Was macht ein...?

Was macht ein Internist?

Von Julia Tech10 Min. Lesezeit
Internist untersucht Patienten mit Stethoskop – Was macht ein Internist?

Internisten haben nach ihrem Medizinstudium eine Facharztausbildung im Gebiet der Inneren Medizin abgeschlossen. Sie sind spezialisiert auf die Diagnose und Behandlung von Erkrankungen der inneren Organe.

Der Begriff Innere Medizin (Medicina Interna) wurde im deutschsprachigen Raum im 19. Jahrhundert geprägt, um eine Fachrichtung zu beschreiben, die sich mit den Krankheiten der inneren Organe befasst. Ihr Gegenstück war die Chirurgie – das Fachgebiet, in der chirurgische Eingriffe am äußeren Körper oder an Knochen im Fokus standen. Der Begriff Innere Medizin war damals eine Art Sammelbecken für alle nicht-operativen Behandlungen innerer Erkrankungen. Erst mit der Zeit entstanden innerhalb des Fachbereichs Spezialisierungen wie die Kardiologie oder Gastroenterologie.

Was zeichnet die Arbeit als Internist aus?

Internisten sind sogenannte Allrounder unter den Ärzten, denn die Innere Medizin ist eines der komplexesten und weitreichendsten medizinischen Fachgebiete: Ob Bluthochdruck, Diabetes oder Gastritis – Internisten wissen genau, was zu tun ist. Die meisten Krankheiten der Inneren Medizin lassen sich non-operativ mithilfe von Medikamenten, Lebensstiländerungen oder konservativen Maßnahmen behandeln. Erachtet der Internist einen operativen Eingriff als notwendig, kann er seine Patienten an die Chirurgie verweisen. Kleine operative Eingriffe wie Endoskopien oder das Entfernen von Polypen kann er selbst vornehmen.

Internisten sind neben den Allgemeinmedizinern die einzigen Ärzte, die sich als Hausarzt niederlassen dürfen. Sie sind die Allgemeinmediziner der Inneren Medizin und wichtige Ansprechpartner für die medizinische Grundversorgung.

Worin liegen die Aufgaben eines Internisten?

Die Innere Medizin deckt eine Vielzahl von Fachbereichen ab, dazu gehören:

  • Kardiologie: Erkrankungen des Herzens und der Blutgefäße (z. B. Herzrhythmusstörungen)
  • Gastroenterologie: Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts (z. B. Reizdarm)
  • Endokrinologie und Diabetologie: Hormonelle Störungen (z. B. Adipositas)
  • Hämatologie und Onkologie: Blut- und Krebserkrankungen (z. B. Leukämie)
  • Nephrologie: Nierenerkrankungen (z. B. Nierensteine)
  • Rheumatologie: Erkrankungen des Bewegungsapparats (z.B. Rheuma)
  • Infektiologie: Infektionskrankheiten (z. B. Hepatitis)
  • Allergologie: Allergien und andere Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Asthma)
  • Angiologie: Gefäßkrankheiten der Arterien, Venen und Lymphgefäße (z. B. Thrombosen)
  • Pneumologie: Erkrankungen der Lunge (z. B. COPD)

Die Aufgaben eines Internisten sind vielfältig**.** Sie untersuchen Patienten, um Krankheiten zu diagnostizieren, erstellen Behandlungspläne und begleiten die Patienten bei der Therapie – sei es medikamentös, durch Veränderungen des Verhaltens oder andere Maßnahmen. Zudem führen sie Vorsorgeuntersuchungen durch, um Krankheiten frühzeitig zu erkennen. Bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Herzkrankheiten sind Internisten oft Ansprechpartner für die kontinuierliche Betreuung und Anpassung der Behandlung. Sie arbeiten eng mit anderen Fachärzten, Hausärzten und Therapeuten zusammen, um eine umfassende Versorgung zu gewährleisten.

Wo arbeiten Internisten?

Im Jahr 2023 zählte die Bundesärztekammer im Rahmen ihrer Ärztestatistik 428.474 berufstätige Ärzte, darunter 61.899, die insgesamt im Gebiet der Inneren Medizin tätig sind. 35.557 unter ihnen haben die allgemeine Facharztausbildung für Innere Medizin abgeschlossen. Sie arbeiten:

