Was macht ein...?

Was macht ein Kieferchirurg?

Von Julia Tech11 Min. Lesezeit
Kieferchirurg betrachtet 3D-Kieferscan – Was macht ein Kieferchirurg?

Als Kieferchirurg bezeichnet man umgangssprachlich Fachärzte für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (MKG-Chirurgie). Ihre Aufgaben liegen in der Diagnostik und chirurgischen Behandlung von Verletzungen, Erkrankungen und Fehlbildungen des Gesichtes. Fachärzte für MKG-Chirurgie haben, verglichen mit allen anderen Ärzten, eine der umfangreichsten Ausbildungen abgeschlossen – sie vereinen humanmedizinisches, zahnmedizinisches sowie chirurgisches Wissen und ergänzen es mit künstlerischem Gespür und Kreativität.

Was zeichnet die Arbeit als Kieferchirurg aus?

Kieferchirurgen sind Spezialisten für Gesichts-Operationen jeglicher Art. Sie gehören zu den wenigen medizinischen Fachkräften, die zwei Studienabschlüsse nachweisen können, denn sie haben sowohl Humanmedizin als auch Zahnmedizin studiert und verfügen in beiden Fachgebieten über eine Approbation als Arzt. Diese Doppel-Qualifikation ist Voraussetzung für die anschließende Facharztweiterbildung zum Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen. Somit besitzen MKG-Chirurgen einen zweifachen Arzt-Titel und brauchen für die Bezeichnung „Dr. med. Dr. med. dent“ ein besonders großes Praxisschild.

Für die Ausbildung sollte man ungefähr 15 Jahre einplanen. Kaum ein anderer Facharzt verfügt über ein so breites und komplexes Fachwissen wie der MKG-Chirurg. Ein Element, das ihn zusätzlich auszeichnet, ist der ästhetische Aspekt seiner Arbeit. Neben der Wiederherstellung von Körperfunktionen wie Kauen, Artikulation oder Atmung gehören auch rekonstruktive und ästhetische Eingriffe zu seinen Aufgaben. Sein Ziel ist es, dem Patienten eine symmetrische und narbenfreie Gesichtsform einschließlich passender Mimik zu geben.

Worin liegen die Aufgaben eines Kieferchirurgen?

Ein MKG-Chirurg ist zugleich Arzt für Humanmedizin, Zahnarzt, Chirurg, Onkologe und Künstler. Er setzt da an, wo Zahnärzte oder Kieferorthopäden nicht weiterkommen und ist tätig in den Bereichen Zahnchirurgie, Implantologie, Tumorchirurgie, Traumatologie, Kieferorthopädie, Schmerzbehandlung und plastisch-ästhetische Chirurgie.

Zu seinen Aufgaben gehören zum Beispiel die Entfernung von verlagerten oder entzündeten Weisheitszähnen, das Einsetzen von Implantaten bei schwierigen anatomischen Bedingungen, die Korrektur von Kieferfehlstellungen sowie die Entfernung von Zysten und Tumoren in Kiefer, Mundschleimhaut, Gesichtshaut oder Speicheldrüsen – ein häufiges Beispiel ist das sogenannte Reizfibrom, ein gutartiger Tumor, der meist durch schlechtsitzende Prothesen entsteht.

MKG-Chirurgen korrigieren Augenlider, Lippen, Kinn, Nase und Gaumenspalten – entweder nach Verletzungen, im Falle von Fehlstellungen oder aus rein ästhetischen Gründen zur Harmonisierung des Gesichtsprofils. Sie versorgen Traumapatienten, die sich nach Unfällen Gesichts- oder Kieferbrüche zugezogen haben und rekonstruieren Weichteile wie Hautlappen oder Narben. Im Falle von Vor- oder Rückbiss-Problemen können sie mithilfe von chirurgischen Eingriffen die Position des Unter- sowie Oberkiefers verschieben.

Wo arbeiten Kieferchirurgen?

