Medizinstudium in Deutschland

Losverfahren Medizinstudium

Von Jana Detscher3 Min. Lesezeit
Losverfahren Medizinstudium

Der erste Versuch war nichts, im Nachrückverfahren gescheitert – oder Du hast es gar nicht erst mit einer Bewerbung probiert, weil Dein Schnitt sowieso nicht reicht? Unglaublich, aber wahr: Mit dem Losverfahren kannst Du Dir vielleicht doch noch einen der letzten Plätze sichern. Dafür musst Du alles auf eine Karte setzen. Aber wie einfach ist es wirklich?

Viele träumen davon, Medizin zu studieren. Aber die Plätze sind rar und jedes Semester gehen viele Bewerber leer aus. Auch wenn man das eigene Profil aufpolieren kann, um die Chancen für das nächste Mal zu erhöhen – manchmal ist die Abinote einfach zu schlecht. Bevor man viel Zeit investiert, um Berufserfahrung zu sammeln oder sich auf den TMS vorzubereiten – es wäre doch so schön, einfach direkt im Studium zu zeigen, dass man es kann! Und tatsächlich gibt es eine Möglichkeit.

Wie funktioniert das Losverfahren?

Für die rar gesäten Medizinstudienplätze gibt es ein mehrstufiges Bewerbungsverfahren. Für den Fall, dass nach dem letzten Nachrückverfahren immer noch Studienplätze frei sind, bietet sich die Möglichkeit, das Schicksal herauszufordern – das heißt, maximal zweimal im Jahr. Kein Suchtpotenzial – aber Spannung garantiert! Und ja, Noten, Berufserfahrung oder die Bewerbung bei Hochschulstart sind hier absolut irrelevant und zur Teilnahme brauchst Du auch kein Pokerface. Die einzige Voraussetzung ist eine gültige Hochschulzugangsberechtigung.

So kommt Dein Name in den Topf

Fast alle Hochschulen führen ein Losverfahren durch – vorausgesetzt, es bleiben Studienplätze frei. Die Teilnahme ist denkbar einfach: Oft musst Du eine Postkarte mit Deinen Daten und der Erklärung über die Teilnahme an Losverfahren einschicken. Manche Hochschulen haben mittlerweile auch ein Online-Formular, das ausgefüllt werden muss. Auf den Seiten der Universitäten kannst Du Dich über die Modalitäten informieren. Und dann heißt es: Rien ne va plus – abwarten.

Fristen

Bis wann genau Deine Bewerbung eingeflattert sein muss, hängt von der Hochschule ab. In der Regel umfasst der Zeitraum etwa einen Monat. Da die Auslosung erst nach dem letzten Nachrückverfahren stattfindet, liegt er fürs Wintersemester zwischen Ende September und Anfang November.

Der Hauptgewinn – jetzt muss es schnell gehen

Und ja, das ist zeitlich ziemlich knapp – schließlich startet das Semester bereits im Oktober. Falls Dein Name tatsächlich gezogen wird, muss schneller Prozess gemacht werden. Viel Zeit zum Überlegen bleibt dann nicht. Ein Nachteil dabei: Wenn Du später in das Studium startest, sind auch die eigentlichen Belegphasen schon vorbei und Du musst flexibel sein, was Lehrveranstaltungen und Zeitplan betrifft. Es ist gut möglich, dass Du ein zusätzliches Semester einplanen musst. Aber hey – das ist doch ein eher kleines Opfer, wenn man bedenkt, dass es sich hier um den absoluten Jackpot handelt.

Wie stehen die Chancen?

Wie Du Dir wahrscheinlich denken kannst, nehmen die meisten Bewerber eine angebotene Zulassung auch an, weshalb es nur wenige frei gebliebene Plätze gibt. Häufig entfällt das Losverfahren deshalb ganz. Aber: Wenn Du flexibel bist, kannst Du Dich an allen Universitäten, die das Losverfahren anbieten, bewerben – die Chancen sind nicht unbedingt hoch, aber einen Versuch ist es wert. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und vielleicht ist es am Ende wirklich die Glücksfee, die darüber entscheidet, ob Du Medizin studierst.

Über die Autorin

Jana Detscher

Jana studiert derzeit im Masterstudiengang "Theorien und Praktiken professionellen Schreibens" und widmet sich mit großer Leidenschaft dem präzisen und kreativen Umgang mit Sprache. Ob bei der Recherche oder beim zielgruppengerechten Schreiben – Jana bringt fundierte Erfahrung im redaktionellen Arbeiten mit, unter anderem durch Stationen beim Literaturhaus Köln und dem Dokumentationszentrum DOMiD e.V.

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