  • Ambulant: Ungefähr die Hälfte aller Internisten arbeitet im ambulanten Bereich. Dazu zählen allgemein internistische oder spezialisierte Fachpraxen. Der Allgemeininternist ist meist der erste Ansprechpartner und Koordinator in der medizinischen Versorgung. Etwas mehr als die Hälfte der ambulant arbeitenden Internisten hat sich in eigener Praxis niedergelassen, viele von ihnen arbeiten als Hausärzte. Auch Polikliniken und Klinikambulanzen sind mögliche Arbeitsplätze für Allgemeininternisten.
  • Stationär: Die andere Hälfte der Allgemeininternisten arbeitet in Krankenhäusern in Kliniken in internistischen Abteilungen. Einige von ihnen sind zusätzlich in der Notaufnahme tätig. Auch die Arbeit in Rehabilitationskliniken kommt für breit aufgestellte Internisten in Frage.
  • In Behörden: Einige Internisten arbeiten z. B. in Gesundheitsämtern, um Krankheiten zu überwachen und bei Gesundheitsprogrammen mitzuwirken. Andere Internisten sind bei Krankenkassen angestellt und helfen bei der Koordination der medizinischen Versorgung von Patienten. Zudem kann man in gesundheitspolitischen Gremien mitwirken, um die medizinischen Versorgungssysteme im Bereich Innere Medizin mitgestalten zu können.

Wie wird man Internist?

Um sich als Internist bezeichnen zu dürfen, muss man nach Bestehen aller drei Staatsexamen des Humanmedizinstudiums und nach Erhalt der Approbation als Arzt, gemäß § 3 der Bundesärzteordnung (BÄO), eine Facharztausbildung im Bereich Innere Medizin absolvieren. Die Weiterbildung zum Internisten umfasst in Deutschland 5 Jahre, die exakten Regelungen variieren je nach Bundesland. Die fachärztliche Ausbildung kann in Weiterbildungsstätten absolviert werden, die von der jeweiligen Ärztekammer befugt sind. Dazu zählen hauptsächlich Kliniken und internistische Praxen.

Gemäß der Weiterbildungsordnung der Ärztekammer Nordrhein umfasst die Facharztausbildung Innere Medizin:

  • 60 Monate im Gebiet Innere Medizin unter Befugnis an Weiterbildungsstätten, davon:
  • 48 Monate in der Inneren Medizin oder in mindestens zwei verschiedenen Facharztkompetenzen des Gebiets
  • mindestens 30 von diesen 48 Monaten sind in der stationären Patientenversorgung abzuleisten
  • 6 Monate in der Notfallaufnahme
  • 6 Monate in der Intensivmedizin

Auf den Webseiten der Landesärztekammern findet man Suchportale, in die man Facharztbereich und Stadt eingeben kann, um sich zur Weiterbildung befugte Krankenhäuser und Praxen anzeigen zu lassen.

Die Gebietsdefinition in der Weiterbildungsordnung verdeutlicht die Komplexität des Fachbereichs: Das Gebiet Innere Medizin umfasst die Vorbeugung, (Früh-)Erkennung, konservative und interventionelle Behandlung sowie Rehabilitation und Nachsorge der Gesundheitsstörungen einschließlich geriatrischer Krankheiten und Erkrankungen der Atmungsorgane, des Herzens und Kreislaufs, der Verdauungsorgane, der Nieren und ableitenden Harnwege, des Blutes und der blutbildenden Organe, des Gefäßsystems, des Stoffwechsels und der inneren Sekretion, des Immunsystems, des Stütz- und Bindegewebes, der Infektionskrankheiten und Vergiftungen sowie der soliden Tumore und der hämatologischen Neoplasien. Das Gebiet umfasst auch die Gesundheitsförderung und die Betreuung unter Berücksichtigung der somatischen, psychischen und sozialen Wechselwirkungen und die interdisziplinäre Koordination der an der gesundheitlichen Betreuung beteiligten Personen und Institutionen.

Welche Fortbildungen und Spezialisierungen gibt es?

Im Januar 2004 wurde im Rahmen des GKV-Modernisierungsgesetzes festgelegt, dass sich Fachärzte stetig fortbilden müssen, um ihre Facharztanerkennung behalten zu dürfen. Innerhalb von 5 Jahren sind 250 CME-Punkte (CME = Continuing Medical Education) zu sammeln: Für den Besuch von Vorträgen und Diskussionen erhält man beispielsweise einen Punkt, mehrtägige Kongresse bringen drei Punkte. Zehn Punkte kann man pro Jahr ohne Nachweise für das Selbststudium mittels Fachliteratur angerechnet bekommen.

Allgemeine Internisten sind so breit aufgestellt, dass für sie viele verschiedene Weiterbildungen interessant sein können. Es ist möglich, sich in allen Teildisziplinen der Inneren Medizin fortzubilden und seinen eigenen Schwerpunkt zu setzen. Gleichzeitig kommen Zusatzweiterbildungen wie Notfallmedizin, Ernährungsmedizin, Kinder‐ und Jugend‐Gastroenterologie oder Naturheilverfahren infrage.

Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) organisiert zahlreiche Fortbildungsveranstaltungen in unterschiedlichen Bereichen, die sich an Ärzte in Ausbildung, Fachärzte und niedergelassene Ärzte richten. Zudem veröffentlicht die DGIM die wissenschaftliche Fachzeitschrift Die Innere Medizin*,* die sich für das Selbststudium anbietet.

Online-Plattformen wie das Forum Medizin Fortbildung (FOFM) oder Medixum, die Fortbildungsplattform des Deutschen Ärzteverlags, bieten ebenfalls Fortbildungskurse in diversen Bereichen der Inneren Medizin an.

Wie viel verdient ein Internist?

Das konkrete Gehalt eines Internisten ist davon abhängig, wo er arbeitet und wie viel Erfahrung er vorweisen kann. Der Tarifvertrag für Ärzte in kommunalen Krankenhäusern (TV-Ärzte/VKA) und der Tarifvertrag für Ärzte in Universitätskliniken (TV-Ärzte TdL) ähneln sich in ihren Angaben, in Universitätskliniken fällt die monatliche Vergütung etwas höher aus. Im ersten Jahr der Facharztausbildung verdient man in einer Uniklinik ein Einstiegsgehalt von 5.626,91 Euro brutto monatlich, das mit jedem Jahr Erfahrung um eine Stufe steigt.

Tarifverträge für Krankenhäuser machen keinen Unterschied in Bezug auf Facharztausbildungen oder Spezialisierungen, sodass die meisten stationär angestellten Fachärzte den gleichen Satz verdienen. Lediglich die hierarchische Ebene – Assistenzarzt, Facharzt, Chefarzt oder Oberarzt – sowie die Berufserfahrung haben Einfluss auf die Höhe des Einkommens. Ist man als Facharzt für Innere Medizin in einer Uniklinik angestellt, verdient man im ersten Jahr 7.426,63 Euro brutto monatlich, nach 9 Jahren Berufserfahrung beläuft sich das Gehalt auf 8.903,30 Euro. Mit Schichtarbeit kann man seinen monatlichen Verdienst zusätzlich anheben.

Im ambulanten Bereich unterscheiden sich die Einnahmen je nach Facharztbereich stark. Zudem unterliegen ambulante Praxen keinem Tarifvertrag und verfügen somit über einen gewissen Verhandlungsspielraum. Einige Praxisinhaber bieten angestellten Ärzten eine lukrative Umsatzbeteiligung an. Dafür ist der Gewinn einer privaten Praxis von Schwankungen geprägt und von diversen Faktoren wie Praxisstandort, Patientenanzahl, Vergütungsform der Behandlungen (gesetzlich oder privat versicherte Patienten), Anzahl der IGeL-Leistungen (individuelle Gesundheitsleistungen) sowie der allgemeinen Effizienz der Praxis abhängig.

13.236 allgemeine Internisten waren 2023 in eigener Praxis niedergelassen. Laut einer Studie des Statistischen Bundesamts von 2023 liegt der durchschnittliche jährliche Reinertrag einer Praxis aus dem Gebiet Innere Medizin bei 333.000 Euro. Der Reinertrag ist die Differenz zwischen den Einnahmen und den Betriebsausgaben und stellt noch nicht das Nettoeinkommen des Praxisinhabers dar. Nach Abzug von Steuern, Versicherungen, Kammerbeiträgen, Beiträgen zum Versorgungswerk, privater Altersvorsorge sowie eventuellen Kreditraten für die Praxisübernahme bleiben dem Inhaber pro Monat schätzungsweise 8.500 Euro netto.

Welche Zukunftsperspektiven hat die Innere Medizin?

Die Zukunft der Inneren Medizin ist vielversprechend. Ein bedeutender Forschungsbereich sind sogenannte Senotherapeutika. Das sind Medikamente, die verabreicht werden, um alternde Zellen abbauen und altersbedingten Erkrankungen entgegenzuwirken. Die Forschung steht hier noch am Anfang, doch der Ansatz hat sich bereits als wirksam erwiesen.

Eine andere wichtige Rolle spielen zunehmende digitale Technologien. Die DGIM arbeitet daran, Kriterien zu entwickeln, die festlegen, welche Aufgaben in der Medizin künftig von Künstlicher Intelligenz übernommen werden können und welche zwingend in ärztlicher Hand bleiben müssen.

