Hautärzte sind Ärzte, die nach ihrem Medizinstudium eine Facharztausbildung im Bereich Haut- und Geschlechtskrankheiten abgeschlossen haben. Sie sind spezialisiert auf die Behandlung von Erkrankungen der Haut, der Schleimhäute und der Hautanhangsorgane (dazu gehören Haare, Nägel und Drüsen).
Was zeichnet die Arbeit als Hautarzt aus?
Die Haut ist das größte Organ unseres Körpers und bildet die Schnittstelle zwischen Körper und Umwelt. Sie schützt uns vor Keimen, Schadstoffen und UV-Strahlen. Die Haut reguliert Temperatur und Wasserhaushalt und fungiert als Sinnesorgan, das Berührungen, Schmerzen und Temperaturänderungen wahrnimmt. Häufig dient sie als Spiegel für tiefer liegende Krankheiten, die Hautärzte zu interpretieren wissen müssen.
Hautärzte behandeln eine große Bandbreite an Erkrankungen – von Ekzemen, Autoimmunerkrankungen und Pilzinfektionen bis hin zu Hautkrebs und seltenen Hautveränderungen. Doch nicht nur Probleme wie Fußpilz oder Schuppenflechte stehen für sie auf der Tagesordnung – auch Kosmetik und Schönheit gehören zu ihrem Fachgebiet: Viele Hautärzte bieten ästhetische Behandlungen an, darunter Botox zur Glättung von Falten und unerwünschten Linien im Gesicht oder Laserbehandlungen zum Entfernen von Pigmentflecken und Akne-Narben.
Worin liegen die Aufgaben eines Hautarztes?
Hautärzte arbeiten im Bereich der Dermatologie (Lehre von der Haut) und Venerologie (Lehre von sexuell übertragbaren Krankheiten). Beide Fachbereiche sind in einer Facharztausbildung zusammengefasst, da viele sexuell übertragbare Krankheiten Hautveränderungen verursachen. Ein Beispiel dafür ist das Herpes-Simplex-Virus, das Genitalherpes im Genital- und Analbereich auslösen kann.
Fachärzte für Dermatologie sind sowohl für die konservative (z. B. Behandlung mit Salben) als auch operative Therapie (z. B. Entfernung eines Muttermals) von Hautkrankheiten zuständig. Sie kümmern sich zudem um Vorsorge, Nachsorge und Rehabilitation. Zur Vorsorge gehört zum Beispiel die Früherkennung von Hautkrebs, zur Nachsorge eine regelmäßige Kontrolle der betroffenen Hautregionen. Im Rahmen der Rehabilitation geht es um die Wiederherstellung der Haut und im besten Fall um die vollständige Abheilung einer behandelten Erkrankung.
Hautärzte beschäftigen sich täglich mit Allergien, Hautschutzmethoden, Auto-Immun-Erkrankungen wie Schuppenflechte, Neurodermitis, Herpes, Fußpilz, Pruritus (Juckreiz), Formen von Akne wie Acne Vulgaris, Nesselsucht, Warzen oder – im schlimmsten Fall – Hautkrebs.
Für die Behandlung und Diagnostik stehen Dermatologen verschiedene Methoden zur Verfügung:
- Screening: Regelmäßige Vorsorgeuntersuchung der betroffenen Hautregionen durch ausführliches Betrachten. Häufig werden die Beobachtungen mit einem Video-Auflichtmikroskop dokumentiert. Die digitale Speicherung ermöglicht es, die Befunde unterschiedlicher Zeitpunkte miteinander zu vergleichen, um Veränderungen zu erkennen.
- Biopsie: Die Entnahme von Hautproben zur Laboruntersuchung, um Dermatosen voneinander abzugrenzen oder den Verdacht auf Hautkrebs zu überprüfen.
- Laserbehandlungen: Kosmetisch störende Hautveränderungen wie gutartige Muttermale, Warzen oder Flecken können mithilfe einer Laserbehandlung schonend entfernt werden, indem die oberen Hautschichten abgetragen werden. Zudem eignet sich die Methode zum Verblassen von Tätowierungen.