Im Jahr 2023 zählte die Bundesärztekammer im Rahmen ihrer Ärztestatistik 428.474 berufstätige Ärzte, darunter ungefähr 1.900 Fachärzte für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Sie arbeiten:

  • Ambulant: Knapp 1.350 MKG-Chirurgen arbeiten im ambulanten Bereich. Ca. 1.100 unter ihnen haben sich in eigener Praxis niedergelassen, in der sie ambulante Behandlungen und kleinere Operationen vornehmen. MKG-Chirurgen arbeiten eng mit Zahnärzten, Oralchirurgen, Kieferorthopäden, HNO-Ärzten oder plastischen Chirurgen zusammen, zum Beispiel in MVZs oder Gemeinschaftspraxen. Die Arbeit geht oft Hand in Hand: Der Zahnarzt deckt die allgemeine Zahnheilkunde ab und der MKG- Chirurg übernimmt chirurgische Leistungen wie Weisheitszahnentfernungen oder das Einsetzen von Implantaten – Der Kieferorthopäde richtet die Zähne vor und der MKG korrigiert die Kieferstellung chirurgisch.

Einige Kieferchirurgen sind ambulant in eigener Praxis tätig und führen zusätzlich chirurgische Eingriffe im Krankenhaus durch, sie werden umgangssprachlich als Beleg-Ärzte bezeichnet, da sie gelegentlich Krankenhausbetten für ihre Patienten belegen, ohne in der jeweiligen Klinik angestellt zu sein.

  • Stationär: Ungefähr 500 MKG-Chirurgen sind in großen Krankenhäusern oder (Uni-) Kliniken und Zahnkliniken angestellt. Dort übernehmen sie vor allem komplexe Fälle wie Tumorentfernungen, die Korrektur von Fehlbildungen oder sie versorgen Patienten mit schweren Gesichtsverletzungen nach traumatischen Unfällen. Manche arbeiten auch in Spezialkliniken für Gesichtschirurgie oder in Tumorzentren.

Wie wird man Kieferchirurg?

Um sich als Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie bezeichnen zu dürfen, muss man sowohl einen Studienabschluss in Humanmedizin als auch in Zahnmedizin vorweisen können. Es ist sinnvoll, mit dem Humanmedizin-Studium zu beginnen, da einige Inhalte im anschließenden Zahnmedizinstudium anerkannt werden können. Zudem bleibt somit die Möglichkeit offen, sich gegebenenfalls doch auf ein anderes Facharztgebiet festzulegen. Es sei denn, man hat bereits klar entschieden, dass man seine Arbeit in jedem Fall den menschlichen Zähnen widmen möchte. Dann wäre es sogar möglich, sich nach Abschluss des Zahnmedizinstudiums als Zahnarzt niederzulassen. Das zweite Studium kann bereits begonnen werden, während man noch auf die Approbation aus dem ersten Studiengang wartet.

Die Doppel-Qualifikation öffnet die Türe für die anschließende 5-jährige Facharztausbildung. Diese kann in Weiterbildungsstätten absolviert werden, die von der jeweiligen Ärztekammer befugt sind. Dazu zählen hauptsächlich Gemeinschaftspraxen, MVZs sowie Zahnkliniken und Unikliniken.

Gemäß der Weiterbildungsordnung der Ärztekammer Nordrhein umfasst die Facharztausbildung 60 Monate im Bereich Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, davon

  • können zum Kompetenzerwerb bis zu 12 Monate zahnmedizinische Weiterbildung in Oralchirurgie bei einem Weiterbildungsbefugten für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie absolviert werden
  • können zum Kompetenzerwerb bis zu 12 Monate Weiterbildung in Oralchirurgie oder anderen Gebieten absolviert werden

Auf den Webseiten der Landesärztekammern findet man Suchportale, in die man Facharztbereich, und Stadt eingeben kann, um sich befugte Weiterbildungsstätten anzeigen zu lassen.

Welche Fortbildungen und Spezialisierungen gibt es?

Im Januar 2004 wurde im Rahmen des GKV-Modernisierungsgesetzes festgelegt, dass sich Fachärzte stetig fortbilden müssen, um ihre Facharztanerkennung behalten zu dürfen. Innerhalb von 5 Jahren sind 250 CME-Punkte (CME = Continuing Medical Education) zu sammeln: Für den Besuch von Vorträgen und Diskussionen erhält man beispielsweise einen Punkt, mehrtägige Kongresse bringen drei Punkte. Zehn Punkte kann man pro Jahr ohne Nachweise für das Selbststudium mittels Fachliteratur angerechnet bekommen.

