Was macht ein...?

Was macht ein Humangenetiker?

Von Julia Tech11 Min. Lesezeit
Humangenetiker analysiert DNA-Sequenzen im Labor – Was macht ein Humangenetiker?

Humangenetiker sind auf das menschliche Genom spezialisiert. Sie führen genetische Untersuchungen durch, um beispielsweise Chromosomen, DNA und Gene zu analysieren und genetisch bedingte Erkrankungen zu identifizieren. Sie beraten Patienten und Familien über die Wahrscheinlichkeit der Weitergabe von Krankheiten an ihre Nachkommen und die Möglichkeiten der Diagnostik und Behandlung. Auch die Pränataldiagnostik zählt zu ihren Aufgaben. Zudem forschen Humangenetiker an genetischen Grundlagen menschlicher Vielfalt und Krankheiten, um neue diagnostische und therapeutische Ansätze zu entwickeln.

Was zeichnet die Arbeit als Humangenetiker aus?

Im April 2003 wurde das menschliche Genom vom International Human Genome Sequencing Consortium als vollständig entschlüsselt bekannt gegeben. Dies markierte einen wichtigen Meilenstein in der Wissenschaft und eröffnete neue Möglichkeiten in der Medizin und Forschung. Dadurch konnte die Humangenetik von einer rein forschungsorientierten Wissenschaft zu einem integralen Bestandteil der klinischen Medizin werden.

Die Humangenetik ist eine recht junge Disziplin, die sich jedoch mit einem beachtlichen Tempo entwickelt. So gibt es mittlerweile genetische Techniken wie das Next-Generation-Sequencing, mit dem ein komplettes, menschliches Genom innerhalb eines Tages vollständig sequenziert werden kann.

Humangenetiker arbeiten an der Spitze der Forschung und Technik im Labor und spielen gleichzeitig eine wichtige soziale Rolle bei der Beratung und Unterstützung von Patienten in der Praxis. Damit bilden sie die Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Medizin und Ethik.

Vor allem in Fragen Ethik sind Humangenetiker immer wieder mit herausfordernden Entscheidungen konfrontiert. Pränatale Bluttests, zum Beispiel auf Trisomie 13, 18 oder 21 werden stark diskutiert. Entscheidungen können belastend sein, wenn das Recht der Eltern auf Selbstbestimmung mit dem Wohl des Kindes kollidiert.

Worin liegen die Aufgaben eines Humangenetikers?

Ein Humangenetiker versteht die molekularen Grundlagen der Genetik, einschließlich DNA-Struktur, Genexpression, Mutationen und epigenetischer Mechanismen.

Er entnimmt den Patienten Blut- oder Gewebeproben, lässt sie in einem genetischen Labor auswerten (oder tut dies selbst) und interpretiert die Ergebnisse, um genetische Ursachen für Krankheiten zu identifizieren. Zum Beispiel kann er bei Kindern mit Entwicklungsverzögerungen oder angeborenen Fehlbildungen eine Untersuchung anordnen, um festzustellen, ob eine genetische Veränderung vorliegt.

Humangenetiker sind hauptsächlich für die Auswertung und Interpretation der Testergebnisse zuständig. Laborärzte oder Molekularbiologen nehmen die genetischen Tests vor und senden die Befunde zur Auswertung in die Praxis.

Im Rahmen einer familiären Anamnese erheben Humangenetiker die Familiengeschichte des Patienten, um genetische Muster zu erkennen. Häufig gibt es mehrere Familienmitglieder mit ähnlichen Symptomen oder Erkrankungen. Auch frühzeitige Todesfälle oder Unfruchtbarkeit können auf genetische Ursachen für Erkrankungen hinweisen.

Nach Interpretation der Daten entscheidet der Humangenetiker, ob eine genetische Veränderung die Ursache der Erkrankung ist und welche Bedeutung diese für den Patienten hat. Das ist oft komplex, denn es gibt viele Arten von Mutationen oder Abweichungen in den Genen – Veränderungen in der DNA-Sequenz, Strukturveränderungen oder Kopienzahlvariationen – aber nicht alle Veränderungen sind krankheitsauslösend: Manche genetischen Varianten haben keine sichtbaren Auswirkungen auf die Gesundheit oder das Erscheinungsbild einer Person. Sie sind sogenannte normale Variationen, die im Rahmen der genetischen Vielfalt vorkommen. Zudem ist bei einigen genetischen Veränderungen unklar, ob sie tatsächlich Krankheiten verursachen oder nur in Kombination mit anderen Faktoren eine Rolle spielen. Manchmal sind mehrere Gene beteiligt (Polygenie), was die Zuordnung erschwert.

