Was macht ein...?

Was macht ein Psychosomatiker?

Von Julia Tech12 Min. Lesezeit
Psychosomatiker im therapeutischen Gespräch – Was macht ein Psychosomatiker?

Psychosomatiker sind Ärzte, die eine Facharztausbildung im Gebiet Psychosomatik und Psychotherapie abgeschlossen haben. Der Begriff der Psychosomatik setzt sich aus den griechischen Wörtern Psyche und Soma (Körper) zusammen und bezeichnet den Bereich der Medizin, der sich mit den Wechselwirkungen zwischen psychischen und körperlichen Prozessen befasst. Psychosomatiker beschäftigen sich mit seelischen und körperlichen Leiden, die zum Beispiel auf unverarbeitete traumatische Erfahrungen, belastende Gedankenmuster, unbewusste emotionale Blockaden oder das soziale Umfeld zurückzuführen sind.

Was zeichnet die Arbeit als Psychosomatiker aus?

Psychosomatiker arbeiten nach einem ganzheitlichen Prinzip. Ihre Arbeit geht über das oberflächliche Bekämpfen von körperlichen Symptomen hinaus. Sie versuchen, die tiefer liegende Wurzel der Beschwerden zu ergründen und beziehen dafür die psychische Verfassung des Patienten mit ein.

Jeder Patient wird individuell betrachtet, für die Diagnostik bezieht der Psychosomatiker verschiedene Ebenen mit ein: Er führt körperliche Untersuchungen durch und versucht in psychotherapeutischen Gesprächen mögliche seelische Ursachen aufzudecken. So können zum Beispiel Magen-Darm-Beschwerden darauf hindeuten, dass gewisse Emotionen im wahrsten Sinne des Wortes nicht verdaut wurden, oder Schmerzen, die immer wieder in einem bestimmten Kontext auftreten, aufzeigen, dass gewisse Personen einem nicht guttun.

Der Psychosomatiker hat verstanden, dass der Körper oftmals lediglich als Übersetzer für tiefer liegendes seelisches Leiden fungiert und in physischer Form sichtbar macht, was dem Patienten eventuell noch gar nicht bewusst ist. Umgekehrt können natürlich auch schwere körperliche Erkrankungen das seelische Gleichgewicht erheblich beeinflussen und zu psychischen Störungen führen. Der Psychosomatiker behandelt in beide Richtungen und versucht, Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen.

Worin liegen die Aufgaben eines Psychosomatikers?

Die erste Aufgabe eines Facharztes für Psychosomatik und Psychotherapie liegt in der Stellung einer Diagnose. Dafür führt er verschiedene Untersuchungen durch, zum Beispiel bildgebende Verfahren wie MRT, Bluttests, Herz-Kreislauf-Checks wie EKGs oder Blutdruckmessungen, um körperliche Symptome abzuklären. In manchen Fällen leiden Patienten auch unter chronischen Beschwerden ohne konkrete organische Ursache.

Der Facharzt findet gemeinsam mit dem Patienten heraus, welche körperlichen Beschwerden durch psychische Faktoren beeinflusst werden, und entwickelt unter Berücksichtigung der Lebenssituation des Patienten einen individuellen Behandlungsplan, der sowohl Medikamente und je nach seinem Ausbildungsschwerpunkt Gesprächstherapien, systemische Therapien oder tiefenpsychologische Therapien miteinbezieht. Auch Entspannungstechniken, alternative Behandlungsmethoden wie Meditationen und Achtsamkeitstraining können eine Behandlungsmethode sein. Manchmal reicht es schon, sich von gewissen Verhaltensweisen oder Lebensumständen zu verabschieden, um eine schnelle Besserung der Symptome zu bewirken. In anderen Fällen geht es um tiefe, außerhalb des Bewusstseins liegende unterdrückte Gefühle, die nur nach und nach, beispielweise mit traumaspezifischen Techniken wie Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) verarbeitet werden und somit aus dem System „fließen“ können. Bei komplexen Fällen überweist der Psychosomatiker auch an Psychotherapeuten oder verschreibt einen Aufenthalt in einer psychosomatischen oder psychiatrischen Klinik. Auch Abhängigkeiten wie Alkohol-, Nikotin-, oder Esssüchte werden von Psychosomatikern behandelt.

Die Symptomatiken sind so vielfältig und vielschichtig wie der Patient selbst und erfordern eine Expertise, die oft über die konventionelle Schulmedizin hinausgeht.