Die Spezialisierungsmöglichkeiten innerhalb der MKG-Chirurgie sind genauso vielfältig und breit gefächert wie das Fachgebiet selbst. Viele MKG-Chirurgen spezialisieren sich zum Beispiel im Bereich Tumorchirurgie, rekonstruktive Chirurgie, Traumatologie, Kiefergelenkchirurgie oder dentale Implantologie.

Der Weiterbildungskatalog der Bundesärztekammer beinhaltet einige spannende Zusatzweiterbildungen, die man als Ergänzung zu einem Facharzttitel abschließen kann, um eine entsprechende Zusatzbezeichnung zu erlangen. Niedergelasse MKG-Chirurgen entscheiden sich häufig für die Zusatzweiterbildung Plastische und Ästhetische Operationen. Diese Spezialisierung ermöglicht es ihnen, mehr ästhetische Behandlungenwie Lidstraffungen, Facelifts, Narbenkorrekturen, Hautstraffungen oder andere kleine Körperkorrekturen anbieten zu können.

Für MKG-Chirurgen, die in einer großen Klinik mit Intensivstation arbeiten und regelmäßig bei Tumoroperationen oder größeren Gesichtsrekonstruktionen nach Notfällen wie Schädel-Hirn-Traumata oder schweren Infektionen (z. B. Nekrotisierende Fasziitis im Gesichtsbereich) beteiligt sind, kann eine Zusatzweiterbildung in der Intensivmedizin sinnvoll sein.

Die Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG) ist der Gesamtverband aller MKG-Fachärzte in Deutschland. Im Rahmen ihrer Akademie (AMKG) bieten sie regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen an, damit MKG-Chirurgen ihrer gesetzlich vorgeschriebenen Fortbildungsverpflichtung nachkommen und Fortbildungspunkte sammeln können. Zudem organisiert die DGMKG Arbeitskreise, in denen sich die Chirurgen untereinander austauschen können.

Für das Selbststudium bietet sich zum Beispiel die wissenschaftliche Fachzeitschrift MKG-Chirurgie oder das Journal of Cranio-Maxillofacial Surgery an.

Was viel verdient ein Kieferchirurg?

Das konkrete Gehalt eines MKG-Chirurgen ist davon abhängig, wo er arbeitet und wie viel Erfahrung er vorweisen kann. Der Tarifvertrag für Ärzte in kommunalen Krankenhäusern (TV-Ärzte/VKA) und der Tarifvertrag für Ärzte in Universitätskliniken (TV-Ärzte TdL) ähneln sich in ihren Angaben, in Universitätskliniken fällt die monatliche Vergütung etwas höher aus. Im ersten Jahr der Facharztausbildung verdient man in einer Uniklinik ein Einstiegsgehalt von 5.626,91 Euro brutto monatlich, das mit jedem Jahr Erfahrung um eine Stufe steigt.

Tarifverträge für Krankenhäuser machen keinen Unterschied in Bezug auf Facharztausbildungen oder Spezialisierungen, sodass die meisten stationär angestellten Fachärzte den gleichen Satz verdienen. Lediglich die hierarchische Ebene – Assistenzarzt, Facharzt, Chefarzt oder Oberarzt – sowie die Berufserfahrung haben Einfluss auf die Höhe des Einkommens. Ist man als Facharzt für x in einer Uniklinik angestellt, verdient man im ersten Jahr 7.426,63 Euro brutto monatlich, nach 9 Jahren Berufserfahrung beläuft sich das Gehalt auf 8.903,30 Euro. Zusätzlich zum vertraglich geregelten Gehalt ist es möglich, sein Einkommen mit Bereitschafts- und Rufdiensten sowie Feiertags- und Nachtschichten zu erhöhen.

Im ambulanten Bereich unterscheiden sich die Einnahmen je nach Facharztbereich stark. Zudem unterliegen ambulante Praxen keinem Tarifvertrag und verfügen somit über einen gewissen Verhandlungsspielraum. Einige Praxisinhaber bieten angestellten Ärzten eine lukrative Umsatzbeteiligung an. Dafür ist der Gewinn einer privaten Praxis von Schwankungen geprägt und von diversen Faktoren wie Praxisstandort, Patientenanzahl, Vergütungsform der Behandlungen (gesetzlich oder privat versicherte Patienten), Anzahl der IGeL-Leistungen (individuelle Gesundheitsleistungen) sowie der allgemeinen Effizienz der Praxis abhängig.