Ein Beispiel für eine genetische Veränderung mit einer klaren und sicheren Verbindung zu einer Krankheit ist die Mutation im CFTR-Gen, die zystische Fibrose (Mukoviszidose) verursacht. Diese Mutation ist weltweit gut erforscht und belegt. Sie führt dazu, dass das CFTR-Protein nicht richtig funktioniert. Das beeinflusst die Schleimproduktion in Lunge, Verdauungstrakt und anderen Organen, was zu den typischen Symptomen der Mukoviszidose führt. Der Humangenetiker klärt den Patienten darüber auf, dass die Mutation die Ursache der Erkrankung ist. Somit kann die Familie über das Risiko für Geschwister oder zukünftige Kinder informiert werden und Maßnahmen zur Behandlung und Betreuung planen.

Patienten entscheiden sich, einen Termin beim Humangenetiker zu vereinbaren, wenn in der Familie bekannte genetische Erkrankungen vorkommen (z. B. Brustkrebs, Mukoviszidose oder die Huntington-Krankheit), um sein persönliches Risiko besser einschätzen zu können. Auch bei unklaren oder seltenen Symptomen, die auf eine genetisch bedingte Erkrankung hindeuten könnten – ungewöhnliche körperliche Merkmale, Entwicklungsverzögerungen oder wiederkehrende Krankheiten ohne klare Ursache – kann eine Beratung beim Humangenetiker aufschlussreich sein. Vor allem aber Schwangere besuchen den Humangenetiker, um mithilfe von Pränataldiagnostik herauszufinden, ob das Risiko besteht, genetische Erkrankungen an ihre Kinder zu vererben und Entscheidungen in Bezug auf ihre Schwangerschaft zu treffen.

Viele Humangenetiker sind auch in der Forschung tätig. Sie untersuchen neue genetische Marker, entwickeln bessere Analyse-Tests oder erforschen die genetischen Grundlagen verschiedener Krankheiten.

Wo arbeiten Humangenetiker?

Im Jahr 2023 zählte die Bundesärztekammer im Rahmen ihrer Ärztestatistik 428.474 berufstätige Ärzte, darunter 401 Fachärzte für Humangenetik. Sie arbeiten:

  • Ambulant: Mehr als die Hälfte der Humangenetiker ist im ambulanten Bereich tätig. Sie arbeiten zum Beispiel bei genetischen Beratungsstellen, die von Instituten für Labormedizin oder klinische Genetik angeboten werden. Zudem gibt es spezielle Facharztpraxen für Humangenetik, die genetische Diagnostik und Beratung anbieten. Viele Humangenetiker sind Teil von Gemeinschaftspraxen oder MVZs, dabei arbeiten sie zum Beispiel mit Gynäkologen (für die Pränataldiagnostik), Pädiatern (z. B. für die genetische Diagnostik von Entwicklungsstörungen) oder Laborärzten und Molekularbiologen zusammen.
  • Stationär: In Kliniken sind sie an der stationären Versorgung mitbeteiligt, zum Beispiel bei Neugeborenen mit auffälligen Symptomen oder bei Patienten mit schweren genetischen Erkrankungen, angeborenen Fehlbildungen oder Verdacht auf genetische Syndrome.

Wie wird man Humangenetiker?

Um sich als Humangenetiker bezeichnen zu dürfen, muss man, nach Bestehen aller drei Staatsexamen des Humanmedizinstudiums und nach Erhalt der Approbation als Arzt, gemäß § 3 der Bundesärzteordnung (BÄO), eine Facharztausbildung im Bereich Humangenetik abschließen. Die Regelungen variieren je nach Bundesland und müssen gegebenenfalls bei der zuständigen Landesärztekammer erfragt werden.

Gemäß der Muster-Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer umfasst die Weiterbildung 60 Monate Humangenetik unter Befugnis an Weiterbildungsstätten, davon:

  • 30 Monate in der humangenetischen Patientenversorgung
  • 12 Monate in anderen Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung
  • 12 Monate im molekulargenetischen Labor
  • 6 Monate im zytogenetischen Labor

Die Weiterbildung kann an Ausbildungsstätten absolviert werden, die von der jeweiligen Landesärztekammer befugt sind, dazu zählen hauptsächlich Universitätskliniken, MVZs und Institute für klinische Genetik.