- Lichttherapie: Die Therapie mit unterschiedlichen Lichttypen wird bei der Behandlung vieler verschiedener Hauterkrankungen eingesetzt. Im Falle von Akne wird die Haut beispielsweise mit blauem Licht bestrahlt, da dieses eine antibakterielle Wirkung hat und die Bakterien, die zur Entstehung von Akne führen, abtötet.
Wo arbeiten Hautärzte?
Im Jahr 2023 zählte die Bundesärztekammer im Rahmen ihrer Ärztestatistik 428.474 berufstätige Ärzte, darunter 6.511 Fachärzte für Haut- und Geschlechtskrankheiten. Sie arbeiten:
- In Praxen: Mehr als 75 % aller Hautärzte arbeiten im ambulanten Bereich, d. h. in Fachpraxen oder Medizinischen Versorgungzentren (MVZ). Zwei Drittel unter ihnen haben sich in eigener Praxis niedergelassen.
- In Kliniken: Nur etwa 20% aller Hautärzte sind stationär in Kliniken oder Unikliniken angestellt. Man findet sie in dermatologischen Abteilungen oder in der Notaufnahme im Falle akuter Hautprobleme wie z. B. Verbrennungen. Zudem sind sie in Kliniken tätig, die sich auf Allergologie, Ästhetische Medizin oder Onkologie (im Fallen von Hautkrebs) spezialisiert haben.
- In Forschungseinrichtungen: Einige Hautärzte sind zusätzlich zu ihrem Alltag als praktizierender Arzt in der Forschung tätig und beteiligen sich an klinischen Studien.
Wie wird man Hautarzt?
Um sich als Hautarzt bezeichnen zu dürfen, muss man nach Bestehen aller drei Staatsexamen des Humanmedizinstudiums und nach Erhalt der Approbation als Arzt, gemäß § 3 der Bundesärzteordnung (BÄO), eine Facharztausbildung im Bereich Haut- und Geschlechtskrankheiten absolvieren. Die exakten Ausbildungsregelungen variieren je nach Bundesland. Die Facharztausbildung kann in Weiterbildungsstätten absolviert werden, die von der jeweiligen Ärztekammer befugt sind. Dazu zählen hauptsächlich ambulante Praxen und Medizinische Versorgungszentren.
Gemäß der Weiterbildungsordnung der Ärztekammer Nordrhein dauert die Ausbildung zum Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten 60 Monate. Diese 5 Jahre umfassen:
- 60 Monate Ausbildung im Bereich der Haut- und Geschlechtskrankheiten unter Befugnis an Weiterbildungsstätten
- davon können 12 Monate zum Kompetenzerwerb in einem anderen Fachgebiet absolviert werden
Die frei wählbaren 12 Monate können in einem Gebiet absolviert werden, das in einem Bezug zur Dermatologie und Venerologie steht. Viele angehende Fachärzte entscheiden sich für die Innere Medizin, da in diesem Bereich z. B. Autoimmun-Erkrankungen und systemische Infektionen behandelt werden, die die Haut betreffen können. Andere Auszubildende wählen die Chirurgie, um mehr Wissen bezüglich operativer und ästhetischer Eingriffe zu erwerben. Aber auch die Wahl der Allgemeinmedizin hilft dem angehenden Hautarzt, breiter aufgestellt zu sein.
Auf den Webseiten der Landesärztekammern findet man Suchportale, in die man Facharztbereich und Stadt eingeben kann, um sich zur Weiterbildung befugte Krankenhäuser und Praxen anzeigen zu lassen.
Welche Fortbildungen und Spezialisierungen gibt es?
Im Januar 2004 wurde im Rahmen des GKV-Modernisierungsgesetzes festgelegt, dass sich Fachärzte stetig fortbilden müssen. Innerhalb von 5 Jahren sind 250 Fortbildungspunkte zu sammeln: Für den Besuch von Vorträgen und Diskussionen erhält man beispielsweise einen Punkt, mehrtägige Kongresse bringen drei Punkte. Zehn Punkte kann man pro Jahr ohne Nachweise für das Selbststudium mittels Fachliteratur angerechnet bekommen.