1.093 MKG-Chirurgen waren 2023 in eigener Praxis niedergelassen. Laut einer Studie des Statistischen Bundesamts von 2023 liegt der durchschnittliche jährliche Reinertrag einer Praxis aus dem Fachbereich Chirurgie bei 286.000 Euro. Der Reinertrag ist die Differenz zwischen den Einnahmen und den Betriebsausgaben und stellt noch nicht das Nettoeinkommen des Praxisinhabers dar. Nach Abzug von Steuern, Versicherungen, Kammerbeiträgen, Beiträgen zum Versorgungswerk, privater Altersvorsorge sowie eventuellen Kreditraten für die Praxisübernahme bleiben dem Inhaber pro Monat schätzungsweise 7.500 Euro netto.

Welche Zukunftsperspektiven hat die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie?

Die Zukunft der MKG-Chirurgie ist vielversprechend. Zum Beispiel im Bereich der Technologie: Neue Roboter-Techniken sollen die Arbeit des Chirurgen in Zukunft noch mehr erleichtern: Mithilfe von speziellen Operationssystemen (z. B. die Da-Vinci-Reihe) werden die chirurgischen Eingriffe der Zukunft noch präziser, die Genesungszeit der Patienten kürzer und Komplikationen, die durch menschliche Hände entstanden wären, vermieden.

Allgemein geht der Trend hin zur Interventionellen Chirurgie: Immer mehr Eingriffe werden minimal-invasiv oder katheterbasiert durchgeführt. Die Weiterentwicklung von endoskopischen und laserbasierten Techniken wird dazu beitragen, die Narbenbildung zu umgehen und die Genesungszeit zu verkürzen.

Im Bereich der Rekonstruktiven Chirurgie wird vor allem der 3D-Druck ganz neue Möglichkeiten eröffnen: Mithilfe von maßgeschneiderten Implantaten und Geweben, die perfekt auf den Patienten abgestimmt sind, können komplexe Rekonstruktionen präziser und schonender durchgeführt werden. Im Rahmen des Bioprinting soll es in Zukunft möglich sein, Knochenstrukturen bis hin zu ganzen Organen zu erstellen – es wurde zum Beispiel bereits eine Ohrmuschel aus Nanocellulose gedruckt. Zudem kann man chirurgische Eingriffe mithilfe von 3D-Modellen genauer planen und dadurch Risiken reduzieren.

Fortschritte in der Stammzellenforschung und Gewebezüchtung ermöglichen zunehmend die Herstellung von autologen Geweben, also körpereigenem Material anstelle von alloplastischen Stoffen wie beispielsweise Silikon. Diese Entwicklung wird die Rekonstruktion nach Tumorentfernungen oder Unfällen revolutionieren.

Bezüglich der Ästhetischen Chirurgie lässt sich sagen, dass die Nachfrage weltweit steigt. Auf der einen Seite wird das Gebiet hinsichtlich ethischer Aspekte kontrovers diskutiert, auf der anderen Seite werden ästhetisch motivierte Eingriffe immer sicherer, weniger invasiv und damit erschwinglicher – eine Entwicklung, die viele Menschen begrüßen.

Auch die Verwendung von Telemedizin wird zunehmen, vor allem im Bereich der präoperativen Beratung und der postoperativen Nachsorge. Über Plattformen wie Doctolib können Chirurgen ihre Patienten auch aus der Ferne betreuen, was den Zugang zur Versorgung verbessert, und die Krankenhauslogistik erleichtert.

Fazit – Lohnt sich der Weg zum Kieferchirurgen?

Der Weg zum Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie ist lang, doch er kann sich lohnen. Die Ausbildung nimmt ungefähr 15 Jahre in Anspruch und eignet sich für sehr ambitionierte, fleißige und lernwillige angehende Ärzte. Man sollte jedoch nicht vergessen, dass die Ausbildung nicht ausschließlich trockenes theoretisches Wissen umfasst: Während des praktischen Jahrs im Humanmedizinstudium und im letzen Jahr des Zahnmedizinstudiums sammelt man bereits viele praktische Erfahrungen, die die Ausbildung vielfältig gestalten. Auch die Facharztausbildung ist zum allergrößten Teil praktischer Natur und bringt zusätzlich ein sicheres Gehalt, das mit jedem Jahr Erfahrung steigt.