Auf den Webseiten der Landesärztekammern findet man Suchportale, in die man Fachbereich und Stadt eingeben kann, um sich befugte Weiterbildungsstätten und Ärzte anzeigen zu lassen.

Welche Fortbildungen und Spezialisierungen gibt es?

Im Januar 2004 wurde im Rahmen des GKV-Modernisierungsgesetzes festgelegt, dass sich Fachärzte stetig fortbilden müssen, um ihre Facharztanerkennung behalten zu dürfen. Innerhalb von 5 Jahren sind 250 CME-Punkte (CME = Continuing Medical Education) zu sammeln: Für den Besuch von Vorträgen und Diskussionen erhält man beispielsweise einen Punkt, mehrtägige Kongresse bringen drei Punkte. Zehn Punkte kann man pro Jahr ohne Nachweise für das Selbststudium mittels Fachliteratur angerechnet bekommen.

Nach der Facharztausbildung können sich Humangenetiker zum Beispiel in den folgenden Bereichen weiterbilden oder spezialisieren:

  • Pränatale Humangenetik: Die pränatale Humangenetik beschäftigt sich mit der genetischen Untersuchung und Beratung während der Schwangerschaft mit dem Ziel, genetische Erkrankungen des ungeborenen Kindes frühzeitig zu erkennen. Sie umfasst die Durchführung von Tests wie Ultraschall, Chorionzottenbiopsie oder Amniozentese und die Beratung werdender Eltern über mögliche Risiken und Ergebnisse.

  • Onkologische Humangenetik: Die onkologische Humangenetik beschäftigt sich mit den genetischen Ursachen und Risikofaktoren bei Tumorerkrankungen und der Entwicklung personalisierter Therapien. Sie umfasst die Diagnose genetischer Mutationen, die Krebs begünstigen (z. B. BRCA1/BRCA2) und die Entwicklung maßgeschneiderter Behandlungsansätze, zum Beispiel der gezielte Einsatz von Medikation basierend auf den genetischen Befunden.

  • Pädiatrische Humangenetik: Die pädiatrische Humangenetik legt den Fokus auf genetisch bedingte Erkrankungen im Kindesalter, insbesondere angeborene Fehlbildungen und Entwicklungsstörungen. Sie umfasst die Diagnostik seltener Syndrome bei Kindern, die Betreuung von Kindern mit Entwicklungsverzögerungen oder Fehlbildungen sowie die Familienberatung hinsichtlich Vererbungsrisiken. Beispiele sind das Angelman-Syndrom, eine genetische Störung mit geistiger Behinderung und Bewegungsstörungen oder das Prader-Willi-Syndrom, das durch Hungerattacken, Übergewicht und Entwicklungsverzögerungen gekennzeichnet ist.

Die Deutsche Gesellschaft für Humangenetik e.V. (GfH) organisiert regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen und Kongresse oder gibt bedeutenden Fachexperten im Rahmen des Formats GfH-GeneTalks die Möglichkeit, ihre neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu teilen. Zudem publiziert sie die Fachzeitschrift Medizinische Genetik, die für das Selbststudium genutzt werden kann.

Wie viel verdient ein Humangenetiker?

Das konkrete Gehalt eines Humangenetikers ist davon abhängig, wo er arbeitet und wie viel Erfahrung er vorweisen kann. Der Tarifvertrag für Ärzte in kommunalen Krankenhäusern (TV-Ärzte/VKA) und der Tarifvertrag für Ärzte in Universitätskliniken (TV-Ärzte TdL) ähneln sich in ihren Angaben, in Universitätskliniken fällt die monatliche Vergütung etwas höher aus. Im ersten Jahr der Facharztausbildung verdient man in einer Uniklinik ein Einstiegsgehalt von 5.626,91 Euro brutto monatlich, das mit jedem Jahr Erfahrung um eine Stufe steigt.