Die Dermatologie ist ein komplexes Fachgebiet, das vielfältige Spezialisierungs- und Fortbildungsmöglichkeiten bietet. So kann man seinen Schwerpunkt beispielsweise auf die Dermatologische Onkologie oder die Kosmetische Dermatologie legen. Zudem ist es möglich, sich in Bezug auf bestimmte Erkrankungen fortzubilden und gegebenenfalls in der Forschung mitzuwirken.
Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) organisiert zahlreiche Arbeitsgruppen in unterschiedlichen Bereichen, dazu zählen zum Beispiel die Allergologie, die Wundheilung in der Dermatologie oder die Pädiatrische Dermatologie (Dermatologie bei Neugeborenen und Kindern). Die jeweiligen Mitglieder treffen sich regelmäßig zum gegenseitigen Austausch, veranstalten Tagungen oder organisieren Fortbildungen.
Für das Selbststudium empfiehlt sich die wissenschaftliche Fachzeitschrift Die Dermatologie, die vom Springer-Medizin-Verlag im Auftrag der Deutschen STI-Gesellschaft (sti=sexually transmitted infections) und der Deutschen Dermatologischen Lasergesellschaft (DDL) veröffentlicht wird.
Online-Plattformen wie das Forum Medizin Fortbildung (FOFM) oder Medixum, die Fortbildungsplattform des Deutschen Ärzteverlags, bieten ebenfalls Fortbildungskurse im Bereich Dermatologie und Venerologie an.
Wie viel verdient ein Hautarzt?
Das konkrete Gehalt eines Hautarztes ist davon abhängig, wo er arbeitet und wie viel Erfahrung er vorweisen kann. Der Tarifvertrag für Ärzte in kommunalen Krankenhäusern (TV-Ärzte/VKA) und der Tarifvertrag für Ärzte in Universitätskliniken (TV-Ärzte TdL) ähneln sich in ihren Angaben, in Universitätskliniken fällt die monatliche Vergütung etwas höher aus. Im ersten Jahr der Facharztausbildung verdient man in einer Uniklinik ein Einstiegsgehalt von 5.626,91 Euro brutto monatlich, das mit jedem Jahr Erfahrung um eine Stufe steigt.
Tarifverträge für Krankenhäuser machen keinen Unterschied in Bezug auf Facharztausbildungen oder Spezialisierungen, sodass die meisten stationär angestellten Fachärzte den gleichen Satz verdienen. Lediglich die hierarchische Ebene – Assistenzarzt, Facharzt, Chefarzt oder Oberarzt – sowie die Berufserfahrung haben Einfluss auf die Höhe des Einkommens. Ist man als Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten in einer Uniklinik angestellt, verdient man im ersten Jahr 7.426,63 Euro brutto monatlich, nach 9 Jahren Berufserfahrung beläuft sich das Gehalt auf 8.903,30 Euro. Zusätzlich zum vertraglich geregelten Gehalt ist es möglich, sein Einkommen mit Bereitschafts- und Rufdiensten sowie Feiertags- und Nachtschichten zu erhöhen.
Niedergelassene Dermatologen (laut Ärztestatistik 3340) haben Aussicht auf ein weit höheres Gehalt. Sie belegen Platz 6 unter den Fachärzten mit dem höchsten Verdienst. Der Reinertrag einer dermatologischen Fachpraxis beläuft sich pro Jahr im Durchschnitt auf ca. 344.000 Euro. Bei einem hohen Anteil an Privatpatienten oder ästhetischen Leistungen wie Botox, Laser oder Anti-Aging sind Reinerträge bis zu 500.000 Euro jährlich möglich. Der Reinertrag ist die Differenz zwischen den Einnahmen und den Betriebsausgaben und stellt noch nicht das Nettoeinkommen des Praxisinhabers dar. Nach Abzug von Steuern, Versicherungen, Kammerbeiträgen, Beiträgen zum Versorgungswerk, privater Altersvorsorge sowie eventuellen Kreditraten für die Praxisübernahme bleiben dem Inhaber pro Monat schätzungsweise 9.000 Euro netto.
Welche Zukunftsperspektiven haben die Dermatologie und Venerologie?
