ab, welche Kernelemente für Dich erfüllt sein müssen. Bleibe also bei Dir und plane genug Zeit für die Auswahl und Vorbereitung Deiner Auslandsfamulatur ein. Dann hast Du die besten Chancen, eine unvergessliche Zeit zu haben, an der Du fachlich wie persönlich wächst.

Über die Autorin

Jana Detscher

Jana studiert derzeit im Masterstudiengang "Theorien und Praktiken professionellen Schreibens" und widmet sich mit großer Leidenschaft dem präzisen und kreativen Umgang mit Sprache. Ob bei der Recherche oder beim zielgruppengerechten Schreiben – Jana bringt fundierte Erfahrung im redaktionellen Arbeiten mit, unter anderem durch Stationen beim Literaturhaus Köln und dem Dokumentationszentrum DOMiD e.V.

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