Im Gegensatz zu Psychotherapeuten mit Psychologiestudium oder anderen Pflegekräften hat der Facharzt für Psychosomatik und Psychotherapie eine umfangreiche medizinische Ausbildung und verfügt damit über Fachwissen zur Funktionsweise des Körpers. Damit ist er berechtigt, Medikamente wie Antidepressiva und Beruhigungsmittel als Therapiebegleitung oder physikalische Therapien wie Physiotherapien zu verschreiben. Zudem berät er Patienten allgemein in Bezug auf einen gesunden Lebensstil, der Ernährung, Bewegung und eine gesunde Work-Life-Balance miteinbezieht.

Um die Versorgung noch ganzheitlicher zu gestalten, arbeitet er mit anderen Fachärzten wie zum Beispiel Psychiatern, Physiotherapeuten, Sozialarbeitern, Internisten oder Neurologen zusammen.

Die Psychosomatik legt großen Wert auf das Verständnis der eigenen Beschwerden und die langfristige ganzheitliche Gesundheit, sie betreut die Patienten langfristig auf ihrem Weg der Genesung und unterstützt bei eventuellen Rückfällen.

Wo arbeiten Psychosomatiker?

Im Jahr 2024 zählte die Bundesärztekammer im Rahmen ihrer Ärztestatistik 428.474 berufstätige Ärzte, darunter 3.996 Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Sie arbeiten:

  • Ambulant: Zwei Drittel der Fachärzte arbeiten in spezialisierten Fachpraxen oder MVZs, die mehrere Praxen in den Bereichen Psychotherapie, Psychosomatik und Psychiatrie unter einem Dach vereinen. 2.513 haben sich in eigener Praxis niedergelassen.
  • Stationär: Ungefähr 1.000 Psychosomatiker arbeiten stationär. Sie sind hauptsächlich in psychosomatischen, psychiatrischen Krankenhäusern oder in Rehabilitationskliniken angestellt.

Wie wird man Psychosomatiker?

Um sich als Psychosomatiker bezeichnen zu dürfen, muss man nach Bestehen aller drei Staatsexamen des Humanmedizinstudiums und nach Erhalt der Approbation als Arzt, gemäß § 3 der Bundesärzteordnung (BÄO), eine Facharztausbildung im Bereich Psychosomatik und Psychotherapie absolvieren. Die Weiterbildung umfasst in Deutschland 6 Jahre, die exakten Regelungen variieren je nach Bundesland. Die fachärztliche Ausbildung kann in Weiterbildungsstätten absolviert werden, die von der jeweiligen Ärztekammer befugt sind. Dazu zählen hauptsächlich spezialisierte Fachpraxen sowie psychiatrische und psychosomatische Kliniken.

Gemäß der Muster-Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer umfasst die Facharztausbildung:

  • 60 Monate Psychosomatische Medizin und Psychotherapie unter Befugnis an Weiterbildungsstätten
  • davon 12 Monate in anderen Gebieten der somatischen Patientenversorgung
  • bis zu 12 Monate Weiterbildung können zum Kompetenzerwerb in Psychiatrie und Psychotherapie und/oder Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie erfolgen

Während der Ausbildung kann man seinen Schwerpunkt entweder auf die tiefenpsychologische, die verhaltenstherapeutische oder die systemische Psychotherapie legen.

Auf den Webseiten der Landesärztekammern findet man Suchportale, in die man Facharztbereich und Stadt eingeben kann, um sich zur Weiterbildung befugte Krankenhäuser und Praxen anzeigen zu lassen.

Welche Fortbildungen und Spezialisierungen gibt es?

Im Januar 2004 wurde im Rahmen des GKV-Modernisierungsgesetzes festgelegt, dass sich Fachärzte stetig fortbilden müssen, um ihre Facharztanerkennung und Zusatzbezeichnungen behalten zu dürfen. Innerhalb von 5 Jahren sind 250 CME-Punkte (CME = Continuing Medical Education) zu sammeln: Für den Besuch von Vorträgen und Diskussionen erhält man beispielsweise einen Punkt, mehrtägige Kongresse bringen drei Punkte. Zehn Punkte kann man pro Jahr ohne Nachweise für das Selbststudium mittels Fachliteratur angerechnet bekommen.

Als Facharzt für Psychosomatik und Psychotherapie kann man sich zum Beispiel in den unterschiedlichen Psychotherapiemethoden wie verhaltenstherapeutische, systemische oder tiefenpsychologische Therapie fortbilden und spezialisieren.