Patienten und Ärzte werden in Zukunft noch umfangreicher von Möglichkeiten aus dem Bereich Digital Health unterstützt werden*.* Dazu gehören beispielsweise die Telemedizin (Plattformen wie Doctolib), die elektronische Gesundheitsakte (ELGA) und KI-gestützte Diagnosesysteme. Besonders im Bereich der Künstlichen Intelligenz zeigen aktuelle Forschungsergebnisse großes Potenzial. Ein Beispiel ist das Projekt IBM Watson, das in Zusammenarbeit mit großen Gesundheitsinstitutionen wie der Mayo Clinic in Minnesota entwickelt wird: Dabei wurde ein System entwickelt, das riesige Datenmengen (Big Data) interpretieren kann, um, komplexe Krankengeschichten übersichtlich darzustellen und medizinisches Wissen zu nutzen, damit Behandlungsentscheidungen genauer und einfacher getroffen werden können.

Der Einsatz von Wearables wie Smart Watches in Kombination mit Gesundheit-Apps wie Cardiogram eröffnet neue Möglichkeiten der Gesundheitsüberwachung und individuellen medizinischen Beratung.

Die Innere Medizin ist das größte und komplexeste Fachgebiet und auch in Zukunft – vor allem angesichts der stark alternden Bevölkerung – von großer Bedeutung.

Fazit – Lohnt sich der Weg zum Internisten?

Der Weg zum Internisten kann sich lohnen. Die Facharztausbildung nimmt 5 Jahre in Anspruch und bildet Ärzte zu Allgemein-Experten der Inneren Medizin aus. Sie ist die beliebteste Facharztausbildung in Deutschland, dies zeigen Statistiken der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und anderer Berufsverbände. Der Beruf des Internisten eignet sich besonders für Ärzte, die Freude an der Behandlung komplexer medizinischer Fälle haben und die Arbeit im Team schätzen. Das Gebiet der Inneren Medizin ist sehr komplex, weshalb man als Internist eine breite Palette von Krankheiten behandelt, das macht die Arbeit abwechslungsreich. Die Spezialisierungsmöglichkeiten sind vielfältig. Zudem ist es möglich, sich als Hausarzt niederzulassen. Arbeitet man in Kliniken, ist eine hohe Stressresilienz gefragt, denn lange und unregelmäßige Arbeitszeiten sind keine Seltenheit. Die Arbeit kann anspruchsvoll und stressig sein, trotzdem erleben viele Internisten ihr Wirken als erfüllend.

FAQs

Was macht ein Internist?

Internisten haben nach ihrem Medizinstudium eine Facharztausbildung im Gebiet der Inneren Medizin abgeschlossen. Sie sind spezialisiert auf die Diagnose und Therapie von Erkrankungen der inneren Organe und behandeln zum Beispiel Magen-Darm-Krankheiten, Schilddrüsenfehlfunktionen oder Nierenentzündungen.

Wie wird man Internist?

Um sich als Internist bezeichnen zu dürfen, muss man, nach Bestehen aller drei Staatsexamen des Humanmedizinstudiums und nach Erhalt der Approbation als Arzt, eine Facharztausbildung im Bereich Innere Medizin absolvieren. Die Ausbildung findet in Weiterbildungsstäten statt, die von der jeweiligen Ärztekammer befugt sind. Dazu zählen hauptsächlich Kliniken und internistische Praxen.

Wie viel verdient ein Internist?

Im ersten Jahr der Facharztausbildung verdient man in einer Uniklinik ein Einstiegsgehalt von 5.626,91 Euro brutto monatlich, das mit jedem Jahr Erfahrung um eine Stufe steigt. Nach Abschluss der Ausbildung erhält man zu Beginn 7.426,63 Euro brutto monatlich, nach 9 Jahren Berufserfahrung beläuft sich das Gehalt auf 8.903,30 Euro. In privater internistischer Praxis bleiben dem Inhaber am Ende des Monats schätzungsweise 8.500 Euro netto.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Internisten?

Die Ausbildung zum Facharzt für Innere Medizin dauert in der Regel 5 Jahre.

Über die Autorin

Julia Tech

Julia Tech hat Mehrsprachige Kommunikation mit dem Schwerpunkt Translation an der TH Köln studiert und 6 Monate davon an der Université Aix-Marseille im Süden Frankreichs verbracht. Französisch ist ihre Herzenssprache, aber auch im Deutschen ist sie sehr sprachgewandt. Neben ihrem feinen Gespür für zwischenmenschliche Kommunikation interessiert sie sich für Psychologie, Philosophie und Tauchen.

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