MKG-Chirurgen, die in einer Klinik arbeiten, sollten eine hohe Stressresilienz mitbringen. Sie tragen hohe Verantwortung, schließlich nehmen sie auch unter Druck chirurgische Eingriffe im Gesicht vor, dem sichtbarsten Teil des menschlichen Körpers. Viele junge Ärzte schrecken vor dieser Verantwortung zurück. Gleichzeitig kann es jedoch sehr erfüllend sein, Patienten mit Verletzungen oder Fehlbildungen ein funktionelles und harmonisches Gesicht zu schenken.

Zudem bietet der Fachbereich aufgrund seiner Komplexität zahlreiche Spezialisierungsmöglichkeiten. Niedergelassene MKG-Chirurgen können ihren Verdienst zum Beispiel mit zusätzlichen ästhetischen Eingriffen aufstocken.

In jedem Fall wird die Arbeit nicht langweilig. MKG-Chirurgen haben einen sehr vielfältigen Alltag: Sie empfangen Patienten aus allen Bereichen und Situationen – Kinder mit Gaumenspalten, Erwachsene mit Kieferfehlstellungen, Tumorpatienten, Unfallopfer oder Menschen mit Interessen an ästhetisch motivierten Eingriffen.

FAQs

Was macht ein Kieferchirurg?

Als Kieferchirurg bezeichnet man umgangssprachlich Fachärzte für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (MKG-Chirurgie) – Sie haben sowohl Humanmedizin als auch Zahnmedizin studiert und eine Facharztausbildung in der MKG-Chirurgie abgeschlossen. Ihre Aufgaben liegen in der chirurgischen Behandlung von Verletzungen, Erkrankungen und Fehlbildungen des Gesichtes. MKG-Chirurgen sind in den Bereichen Zahnchirurgie, Implantologie, Tumorchirurgie, Traumatologie, Kieferorthopädie, Schmerzbehandlung und plastisch-ästhetische Chirurgie tätig. Zu ihren Aufgaben gehören zum Beispiel das Einsetzen von Zahnimplantaten, die Korrektur von Kieferfehlstellungen, die Entfernung von Gesichtstumoren sowie plastische und rekonstruktive Eingriffe im Gesicht.

Wie wird man Kieferchirurg?

Um sich als Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie bezeichnen zu dürfen, muss man sowohl Humanmedizin als auch Zahnmedizin studieren und in beiden Bereichen eine Approbation als Arzt vorweisen können. Diese Doppel-Qualifikation ist der Türöffner für die anschließende 5-jährige Facharztausbildung im Bereich Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Die Ausbildung findet in Weiterbildungsstätten statt, die von der jeweiligen Landesärztekammer befugt sind, dazu zählen vor allem Gemeinschaftspraxen, MVZs sowie Zahnkliniken und Unikliniken.

Wie viel verdient ein Kieferchirurg?

Im ersten Jahr der Facharztausbildung verdient man in einer Uniklinik ein Einstiegsgehalt von 5.626,91 Euro brutto monatlich, das mit jedem Jahr Erfahrung um eine Stufe steigt. Nach Abschluss der Ausbildung erhält man zu Beginn 7.426,63 Euro brutto monatlich, nach 9 Jahren Berufserfahrung beläuft sich das Gehalt auf 8.903,30 Euro. In privater Praxis bleiben dem Inhaber am Ende des Monats schätzungsweise 7.500 Euro netto.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Kieferchirurgen?

Die Ausbildung zum Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie dauert in der Regel 5 Jahre. Da das Humanmedizin ca. 6 Jahre in Anspruch nimmt und das anschließende Studium in der Zahnmedizin zwischen 4 und 5 Jahre dauert, sollte man für die gesamte Ausbildung also ungefähr 15 Jahre einplanen.

Über die Autorin

Julia Tech

Julia Tech hat Mehrsprachige Kommunikation mit dem Schwerpunkt Translation an der TH Köln studiert und 6 Monate davon an der Université Aix-Marseille im Süden Frankreichs verbracht. Französisch ist ihre Herzenssprache, aber auch im Deutschen ist sie sehr sprachgewandt. Neben ihrem feinen Gespür für zwischenmenschliche Kommunikation interessiert sie sich für Psychologie, Philosophie und Tauchen.

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