Zudem können Zertifikate in der Traumatherapie (z. B. EMDR oder Somatic Experiencing) erworben und Fortbildungen in den Bereichen Stressmanagement, Achtsamkeitstraining oder Entspannungsverfahren (z. B. Progressive Muskelentspannung oder Autogenes Training) absolviert werden.

Es können auch Kurse zu bestimmten Krankheitsbildern wie Essstörungen, Angststörungen, Depressionen oder Burnout besucht werden.

Um auf dem neusten Stand des Wissens zu bleiben, ist es wichtig, regelmäßig an Supervisionen und Intervisionen teilzunehmen. Eine Supervision ist eine professionelle Begleitung, bei der ein erfahrener Supervisor (z. B. ein erfahrener Facharzt) einem unerfahreneren Arzt hilft, konkrete Fälle zu reflektieren und bezüglich Behandlungsmethoden zu beraten. Bei Intervisionen treffen sich Kollegen auf Augenhöhe, um Fälle zu besprechen und voneinander zu lernen.

Aus dem Weiterbildungskatalog der Bundesärztekammer bieten sich folgende offizielle Zusatzweiterbildungen an:

  • Akupunktur: Für die Erweiterung der Behandlungsmöglichkeiten bei psychosomatischen Beschwerden durch alternative Schmerz- und Stresslinderungsverfahren
  • Balneologie und Medizinische Klimatologie: Für die Integration naturheilkundlicher Ansätze wie Heilbehandlungen mit Bädern, Schlämmen, Dämpfen und anderen natürlichen Wasser- und Mineralstoffanwendungen zur Förderung des allgemeinen Wohlbefindens
  • Ernährungsmedizin: Für die Unterstützung der Behandlung durch gezielte Ernährungstherapien, die psychische und körperliche Gesundheit verbessern können
  • Manuelle Medizin: Für die Ergänzung der Therapie durch physische Maßnahmen bei psychosomatischen Beschwerden, die mit muskulären oder skeletalen Problemen verbunden sind (z. B. Mobilisation, Manipulation, Dehnung und Massage)
  • Naturheilverfahren: Für den Einsatz bewährter naturheilkundlicher Methoden zur ganzheitlichen Behandlung psychosomatischer Störungen
  • Psychoanalyse: Für das vertiefte Verständnis über die Theorie des Unbewussten, Übertragungsprozesse und therapeutische Techniken, um komplexe psychische Probleme zu verstehen und therapeutisch angehen zu können
  • Sexualmedizin: Für die Behandlung sexueller Funktionsstörungen im Zusammenhang mit psychosomatischen Krankheitsbildern
  • Spezielle Schmerztherapie: Für eine gezielte Schmerzbehandlung bei chronischen Schmerzen
  • Suchtmedizinische Grundversorgung: Für die Erkennung und Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen (Alkohol, Nikotin, Essen, illegale Stimulanzien wie Kokain oder MDMA)

Die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) und die Deutsche Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie e.V. (DGPT) organisieren regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen und Kongresse zum Wissensaustausch. Für das Selbststudium eignet sich zum Beispiel die Fachzeitschrift Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.

Wie viel verdient ein Psychosomatiker?

Das konkrete Gehalt eines Psychosomatikers ist davon abhängig, wo er arbeitet und wie viel Erfahrung er vorweisen kann. Der Tarifvertrag für Ärzte in kommunalen Krankenhäusern (TV-Ärzte/VKA) und der Tarifvertrag für Ärzte in Universitätskliniken (TV-Ärzte TdL) ähneln sich in ihren Angaben, in Universitätskliniken fällt die monatliche Vergütung etwas höher aus. Im ersten Jahr der Facharztausbildung verdient man in einem kommunalen Krankenhaus ein Einstiegsgehalt von 5.499,85 € Euro brutto monatlich, das mit jedem Jahr Erfahrung um eine Stufe steigt.

Tarifverträge für Krankenhäuser machen keinen Unterschied in Bezug auf Facharztausbildungen oder Spezialisierungen, sodass die meisten stationär angestellten Fachärzte den gleichen Satz verdienen. Lediglich die hierarchische Ebene – Assistenzarzt, Facharzt, Chefarzt oder Oberarzt – sowie die Berufserfahrung haben Einfluss auf die Höhe des Einkommens. Als Facharzt in einem Krankenhaus verdient man im ersten Jahr 7.258,93 Euro brutto monatlich, nach 9 Jahren Berufserfahrung beläuft sich das Gehalt auf 8.713,71 Euro. Zusätzlich zum vertraglich geregelten Gehalt ist es möglich, sein Einkommen mit Bereitschafts- und Rufdiensten sowie Feiertags- und Nachtschichten zu erhöhen.

