Wissenswertes

Studieren mit 30+ – Lohnt sich das Medizinstudium noch?

Von Michelle Sobisch2 Min. Lesezeit
Späteinsteigerin im Medizinstudium – Studieren mit 30 oder 40

Nachdem du die Karriereleiter in deinem Beruf als Marketingmanagerin erklommen hast, merkst du, dass du doch lieber etwas anderes machen möchtest? Du hast eine Ausbildung zum Maler gemacht, möchtest jetzt aber deinem Traum vom Medizinstudium nachgehen? Doch ist es dafür mit 30 oder 40 nicht zu spät? Die Antwort hängt ganz davon ab, worauf du in deinem bisherigen beruflichen und privaten Leben Wert gelegt hast!

Viele Menschen sagen, dass es nie zu spät ist, etwas Neues auszuprobieren und seine Träume später als geplant zu verwirklichen. Auch das Medizinstudium ist ein Wunsch, dem viele nicht direkt nach dem Abitur nachgehen können – sei es aufgrund eines zu hohen NCs oder fehlender finanzieller Mittel für ein Studium im Ausland. Daher kann es von Vorteil sein, wenn man mit Mitte 30 einige Wartesemester gesammelt hat und zudem über finanzielle Stabilität und Reife verfügt. Darüber hinaus kann es eine große Bereicherung sein, wenn man erkannt hat, dass die persönliche Erfüllung eher in einer Karriere als Mediziner:in liegt – insbesondere angesichts des aktuellen Arbeitsmarktes, der vor allem in ländlichen Regionen händeringend medizinisches Personal sucht.

Trotzdem muss man sich bewusst sein, dass man mit 30+ an einem anderen Punkt im Leben steht als Studierende Anfang 20. Vielleicht hat man bereits eine Familie gegründet oder sich einen gewissen Lebensstandard aufgebaut. Die lange und intensive Studiendauer könnte diese Aspekte auf eine Belastungsprobe stellen und es erschweren, den bisherigen Lebensstil aufrechtzuerhalten. Auch wenn das Medizinstudium dafür bekannt ist, dass dort immer mal wieder ältere Studierende sitzen, gilt der gesellschaftlich anerkanntere Weg nach wie vor als jener, bei dem man mit Ende 20 bereits in der Facharztausbildung steckt – und nicht erst ins Studium einsteigt. Wer jedoch mit dieser gesellschaftlichen Nonkonformität leben kann, sollte sich davon nicht abhalten lassen.

Das Positive ist: Unabhängig vom Alter bieten medizinische Einrichtungen stets gute Einstiegs- und Gehaltschancen. Auch wenn der Konkurrenzdruck in beliebten Fachrichtungen wie der Chirurgie hoch ist, spielt das Alter in der Regel keine ausschlaggebende Rolle bei der Zu- oder Absage. Vielmehr sind die Erfahrungen, die man in den Bereichen Soft Skills und Lebenserfahrung gesammelt hat, im medizinischen Beruf von großem Vorteil. Wer sich entscheidet, mit 30+ ein Medizinstudium zu beginnen, muss einige Dinge abwägen. Dennoch gibt es zahlreiche Vorteile, und wie bei vielen Dingen ist die persönliche Motivation der entscheidende Faktor. Die Herausforderung sollte nicht unterschätzt werden, doch mit einer klaren Zielsetzung ist es möglich – und lohnenswert.

Über die Autorin

Michelle Sobisch

Michelle Sobisch hat einen Bachelor of Laws im Deutschen und Europäischen Wirtschaftsrecht abgeschlossen und studiert derzeit Rechtswissenschaften an der Universität zu Köln. Sie bringt fundierte juristische Kenntnisse, Organisationstalent und ausgeprägte kommunikative Fähigkeiten mit. Dank ihrer Erfahrung in Kanzleien und ihrer Leidenschaft für sorgfältige Recherche bereitet sie komplexe Inhalte klar und verständlich auf.

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