Ob direkt nach dem Abi oder nach einer Pause vom Lernen: Auf geht es ins Studium. Während viele Studienanfänger sogar ihr Fach danach auswählen, was in der neuen Wahlheimat angeboten wird, sieht es für Anwärter auf einen Medizinstudienplatz meistens anders aus: Sie hoffen, überhaupt angenommen zu werden. Aber welche Rolle spielen die Ortspräferenzen? Hier erfährst Du, wie die Priorisierung funktioniert und was Du dabei beachten solltest.
Viele Bewerber für ein Medizinstudium stellen sich darauf ein, an einen Ort verschlagen zu werden, der ihnen so gar nicht entspricht: Überhaupt einen der begehrten Plätze für das Medizinstudium zu erhalten, gilt schließlich schon als Jackpot. Trotzdem gibt es ein Mitspracherecht, das auch strategisch genutzt werden kann. Aber wo stehen die Chancen am höchsten?
Was sind Ortspräferenzen?
Die Entscheidung für die bevorzugten Unis stellt sich mit der Bewerbung bei Hochschulstart – über das Online-Portal wird die Vergabe von bundesweit zulassungsbeschränkten Studienplätzen koordiniert. Du kannst Dich auf bis zu zwölf Studiengängen bewerben, die Du dann in die gewünschte Reihenfolge bringst.
Wie funktioniert das Verfahren?
Wichtig zu wissen: Früher konnten Hochschulen eine Art Vorauswahl treffen – damals hatten Bewerber nur eine Chance, wenn sie die entsprechende Uni priorisiert hatten. Mittlerweile hat sich das geändert; die Hochschulen haben keinen Einblick in Dein persönliches Ranking. Du kannst also ganz frei entscheiden, wo Deine Präferenzen liegen sollen. Durch diese Änderung haben die Ortspräferenzen für die Zulassungschancen selbst an Bedeutung verloren.
Wichtig ist sie nach wie vor für die Koordinierungsphase: Denn falls Du eine Mehrfachzusage erhältst, verfällt automatisch das Zulassungsangebot der Hochschule, die niedriger von Dir priorisiert wurde, in einem relativ kurzen Zeitfenster. Die Priorisierung ist nach Abschluss der Bewerbungsfrist nicht mehr umkehrbar.
Das Auswahlverfahren der Hochschulen
Deshalb solltest Du Dir gut überlegen, an welchen Unis Du Dich bewirbst. Dabei geht es nicht nur darum, welche Stadt für Dich die coolste wäre – sondern auch um die Frage, an welcher medizinischen Fakultät Du die besten Chancen hast.
Die Studienplatzvergabe ist über drei Hauptquoten geregelt: Neben der Zusätzlichen Eignungsquote und der Abiturbestenquote werden 60 Prozent der Plätze durch das Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) vergeben. Hierbei können die Hochschulen die Kriterien und vor allem deren Gewichtung in Teilen selbst festlegen. An einigen Unis hast Du mit einer abgeschlossenen Ausbildung im medizinischen Bereich oder einem guten TMS-Ergebnis bessere Chancen als an anderen. Gerade wenn Dein Abischnitt nicht zu den allerbesten gehört, solltest Du Dir unbedingt anschauen, welche Hochschule mit ihren Kriterien am besten zu Deinem Profil passt. Auf Hochschulstart findest Du eine genaue Entschlüsselung der jeweiligen Punktevergabe.
So baust Du Deine Präferenzenliste
Letztlich ist das ganze Verfahren eine Frage Deiner persönlichen Abwägung – wenn Du sowieso sicher bist, dass Du einen Platz erhältst, kannst Du natürlich einfach Deine Highlight-Städte angeben. Allerdings sind das die wenigsten: Schließlich kommen auf einen Studienplatz in der Medizin mehr als drei Bewerber.
Wenn Du also auf Nummer sicher gehen willst, schau Dir Dein eigenes Profil nochmal an: Liegen Deine Stärken in der Abinote? Hast Du bereits anerkannte Berufserfahrung gesammelt oder kannst ein Top-Ergebnis beim TMS vorweisen? Nicht überall hast Du damit die gleichen Chancen – recherchiere deshalb die Kriterien der Unis und entscheide auch strategisch. Mit einem schlechteren NC nur die beliebtesten Städte in der Prioritätenliste zu haben, macht wenig Sinn. Ebenso wenig ist es aber ratsam, einfach die Stadt auf Platz eins zu setzen, bei der Du von weniger Bewerbern ausgehst.
Kein direktes Kriterium – aber dennoch ausschlaggebend
Die Ortspräferenz darf nach dem neuen Zulassungsgesetz nicht mehr entscheidend dafür sein, dass eine Hochschule Dir einen Studienplatz anbietet. Dennoch ist es wichtig, hier strategisch vorzugehen – denn am Ende steht ein Angebot, mit dem Du Deinen Traum verwirklichen kannst. Und das hängt auch von Deiner Prioritätenliste ab.

Jana Detscher
Jana studiert derzeit im Masterstudiengang "Theorien und Praktiken professionellen Schreibens" und widmet sich mit großer Leidenschaft dem präzisen und kreativen Umgang mit Sprache. Ob bei der Recherche oder beim zielgruppengerechten Schreiben – Jana bringt fundierte Erfahrung im redaktionellen Arbeiten mit, unter anderem durch Stationen beim Literaturhaus Köln und dem Dokumentationszentrum DOMiD e.V.
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