Im ambulanten Bereich unterscheiden sich die Einnahmen je nach Facharztbereich stark. Zudem unterliegen ambulante Praxen keinem Tarifvertrag und verfügen somit über einen gewissen Verhandlungsspielraum. Einige Praxisinhaber bieten angestellten Ärzten eine lukrative Umsatzbeteiligung an. Dafür ist der Gewinn einer privaten Praxis von Schwankungen geprägt und von diversen Faktoren wie Praxisstandort, Patientenanzahl, Vergütungsform der Behandlungen (gesetzlich oder privat versicherte Patienten), Anzahl der IGeL-Leistungen (individuelle Gesundheitsleistungen) sowie der allgemeinen Effizienz der Praxis abhängig.

2.513 Psychosomatiker waren 2023 in eigener Praxis niedergelassen. Laut einer Studie des Statistischen Bundesamts von 2023 liegt der durchschnittliche jährliche Reinertrag einer Praxis aus dem Fachbereich bei 216.000 Euro, ein niedriger Betrag im Vergleich zu anderen medizinischen Fachgebieten. Der Reinertrag ist die Differenz zwischen den Einnahmen und den Betriebsausgaben und stellt noch nicht das Nettoeinkommen des Praxisinhabers dar. Nach Abzug von Steuern, Versicherungen, Kammerbeiträgen, Beiträgen zum Versorgungswerk, privater Altersvorsorge sowie eventuellen Kreditraten für die Praxisübernahme bleiben dem Inhaber pro Monat schätzungsweise 5.500 Euro netto.

Welche Zukunftsperspektiven haben die Psychosomatik und Psychotherapie?

Die Zukunftsperspektiven des Fachgebiets sind vielversprechend. Die Gesellschaft öffnet sich immer mehr für Themen wie psychische Gesundheit und ganzheitliche Heilmethoden. Immer öfter stößt man in den sozialen Medien auf Begriffe wie Mindfulness, Mental Health oder Healing. Die Nachfrage nach psychotherapeutischer und psychosomatischer Versorgung ist so hoch wie noch nie. Über Generationen hinweg weitergegebene verrostete Glaubenssätze und vererbte Traumata, die Motor für Leistungsdruck, Ängste, Depressionen und negative Gedankenspiralen sind, kommen ans Licht und finden auf verschiedenste Weise Ausdruck in sowohl psychischen als auch körperlichen Leiden.

Es wird erwartet, dass die Nachfrage nach psychosomatischen Behandlungen und Fachkräften in den kommenden Jahren noch stärker ansteigen wird, sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich.

Generell wird angestrebt, die psychosomatische Versorgung auszubauen, insbesondere im Bereich der ambulanten Grundversorgung und der spezialisierten psychosomatischen Rehabilitation. Die Behandlungsansätze werden zunehmend multimodal sein und verschiedene Therapieformen wie Psychotherapie, körperorientierte Verfahren und soziale Unterstützung kombinieren, damit die medizinische Versorgung insgesamt ganzheitlicher wird, um den individuellen Bedürfnissen der Patienten gerecht zu werden und zu langfristiger Gesundheit beizutragen. Dafür soll auch die Zusammenarbeit zwischen psychosomatischen Experten und anderen medizinischen Fachbereichen stärker ausgebaut werden.

Zudem erhöht der zunehmende Einsatz digitaler Technologien, wie Online-Therapien, Apps für Selbstmanagement und virtuelle Sprechstunden den Zugang zu Therapien, insbesondere in ländlichen Gebieten oder für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen.

Fortschritte in der Neurobiologie und Psychogenetik könnten ebenfalls dazu beitragen, dass die Medizin persönlicher wird und Therapien individueller auf die genetischen und neurobiologischen Profile der Patienten abgestimmt werden. Mithilfe von genetischen Analysen können bestimmte Gene identifiziert werden, die mit einer erhöhten Anfälligkeit für Depressionen, Angststörungen oder andere psychische Erkrankungen verbunden sind.

Zudem kann man mit Gentests feststellen, ob ein Patient genetische Varianten trägt, die seine Reaktion auf bestimmte Medikamente oder Therapien beeinflussen. Zum Beispiel sprechen manche Menschen aufgrund ihrer genetischen Ausstattung besser auf bestimmte Antidepressiva an, was bei der Medikamentenauswahl berücksichtig werden kann.