Tarifverträge für Krankenhäuser machen keinen Unterschied in Bezug auf Facharztausbildungen oder Spezialisierungen, sodass die meisten stationär angestellten Fachärzte den gleichen Satz verdienen. Lediglich die hierarchische Ebene – Assistenzarzt, Facharzt, Chefarzt oder Oberarzt – sowie die Berufserfahrung haben Einfluss auf die Höhe des Einkommens. Ist man als Facharzt für Humangenetik in einer Uniklinik angestellt, verdient man im ersten Jahr 7.426,63 Euro brutto monatlich, nach 9 Jahren Berufserfahrung beläuft sich das Gehalt auf 8.903,30 Euro. Zusätzlich zum vertraglich geregelten Gehalt ist es möglich, sein Einkommen mit Bereitschafts- und Rufdiensten sowie Feiertags- und Nachtschichten zu erhöhen.

Private Krankenhäuser wie die HELIOS Klinik zahlen zwar individuelle Löhne, diese orientieren sich jedoch stark an den gängigen Tarifverträgen.

Im ambulanten Bereich unterscheiden sich die Einnahmen je nach Facharztbereich stark. Zudem unterliegen ambulante Praxen keinem Tarifvertrag und verfügen somit über einen gewissen Verhandlungsspielraum. Einige Praxisinhaber bieten angestellten Ärzten eine lukrative Umsatzbeteiligung an. Dafür ist der Gewinn einer privaten Praxis von Schwankungen geprägt und von diversen Faktoren wie Praxisstandort, Patientenanzahl, Vergütungsform der Behandlungen (gesetzlich oder privat versicherte Patienten), Anzahl der IGeL-Leistungen (individuelle Gesundheitsleistungen) sowie der allgemeinen Effizienz der Praxis abhängig.

52 Humangenetiker waren 2023 in eigener Praxis niedergelassen. Der durchschnittliche jährliche Reinertrag einer Humangenetik-Praxis liegt bei etwa 336.000 Euro. Der Reinertrag ist die Differenz zwischen den Einnahmen und den Betriebsausgaben und stellt noch nicht das Nettoeinkommen des Praxisinhabers dar. Nach Abzug von Steuern, Versicherungen, Kammerbeiträgen, Beiträgen zum Versorgungswerk, privater Altersvorsorge sowie eventuellen Kreditraten für die Praxisübernahme bleiben dem Inhaber pro Monat schätzungsweise 8.500 Euro netto.

Welche Zukunftsperspektiven hat die Humangenetik?

Die Humangenetik entwickelt sich rasant weiter. Für einige Krankheiten, die noch vor wenigen Jahren als sicheres Todesurteil galten, gibt es heute, dank der modernen Genetik, wirksame Therapien.

Mithilfe der Analyse individueller genetischer Profile können Therapien maßgeschneidert auf Patienten abgestimmt werden. Bei Krebspatienten kann beispielsweise die genetische Sequenzierung des Tumors helfen, gezielt Medikamente einzusetzen, die nur gegen spezifische Mutationen wirken (z. B. EGFR-Mutationen bei Lungenkrebs).

Vor allem die CRISPR-Cas9-Technologie stellte einen bedeutenden Durchbruch in der Genetik dar. Sie revolutionierte die Möglichkeit, DNA gezielt zu schneiden und zu verändern, was zuvor nur mit aufwändigen und teuren Methoden möglich war. Von der Grundlagenforschung über die Medizin bis hin zur Landwirtschaft hat die Technologie zahlreiche Einsatzmöglichkeiten eröffnet.

Fortschritte in der Genetik ermöglichen die Identifikation genetischer Risikofaktoren schon im Frühstadium. So können zum Beispiel Gentests auf BRCA1/2-Mutationen dazu beitragen, das Brustkrebsrisiko einzuschätzen, um frühzeitig Vorsorgemaßnahmen treffen zu können.

Die Kombination aus Genetik und Stammzellforschung könnte zukünftig die Regeneration beschädigter Gewebe oder Organe ermöglichen. Es könnten sogar ganze Organe aus genetisch modifizierten Stammzellen hergestellt werden. Die Verwendung eigener Zellen des Patienten würde das Risiko von Abstoßungsreaktionen deutlich verringern. Diese Technologien könnten den Mangel an Spenderorganen reduzieren und die Wartezeiten für Transplantationen verkürzen.