Sowohl medizinisch als auch wirtschaftlich sind die Zukunftsperspektiven des Fachbereichs Dermatologie und Venerologie vielversprechend. Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Psoriasis oder Hautkrebs nehmen zu und ihre Früherkennung gewinnt an Bedeutung. Auch präventive Hautchecks bei Senioren sind ein wachsendes Feld – die Menschen werden immer älter und das Alter ist häufig mit Krankheit verbunden, die so früh wie möglich erkannt werden sollten.
Zudem „boomt“ die Ästhetische Dermatologie: Viele Patienten, denen Hautpflege, Beratung und Aussehen wichtig sind, zahlen gerne privat für Botox,- Filler-, oder Anti-Aging-Behandlungen. Solche kosmetischen Eingriffe sind in der Regel sehr gut bezahlt.
Wie viele andere Bereiche wird auch der Fachbereich der Dermatologie und Venerologie in Zukunft von den Entwicklungen in der Telemedizin profitieren: So können zum Beispiel Online-Sprechstunden den Arbeitsalltag vereinfachen und digitale Tools das Praxismanagement und die Patientenerreichbarkeit verbessern. Künstliche Intelligenz kann helfen, Hautveränderungen in Zukunft genauer zu beurteilen.
Fazit – Lohnt sich der Weg zum Hautarzt?
Der Weg zum Facharzt für Dermatologie und Venerologie lohnt sich.
Die Dermatologie gilt als eine der freundlichsten Fachbereiche: Die Arbeitszeiten sind planbar, es gibt kaum Notfälle oder Nachtdienste, die Patienten sind häufig zufrieden mit den Ergebnissen und die psychische Belastung ist im Vergleich zu vielen anderen Facharztbereichen eher gering.
Darüber hinaus gehören niedergelassene Dermatologen zu den Fachärzten mit hohem Verdienst. Vor allem kosmetische Behandlungen wie Faltenbehandlungen, Lasertherapien, oder Peelings zur Hautverfeinerung wirken sich äußerst positiv auf das monatliche Gehalt aus.
FAQs
Was macht ein Hautarzt?
Hautärzte behandeln eine große Bandbreite an Haut- und Geschlechtserkrankungen, dazu gehören zum Beispiel Allergien, Auto-Immun-Erkrankungen wie Schuppenflechte, Neurodermitis, Herpes oder Hautkrebs. Darüber hinaus bieten sie ästhetische Behandlungen an – z. B. Botox zur Glättung von Falten oder Laserbehandlungen zur Entfernung von Pigmentflecken.
Wie wird man Hautarzt?
Um sich als Hautarzt bezeichnen zu dürfen, muss man, nach Bestehen aller drei Staatsexamen des Humanmedizinstudiums und nach Erhalt der Approbation als Arzt, eine Facharztausbildung im Bereich der Haut- und Geschlechtskrankheiten abschließen. Diese kann in Weiterbildungsstätten absolviert werden, die von der jeweiligen Ärztekammer befugt sind, dazu zählen hauptsächlich ambulante Praxen und Medizinische Versorgungszentren
Wie viel verdient ein Hautarzt?
Ist man als Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten in einem Krankenhaus angestellt, kann man, je nach Land und Erfahrung, mit einem monatlichen Bruttoverdienst zwischen 7.000 und 9.000 Euro rechnen. Niedergelassene Dermatologen belegen Platz 6 unter den Fachärzten mit dem höchsten Verdienst: Ein Hautarzt mit eigener Praxis kann am Ende des Monats mit bis zu 9.000 Euro netto rechnen.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Hautarzt?
Die Ausbildung zum Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten dauert in der Regel 5 Jahre.

Julia Tech
Julia Tech hat Mehrsprachige Kommunikation mit dem Schwerpunkt Translation an der TH Köln studiert und 6 Monate davon an der Université Aix-Marseille im Süden Frankreichs verbracht. Französisch ist ihre Herzenssprache, aber auch im Deutschen ist sie sehr sprachgewandt. Neben ihrem feinen Gespür für zwischenmenschliche Kommunikation interessiert sie sich für Psychologie, Philosophie und Tauchen.
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