Bildgebende Verfahren wie funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) oder PET-Scans erlauben Einblicke in die Aktivität bestimmter Hirnregionen bei psychischen Störungen. Wenn bekannt ist, welche Hirnareale bei einem Patienten besonders aktiv oder inaktiv sind, kann dies Hinweise darauf geben, welche therapeutischen Ansätze am besten geeignet sind.

Basierend auf diesen Daten könnten Therapeuten individuelle Behandlungspläne entwickeln: Die Auswahl der Medikation wird an genetische Vorlieben angepasst, die Psychotherapieform nach neurobiologischen Mustern ausgewählt oder Neuromodulationstechniken wie die transkranielle Magnetstimulation (TMS) eingesetzt, um gezielt bestimmte Hirnregionen zu stimulieren oder zu hemmen.

Fazit – Lohnt sich der Weg zum Psychosomatiker?

Der Weg kann sich lohnen. Der Beruf verbindet die Medizin mit der Psychotherapie und versorgt Patienten auf seelischer und körperlicher Ebene. Besonders, wenn man sich für ganzheitliche Medizin interessiert und Menschen langfristig und nachhaltig auf verschiedenen Ebenen versorgen und begleiten möchte, trifft man mit der Facharztausbildung für Psychosomatik und Psychotherapie die richtige Wahl.

Die beruflichen Perspektiven sind gut, die Bedeutung der psychosomatischen Medizin wächst und die Nachfrage nach Fachkräften steigt. Als Psychosomatiker kann man einen sehr sinnstiftenden Beitrag zu einer gesünderen Gesellschaft leisten.

Trotzdem sollte man eine große Portion Stressresilienz mit einer Prise Aufopferungsbereitschaft mitbringen, denn vor allem in Kliniken kann es aufgrund des großen Versorgungsbedarfs oft stressig zugehen.

FAQs

Was macht ein Psychosomatiker?

Psychosomatiker haben eine Facharztausbildung im Gebiet Psychosomatik und Psychotherapie abgeschlossen. Die Psychosomatik bezeichnet den Bereich der Medizin, der sich mit den Wechselwirkungen zwischen psychischen und körperlichen Prozessen befasst. Psychosomatiker beschäftigen sich mit seelischen und körperlichen Leiden, die zum Beispiel auf unverarbeitete traumatische Erfahrungen oder andere belastende Lebensumstände zurückzuführen sind und behandeln auch Erkrankungen ohne konkrete organische Ursache. Ihr Behandlungsansatz ist ganzheitlich und bezieht Psychotherapie, alternative Heilmethoden und klassische schulmedizinische Methoden wie Medikation mit ein.

Wie wird man Psychosomatiker?

Um sich als Psychosomatiker bezeichnen zu dürfen, muss man, nach Bestehen aller drei Staatsexamen des Humanmedizinstudiums und nach Erhalt der Approbation als Arzt, eine Facharztausbildung im Bereich Psychosomatik und Psychotherapie absolvieren. Die Facharztausbildung wird hauptsächlich von spezialisierten Fachpraxen sowie psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken angeboten.

Wie viel verdient ein Psychosomatiker?

Das konkrete Gehalt eines Psychosomatikers ist davon abhängig, wo er arbeitet und wie viel Erfahrung er vorweisen kann. Im ersten Jahr der Facharztausbildung verdient man in einem kommunalen Krankenhaus ein Einstiegsgehalt von 5.499,85 € Euro brutto monatlich, das mit jedem Jahr Erfahrung um eine Stufe steigt. Als ausgebildeter Facharzt erhält man zu Beginn 7.258,93 Euro brutto monatlich, nach 9 Jahren Berufserfahrung beläuft sich das Gehalt auf 8.713,71 Euro. In privater Praxis bleiben dem Inhaber am Ende des Monats schätzungsweise 5.500 Euro netto.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Psychosomatiker?

Die Ausbildung zum Facharzt für Psychosomatik und Psychotherapie nimmt in der Regel 5 Jahre in Anspruch.

Über die Autorin

Julia Tech

Julia Tech hat Mehrsprachige Kommunikation mit dem Schwerpunkt Translation an der TH Köln studiert und 6 Monate davon an der Université Aix-Marseille im Süden Frankreichs verbracht. Französisch ist ihre Herzenssprache, aber auch im Deutschen ist sie sehr sprachgewandt. Neben ihrem feinen Gespür für zwischenmenschliche Kommunikation interessiert sie sich für Psychologie, Philosophie und Tauchen.

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