Die zahlreichen technischen Innovationen werfen viele Fragen bezüglich Datenschutz, Gentechnik an Embryonen (Designer-Babys) sowie sozialer Ungleichheiten beim Zugang zu genetischer Medizin auf, die die Gesellschaft und Institutionen wie den Deutschen Ethikrat mit großen ethischen Fragen konfrontiert.

In jedem Fall wird die Humangenetik in den kommenden Jahren eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung vieler Krankheiten spielen. Die kontinuierliche Weiterentwicklung der Technologien verspricht eine Revolution im Gesundheitswesen, bringt aber auch einige Herausforderungen mit sich.

Fazit – Lohnt sich der Weg zum Humangenetiker?

Der Weg kann sich lohnen. Humangenetiker spielen eine zentrale Rolle bei der Erforschung genetischer Ursachen von Erkrankungen wie Krebs, Erbkrankheiten oder seltenen genetischen Störungen. Durch ihre Arbeit können sie dazu beitragen, Diagnosen zu verbessern und innovative Therapien zu entwickeln. Das Gefühl, einen bedeutenden Beitrag zur Gesundheit und Lebensqualität der Menschen zu leisten, erleben viele Ärzte als sehr erfüllend.

Die Humangenetik ist ein hochdynamisches Fachgebiet mit ständig neuen Entwicklungen. Als Humangenetiker bleibt man stets am Puls der Zeit und hat die Möglichkeit, an bahnbrechenden Innovationen mitzuwirken.

Die Arbeit mit komplexen genetischen Daten fordert analytisches Denken, Problemlösungsfähigkeiten und interdisziplinäres Arbeiten. Für Menschen mit Interesse an Wissenschaft und Medizin bietet das Berufsfeld die Chance auf kontinuierliches Lernen und persönliche Weiterentwicklung.

Trotzdem sollte man eine gefestigte Persönlichkeit mitbringen, um sich bei schwierigen ethischen Fragen und belastenden Schicksalen ausreichend abgrenzen zu können.

FAQs

Was macht ein Humangenetiker?

Humangenetiker sind auf das menschliche Genom spezialisiert. Sie führen genetische Untersuchungen durch, um beispielsweise Chromosomen, DNA und Gene zu analysieren und genetisch bedingte Erkrankungen zu identifizieren. Sie beraten Patienten und Familien über die Wahrscheinlichkeit der Weitergabe von Krankheiten an ihre Nachkommen und die Möglichkeiten der Diagnostik und Behandlung. Auch die Pränataldiagnostik zählt zu ihren Aufgaben. Zudem forschen Humangenetiker an genetischen Grundlagen menschlicher Vielfalt und Krankheiten, um neue diagnostische und therapeutische Ansätze zu entwickeln.

Wie wird man Humangenetiker?

Um sich als Humangenetiker bezeichnen zu dürfen, muss man, nach Bestehen aller drei Staatsexamen des Humanmedizinstudiums und nach Erhalt der Approbation als Arzt, die gleichnamige Facharztausbildung abschließen. Diese kann an Ausbildungsstätten absolviert werden, die von der jeweiligen Landesärztekammer befugt sind, dazu zählen hauptsächlich Universitätskliniken, MVZs und Institute für Labormedizin oder klinische Genetik.

Wie viel verdient ein Humangenetiker?

Im ersten Jahr der Facharztausbildung verdient man in einer Uniklinik ein Einstiegsgehalt von 5.626,91 Euro brutto monatlich, das mit jedem Jahr Erfahrung um eine Stufe steigt. Nach Abschluss der Ausbildung erhält man zu Beginn 7.426,63 Euro brutto monatlich, nach 9 Jahren Berufserfahrung beläuft sich das Gehalt auf 8.903,30 Euro. In privater Humangenetik-Praxis bleiben dem Inhaber am Ende des Monats schätzungsweise 8.500 Euro netto.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Humangenetiker?

Die Facharztausbildung zum Humangenetiker nimmt in der Regel 5 Jahre in Anspruch.

Über die Autorin

Julia Tech

Julia Tech hat Mehrsprachige Kommunikation mit dem Schwerpunkt Translation an der TH Köln studiert und 6 Monate davon an der Université Aix-Marseille im Süden Frankreichs verbracht. Französisch ist ihre Herzenssprache, aber auch im Deutschen ist sie sehr sprachgewandt. Neben ihrem feinen Gespür für zwischenmenschliche Kommunikation interessiert sie sich für Psychologie, Philosophie und Tauchen.

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